Brandis. Die Nachwehen
Montag, 12. April 2010, 23:34 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Vereinspolitik

Der brutale Neonazi-Überfall auf den Verein Roter Stern Leipzig und seine Spieler und Fans im Oktober 2009 in Brandis war kein Zufall. Im Muldental gehört Neonazismus zur politischen Kultur. Vereine wie Roter Stern Leipzig wissen sich zu wehren. Eine Bestandsaufnahme

Dieser Name hat sich tief eingebrannt in das gesellschaftliche Bewusstsein: Brandis. Der 10 000-Einwohner-Ort, 20 Kilometer östlich von Leipzig gelegen, steht sinnbildlich für Hass und Gewalt, für Rassismus und Neonazistrukturen. Brandis ist die Wiederholung von Mügeln ist die Wiederholung von Rostock-Lichtenhagen. Die Reflexe sind immer die gleichen: Das waren wir nicht, das waren die Anderen. Nazis? Nicht bei uns. Die Linken provozieren das ja geradezu. Dazu bemerkt der „Red Star Supporters Club“ (RSSC) von Roter Stern Leipzig Extremismustheorie-kritisch:

Umso erstaunlicher ist es, wenn nach Übergriffen immer wieder eine Teilung der Gesellschaft in eine gedachte unproblematische „Mitte“ und „Extremist_innen“ vollzogen wird. Mit der Verortung der Täter_innen „außerhalb“ der gedachten „Mitte der Gesellschaft“ soll suggeriert werden, dass die Nazis von „woanders“ über die redliche Stadtgemeinschaft kamen und man selber ja „mit solchen“ gar nichts zu tun hätte. Dass es die vielbeschworene unproblematische „Mitte“ gar nicht gibt, wird nicht nur durch Studien regelmäßig belegt. Ideologien der Ungleichwertigkeit gegenüber Menschen und diskriminierende Einstellungen finden sich quer durch breite Teile der Bevölkerung und machen daher eine Einteilung in „Rand“ und „Mitte“ unmöglich. Die Täter sind nicht „die Fremden“ oder „Extremisten“, mit denen man nichts zu tun hat. Sie sind Söhne und Väter, Mütter und Töchter, Teil der Gemeinschaft, in welcher sie unbehelligt leben.

„Bei uns tümmeln sich keine Rechtsradikalen!“

Brandis ist gewiss keine Ausnahme. Aber Brandis ist ein gutes Beispiel. Pierre Woidschützke, NPD-Kandidat für den Brandiser Gemeinderat 2009, wird auf der Internetseite des FSV 1921 Brandis (Screenshot 12.04.2010) als A-Jugend-Betreuer geführt. Weitere Vereinsverantwortliche und deren neonazistische Verstrickung nennt die „antifaschistische Recherchegruppe Muldental“ auf indymedia.

Mit der Problemerkenntnis tut man sich vielerorts schwer, natürlich auch in Brandis. Das seziert Ullrich Kroemer in einer Reportage für das Nachrichtenportal news.de über das Wiederholungsspiel FSV 1921 gegen Roter Stern Leipzig (0:2) am vergangenen Mittwoch in Beucha:

Günter Kögler, der Präsident des FSV, steht auf der Gegengeraden in der Nähe der Trainerbänke und hört, wie die RSL-Fans «Nie wieder Brandis!» skandieren. Er sei froh, sagt er kurz vor Spielende, «dass alles so friedlich über die Bühne gegangen ist». Kögler war am 24. Oktober selbst Ordner und sei damals von den rechten Gewalttätern weggestoßen worden. «Das war eine Katastrophe, die sich hoffentlich nie wiederholt», sagt er.

Der 59-Jährige ist seit 50 Jahren als Spieler sowie Verantwortlicher im Klub und will von einer rechten Ideologie nichts wissen: «Wir müssen uns nichts vorwerfen. Bei uns tummeln sich keine Rechtsradikalen.» Diesbezügliche Vorwürfe seien «unfair und unbegründet»; von NPD-Mitgliedern in seinem Verein sei ihm nichts bekannt. Zur vorgeworfenen mangelnden Kooperationsbereitschaft bei der Aufarbeitung der Vorfälle sagt er nur: «Wir stellen uns nicht quer.» Eigenes Engagement des Vereins, um etwa präventiv auf rechte Gewalt aufmerksam zu machen, ist indes auch nicht auszumachen.

Dementsprechend kritisiert der RSSC:

Solange es nicht als problematisch empfunden wird, dass Neonazis, Rassist_innen und/oder NPD-Kandidat_innen in Vereinen aktiv sind, sei es als Spieler, Trainer oder Betreuer, wie im Fall des FSV Brandis zu beobachten, so lange es nicht problematisiert wird, dass sie auch hierüber ihre Strukturen ausbauen, ihre menschenverachtende Ideologie pflegen, Menschen angreifen, einschüchtern und jene, die sich dagegen engagieren bestraft werden, geben wir keine Ruhe! Wir wollen öffentlich machen, wie in der „bürgerlichen Mitte“ Neonazis leben und toleriert werden, wie eine Kultur des Wegsehens und Weghörens den Nährboden für nazistische Strukturen bietet und sie zur Normalität werden lässt.

Kein Widerstand gegen gut vernetzte Neonazis

Wie gegenwärtig neonazistische Kultur in Brandis ist, veranschaulicht Peter Ahrens bei Spiegel Online. Aufkleber verkünden „Treue um Treue – im Gedenken an die gefallenen deutschen Soldaten“, „Das abgewrackte System abschaffen: Nationale Sozialisten!“ und „Nationalisten gegen Kinderschänder“. Bei fußball von links heißt es zur Brandiser Wirklichkeit lakonisch:

Ein bereits völlig vergilbter Aufkleber der Kameradschaft Siegerland an einem Laternenpfahl nahe des Bahnhofs dokumentiert zum einen eine vorhandene Vernetzung zu anderen „freien“ Strukturen der Naziszene, zum anderen aber auch, dass ein solcher Aufkleber in Brandis lange genug hängen kann, um zu vergilben.

Die Hegemonie neonazistischer Jugendkultur in Brandis beschrieb ein nach eigenen Angaben Angehöriger einer „extrem kleinen alternativen Jugendlicher“ bereits vor einem halben Jahr in einem Kommentar auf indymedia:

Die Nazis hatten am Markt 4 einen eigenen Jugendclub, der jedes Wochenende Rechtsradikale aus den umliegenden Dörfern anzog. Nachts sind die Nazis dann „Streife“ gefahren, um ihre vermeintlichen Gegner zu jagen. Deswegen war es für uns und andere nicht rechte Jugendliche oft an Wochenenden nicht möglich, uns in Ruhe draußen zu treffen ohne dabei von Nazis durch die Stadt gehetzt zu werden. Als der Mietvertrag für den Club den der Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM)an für die Rechtextremisten mietet wurde, auslief, sollten diese den Treff räumen, bekamen jedoch sofort die Möglichkeit neue Räume vom CVJM gestellt zu bekommen. Hierbei möchte ich erwähnen, dass unsere Beschwerden an den CVJM hinsichtlich der rechtsextremen Umtriebe, nicht ernst genommen wurden und wir mit Worten wie „Das sind doch ganz normale nette Jungs, ich kenn doch die Mutter von dem und dem, die arbeitet doch bei der Stadt, die würden doch nicht..“ abgespeist wurden. Besonders lachhaft war es, als man uns seitens des CVJMs versichern wollte, dass dies gar kein Nazi-Treff sei und wir doch da auch hingehen könnten.. Selbst als wir Informationen hatten, dass die Nazis ihren Club nicht friedfertig räumen würden, mussten wir uns von Herrn K., einem Mitverantwortlichen vom CVJM anhören, dass er versichere, dass die Jungs doch ganz brav gehen werden. Am Abend der Räumung wurde eine Abrissparty mit Feuer und Randale gefeiert und die eintreffenden Polizeikräfte von Nazis angegriffen. Es gab Festnahmen, die LVZ berichtete.

„Tatort Brandis“ im „Terror-Kreis Muldental“

Eine umfassende Analyse neonazistischer Strukturen nicht nur in Brandis, sondern im gesamten Muldental leistet das Antifaschistische Infoblatt unter der Überschrift „Terror-Kreis Muldental“. Diese Szene reicht von im Fußballumfeld aktiven Hooligans und Freefightern über mittelbar in der politischen Sphäre agierenden Nazi-Cliquen bis hin zu politischen Kadern aus NPD, JN und „Freiem Netz“.

Brandis bleibt unter Beobachtung. Seit März 2010 ist das Blog Tatort Brandis – „jungfräulich, unschuldig“, Brandis! online. Hier werden Recherchen über die Brandiser Rechtsoffenheit und Neonaziszene zusammengetragen und die Prozessberichte der Täter vom Oktober 2009 dokumentiert. Prädikat lesenswert.

Brandis, Muldental, Leipzig – für Neonazis und ihre menschenverachtende Ideologie ist der Fußball ein besonders attraktives Propagandainstrument. Sei es, um politischen Nachwuchs zu rekrutieren, sei es, um Gewalt offen und weitgehend unsanktioniert auszuleben. Das Problem wird vor allem im Leipziger Fußballumfeld manifest, ist aber keinesfalls ausschließlich auf regionale Besonderheiten zurückzuführen. Fußball hat eine Ventilfunktion für sozialen Frust, die Kurve birgt Anonymität, die Gegnerschaft zum verfeindeten Klub stärkt Identität und Selbstwertgefühl. Kurzum: Neonazistische Kurven gibt es auch in Dortmund oder Hamburg.

„love sports – hate neonazism“ – Kampagne gegen Diskriminierung

Vereine wie Roter Stern Leipzig versuchen, dem entgegenzuwirken. Der Erfolg bleibt nicht aus. Gerade die Leipziger Sterne genießen dank ihrer offensiven Kommunikationspolitik eine positives Bild in den Medien, so zuletzt mit der viel beachteten Demonstration anlässlich des Wiederholungsspiels gegen den FSV 1921 Brandis mit 500 Teilnehmern. Auch die von Roter Stern Nordost Berlin im Februar 2010 initiierte Kampagne „love sports – hate neonazism“, an der sich verschiedene „Rote Sterne“, andere Vereine, Fanclubs und Verbände beteiligen, stößt auf positive Resonanz. Nein zu Rassismus, Homophobie und Sexismus, Ja zu Vielfalt und Toleranz. Die Unterzeichner fordern von Sportfachverbänden, DFB, DFL sowie der Politik:

Urteilssprechung: Die Einhaltung der eigenen Regularien von den Fußballlandesverbänden zu fordern klingt verdammt komisch, ist aber dringend notwendig. Und zwar seitdem Schiedsgerichte nicht nur einmal jenen Vereinen, die von Rassisten bzw. Neonazis während eines Spiels angegriffen wurden, Nachholspiele aufs Auge gedrückt haben, statt die Partien, wie in den Regeln festgeschrieben, zugunsten dieser zu werten.

Platzvergabe: Bei der Vergabe von Platz- und Hallenzeiten darf nicht nur der Erfolg und die Masse der Mitglieder ausschlaggebend sein. Daher fordern wir, dass die Platzordnungen und Sportanlagennutzungsverordnungen um einen Passus zur Förderung von Sportvereinen erweitert wird, die zivilgesellschaftliche Standards umsetzen und sich dem Engagement gegen Diskriminierung widmen.

Raumvergabe in öffentlichen Einrichtungen: Derzeit ist es so, dass organisierte Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für die Nutzung von staatlichen Räumlichkeiten, wie zum Beispiel Jugendclubs, Geld bezahlen müssen. Sich selbst organisierende Menschen werden dadurch extrem benachteiligt. Das ist so keineswegs hinnehmbar!

Politische Symbolik in Stadien: Unverständlich ist, dass Transparente und Zaunfahnen, die sich gegen Diskriminierung und Neonazismus richten aus den Stadien verbannt wurden und werden. Diese politischen Symbole dürfen nicht verboten werden, sondern sollten eine willkommene Botschaft für ein solidarisches Miteinander sein.

Kollektive Stadionverbote: Am 30. Oktober 2009 hat der BGH beschlossen, dass Stadionverbote auf Verdacht rechtmäßig sind. Solch eine kollektive Sippenhaft ist ein nicht hinzunehmender Verstoß gegen die individuellen Grundrechte eines jeden Bürgers und steht einer demokratischen Gesellschaft äußerst schlecht zu Gesicht.




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8 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Lesehinweis: Brandis Nachlese auf Chemieblogger.de « Brandis
    1

    [...] hier gehts zum Artikel: “Brandis. Die Nachwehen” [...]


  1. Gravatar of nwb
    Kommentar von
    nwb
    20.04.2010 um 17:21
    2

    demo und spiel impressionen:

    http://www.youtube.com/watch?v=gxnSa4ipAGA

    und vom rückspiel:

    http://www.youtube.com/watch?v=dYWiDXc5y8Q


  1. Gravatar of luemmel
    Kommentar von
    luemmel
    23.04.2010 um 0:12
    3

    „Kurzum: Neonazistische Kurven gibt es auch in Dortmund oder Hamburg.“

    Nur eine kurze Frage: Wie kommt der Autor zu diesem „Wissen“. Oder soll z. B die „Kurve“ in Dortmund nur exemplarisch für Städte/Kurven außerhalb des Leipziger Landes oder des Muldentalkreises stehen?

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    23.04.2010 um 0:30
    4

    Im Wesentlichen ging es mir um Zweiteres, also um die Veranschaulichung, aber ich denke, das Beispiel Borussenfront ist bekannt. „Kurve“ meint in diesem Fall nicht das gesamte Stadion.


  1. Gravatar of luemmel
    Kommentar von
    luemmel
    23.04.2010 um 0:47
    5

    Danke erstmal für die schnelle Antwort.

    Die Borussenfront ist natürlich ein Begriff. Es stimmt wohl auch, dass die Südtribüne nicht gänzlich frei von rechtem Gedankengut ist.

    Es wird aber auch gerade in Dortmund klar, dass diese Personen einen winzigen Teil der Fanszene ausmachen und man solchem Gedankengut (meiner Meinung nach) auch den Nährboden entzieht wenn man dieses ignoriert und weiterhin eine Mannschaft anfeuert, deren Spieler aus aller Herren Länder kommen.

    Ich denke auch das in Dortmund die Arbeit des Fan-Projektes Früchte trägt (in Sachsen soll es da wohl viel Sand im Getriebe sein). Das und andere starke und politisch neutrale Einflüsse sorgen schon dafür, dass man (zumindest offen) von rechtem Gedankengut im Stadion nicht viel sieht.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    23.04.2010 um 0:55
    6

    Klar, es geht nicht darum, einzelne Fanszenen pauschal zu kritisieren. Und natürlich geht es hier nicht um Dortmund, sondern um Leipzig. Ich würde bei dem Ansatz bleiben, dass sozialpädagogische Fanprojekte wichtig sind, aber ebenso wichtig sind sensibilisierte Kurven, die genau wissen, wo sie hin wollen und dementsprechend die Initiative ergreifen. Ob wegschauen und weghören die richtige Strategie ist, weiß ich nicht so recht. Zumindest ist das mir zu nah dran an Argumentationen à la „Das gehört halt zum Fußball dazu“.

    In Leipzig ist Sand im Getriebe, wohl wahr, aber es gibt Hoffnung dass sich hier im Fanprojekt bald etwas tut. Wir dürfen gespannt sein.


  1. Gravatar of Bazzille
    Kommentar von
    Bazzille
    25.04.2010 um 19:09
    7

    (quelle: „mdr.de“)

    Erneut Spielabbruch beim Roten Stern

    Mügeln

    In der Leipziger Bezirksklasse haben Neonazis erneut für einen Spielabbruch gesorgt. Wieder handelt es sich um eine Partie des Vereins Roter Stern Leipzig, der diesmal beim SV Mügeln-Ablaß zu Gast war.
    Roter Stern;SV Mügeln
    Der SV Mügeln distanzierte sich von einigen Mügelner Fans
    Schiri pfeift vorzeitig ab

    Exakt sechs Monate nach dem blutigen Überfall von Brandis wurden die Leipziger am Sonnabend nach eigenen Angaben von über 50 Rechtsradikalen in Empfang genommen. Fanclub-Sprecherin Ulla Fröbisch sagte dem MDR: „Die haben von der ersten Minute an antisemitische und homophobe Sprüche gerufen. Als das ‚U-Bahn-Lied‘ gesungen wurde, machte der Schiri Schluss.“ Zum Zeitpunkt des Spielabbruchs in der 80. Minute hatte es 2:0 für Mügeln gestanden. Laut Fröbisch ist die Polizei bei den antisemitischen Gesängen nicht eingeschritten, weil alles gefilmt worden sei. Die Polizei teilte später mit, dass die Auswertung von Videomaterial in den kommenden Tagen erfolgen werde. Die Identität einer Person, die den Hitlergruß gezeigt hat, sei bereits festgestellt worden.
    Der Bürgermeister von Mügeln Gotthard Deuse
    Mügelns Bürgermeister Gotthard Deuse

    SV-Präsident Gotthard Deuse hat für den Spielabbruch kein Verständnis. „So lange ich beim Spiel war, habe ich keine Nazi-Sprüche gehört.“ Er habe unter den insgesamt etwa 400 Zuschauern, darunter 150 Leipziger, auch keine Neonazis gesehen. Vielmehr hätten die RSL-Fans provoziert. „Die haben nach 20 Minuten plötzlich ‚Nazis, Nazis‘ geschrien. Dabei war überhaupt nichts los“, schimpfte Deuse, der auch Bürgermeister von Mügeln ist. SV-Pressesprecher Jan Greschner dagegen distanzierte sich von den „nationalsozialistischen Gesängen“. Deren Urheber seien aber „noch niemals in Mügeln oder Ablaß zum Fußball erschienen“, betonte er auf der Homepage des Vereins.
    Schriftzug Roter Stern Leipzig
    Der Rote Stern ist häufig Angriffsziel von Neonazis
    Ärger mit der Polizei

    Die Partie war bereits in der 28. Minute unterbrochen worden. Grund war ein Polizeieinsatz im RSL-Fanblock. Nach Angaben von RSL-Vorstandsmitglied Sophia Bormann handelte es sich um ein Missverständnis: „Der Einsatzleiter hat mir gesagt, man wollte nur nach den Personalien eines Zeugen fragen, der den Hitlergruß beobachtet hatte. Das kam im Fanblock jedenfalls ganz anders an.“ Die Version wurde von der Polizei bestätigt. Demnach hätten RSL-Fans „versucht, die Polizei an der Zeugenermittlung zu hindern. Dies wurde mit Zwangsmaßnahmen beendet.“
    Ein Angriff auf Inder im Jahr 2007 in Mügeln hatte für viel Aufsehen gesorgt (Archivbild)
    Rechte Demo aufgelöst

    Wie die Polizei weiter mitteilte, fand nach dem Fußballspiel auf dem Marktplatz der Stadt Mügeln „eine demonstrative Aktion von etwa 60 Personen“ statt. Die offensichtlich Rechtsextremen hätten sich mit Plakaten gegen linke Gewalt und den ortsansässigen Verein „Vive le Courage“ gewandt. Als ein Lied „mit verfassungsfeindlichem Inhalt“ angesungen wurde, sei die nicht angemeldete Versammlung aufgelöst worden. Zudem seien die Personalien der beteiligten Personen aufgenommen und Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet worden.

    Der Verein „Vive le Courage“ setzt sich nach eigenen Angaben gegen den in Deutschland erneut auflebenden Rechtsextremismus ein. Er wurde gegründet, nachdem im August 2007 acht Inder am Rande eines Stadtfestes im Mügeln durch den Ort gejagt worden waren.


  1. Gravatar of nwb
    Kommentar von
    nwb
    17.05.2010 um 18:55
    8

    weitere Nachwehen: (Schildau)

    http://www.youtube.com/watch?v=sDxuW2SGUg0




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