Zitat des Tages (9): Projekt FC Sachsen ist gescheitert
Dienstag, 27. April 2010, 19:13 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Vereinspolitik, Zitat des Tages

[D]er Hintersinn, sich 1990 den Namen FC Sachsen zu verpassen, [ist] faktisch gescheitert […]. Man wollte doch meines Erachtens durchstarten, in Deutschland – in höheren Ligen – ankommen. 1990 glaubte man doch noch an mindestens die zweite Liga, nach dem 7. Spieltag 1990/91 in Erfurt nach dem Auswärtssieg sogar kurzzeitig an die Bundesliga. Auch die kommenden 20 Jahre kam das Thema doch wieder und wieder hoch. Wenn es gelungen wäre, hätte man mit diesem Namen zweifellos endlos gepunktet, goldrichtig, man hätte alles richtig gemacht.

Doch 20 Jahre später, nach all dem Klamauk und endloser Schluderei und Arroganz, kann man dieses Projekt nur als gescheitert bezeichnen. So will ich das verstanden wissen. Wenn man aber die Wahl hat, dann entscheidet man sich. Und nach langer Abwägung […] kam ich für mich zu dem Schluss, dass der Name BSG – wenn ich ihn wählen könnte – dem Namen FCS vorzuziehen wäre.

FC-Sachsen-Vorstandsmitglied Jens Fuge im Vereinsblog Leutzscherleben anlässlich der bevorstehenden Mitgliederversammlungen von BSG Chemie und FC Sachsen, auf denen die Weichen für eine Wiedervereinigung des Leutzscher Fußballs unter dem Namen BSG Chemie Leipzig gestellt werden sollen.




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23 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Elfer
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    Elfer
    27.04.2010 um 19:59
    1

    Nun ja, ob mit dem Namenswechsel eine 20-jährige Vergangenheit abgestreift werden kann und die Vereinsarbeit dadurch erfolgreicher gestaltet wird, wage ich zu bezweifeln. Das Projekt, der Verein, bleibt einfach mal derselbe. Da hilft auch keine Umbenennung. Für mich ist das einfacher Populismus, die Probleme in jedweder Form bleiben identisch.

    Abgesehen davon, der FCS ist Chemie und eine eventuelle neue BSG Chemie bleibt der FCS. Und ja, ich steh‘ dazu, dass ich kein DDR-Verklärer bin. Mit einem Namenswechsel wird die gute alte Zeit, in der nicht alles schlecht war, nicht zurückgeholt werden können.


  1. Gravatar of Manzel
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    Manzel
    27.04.2010 um 21:45
    2

    Das Ganze hat dann aber nur Sinn, wenn endlich seriös gearbeitet wird und nicht wieder irgendwelchen Phantomen nachgejagt wird. Ich würde es dem Verein gönnen, sich vielleicht langfristig als der Leipziger Verein zu etablieren. Leider hat man vom Neuanfang nur schon zu oft gehört, um wirklich fest daran zu glauben.


  1. Gravatar of Almir
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    Almir
    28.04.2010 um 15:09
    3

    Bei aller Sympathie für die BallSG und deren Fans und Mitglieder verstehe ich nicht, warum der Name FC Sachsen berhaupt nicht mehr geht. Das kommt mir vor, wie eine Regierung, die als Zeichen damit alles besser wird, das Arbeitsamt in „Jobcenter“ umbenennt. Wir sind Sachsen, wir sind aus Leipzig, wir sind Grün-Weiß und ich für meinen Teil hatte in den letzten 15 Jahren, wenn ich die tatsächlich unglaubliche Lonzen-Zeit ausblende, viele schöne Momente beim FCS. Und wenn mich jemand fragt, dann bin ich natürlich Chemiker, weil die Tradition den FCS zu dem macht was er für mich immernoch ist. Den FCS wegen Lonzen&Co umzubenennen widerspricht doch dem angeblichen Anspruch, daß Chemie und Fußball überhaupt mehr ist, als die jeweiligen Figuren im Vorstand.
    Die Zukunft am Namen festzumachen zeugt nach meiner Meinung von einer gefährlichen Oberflächlichkeit, als ob Chemie nicht mehr ist oder wieder werden könnte.


  1. Gravatar of Alex
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    Alex
    29.04.2010 um 10:18
    4

    Bitte vergesst nicht, dass vor den Toren der Stadt das seelenlose, Aufstiege nach Businessplan einfahrende und mit schier unglaublichem Etat ausgestatte RB-Ungeheuer lauert.

    Wäre ich Strategieberater, würde ich jetzt zu einer „radikalen Neupositionierung“ raten. Ein neuer Name mit Underdog-Image passt da perfekt. Wenn jetzt kein Zeichen gesetzt wird, schauen sich die tief Enttäuschten unter den Grün-Weißen nächste Saison Regionalligaspiele im Zentralstadion gegen den Chemnitzer FC, Halleschen FC und den 1. FC Magdeburg an. Und vergessen vielleicht nach und nach diese beiden grün-weißen Streithähne, die im Extremfall nur wegen einer Namensänderung nicht zueinander gefunden haben.

    Heute heißen die Richter über erfolgreiche Fußballvereine eben nicht mehr SED oder DFV sondern SAP, RB, VW und NOFV. Chemie könnte wieder die kleine BSG sein, die ab und an mal im Sachsenpokal den Markranstädter Marketing-Fußballern einen empfindlichen Stich versetzt, aber sonst chancenlos bleibt und mit etwas Glück mal in der Regionalliga spielt.

    Ja, ich bin ein Sohn des FC Sachsen Leipzig. Mein erstes Spiel habe ich zur 30-Jahr-Feier der Meisterschaft gesehen (7:1 gegen den FC Meißen). Mit einer Umbenennung in BSG Chemie Leipzig würde trotzdem ein Traum für mich in Erfüllung gehen, der schon bei der ersten Insolvenz bei mir gereift ist.


  1. Gravatar of Almir
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    Almir
    29.04.2010 um 14:31
    5

    @Alex

    Nach meiner Ansicht, wärst du dann aber kein guter Strategieberater.
    Um einen halbwegs ordentlichen Zuschauerstamm zu halten, muss man glaube ich eine andere Schiene fahren, als die, sich nur über den Gegner zu definieren. Besonders in Leipzig sind viele Fußballfans es leid, daß die Vereine sich gegenseitig bis auf Blut bekriegen und hassen. Ein FC Sachsen Leipzig, der die Tradition von Chemie in sich trägt, hat finde ich mehr Attraktivität und wirkt eher „mythisch und vielleicht geheimnisvoll“ als eine BSG Chemie, die auch BSG Chemie heißt und für mich all seines Mythos dadurch beraubt wird und nur noch nach alten schwarz-weißen Zeiten klingt.


  1. Gravatar of Alex
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    Alex
    29.04.2010 um 15:04
    6

    Ich habe etwas von Underdog geschrieben, nicht von „über den Gegner definieren“. Es geht auch nicht nur darum, einen bestehenden Zuschauerstamm zu halten, sondern auch darum, die frustrierten und dem Leutzscher Fußball momentan fernbleibenden Chemiker wieder zu mobilisieren.

    Und der Name FC Sachsen Leipzig trägt eben nicht nur die Tradition von Chemie in sich, sondern auch die Tradition von Lizenzenzügen, Trainer-Possen, einem Fußball-Toten, Transfers mit 200.000 DM in der Plastiktüte, zwei Insolvenzen und verbrannten Kinowelt-Millionen.

    Gerne lasse ich mir auch erklären, warum der Hass zwischen dem Single-FC Sachsen und Lok geringer sein soll als zwischen der wiedervereinigten BSG Chemie und Lok. Die Ausschreitungen beim Derby in der Hinrunde richteten sich nicht gegen die Diablos. Und auch die Böller aus dem FC-Block beim Rückrunden-Derby wurden nicht von den Diablos geworfen. Ich bin gespannt auf Argumente, warum der Hass durch eine Umbenennung/Wiedervereinigung größer werden sollte.


  1. Gravatar of nwb
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    nwb
    30.04.2010 um 1:13
    7

    Für mich gibts nur einen Namen:

    BSG CHEMIE LEIPZIG

    Kann mich gut erinnern Saison 1994/95
    letztes Heimspiel gegen Energie Cottbus
    33. Spieltag Regionalliga 14:00
    Am selben Tag
    VfB Leipzig-Fortuna Düsseldorf
    im Zentralstadion 2. Bundesliga 15:??
    Wir mit Chemie Schals zum Waldplatz
    unterwegs. Dort begegnen uns 20 Fortuna
    Schlachtenbummler. Die sehn unser Grün aus 200
    Metern Enfernung und rufen…?

    CHEMIE LEIPZIG

    CHEMIE LEIPZIG

    CHEMIE LEIPZIG

    Ich bekomm jetz noch Gänsehaut!

    wenn nicht jetzt…
    dann spielt ein FCS
    in 4 Jahren vor 300-500 Zuschauern
    in der Sachsenliga
    und die andere BSG kommt vielleicht hoch bis
    in die Bezirksklasse, aber das
    wars dann auch…


  1. Gravatar of Almir
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    Almir
    30.04.2010 um 10:47
    8

    @Alex
    Ein „Underdog“ definiert sich doch über seine Gegner, wie David sich über Goliath definiert.
    Ich habe auch nicht geschrieben, daß durch einen wiedervereinten FCS/BSG mehr Hass entstehen würde, ich schrieb, daß es die Leute (potentielle oder ehemalige Zuschauer) leid sind, daß die Vereine in Leipzig oftmals zuerst nach links oder rechts anstatt nach vorne in Richtung eines eigenen Weges gucken.
    Und um die frustrierten Chemiker wieder zu mobilisieren braucht es mehr, als nur eine Namensänderung. Es ist doch ein Märchen, an dem man sich gerne festhält, daß ein Großteil der Zuschauer aufgrund des Namens wegbleibt. Wie gesagt, diese Debatte verstellt meiner Meinung nach eher die Sicht auf Wichtigeres.

    @nwb
    1994/95 hieß Chemie schon FCS, das ist doch gerade das Grandiose, daß der Name Chemie auch so lebendig ist.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
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    30.04.2010 um 11:04
    9

    @Almir, @Alex: Der Name macht schon was aus, oder besser: Es gibt zahlreiche Chemiker, die nach der Abspaltung 2008 den Leutzscher Fußball ganz verlassen haben. Sie wieder zurückzuholen, geht nur mit einer wiedervereinigten Fanszene. Der Name BSG Chemie hat dabei sicherlich eine größere Strahlkrafft als der FC Sachsen. Ganz davon abgesehen halte ich eine Wiedervereinigung unter dem Label „FC Sachsen“ für gänzlich auszuschließen. Das wird nicht mehrheitsfähig bei der BSG.


  1. Gravatar of Alex
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    Alex
    30.04.2010 um 12:00
    10

    @ Almir

    Richtig, „nur“ eine Namensänderung wird nichts bewirken. Ein Zusammenschluss der beiden grün-weißen Vereine, ehrliche Arbeit von Vorstand und Mitgliedern und eine Namensänderung ergeben aber vielleicht ein Paket mit Zukunftsperspektiven.

    Ein Underdog definiert sich über seinen Gegner? Auch, aber nicht nur. Ein Underdog beweist, dass er realistisch plant und handelt. Ein Underdog akzeptiert, dass die sportliche Vormachtstellung Geschichte ist und bleiben wird, solange österreichische Millionen fließen. Ein Underdog stellt nicht 5-Jahres-Pläne für den Einzug in die Bundesliga auf. Ein Underdog darf auch mal sportlichen Erfolg haben. Ein Underdog bewahrt dabei aber Werte, die in Fußballkonzernen keine Rolle mehr spielen („Wer will schon Fan von einer Aktiengesellschaft sein?“).

    Keiner hat gesagt, dass es ein einfacher Weg ist. Aber wie Basti schon schrieb, ist das Zusammengehen an die Namensänderung gekoppelt.


  1. Gravatar of Almir
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    Almir
    30.04.2010 um 12:05
    11

    @Bastian
    Ich bin für eine wiedervereinigte Fanszene und ich besuchte auch öfters BallSG-Spiele weil ich die damalige Abspaltung nachvollziehen konnte.
    Nur diese Totschlagargumente mittlerweile und den Anspruch im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein (neue Zuschauer, ein starker Leutzscher Verein geht „nur“ mit dem Namen BSG Chemie), das ist mir ehrlich gesagt zu platt. Die größere Strahlkraft würde ich auch bezweifeln, obwohl da natürlich niemand sicher sein kann.
    Ich kann nichts dafür, aber „Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig“, als offizieller Name, das klingt für mich nach DDR-Mief. Ich verstehe allerdings daß der Name die „heilige Kuh“ der BallSGer ist, auch um das Gesicht zu wahren.
    Dein Argument ist also:
    Es gibt mehr Zuschauer durch eine wiedervereinigte Fanszene.
    Eine wiedervereinigte Fanszene würde es nur unter dem Namen „BSG Chemie“ geben
    folgt daraus, der Name „BSG Chemie“ zieht mehr Zuschauer und hat mehr Strahlkraft?

    Wie dem auch sei, ich hoffe natürlich auf die Vereinigung, zur BSG Chemie würde ich natürlich genauso gehen, für die optimale Lösung halte ich es aber nicht.


  1. Gravatar of nwb
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    nwb
    30.04.2010 um 12:15
    12

    @alex
    „1994/95 hieß Chemie schon FCS, das ist doch gerade das Grandiose, daß der Name Chemie auch so lebendig ist.“

    sorry, aber am fcs ist für mich nichts grandioses mehr zu finden…für mich steht der name wie nichts anderes, für den verfall des leutzscher fussballs.
    innerhalb von 20 jahren aus einer 1.liga in eine 5.
    was hat der fcs schon erreicht im vergleich zu chemie? Ja, NICHTS!

    klar es gab auch spannende jahre 92/93, 94/95, 99/00. aber in all den jahren nur einen einzigen richtigen aufstieg. in 20 jahren durfte der fcs in nur 4 jahren am deutschen pokal teilnehmen davon nur einmal in den letzten 15 jahren!

    und wenn man schon das glück hat, eines der geilsten ostdeutschen stadien zu besitzen sollte man das nicht über 5 jahre lang links liegen lassen. da braucht man sich nicht zu wundern wenn leute wegbleiben oder nen neustart versuchen.

    ich für meinen teil werd erst wieder nach leutzsch kommen wenn der name fcs verschwunden ist. dadurch wäre zumindest ein fünktien hoffnung da.


  1. Gravatar of nwb
    Kommentar von
    nwb
    30.04.2010 um 12:35
    13

    @almir
    „Ich kann nichts dafür, aber “Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig”, als offizieller Name, das klingt für mich nach DDR-Mief.“

    das ist respektos!
    hast du jemals die leutzscher legende gelesen?
    dann wüsstest du was ddr mief wirklich ist.
    vom ddr regime bevorzugte vereine wie bfc dynamo, DD und lok.

    aber doch nicht vereine, die diesem durch kalkulierten plan fussball ein schnippchen geschlagen haben.

    ich hab die ll erst gestern zu hand genommen
    und mir nochmal die komplizierten jahre 54-63
    zu gemüte gezogen. auch damals gabs gewissermaßen
    eine teilung denn nicht alle leute sind zum sc lok
    gegangen, einige haben auch der „kleinen“ bsg chemie in der bezirksklasse die treue gehalten und viele sind wohl auch ganz weg geblieben…

    wenn man sich nach diesem quasi begräbnis das kapitel 63/64 durchliest… unglaublich!

    ich kann jedem, der sich am namen fcs festhält und auch jedem anderem nur empfehlen, nehmt die legende in die hand und zieht euch nochmal die jahre 54-64 rein.


  1. Gravatar of Almir
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    Almir
    30.04.2010 um 12:40
    14

    @nwb
    ok, ist aber nicht meine Meinung. Den Namen FCS so sehr mit den schlechten Entwicklungen zu verknüpfen halte ich für ein schwaches Argument, mit den Farben macht man das doch auch nicht. Außerdem wird damit quasi gesagt, daß bis 1990 alles toll war, danach alles Scheiße, und jetzt wieder alles toll wird. Darüber hinaus unterstützt das die Sichtweise, daß der FCS „ein Projekt“ gewesen wäre, daß sich nicht bewährt hat. Ich bin aber nicht die letzten 15Jahre Fan eines „Projektes“ gewesen. Ich kenne nur das „Projekt RB“ oder das „Projekt Hoffenheim“, und davon halte ich nichts.

    @alex
    Mit deiner Definition von „Underdog“ gehe ich gerne mit. Es sollte nur nicht so werden, daß man versucht zu sagen „wir sind der arme, unterdrückte Stadtteilclub und da drüben ist der Ösi-Bonzenverein“, sondern „wir sind Leutzscher“ und nicht mehr.


  1. Gravatar of nwb
    Kommentar von
    nwb
    30.04.2010 um 12:59
    15

    @almir

    der unterschied ist einfach vor 1990 ging es auch regelmäßig wieder hoch.
    danach? naja hab ich schon geschrieben.

    für mich ist der name fcs gebrandmarkt.
    da ist zu viel scheiße gebaut wurden.
    außerdem war ich schon immer chemie fan und fand
    die zwei umbenennungen damals sehr unsinnig.

    ich glaube auch nicht dran das als BSG CHEMIE LEIPZIG alles sofort besser wird, aber wie ich schon schrieb, dadurch wäre zumindest ein fünktien hoffnung da…


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    30.04.2010 um 13:59
    16

    @Almir: Die Unterstellung mit dem DDR-Mief finde ich sehr gewagt, nwb hat alles dazu gesagt. Und ja, im Moment ist es so, dass der Name ein Faustpfand der BSG ist. Und das ist durchaus legitim. Ich denke, es ist nicht zu weit hergeholt, zu behaupten, dass die positive Entwicklung, die sich beim FC Sachsen im Moment abzeichnet, maßgeblich durch die Ereignisse um die BSG Chemie seit Frühjahr 2008 bestimmt ist.


  1. Gravatar of Almir
    Kommentar von
    Almir
    30.04.2010 um 19:11
    17

    @nwb&Bastian
    Das mit dem „DDR-Mief“ war nicht auf irgendwelche Begebenheiten im Fußball gemünzt (siehe BFC, DD etc.) sondern bezog sich nur darauf, daß sich „BSG Chemie Leipzig“ (als OFFIZIELLER Name), für mich persönlich, nach DDR, nach alten Zeiten anhört, und da ich die DDR eher negativ bewerte, bezeichnete ich das als „DDR-Mief“.
    Daß die positive Entwicklung auch auf die BallSG zurückzuführen ist bestreite ich nicht, ich schrieb schon, daß ich den Schritt damals nachvollziehbar fand.
    Wie dem auch sei, jeder kann ja den Namen besser finden den er möchte, wichtig ist für mich, daß hinter welchem Namen auch immer der „chemische Geist“ steckt. Insofern finde ich eben, als Hauptforderung eine Umbenennung zu stellen, nicht wirklich förderlich.


  1. Gravatar of Sündenbock
    Kommentar von
    Sündenbock
    30.04.2010 um 20:04
    18

    @Almir: Deiner Logik zufolge müsstest du also Namen wie Borussia/Preußen + [Einen der vielen Städtenamen einsetzen] etc. ebenfalls ablehnen?


  1. Gravatar of borusse
    Kommentar von
    borusse
    01.05.2010 um 1:47
    19

    sorry, aber auch wenn das jetzt manch einer
    nicht hören will, aber bei uns im ruhrpott
    hat der name fc sachsen keinerlei bedeutung.

    chemie leipzig ist dagegen schon ein begriff.

    immerhin wurde der verein zwei mal ddr meister
    entgegen der planung der ddr sport funktionäre
    so etwas bleibt auch bei uns im gedächtniss.

    fcs = wende opfer = absteiger = insolvenz = leeres stadion = loser verein = null ultras = null bedeutung = who cares…etc….

    wollt ihr da unten raus?

    die einzige chance ist euch zu vereinigen
    und unter dem namen BSG CHEMIE LEIPZIG
    einen neuen (letzten?) versuch zu starten.

    bei allem respekt, aber niemand ist noch an einem fc sachsen interessiert…

    BSG
    CHEMIE
    LEIPZIG


  1. Gravatar of obi
    Kommentar von
    obi
    01.05.2010 um 12:20
    20

    Wie skandierten Wir früher? Wer nicht hält auf Chemie dem gehts so wie Kennedy,Kennedy das wisst Ihr ja ist schon lange nicht mehr da! Sorge sollte einem bereiten das dieselben Mitglieder die 20 jahre Misswirtschaft mit zu verantworten haben, über die zukunft von grün weiss entscheiden sollen. Sorglose Grüsse


  1. Gravatar of Matze
    Kommentar von
    Matze
    10.05.2010 um 9:06
    21

    Nur mal so als Einwurf, oder vielmehr als Frage: Wie verhält es sich mit den Verbindlichkeiten gegenüber Kölmel? Sind bei einer Umbenennung in BSG Chemie alle Verträge (TV-Gelder, Merchandise etc.) nichtig?


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    25.05.2010 um 15:54
    22

    Es zerreißt einen bald, wenn man das alles so liest und mitbekommt !
    Das mit der „Strahlkraft“ halte ich für absolut übertrieben (verbal). Genauso wie ich den „DDR-Mief“ und die Angst vor neuen Schnellbooten für übertrieben (aber durchaus berechtigt im Sinne von Argumenten) halte.
    Es geht einzig und allein (siehe mal @Borusse) um eine Plattform, mit der sich mehr Menschen identifizieren können und die stark genug ist, diejenigen in die Schranken zu weisen, denen der Verein nur Mittel zum selbstherrlichen Zweck ist.
    Für mich ist Chemie weit mehr als nur das sinnlose Verspielen von Möglichkeiten wie in den vergangenen 20 Jahren oder das ewige Underdog-Image der Verfolgten und Gequälten. Für mich ist Chemie der Fußballkult schlechthin, denn wenn man früher Sonntags in Thale aufschlug mit 2000 Gleichgesinnten, dann hatte das was von einer lustvollen und mit viel Spaß verbundenen Demonstration eines Lebensgefühls. Mir/Uns war immer egal, wo die anderen gerade in welchem Europacup rumstechen und ob ein Müller gegen irgendwelche Franzosen Elmeter versenkt. Es ging um „meinen“ Verein und nix anderes !
    Wenn eine BSG Chemie etwas ist (auch vom Anspruch her), über das es Sinn macht nachzudenken, dann etwas Offenes, Sauberes und Lebendiges, was aus dem Stadtteil kommt, in und mit diesem lebt und von da aus Zeichen zu setzen in der Lage ist. Das geht nur mit Qualität und nur mit Leuten, die sich mit einer Philosophie identifizieren. Welche hat ein FCS zu bieten, als dass man sich darüber noch definieren könnte ?
    Ja, @Almir, das hat auch mit den Kölmels, Lonzens und Roccas dieser Welt zu tun ! Die haben das Ansehen und die Marke des FCS nicht mehr reparierbar besudelt ! Die BSG dagegen ist etwas, was -neben einem Mythos- noch andere Identifikationsmöglichkeiten bietet und -neben einem sportlichen Anspruch auf der Basis personeller und finanzieller Machbarkeit- Großes leisten kann.

    Ich war Pfingsten in einer allen Chemikern meiner Generation nur allzu bekannten Gartenkneipe im Auewald. Da saßen, im Schatten einer Kastanie, ältere und jüngere Stammtischler beim Bier und philosophierten lautstark über den „Leipziger“ Fußball. Was von dem lauten und intensiven Gespräch haften geblieben ist:
    „RB wird bald Bundesliga sein. Da gehe ich mal hin, wenn Schalke kommt und die zerlegt.“
    „Bei Lok geht auch bald wieder das Licht aus, denn die haben sich ganz schön übernommen.“
    „Wenn Chemie wieder Chemie ist, gehe ich wieder nach Leutzsch.“
    Lasst diese Quintessenz einfach mal sacken und überlegt, warum ein Zeichen ein Zeichen sein muss und keine von an ihren Pöstchen klammernden Möchtegerns dirigierte halbseidene Lösung.


  1. Gravatar of Eitelkeit und Größenwahn verhindern Einigung in der Leutzscher Frage | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    23

    [...] spätestens jetzt zu den Akten gelegt werden sollten. Der Leutzscher Fußball braucht ein neues, alternatives Leitbild, um weiterhin attraktiv für den Sponsoren- und Zuschauermarkt zu [...]




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