Vom Fall einer Leutzscher Legende

Bernd Bauchspieß war ein ganz Großer. Zwischen 1959 und 1973 erzielte der ehemalige Stürmer für die BSG Chemie Zeitz, Dynamo Berlin und die BSG Chemie Leipzig in 264 Einsätzen in der DDR-Oberliga 120 Tore. Der „Spießer“, dem aus politischen Gründen eine Karriere in den Leistungszentren und der Nationalmannschaft der DDR versagt wurde, war maßgeblich beteiligt am sensationellen Gewinn der Meisterschaft der BSG Chemie 1964 und am FDGB-Pokalsieg zwei Jahre später. Bauchspieß ist eine Leutzscher Legende – und arbeitet an seiner eigenen Demontage.

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Die unendliche Provinzposse vom Fanprojekt-Trägerwechsel
Freitag, 17. Juni 2011, 17:31 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 18. Juni 2011, 19:20 Uhr
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Ja, nein, vielleicht – Das Fanprojekt Leipzig sucht seit zwei Jahren einen neuen Träger. Geändert hat sich noch nichts, die Akteure verlieren sich in politischen Ränkespielen. Nun bezeichnet Outlaw den Trägerwechsel zur neuen Saison zumindest vorerst als gescheitert. Von einer Provinzposse

Leipzig ist eine Großstadt mit über einen halben Million Einwohnern. Leipzig ist eine Stadt der Fußballtradition und -kultur. Leipzig befriedigt auf vergleichsweise kleinem Raum verschiedenste Fanvorlieben, wobei die Vielfalt von Roter Stern bis hin zu RasenBallsport große Herausforderungen mit sich bringt. Und Leipzig ist immer wieder gut für Politpossen, wie sie die Provinz nicht besser liefern könnte. Am 1. Juli hätte mit der offiziellen Übergabe des Leipziger Fanprojekts an den neuen Träger Outlaw gGmbH ein zweijähriger Prozess von ideologischen Grabenkämpfen und personellen Querelen abgeschlossen werden sollen. Doch nun, gerade einmal zwei Wochen vor der geplanten Übergabe, zog Outlaw unter Vorbehalt zurück. Was ist passiert?

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Jamal Engel, die SG Leipzig-Leutzsch und „die Ultras“
Dienstag, 31. Mai 2011, 18:25 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 31. Mai 2011, 18:24 Uhr
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Die neu ins Leben gerufene SG Leipzig-Leutzsch gibt nur wenig über sich preis. Gründungsmitglied Jamal Engel spricht lieber über andere. So etwas wie „Ultras“ soll es in seinem Verein nicht geben.

Showdown im Leutzscher Erbfolgestreit: Die BSG Chemie wird zukünftig mit Landesligist Blau-Weiß Leipzig kooperieren und das Spielrecht der ersten Mannschaft übernehmen. Die SG Leipzig-Leutzsch, die voraussichtlich die Nachwuchsmannschaften des FC Sachsen aufnimmt, sieht sich gut aufgestellt und will nun sogar die Oberliga im Alfred-Kunze-Sportpark stemmen. Am Freitag kam die Nachricht aus dem Hause Red Bull, doch kein Interesse am Fünftliga-Spielrecht des FC Sachsen zu haben. Damit stellte sich zugleich die Frage, wer davon profitieren könnte. Jetzt ist klar: Jamal Engel & Co. wollen einspringen. In welcher Spielstätte und Liga die beiden Vereine anteten, ist noch offen. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Verbänden und der Stadt Leipzig, die den Alfred-Kunze-Sportpark verpachtet (die Leipziger Volkszeitung berichtet). Unterdessen rätselt nicht nur Fußball-Leipzig, warum die SG Leipzig-Leutzsch überhaupt ins Leben gerufen wurde. Die Maske fällt zusehends – zuletzt sorgte Engel auf Facebook mit einer vielsagenden Äußerung für Irritationen im grün-weißen Lager:

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SG Leipzig-Leutzsch als große Unbekannte
Freitag, 27. Mai 2011, 11:34 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 27. Mai 2011, 13:27 Uhr
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Nach Prüfung der Konzepte bevorzugt Insolvenzverwalter Heiko Kratz die neugegründete SG Leipzig-Leutzsch als Nachfolgerin des FC Sachsen Leipzig. Was steckt hinter dem Verein, der die BSG Chemie Leipzig auszustechen scheint?

„Die BSG Chemie geht leer aus“, lautet die Schlagzeile von Eberhard Schmiedel in der Leipziger Volkszeitung. Insolvenzverwalter Heiko Kratz wolle die Nachwuchsabteilung des FC Sachsen Leipzig auf die neugegründete SG Leipzig-Leutzsch übertragen. Weitere Informationen? Fehlanzeige. Die Bild wird konkreter: „Ich bevorzuge das Modell der SG“, zitiert das Boulevardblatt Kratz. „Insolvenzrechtlich ist die SG die entspanntere, kostengünstigere Variante.“ Für spruchreife Entscheidungen würden Landessportbund und Stadtverband sorgen – ein nicht ungewichtiges Wort wird auch die Stadt als Verpächterin des Alfred-Kunze-Sportpark sprechen, worauf Uwe Köster irgendwo zwischen Erstaunen und zynischer Distanz in der gestrigen Ausgabe der LVZ hingewiesen hatte.

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Auferstanden aus Ruinen
Dienstag, 24. Mai 2011, 18:36 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 25. Mai 2011, 18:24 Uhr
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Reise in die Vor-Vergangenheit: Bernd Bauchspieß und Jamal Engel schicken die SG Leipzig-Leutzsch als Konkurrentin zur BSG Chemie um die legitime Nachfolge des FC Sachsen ins Rennen. Von einer absurden Intrige

„Uns geht es aber nicht um eine weitere Spaltung der Fanszene“, hat Jamal Engel allen Ernstes einem Reporter der Bild in den Notizblock diktiert. Engel, ein Mann mit Name im Leutzscher Fußball, ist einer der führenden Köpfe hinter der SG Leipzig-Leutzsch. Der Verein soll laut Leipziger Volkszeitung bereits am Samstag gegründet worden sein und als Auffangbecken für die Reste des FC Sachsen Leipzig dienen. Seit ihrer Neugründung 1997 war diese Funktion eigentlich der BSG Chemie Leipzig zugedacht. So hieß es im alten Leitbild: … weiterlesen





Der finale Offenbarungseid
Montag, 23. Mai 2011, 18:29 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 24. März 2016, 10:02 Uhr
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Letzter Akt, letzter Auftritt: Der FC Sachsen ist auf Abschiedstournee. Gestern war der Alfred-Kunze-Sportpark dran. Geboten wurde allerlei Spektakel.

Ein Abschied mit Würde sieht anders aus. Im Minutentakt erreichten den Willi-Kühn-Sportpark gestern Nachmittag (die BSG Chemie gewann 6:2 gegen LSV Südwest II, steht vor dem dritten Aufstieg in Folge) neue Negativnachrichten aus Leutzsch. Offiziell 2500 Zuschauer hatten den Weg in den Alfred-Kunze-Sportpark zum letzten Heimspiel des FC Sachsen Leipzig gegen Budissa Bautzen gefunden – darunter auch viele, die später bei der BSG Chemie aufschlugen. Die zunächst irritierenden Gerüchte von fragwürdigem Liedgut über wiederholte Spielunterbrechungen und Böllerwürfe bis hin zu handgreiflichen Auseinandersetzungen in der Geschäftsstelle und im VIP-Zelt wurden später bestätigt.

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FC Sachsen Leipzig schreibt zum letzten Mal Geschichte
Mittwoch, 18. Mai 2011, 23:15 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 19. Mai 2011, 23:38 Uhr
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Schluss, aus und vorbei: Das Kapitel FC Sachsen Leipzig ist beendet. Der Leutzscher Traditionsverein soll abgewickelt und aus dem Vereinsregister gestrichen werden. Eine Bestandsaufnahme

Der 18. Mai 2011 ist ein historischer Tag. Er steht für das endgültige Aus des FC Sachsen. Insolvenzverwalter Heiko Kratz verkündete heute auf einer Pressekonferenz, dass der Spielbetrieb zum 30. Juni eingestellt wird. „Der Verein wird im Rahmen des Insolvenzverfahrens abgewickelt“, so Kratz. Aus Kostengründen könne der Spielbetrieb in der nächsten Saison nicht sichergestellt werden. Nach der Abwicklung soll der FC Sachsen aus dem Vereinsregister gelöscht werden. Damit würde der Rechtsnachfolger der Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig, die zu DDR-Zeiten zwei Mal Meister wurde und einmal den Pokal holte, endgültig von der Bildfläche verschwinden.

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Leipzig vor der nächsten Fußball-Revolution
Dienstag, 17. Mai 2011, 23:39 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:02 Uhr
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Adé, FC Sachsen Leipzig – dem Verein, der in der Insolvenz dahinsiecht, soll endgültig das Licht ausgeknipst werden. Fakten, Fragen und keine Antworten

2008, 2009 und jetzt 2011? Der Leipziger Fußball steht vor einer weiteren Fußball-Revolution. Das legt zumindest die Leipziger Volkszeitung nahe, die von einer „sensationelle[n] Entwicklung“ schreibt und sich auf „exklusiv[e] Informationen“ beruft. Demnach soll Insolvenzverwalter Heiko Kratz den Laden FC Sachsen Leipzig endgültig zuschließen und den Schlüssel ins Elsterwehr werfen. Nach der Wiederbelebung der BSG Chemie 2008 und der Installation von RasenBallsport Leipzig 2009 würde sich damit ein Leipziger Fußball-Kreis schließen.

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Carsten Hänsel hier, Peter Pacult da
Dienstag, 3. Mai 2011, 20:40 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:00 Uhr
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Neutrainer-Tage in Fußball-Leipzig: Mit Carsten Hänsel und Peter Pacult treffen ab der nächsten Saison zwei verschiedene Welten auf Leipzigs Trainerbänken aufeinander.

Im Gegensatz zu Achim Steffens oder Dirk Heyne muss man seinen Namen erst einmal googeln: Mit Carsten Hänsel (28) soll Heyne beim FC Sachsen Leipzig ein Vertreter jenes Typs Trainer nachfolgen, der stark im Trend liegt. Jung, dynamisch, kommunikativ, umfassende Erfahrungen in der Arbeit im Nachwuchsbereich – Hänsels Bewerbungsunterlagen decken sich mit jenen eines Jürgen Klopp, Thomas Tuchel oder Michael Oenning. Der moderne Trainer scheint sich nicht mehr über eine meritorische Spielerkarriere und eine entsprechend gefüllte Pokalvitrine legitimieren zu müssen. Für eine erfolgreiche Trainertätigkeit sind Respekt und Autorität zwar nach wie vor notwendige, längst aber keine hinreichenden Bausteine mehr. Es bedarf zunehmend der Ergänzung durch soziale Kompetenz, Offenheit und psychologische Expertise.

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Fans und Bild entlassen Heyne
Freitag, 22. April 2011, 12:54 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 22. April 2011, 12:58 Uhr
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Der Vorstand des FC Sachsen hat Trainer Dirk Heyne beurlaubt. Dabei erhörte er die Wünsche der Fans – und der Bild.

„Heyne raus!“ – Kaum mehr als 800 Fans verlieren sich noch zu den Heimspielen des FC Sachsen. In den Alfred-Kunze-Sportpark kommen lediglich diejenigen, so scheint es, die ihren Fußball-Fachverstand irgendwo zwischen der letzten Mitgliederversammlung und dem ersten Bier des Tages verloren haben. (Es ist beachtlich, dass die BSG Chemie fünf Spielklassen tiefer ebenso viele Fans mobilisieren kann. So kamen zum Spitzenspiel der 1. Kreisklasse gegen Kickers 94 Markkleeberg II 850 Zuschauer in den Camillo-Ugi-Sportpark.) Sportliche Expertise darf den Anhängern des FC Sachsen nicht unterstellt werden. Gegen Germania Halberstadt forderten sie erstmals lautstark den Trainerwechsel. Jetzt, vier Wochen später, wurden sie erhört.

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