Als der DDR-Fußball in Leutzsch seinen Niedergang zelebrierte
Dienstag, 9. November 2010, 11:47 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 9. November 2010, 11:54 Uhr
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Unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung erreichte die Gewaltwelle des (Post-)DDR-Fußballs ihren Höhepunkt. Eine Polizeikugel forderte während des Spiels des FC Sachsen Leipzig gegen den FC Berlin ein Todesopfer. Ein Blick zurück und in die Medien

Vor 20 Jahren, am 3. November 1990, starb Mike Polley in Leipzig-Leutzsch. Der 18-Jährige Berliner war das erste und einzige Todesopfer des DDR-Fußballs – zu einem Zeitpunkt, als der SED-Staat längst aufgehört hatte zu existieren. Auf selbigen waren in Leutzsch traditionell nur wenige gut zu sprechen, mit Erich Mielkes BFC Dynamo verbanden die Fans der BSG Chemie eine langjährige Feindschaft. Nonkonformisten gegen Stasi-Funktionäre, die Unerwünschten gegen die Elite eines autoritären Staates, könnte es verkürzt heißen. Für die berüchtigten Hooligans des BFC Dynamo blieb das ebenso berüchtigte Leutzsch uneinnehmbar.

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Das Bloggen der Anderen
Montag, 25. Oktober 2010, 22:22 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 4. Dezember 2010, 16:37 Uhr
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In Zeiten, in denen an dieser Stelle gähnende Lehre (sic!) herrscht, kann ich nur auf die meinen Tagesablauf strukturierende Magisterarbeit, einen in diesem Zusammenhang stehenden historischen Nervenzusammenbruch und andere Plätze verweisen, auf denen weitergespielt wird. Ein Quasi-Neuzugang mit Perspektive: der bloggende Sündenbock, seines Zeichens ein veritabler Kenner der Ultrà- und Fanszene, kritischer Begleiter der fußballaffinen Forensphäre dieses Universums, unverbesserlicher Verfechter des Glaubens an das Gute im Fan und nimmermüder Kommentator überall dort, wo man vor dem Klick auf den Abschicken-Button seine fußballbezogenen Gedanken und Gefühle in Prosa pressen kann – so auch an dieser Stelle. Lieber Sündenbock, ich gratuliere zunächst einmal zur geglückten Wahl von WordPress und hoffe inständig, dass dir das Verletzungspech fern bleibt. Tendovaginitis und so.

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Zitat des Tages (12): Um das Produkt herum konstruiert
Samstag, 25. September 2010, 12:59 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 25. September 2010, 13:09 Uhr
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Unabhängig davon, wie man zum Sponsoring von Fußballvereinen bzw. –Mannschaften im Allgemeinen steht, schlägt Red Bull in diesem Fall einen Weg ein, der den deutschen Fußball als Vereinssport komplett ad absurdum führt. … weiterlesen





Das Red-Bull-Dossier
Donnerstag, 5. August 2010, 1:52 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Sonntag, 26. September 2010, 17:50 Uhr
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Morgen startet das Red-Bull-Fußballprojekt RasenBallsport Leipzig in seine zweite Saison. Anlass genug für einen kleinen bloginternen Rückblick. Red Bull rettet Fußball-Leipzig – das Dossier

Red Bull war und ist im Leipziger Fußball ein Dauerbrenner, seit 2006 waberten Gerüchte um einen Einstieg zunächst beim FC Sachsen Leipzig, später auch beim VfK Blau-Weiß Leipzig umher. Ich habe versucht, an dieser Stelle die Entwicklung umfassend zu begleiten.

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Die Mensa-Mafia
Donnerstag, 29. Juli 2010, 23:10 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 2. Dezember 2010, 11:05 Uhr
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Spieler von RasenBallsport Leipzig speisen in der Mensa der Universität Leipzig zu vergünstigten Konditionen. Das ist nicht nur moralisch fragwürdig, sondern Subventionsbetrug. Ein Blick in die Medien und aufs studentische Innenleben

Die Leipziger Mensa am Park ist ein schöner Ort. Hell, freundlich, modern – die vor 13 Monaten eröffnete Mensa ist die vorauseilende architektonische Botschafterin einer Universität, für die die Abkehr vom baulichen Einheitsbrei der 70er Jahre nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der inhaltlichen Programmatik ist. Ein schöner Platz zum Sein, und um ganz nebenbei natürlich auch noch einem studentischen Anliegen nachzugehen: der Nahrungsaufnahme. Um eben selbige weitet sich pünktlich zum Saisonstart ein Skandal aus. Die Brot-Agonisten: Spieler von RasenBallsport Leipzig.

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Zitat des Tages (11): Felix Magath, Red Bull und die Medien
Sonntag, 13. Juni 2010, 0:01 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 12. Juli 2010, 10:05 Uhr
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RB Leipzig […] hat bis jetzt für die kommende Saison keine großen Spielernamen geholt und Tomas Oral, der ewig als kommender Trainer im Gespräch ist, wird wohl kaum Kohorten von Journalisten in die neue „Red-Bull-Arena“ lenken. … weiterlesen





Klares Votum für Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig
Donnerstag, 6. Mai 2010, 21:16 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 6. Mai 2010, 21:17 Uhr
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Ballsportgemeinschaft Chemie und FC Sachsen könnten sich schon zur neuen Saison als Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig wiedervereinigen. Die Mitglieder des FC Sachsen entscheiden morgen über die Zukunft des Leutzscher Fußballs

Die Mitglieder Ballsportgemeinschaft Chemie Leipzig haben ein deutliches Zeichen in Richtung Wiedervereinigung des Leutzscher Fußballs gesetzt. Am Donnerstagabend stimmten 45 der anwesenden 53 stimmberechtigten Mitglieder bei drei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen den Beschlussfassungen zu, wonach die Fußballabteilung der Ballsportgemeinschaft Chemie dem FC Sachsen beitritt. Damit verbunden ist die Übertragung der Wort-Bild-Markenrechte an der Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig auf den FC Sachsen, die momentan im Besitz der Ballsportgemeinschaft sind. Die Zukunft des Leutzscher Fußballs liegt somit in der Hand der Mitglieder des FC Sachsen, die mit einem entsprechenden Votum morgen Abend die Voraussetzungen für eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung schaffen können, auf der die Umbenennung in Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig beschlossen wird.

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Zitat des Tages (9): Projekt FC Sachsen ist gescheitert
Dienstag, 27. April 2010, 19:13 Uhr
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[D]er Hintersinn, sich 1990 den Namen FC Sachsen zu verpassen, [ist] faktisch gescheitert […]. Man wollte doch meines Erachtens durchstarten, in Deutschland – in höheren Ligen – ankommen. 1990 glaubte man doch noch an mindestens die zweite Liga, nach dem 7. Spieltag 1990/91 in Erfurt nach dem Auswärtssieg sogar kurzzeitig an die Bundesliga. … weiterlesen





Brandis. Die Nachwehen
Montag, 12. April 2010, 23:34 Uhr
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Der brutale Neonazi-Überfall auf den Verein Roter Stern Leipzig und seine Spieler und Fans im Oktober 2009 in Brandis war kein Zufall. Im Muldental gehört Neonazismus zur politischen Kultur. Vereine wie Roter Stern Leipzig wissen sich zu wehren. Eine Bestandsaufnahme

Dieser Name hat sich tief eingebrannt in das gesellschaftliche Bewusstsein: Brandis. Der 10 000-Einwohner-Ort, 20 Kilometer östlich von Leipzig gelegen, steht sinnbildlich für Hass und Gewalt, für Rassismus und Neonazistrukturen. Brandis ist die Wiederholung von Mügeln ist die Wiederholung von Rostock-Lichtenhagen. Die Reflexe sind immer die gleichen: Das waren wir nicht, das waren die Anderen. Nazis? Nicht bei uns. Die Linken provozieren das ja geradezu. … weiterlesen





Korrumpiert und kritisch, braun und bunt: Die Vielfalt des Leipziger Fußballs
Dienstag, 6. April 2010, 18:05 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 4. Dezember 2010, 16:35 Uhr
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In Leipzig konkurrieren mit RasenBallsport, 1. FC Lokomotive, FC Sachsen, BSG Chemie und Roter Stern fünf grundverschiedene Fußballklubs um die Gunst des Publikums. Die Fans haben die Wahl – für jeden erdenklichen Geschmack ist etwas dabei. Eine Vereinssoziologie

RasenBallsport Leipzig: Das austauschbare Franchise

Egal ob am Mitternachtsshop in der Tankstelle oder im Zentralstadion in der Red-Bull-Arena: Bei Red Bull geht es um Konsum, Events und Lifestyle. Wer sich mittwochabends 20:45 Uhr bei Sat.1 vorm Fernseher wiederfindet und von Johannes B. Kerner erklären lässt, dass Barcelona in blauen Hosen und Manchester in roten Shirts spielt, passt in die Zielgruppe. Hochklassiger, erfolgreicher Fußball ist garantiert, die Fernbedienung dirigiert die Perspektive auf Spielfeld und Kurve. Fußball, der nicht weh tut. Und am nächsten Morgen kann man im Büro trotzdem – oder gerade deswegen – mitreden.

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