Klares Votum für Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig
Donnerstag, 6. Mai 2010, 21:16 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 6. Mai 2010, 21:17 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Vereinspolitik

Ballsportgemeinschaft Chemie und FC Sachsen könnten sich schon zur neuen Saison als Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig wiedervereinigen. Die Mitglieder des FC Sachsen entscheiden morgen über die Zukunft des Leutzscher Fußballs

Die Mitglieder Ballsportgemeinschaft Chemie Leipzig haben ein deutliches Zeichen in Richtung Wiedervereinigung des Leutzscher Fußballs gesetzt. Am Donnerstagabend stimmten 45 der anwesenden 53 stimmberechtigten Mitglieder bei drei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen den Beschlussfassungen zu, wonach die Fußballabteilung der Ballsportgemeinschaft Chemie dem FC Sachsen beitritt. Damit verbunden ist die Übertragung der Wort-Bild-Markenrechte an der Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig auf den FC Sachsen, die momentan im Besitz der Ballsportgemeinschaft sind. Die Zukunft des Leutzscher Fußballs liegt somit in der Hand der Mitglieder des FC Sachsen, die mit einem entsprechenden Votum morgen Abend die Voraussetzungen für eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung schaffen können, auf der die Umbenennung in Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig beschlossen wird.

Im Vorfeld der Abstimmung wurden in den Reihen der Ballsportgemeinschaft Chemie letzte Zweifel an einem möglichen Einigungsprozess ausgeräumt. „Unser Ziel ist wieder in Leutzsch zu spielen“, bekräftigte Thomas Heier. Das Vorstandsmitglied der Ballsportgemeinschaft Chemie sprach von einer einmaligen Gelegenheit, die Leutzscher Frage zu klären. „Wir müssen das jetzt versuchen. Die Frage lautet: Wie geht unser Weg? Alfred-Kunze-Sportpark oder 99er in Lindenau?“

Vereinsrechtler Rico Kauerhof von der Kanzlei „Fingerle und Partner“ entgegnete Bedenken, wonach der Einigungsprozess noch während des laufenden Insolvenzverfahrens des FC Sachsen zu früh vollzogen werde: Sollte der in Betriebssportgemeinschaft Chemie umbenannte FC Sachsen abgewickelt werden, würden die Rechte an der Betriebssportgemeinschaft an die Ballsportgemeinschaft Chemie zurückfallen. Ebenso könnte die übergetretene Fußballabteilung rechtzeitig vor einer möglichen Liquidierung zur Ballsportgemeinschaft zurückkehren. Somit wäre die Arbeit, die in den letzten beiden erfolgreichen Jahren mit zwei Aufstiegen gekrönt wurde, unabhängig vom Ausgang des Insolvenzverfahrens nicht umsonst gewesen.

Sofern die Mitglieder des FC Sachsen der Umbenennung zustimmen, würde die übergetretene Fußballabteilung der Ballsportgemeinschaft Chemie zur neuen Saison als dritte Mannschaft in der 1. Kreisklasse antreten. Die Umbenennung in Betriebssportgemeinschaft Chemie kann vom FC Sachsen morgen jedoch noch nicht endgültig vollzogen werden. Vielmehr stimmen die Mitglieder über die Einberufung einer weiteren außerordentlichen Mitgliederversammlung ab, auf der noch im Mai die Umbenennung beschlossen werden müsste. Die Ballsportgemeinschaft Chemie bliebe unabhängig vom Ausgang der morgigen und eventuell folgenden Mitgliederversammlungen weiterhin bestehen.

Die heute gefassten Beschlussfassungen sind nur gültig, sofern sie bei den Sachsen-Mitgliedern auch auf positive Resonanz stoßen. Der Ausgang der morgigen Mitgliederversammlung ist noch nicht abzusehen. Jens Fuge, Vorstandsmitglied des FC Sachsen und Moderator im Einigungsprozess, berichtet in seinem Blog Leutzscherleben:

Was in den letzten Tagen über uns vom Vorstand hereinbrach wegen des BSG-Angebots, ist nahezu unbeschreiblich. Das ging bis zur persönlichen Beleidigung, zu Diffamierungen und Unterstellungen. Gegner der BSG, Feinde von Thomas Heier, Uwe Walther und Co, Selbstdarsteller und Egomanen – sie alle meldeten sich zu Wort, zweifelten, hetzten, stänkerten. Jeder auf seine Weise. Ein unerträgliches Klima hat sich gebildet, das nicht nur absolut ungesund ist, sondern auch trefflich den Zustand unseres Vereines dokumentiert. Während oben am Baum neue junge Sprieße und Äste wachsen, fault es unten am Stamm. Ganz schlimm wird es, wenn ehemalige Funktionsträger, die den jetzigen Zustand mit zu verantworten haben, anfangen mit austeilen. Auch das ist der FCS!

Käme es zu einem negativen Votum der Mitglieder des FC Sachsen, könnte sich damit auch die Personalie Jens Fuge erledigt haben. Er hatte stets betont, das Schicksal seines Amtes mit der Frage nach der Leutzscher Wiedervereinigung zu verbinden. In diesem Falle würde der sportlich konsolidierte FC Sachsen weiterhin in einem Identitätskonflikt verharren – und ein fatales Zeichen in Richtung seiner Gläubiger aussenden.




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3 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Fan
    Kommentar von
    Fan
    07.05.2010 um 11:41
    1

    Zitat: „Käme es zu einem negativen Votum der Mitglieder des FC Sachsen, könnte sich damit auch die Personalie Jens Fuge erledigt haben. Er hatte stets betont, das Schicksal seines Amtes mit der Frage nach der Leutzscher Wiedervereinigung zu verbinden.“

    Nun ja, vor nicht allzulanger Zeit erklärte Jens Fuge bzgl Rücktrittsgerüchten auch: „Niemand wird zurücktreten, wer er seinen Willen nicht erhält.“ Andererseits werden auch kritische Kommentare, die, sachlich gehalten und die Gürtellinie nicht unterschritten, in seinem Blog gelöscht. Das läßt mich schon ins Grübeln kommen.

    PS: Bin nicht grundsätzlich gegen eine Vereinigung, aber die Pistole auf der Brust bezüglich einer Umbenennung brauche ich auch nicht unbedingt.


  1. Gravatar of Jens Fuge
    Kommentar von
    Jens Fuge
    07.05.2010 um 13:51
    2

    Ich habe mein Amt nicht davon abhängig gemacht, wie sich die Mitglieder entscheiden, das ist komplett richtig. Wenn wir uns vereinen würden unter FC Sachsen, dann würde ich diese Entscheidung selbstredend mittragen. Wo meine Sympathien liegen, habe ich auch erklärt.
    So ist die Aussage auch zu verstehen, FAN.
    Und was den Blog angeht, ist dieser nach Überschwappen von Niveau und Qualität aus dem Forum für sämtliche Kommentare geschlossen worden. Kein Mensch braucht noch so eine Plattform. Grübeln braucht man darüber nicht, glaube ich, so war es nicht gedacht. JF


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