RB steht für Fußball, oder?
Mittwoch, 17. September 2014, 23:19 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 18. September 2014, 9:37 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Medienschau

Wie sich eine scheinbar harmlose Gewinnspielfrage im Radio als unlösbar herausstellt

​Ein Sonntagabend auf der Autobahn, in Brandenburg und Thüringen wählen sie gerade. Das RBB-Inforadio verspricht Wahrheiten statt Zerstreuung, nicht nur dem Namen nach. Wer im Stundentakt zur Börse schaltet, muss doch auch den Puls des Wahlvolks spüren, Stimmungen vorausahnen, Tendenzen erkennen. Doch vor 18 Uhr gibt es keine Prognosen, nicht offiziell, nicht ohne vorgehaltene Hand.

Am Wahlnachmittag läuft Fußball über den Sender, Bundesliga, Hannover zerlegt den HSV, oder: was davon übrig ist. Unterbrechung, Werbung fürs Programm: Noch eine Woche, dann kommen die neureichen Sachsen ins erfolgsentwöhnte Berlin. RB Leipzig spielt in der Alten Försterei gegen Eisern Union. Es gibt etwas zu gewinnen, im Inforadio. Wofür steht die Abkürzug RB?, will man wissen. Was für eine Frage. Eine mit doppeltem Boden. Wer für die großen Antworten eingeschaltet wird, muss doch mehr hören wollen als einen Auszug aus dem Vereinsregister.

Die Autobahn ist grundsätzlich nicht der Ort für große Gegenreden, es geht geradeaus. Wer bremst, verliert. Wofür steht RB? Vielleicht war es ein Versehen, diese Frage an den Fußballfan zu richten. In Fuschl am See wüsste man Rat.

Die Schwarmintelligenz ist unentschlossen. Regionalbahn, Raiffeisenbank, Radio Bremen – das haben die Radioleute nicht gemeint. Rangierbahnhof, weiß Wikipedia, ist in der Schweiz eine offzielle Abkürzung. Hierzulande, steht ganz unten, handle es sich um einen „umstrittenen Neologismus, eingeführt durch den deutschen Fußballverein RB Leipzig. Steht für Fußball.“

18 Uhr kommen die Prognosen, Parteien und Prozente, Unbestechliches im besten Nachrichtenton. Genug der Zerstreuung, zurück zu den Wahrheiten.




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