Red Bull will Chemie – immer noch!
Dienstag, 22. Mai 2007, 16:48 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 16:29 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Medienschau, Vereinspolitik

Als ob es der Leutzscher Fan dieser Tage nicht schon schwer genug hätte: Die Fangemeinde ist gespalten. Pro oder contra Zentralstadion? Für ein langfristiges Konzept mit dem streitbaren Eduard Geyer oder dagegen? Und: sind die rassistischen Pöbeleien der letzten Spiele vorübergehender Ausdruck tiefster Fanenttäuschung oder ein tief wurzelndes Problem? Glaubt man der österreichischen Gerüchteküche, gesellt sich eine neue – obwohl, eigentlich eher alt bekannte – Streitfrage hinzu: Für oder gegen einen Einstieg von Red Bull?!

Red Bull, das war doch schon lange vom Tisch! Die Bullendosen sollten demnächst in der Düsseldorfer LTU-Arena ihren Absatz finden. Oder doch nicht? Gestern wartete der ORF mit einem überraschenden Bericht auf. Demnach habe Red Bull entgegen letzterer Behauptungen das Interesse am FC Sachsen Leipzig keinesfalls verloren:

„Red Bull meint, dass hier schon sehr gute Voraussetzungen wären“, betont Schlörb. „Wir warten jetzt einfach die nächste DFB-Tagung ab, ob da die Möglichkeit besteht, dass Kapitalgesellschaften oder Investoren auch die Mehrheiten übernehmen können, um dann den Verein professionell zu führen.“Dietrich Mateschitz sei vor zwei Wochen in Leipzig gewesen und habe sich die Infrastruktur angesehen, ergänzt der Leipziger: „Er findet das sehr gut und hat noch einmal sein Interesse bekundet, wenn die Weichen richtig gestellt würden, dass er sich vorstellen könnte, dass Red Bull hier einsteigt.“

Eine Entwicklung, die die Leipziger Volkszeitung und Bild Leipzig offensichtlich verpasst haben. Guido Schäfer (LVZ) reagierte heute lediglich mit einem kurzen Absatz auf den ORF-Bericht:

Sensationelle Wende im Fall Red Bull: Wie der Österreichische Rundfunk ORF meldet, hat Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz nach wie vor Interesse am Standort Leipzig. Er soll der Messestadt sogar schon einen geheimen Besuch abgestattet haben.

Am Verein geht diese Entwicklung augenscheinlich vorbei. Was legitimiert einen Otto Schlörb, seines Zeichens Adlatus des nimmermüden Sachsen-Financiers und Zentralstadion-Inhabers Michael Kölmel, Verhandlungen mit einem potentiellen Großinvestor zu führen?

Werden hinter den Kulissen schon die größten Stückchen vom grün-weißen Kuchen zwischen Red Bull und Kinowelt aufgeteilt? Wissen die Rolf Heller, Guido Schäfer & Co. nichts von diesen Machenschaften? Oder handelt es sich nur um ein gezielt gestreutes Gerücht (mit welcher Intention auch immer: es darf spekuliert werden)?

Fakt ist, stimmt die Recherche des ORF, könnte der DFB schon im Herbst seine Statuten ändern und den Weg frei für eine Kommerzialisierung von Vereinsnamen machen. Und damit auch für Red Bull in Leipzig. Laut ORF wolle Red-Bull-Inhaber Dietrich Mateschitz eine „Kampfmannschaft“ in der deutschen Bundesliga. Ob er sich da mal nicht die Zähne ausbeißt: Diese Saison zeigten sich die millionenschweren Leutzscher Kicker resistent gegen Erfolg. Und vor allem gegen Kampf.




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10 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Michael
    Kommentar von
    Michael
    24.05.2007 um 12:56
    1

    Man kann dem inzwischen ja recht gelassen entgegensehen, denn wenn sich Teile unserer Fans weiter so daneben benehmen und weiterhin ihre rechtsextremen und antisemitischen Lieder singen werden wir unaufsteigbar, heißt Geldstrafen, Punktabzug…


  1. Gravatar of Bertram Meier
    Kommentar von
    24.05.2007 um 21:14
    2

    Sehr gut. Der letzte Satz hat mir doch noch ein lächeln auf mein Gesicht zaubern können. Der Rest hat da eher gegenteiliges bewirkt.
    Aber wie sagt man so schön, kommt Zeit kommt Rad und gutes Rad teuer?!


  1. Gravatar of Remo
    Kommentar von
    Remo
    25.05.2007 um 12:40
    3

    Umfassende Meinungen zu diesem Thema kann man sicherlich nur persönlich austauschen. Nur scheint den Herren aus Österreich wohl nicht bewusst zu sein, in welche Gewässer sie sich begeben. Denn wir werden um unseren Verein und unsere Farben kämpfen. Auch wenn diese Floskel jetzt abgesroschen klingt. Dem werden Taten folgen. Mit Sicherheit!


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    25.05.2007 um 12:44
    4

    @ Bert: Gutes Rad vor allem in Zeiten der Dopingkrisen teuer xD, aber Fußball und Kommerz, das ist genauso traurig.


  1. Gravatar of Bertram Meier
    Kommentar von
    27.05.2007 um 13:15
    5

    @Remo ich glaub hier ist es wichtig klar zu unterscheiden wer was will. sicherlich wollen viele fans kein red bull nur das ist meines erachtens nach zweitrangig weil hier ganz einfach andere leute die entscheidungen treffen und da kann man banner bauen so groß man will oder dagegen ansingen. das wird dann vielleicht mit einem müden lächeln zur notiz genommen und schon hat sich die sache erledigt.


  1. Gravatar of Matthi
    Kommentar von
    Matthi
    01.06.2007 um 11:10
    6

    @Remo Na ja, Du hast ja schon in der OT darauf verwiesen, dass man das Thema „rassistische Gesänge“ im persönlichen Gespräch klären muss. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass das Erfolg hat. Letztlich müssen wir uns an unseren eigenen Ansprüchen messen. Zu Recht kritisieren wir die offizielle Vereinspolitik vom HFC oder auch die von dem Verein Südfriedhof, nur müssen wir um so härter unseren eigenen Verein anschauen und dort handeln. Da reichen mir die „vertrauensvollen“ Gespräche und das regelmäßige Händeschütteln mit bekannten Personen nicht aus… Nun gut, das mal von mir.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    01.06.2007 um 14:57
    7

    Wichtig ist, dass das Problembewusstsein da ist. Wenn man solches Gegröle hört, müssen halt die Alarmglocken läuten. Die breite Masse muss dafür sensibilisiert werden. Dann führen sicherlich auch unterschiedliche Strategien zum Erfolg.


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