Expertendiskussion zur Zukunft des Leipziger Fußballs
Donnerstag, 29. Januar 2009, 18:07 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 2. Februar 2009, 10:38 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Fußball & Politik, Kommerz- & Medienfußball, Vereinspolitik

„Leipzig und die fehlende Bundesliga“ – die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt am Dienstag, dem 3. Februar, 18 Uhr, im Studio 3 von Leipzig Fernsehen zur Podiumsdiskussion. Ein Veranstaltungstipp

Quo vadis, Fußball-Leipzig? Mit den Köpfen in der Bundesliga steht der Leipziger Fußball mit beiden Beinen in den Amateurligen, und daran wird sich so schnell nichts ändern. Gibt es einen Master-Plan? Und wenn ja, wie sieht der aus? Zentralstadionbesitzer Michael Kölmel hat die leerstehende WM-Arena kurzerhand zur Chefsache erklärt, hartnäckig halten sich die Gerüchte, dass Red Bull nach wie vor Interesse am Leipziger Fußball hat. Wird hinter den Kulissen geflirtet, eine potentielle Ehe angebahnt, von einem vollen Zentralstadion geschwärmt? Eine Stadt mit diesen Voraussetzungen, denkt sich mancher Couch-Fußballer, hat die Aussicht auf die Champions-League-Qualifikation! Mindestens. Irgendwann vielleicht?

Im Moment zumindest gilt es noch folgende Frage in den Raum zu stellen: „Leipzig und die fehlende Bundesliga – eine unendliche Geschichte?“ Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt zur Podiumsdiskussion und fährt große Namen auf. Im Fokus stehen dabei Winfried Lonzen, Präsident des in der Regionalliga dahinsiechenden FC Sachsen Leipzig, und Steffen Kubald, Erster Vorsitzender des aufstrebenden 1. FC Lok Leipzig. Der dritte im Bunde ist Oliver Krause.

Oliver Krause? Ja, das ist der Teammanager des VfK Blau-Weiß Leipzig 1892. Da war doch was: die Blau-Weißen sind momentan die dritte Kraft in Leipzig. Und vielleicht auch lachender Dritter, wenn Mateschitz’ Dosenfabrik Ernst macht. Wenn’s mit dem FC Sachsen zu kompliziert wird, dann könnten die Bullen in der sechsten Liga auf der Suche nach einem Marketinggag fündig werden. Wie auch immer, die Vereinsfarben stimmen ja schon mal.

Was sagt eigentlich Red Bull dazu? Nichts, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Markus Egger, Geschäftsführer beim FC Red Bull Salzburg, wurde zwar angefragt, sagte aber kurzfristig ab. Spekuliert werden darf weiter. Zum Beispiel mit Guido Schäfer, Sportredakteur der Leipziger Volkszeitung, der für Meinungsfreude auf dem Podium sorgen wird. Die fünfköpfige Expertenrunde komplettiert kein geringerer als Klaus Reichenbach, seines Zeichens Präsident des Sächsischen Fußballverbandes und immer für eine Unbedarftheit gut. Die Moderation übernimmt ein alter Bekannter: der ehemalige Sportbürgermeister Holger Tschense ist vom Fach und weiß um den Traum vom Leipziger Fußballmärchen.

Was alle Diskutanten eint, ist der Wunsch nach positiven Schlagzeilen für Fußball-Leipzig. Dass die Stadt mit der WM-Arena, deren Highlights 2009 wohl eher die zwei Depeche-Mode-Konzerte als das Liechtenstein-Länderspiel darstellen, davon weit entfernt ist, hat die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrem Veranstaltungsprogramm treffend formuliert:

Der Leipziger Fußball ist seit Jahren geprägt von zerplatzten Träumen, Enttäuschungen, Misserfolgen und viel „verbranntem Geld“. […]

Und dann gibt es neben den sportlichen Misserfolgen immer wieder ebenso peinliche wie brutale Randale, Ausländerhass und Rechtsradikalismus, die überregional das Bild vom Fußball im Osten prägen.

Nun denn, es gibt einiges zu diskutieren. Wir sehen uns am Dienstag, dem 3. Februar 2009, 18 Uhr, im Studio 3 von Leipzig Fernsehen – direkt am Listplatz.




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4 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Leipzig und die fehlende Bundesliga « tous et rien
    1

    [...] wirklich so verfahren ist oder ob es Auswege gibt, darüber möchten wir diskutieren. Beim Chemieblogger bin ich auf die morgen, um 18 Uhr, im Studio 3 von Leipzig Fernsehen, stattfindende Diskussion [...]


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    02.02.2009 um 16:41
    2

    Na ja, da haben sich ja die richtigen „Xperten“ zusammengefunden ! (lol) Der größte in dieser angekündigten Runde scheint der „Wir sind nicht blau-gelb“-Verwalter der Investruine an der Jahnallee zu sein. Super-Experte ! (sieht man ja daran, dass seit seinem Amtsantritt als zunächst Aufsichtsratsvorsitzender und nun Präsident der Schuldenstand fast verdreifacht wurde / sieht man am Tabellenstand und daran, dass im hoch gelobten NWLZ von Tschenses Gnaden Ex-VfBer als Gehaltsempfänger festsitzen und sich die Jungs teilweise ihre Spielkleidung inzwischen aus der eigenen Tasche finanzieren)
    Abhaken so eine Veranstaltung, in der ein Tschense für sein Rattenrennen aus der Vergangenheit immer noch ein Alibi sucht.
    Worauf läuft es hinaus ?
    Auf Totalkommerz und vollkommene Ausblendung von Vereinszugehörigkeit und Identifikation.
    Niemals !
    Ich geh zur BSG und wenn es noch Jahre dauert, bis da mal wieder eine ansprechende Liga bespielt wird.
    Sollen sie ihren Plasteclub machen und sich mit Herrn Krause (ein „nachgewiesener Fachmann“) in der Jahn-Allee ihr Kommerzkabarett geben. Mir egal. Ich brauch diese Art von Fußball jedenfalls nicht. Wenn dessen Verein das Ziehkind dieser kommerziellen Nummer und emotionalen Totgeburt werden will = Bitteschön ! Eventuell wird dann Platz in Leutsch und wir können endlich wieder nach Hause; ohne diesen ganzen Sitzschalen- und Überwachungswahnsinn im ZSL.
    Den vielen „neutralen“ Fußballkonsumenten sei es gegönnt, wenn Leipzig eine Bundesligamannschaft hat. Mich und viele andere würde die nie sehen, weil Fußball nichts mit Kabarett zu tun hat sondern auch und vor allem mit Identifikation.
    Genau die Herren, die sich dort auf dem Podium präsentieren, sind – eventuell mit der einen Ausnahme Steffen Kubald, der den 1.FC Lok wieder zu was gemacht hat (über das Wie kann man streiten, aber es ist nun mal Fakt und nötigt mir als Chemiker Respekt ab)- an entscheidender Stelle mitverantwortlich für das Desaster Leipziger Fußball. Jahrelang wurden Ehrenamtliche schamlos ausgenutzt und parallel dazu Ex-VfB-Gehaltsempfänger (die auch bei Lok keiner mehr haben wollte oder brauchte, weil Erfolg nun mal auch was mit Kompetenz zu tun hat) auf sicheren Stühlen beim FCS installiert. Jahrelang wurde Schindluder mit dem Hoffen und Bangen der vielen Fans getrieben. Vorstände, die nachweisbar solide Schuldenabbau betrieben haben, wurden rausgemobbt und eine Riege von Leuten installiert, denen ihre Abhängigkeit vom Hauptgläubiger auf der Nase geschrieben steht.
    Während „Trainer“ und „Spieler“ des FCS hohe fünftstellige Monatsgagen bezogen (wer meint, die Bonev-Küche sei das einzige Highlight in der glorreichen Geschichte dieses FCS, der irrt), war kein Geld für Übungsleiterentschädigungen im Nachwuchs da.
    Und was will „Meister Reichenbach“ da ?
    Seinen VfB-Edelpelz propagieren oder, gemeinsam mit Red Bull oder andern, eine finanziell erträgliche Lösung für Abtnauendorf erreichen ?
    In allem haben diese Leute versagt und das nicht erst seit gestern. Na prima: Mit solchen „Xperten“ wird es bestimmt was…. !

    So eine Veranstaltung ist nicht ehrlich, weil sie schon im Vorfeld selektiv ist und die Meinung der wirklichen Fußballfans und vielen Ehrenamtlichen in deser Stadt nicht im Mindesten wiederspiegelt.
    Sie sollten sich für das in der Vergangenheit angerichtete Chaos was schämen, Herr Tschense, und endlich ihre Finger vom Leipziger Fußball lassen ! Der Fußball ist Sache der Fußballer und nicht diese s.g. „Expertenrunde“ !


  1. Gravatar of Das Red-Bull-Dossier | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    3

    [...] waberten Gerüchte um einen Einstieg zunächst beim FC Sachsen Leipzig, später auch beim VfK Blau-Weiß Leipzig umher. Ich habe versucht, an dieser Stelle die Entwicklung umfassend zu [...]


  1. Gravatar of LOK
    Kommentar von
    LOK
    06.01.2012 um 11:58
    4

    Und nun ist dieser Red Bull Fan Krause also Präsident der BSG Chemie-
    Die Diablos müssten sich doch verarscht vorkommen-
    Wir jedenfalls machen keine Kompromisse mit dem Konstrukt auch wenn das unser neuer Trainer gerne hätte.
    LOK




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