Beziehungsstatus: kompliziert
Montag, 25. Februar 2013, 19:37 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 25. Februar 2013, 19:39 Uhr
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Geld oder Liebe – im entzweiten Leutzscher Fußball hat man weder das eine noch das andere füreinander übrig

Wer jemals Zweifel hatte, Medien würden weder verdichten noch verkürzen, weder deuten noch verzerren, der findet an dieser Stelle ganz neue Denkanstöße. Ende Januar erschien in der Leipziger Volkszeitung ein Interview mit Vereinsvorständen von BSG Chemie und SG Leipzig-Leutzsch, das ich fälschlicherweise als frühes Rendezvous interpretierte und das im Nachhinein betrachtet wohl eher als medialer Kupplungsversuch durchgeht. Wenn das mal alles so einfach wär: Ja, ich will, heißt es hier wie da. Sie dürfen die Braut … – lassen wir das besser.

Denn von Körperlichkeiten sind die beiden grün-weißen Vereine weit entfernt, zumindest wenn damit Liebkosungen gemeint sind. Von einer „Welle an gewalttätigen Angriffen“ weiß die SG Leipzig-Leutzsch in einer aktuellen Stellungnahme vieldeutig zu berichten. Die Vorwürfe, frei übersetzt: Bei der BSG Chemie habe man es mit Kriminellen zu tun, die die Medien infiltrieren und so gar nicht daran interessiert sind, im Leutzscher Holz auf heiles Familienidyll zu machen.

Die BSG Chemie hat indes sehr gute Argumente gegen eine mögliche Scheinehe:

Im Gegensatz zur SG Leipzig Leutzsch ist die BSG Chemie Leipzig nicht bestrebt, eine “Leutzscher Einheit” ohne jegliche Vorbedingungen zu realisieren – und dies aus guten Gründen: Wir sind fest entschlossen, aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, weshalb sowohl der Name Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig e. V. als auch die im Leitbild festgelegte, demokratische Grundstruktur des Vereins in keinem Maße verhandelbar ist. Bei uns nehmen alle Chemiker aktiv an der Vereinsgestaltung teil, was sich auch in der bunt gemischten Zusammensetzung der – ehrenamtlich arbeitenden – Gremien widerspiegelt. Verglichen damit erscheint uns die SG Leipzig Leutzsch derzeit nicht als geeigneter Partner.

Selten hatte sich ein „Basta!“ leidenschaftlicher den Weg durchs Leutzscher Holz gebahnt! Mehr noch, die SG Leipzig-Leutzsch scheint nicht nur vom Charakter her, sondern auch das liebe Geld betreffend keine gute Partie. Die BSG Chemie hat die Betriebskostenzuzahlung an Jamal Engel und Freunde eingestellt. Der Grund: fehlende Transparenz in der Abrechnung.

Minus 22.730,99 Euro soll der Kassenstand der SG Leipzig-Leutzsch am 6. Februar betragen haben. Der Kontoauszug liegt offenbar der Leipziger Internet Zeitung vor. Der Verein ist besorgt: Engel & Co. wähnen sich als Opfer von Datendiebstahl. Und die Finanznot? In dieser Frage reicht es nicht einmal für ein Dementi.