Fans und Bild entlassen Heyne
Freitag, 22. April 2011, 12:54 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 22. April 2011, 12:58 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Medienschau, Vereinspolitik

Der Vorstand des FC Sachsen hat Trainer Dirk Heyne beurlaubt. Dabei erhörte er die Wünsche der Fans – und der Bild.

„Heyne raus!“ – Kaum mehr als 800 Fans verlieren sich noch zu den Heimspielen des FC Sachsen. In den Alfred-Kunze-Sportpark kommen lediglich diejenigen, so scheint es, die ihren Fußball-Fachverstand irgendwo zwischen der letzten Mitgliederversammlung und dem ersten Bier des Tages verloren haben. (Es ist beachtlich, dass die BSG Chemie fünf Spielklassen tiefer ebenso viele Fans mobilisieren kann. So kamen zum Spitzenspiel der 1. Kreisklasse gegen Kickers 94 Markkleeberg II 850 Zuschauer in den Camillo-Ugi-Sportpark.) Sportliche Expertise darf den Anhängern des FC Sachsen nicht unterstellt werden. Gegen Germania Halberstadt forderten sie erstmals lautstark den Trainerwechsel. Jetzt, vier Wochen später, wurden sie erhört.

Pleitenserie seit November

Die nackten Zahlen sprechen gegen Dirk Heyne. Die Oberliga-Mannschaft ist seit November ohne Sieg. In den letzten 14 Spielen (inklusive Pokal) setzte es acht Niederlagen. Lediglich sechs Oberliga-Punkte und elf Tore in den letzten fünf Monaten ließen den FC Sachsen auf Platz zwölf abstürzen – nur drei Zähler vor den Abstiegsrängen. Ironie des Schicksals: Noch im November feierte der inzwischen zurückgetretene Vorstandsboss Lars Ziegenhorn („Wenn wir zur Rückrunde noch ganz oben dran sind, dann müssen wir neu nachdenken“) die Leutzscher als möglichen Aufstiegskandidat.

Bild-Kampagne gegen Heyne

Dass sich Ziegenhorn & Co. dabei kräftig verrechnet haben, muss nun Dirk Heyne ausbaden. Der Druck der Fans schien zu groß. Hinzu kam die Warnung von Insolvenzverwalter Heiko Kratz, dass der Absturz in die Landesliga für den Verein das finanzielle Aus bedeuten könnte. Angesichts dieser existenzbedrohenden Situation schlug die Bild – in ihrem Selbstverständnis als Sprachrohr des gemeinen Fans – Alarm. Bereits am 28. März schrieb das Blatt einen „Fan-Aufstand gegen Heyne“ herbei. Nach dem kuriosen 4:4 gegen die Zweite des 1. FC Magdeburg am vergangenen Wochenende war für die Bild das Maß endgültig voll. „Schon 12 Spiele ohne Sieg: FC Sachsen nur 4:4“, so die Schlagzeile, gefolgt von dem Vorwurf: „Aber Heyne darf weiter wursteln.“

Wie soll das beim FC Sachsen nur weitergehen?

[...] Die Tage von Trainer Dirk Heyne (53) scheinen gezählt. Nur sagen will ihm das anscheinend immer noch keiner. [...]

Die Sachsen-Feiglinge!

Noch in der Woche hatten die Klub-Bosse die Partie zum Schicksalsspiel für Heyne erklärt. Doch vor einer klaren Aussage nach Abpfiff drückte sich Chef Dirk Seemann: „Es bleibt alles, wie es ist. Eine Entscheidung wird es vorerst nicht geben.“ […]

Die Bosse feige!

Und die Mannschaft ist nach wie vor schwer verunsichert. Gegen Kellerkind Magdeburg II kassierten die Leutzscher vier Gegentore, holten nach den Treffern von Lee Gandaa (1.), und Heinze (31., 80.) nur mit viel Glück mit dem Abpfiff einen Punkt (Scholze/90.+2).

Sieht so aus, dass ein neuer Reiz bitternötig ist, das System Heyne (seit 2008 dabei) hat sich abgenutzt. […]

Verschenkt der Klub durch die Kopf-in-den-Sand-Taktik jetzt auch noch die Oberliga?

Als der Vorstand am vergangenen Montag nicht auf die Forderungen reagierte, legte die Bild („Keiner traut sich, Trainer Heyne zu feuern… Schweigen sich die Bosse zum Abstieg?“) am Dienstag nach:

Hat Trainer Dirk Heyne (53) noch eine Zukunft beim FC Sachsen?

Für zwei Drittel der Bild.​de-User ist die Antwort klar: Sein Rauswurf ist längst überfällig! Nur im Vorstand des FC Sachsen ist diese Botschaft noch nicht angekommen.

Denn auch nach dem 4:4 gegen Schlusslicht Magdeburg II muss sich Heyne vorerst keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen. Das angekündigte Ultimatum („ein Punkt ist zu wenig“) entpuppte sich als Luftnummer.

Keiner traut sich, den Trainer zu feuern!

Weiß: Wichtiges Spiel in Leutzscher Fußballgeschichte

Nun, nach dem 2:2 am Mittwoch beim VfL Halle hat sich der Sachsen-Vorstand doch getraut. Ostermontag steht in der Red Bull Arena das Derby gegen den 1. FC Lok an. Erfolgte die Beurlaubung Dirk Heynes aus panischem Aktionismus? Vorstandsmitglied Matthias Weiß teilte gestern via Klubhomepage mit:

Wir sind Dirk Heyne für seine Aufbauarbeit unter schwierigsten Bedingungen vor und während des laufenden Insolvenzverfahrens zu hohem Dank verpflichtet. Aber auf Grund der sportlichen Resultate haben wir uns entschlossen, vor einem der wichtigsten Spiele in der 111-jährigen Leutzscher Fußballgeschichte, einen neuen Reizpunkt zu setzen.

Konzepttrainer Heyne

Es wird nicht eines der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte sein, womöglich aber eines der letzten. Die Leutzscher Abwärtsspirale dreht sich weiter. Mit Dirk Heyne geht einer der letzten Sympathieträger. Der 53-Jährige war 2008 zum Verein gekommen. Nach dem Absturz in die Oberliga setzte der Trainer auf ein junges Team – Geld war keines da. Dafür aber ein Konzept: Heyne ließ modernen Fußball im Sinne von Jürgen Klopp, Ralf Rangnick & Co. spielen, setzte auf Laufbereitschaft, Kurzpassspiel, Ballbesitz. Gegenüber Heyne wirkte der im letzten Frühjahr als Trainer des 1. FC Lok vorgestellte Achim Steffens wie ein Anachronismus.

Enigk: Begeisternder Fußball

Das 4:4 gegen Magdeburg bewertete Steffen Enigk für die Leipziger Volkszeitung folgerichtig gänzlich anders als die Bild:

Unansehnlicher Abstiegskampf? Von wegen. Beim 4:4 (2:2) des FC Sachsen gegen Magdeburg II wurde den 852 Zuschauern begeisternder Fußball geboten. Enttäuschend war aus Leutzscher Sicht nur das Ergebnis. Die Gastgeber erzielten aus 21 (!) Großchancen ebenso vier Tore wie der effektive Oberliga-Letzte aus vier blitzsauberen Kontern, zeigten aber trotzdem eine sehr gute Leistung. Deshalb bleibt FCS-Trainer Dirk Heyne im Amt.

Das Vertrauen in Heyne hielt Enigk für gerechtfertigt:

Was könnte der [ein neuer Mann, d. Verf.] auch bewirken? Das Team wachrütteln, Nuancen verändern? Beides hat Heyne getan. Er gab Lee Gandaa eine Chance, der Stürmer traf nach 35 Sekunden. Die Mannschaft kämpfte nicht nur leidenschaftlich und verhinderte in der Nachspielzeit die drohende Niederlage, sie zeigte sich auch fußballerisch deutlich verbessert, löste Blockaden, erarbeitete sich fast zwei Dutzend Gelegenheiten. 10:4 hätte die Partie ausgehen müssen, gestand ein Magdeburger Betreuer – und selbst ins Tor tragen kann Heyne die Bälle nun mal nicht.

Heynes Bilanz ist positiv

Eine sportliche Begründung für die Entlassung von Dirk Heyne lässt sich nur schwer finden. Drei Jahre lang hat der Mann, der zuvor den insolvenzgeplagten 1. FC Magdeburg mit einer jungen Truppe zunächst in die Regionalliga (2006) geführt und den Durchmarsch in die 2. Bundesliga (2007) nur knapp verpasst hatte, in Leutzsch hervorragende Arbeit geleistet. Trotz des Absturzes in den Tabellenkeller ist der Abstieg unwahrscheinlich – die Entlassung war überflüssig. Mit Heyne befindet sich nunmehr ein weiterer Name auf der Liste der in Leutzsch verbrannten Trainer: Fehlende soziale Kompetenz und sportliche Konzeptlosigkeit hat der FC Sachsen in jüngster Zeit bereits bei Jürgen Raab, Wolfgang Frank und Hans-Jörg Leitzke bewiesen.




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22 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Bango
    Kommentar von
    Bango
    22.04.2011 um 14:30
    1

    Ganz einfach. Der Untergang des FC Sachsen ist bereits beschlossenen Sache. Anders ist die Entlassung von Heyne nicht zu erklären in meinen Augen. 
    Und ich befürchte gegen Lok ein Desaster auf allen Ebenen. Wenig Zuschauer auf FCS – Seite, 0:3 Klatsche und im Schlimmsten Fallen noch Krawalle. Abstieg.
    Dann ist das Licht aus.


  1. Gravatar of Sündenbock03
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    22.04.2011 um 15:14
    2

    Ich bin inzwischen sehr vorsichtig geworden, was die Zuschauerzahlvergleiche angeht. Momentan sieht’s bei der BSG nämlich leider sehr, sehr mau aus.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
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    22.04.2011 um 17:10
    3

    @Bango: Wäre wünschenswert. Ich bin gespannt auf die Zuschauerzahl im Derby – ich bin immer noch etwas überrascht, dass gegen RB sogar 3,5t kamen.

    @Sündenbock03: Hmm. Bei Chemie habe ich jetzt in den letzten – sagen wir: – zwölf Monaten weder einen Aufwärts-, noch einen Abwärtstrend festgestellt. Ist ja auch schon mal was, oder? Und Markkleeberg ist Markkleeberg ist Markkleeberg. Ein Faktum.


  1. Gravatar of Bango
    Kommentar von
    Bango
    22.04.2011 um 18:25
    4

    Die Zuschauerzahlen bei der BSG Chemie sind weitgehend konstant. Im Winter etwas weniger, in der warmen Jahreszeit mehr und bei Highlights viel viel mehr. Der Knackpunkt ist in meinen Augen die Spielklasse. Sich mit der Kreisklassetippeltappeltour anzufreunden ist gerade für die älteren Semester Chemiker ganz schwer. Ist nicht der ihr Ding wie es scheint. Die sagen sich dann doch lieber (noch) Oberliga beim FC Sachsen oder Viele gehen gar nicht mehr zum Fußball.
    So Viele sind da gar nicht zu RB und selbst die Paar gehen nicht mit Herzblut ins Zentralstadion oder hängen irgendwie an diesem Konstrukt.

    Nochmal. Ich denke das nach dieser Saison beim FC Sachsen die Lichter ausgehen. Handlungsunfähiger Vorstand, ein hinterlistiger Personenkreis im Hintergrund und eine chaotische sportliche Leitung. Wer will denn da beim FCS Trainer machen? Wer will sich das unter diesen Vorraussetzungen antun? Welche Sponsoren wollen für diesen trostlosen Verein noch einen Euro geben, von denen eh 50 Cent in den Stadionunterhalt gehen?
    Der FCS und sein Rattenschwanz haben in Scharen die Leute vergrault und über Jahre hinweg die eigene Tradition mit Füßen getreten. Wenn man in diesem FCS Forum liest bekommt man entweder Lachkrämpfe oder Würgereiz. Da heben einige immer noch nicht geschnitten was die Stunde geschlagen hat. Wahrscheinlich wachen die erst auf wenn der Laster kommt und die Meistermannschaft in Stein abtransportiert. Weil RB nächstes Jahr dort für seine Jugendmannschaften renoviert.
    Beim FCS sollten sie sich schämen noch das Wort „Chemie“ in den Mund zu nehmen nach der Schei*e welche dort ein gewisser Personenkreis, gewollt oder nicht, fabriziert hat. Nun ist es eh fast zu spät. Da kann man um die Gunst der Chemiker betteln wie man will. Der eine Teil geht auf den 99er, der andere Teil hockt daheim und heult ins Kissen. Hauptsache in der Sachsenstube gibts noch lecker Hasseröder bis zum letzten Tropfen, die Schnittchen sind geschmiert und Salech baut mit 5 Fußkranken im ZS zum letzten Mal die Bandenwerbung auf. Ich kriege da echt nen Klapps wenn man darüber mal nachdenkt.
    Aber die BSG Chemie und deren Anhang ist ja angeblich an Allem Schuld. Merken die überhaupt noch irgendwas? Ich glaube nicht…


  1. Gravatar of Bazzille
    Kommentar von
    Bazzille
    24.04.2011 um 18:46
    5

    passend hierzu
     
    http://nachrichten.lvz-online......85178.html
     
    PS: nen kumpel von mir hat mich eingeladen zum derby zahlt auch die karte, hab aber mangels interesse trotzdem abgesagt, weil was soll dort?
     
    schönen ostersonntag


  1. Gravatar of Bazzille
    Kommentar von
    Bazzille
    24.04.2011 um 18:48
    6

    *ich


  1. Gravatar of Alex
    Kommentar von
    Alex
    25.04.2011 um 10:17
    7

    Ich sehe es so wie Matthias Weiß: Es ist das wichtigste Spiel in der Leutzscher Fußballgeschichte. Naja, ich sehe es mit negativen Vorzeichen und hoffe, dass heute das Kapitel FC Sachsen ein Stückchen weiter abgeschlossen wird.
    Ich werde, auch wenn das Herz blutet, heute nicht in der Kurve stehen. Denn der FCS scheint ja auf Fans mit Herzblut – die gerne die RB-Nachwuchs-Zahlungen kompensiert hätten – verzichten zu wollen. Auch lasse ich mich ganz sicher nicht von Lokisten als RB-Sympathisant verhöhnen.
    Ich hoffe, dass heute durch viel zu geringe Zuschauereinnahmen und eine Niederlage gegen Lok der Weg in die vollendete Insolvenz, Bezirksliga und vielleicht doch noch eine Vernunft-Ehe mit der BSG Chemie unter dem Namen BSG Chemie Leipzig geebnet wird. Denn manche brauchen es offenbar mit dem ganz großen Holzhammer.
    P.S. @Bango Die BSG Chemie und deren Anhang hat sicherlich keine Schuld an der aktuellen Entwicklung des FCS, befördert hat die Spaltung dieses aktuelle Elend aber in jedem Fall.


  1. Gravatar of Almir
    Kommentar von
    Almir
    26.04.2011 um 16:02
    8

    So, war gestern im Stadion obwohl ich mir vor zwei Monaten geschworen hatte nix mehr von allem wissen zu wollen, was ab heute auch wieder so ist. Merkwürdigerweise auch ganz gut besucht.
    Schade die Sache mit Heyne, hätte ihn auch lieber behalten, aber wenn hier von Mangel an sportlicher Expertise bei den Heyne-Raus-Rufern geschrieben wird (dem wohl so ist) sollte man auch erwähnen, dass die Mannschaft in dieser Saison (und zwar seit Beginn) einen beträchtlichen sportlichen Rückschritt gemacht hat und von dem schönen Kurzpassspiel der letzten Saison nichts mehr vorhanden ist. Hinzu kommt ein schwacher Sturm und eine mittlerweile noch schwächere Abwehr. Summiert mit 13 sieglosen Spielen in Folge trotz personell gutem Team ist die Entscheidung wohl nachvollziehbar.
    So, jetzt will ich wieder von allem nichts mehr wissen. Und das Geächze mancher BSG-Anhänger (und dazu gehört sowas wie der sinnlose Vergleich mit den 800 Zuschauern bei den Kickers) hat ähnlich dazu beigetragen wie die Sülze einiger Gestörter vom FCS. Aber es ist ja bekannt, dass alles was nicht schwarz ist, weiß sein muss, und umgekehrt.


  1. Gravatar of nwb
    Kommentar von
    nwb
    26.04.2011 um 17:32
    9

    In Markkleeberg kam einiges sehr positiv zusammen:
    -absolutes Spitzenspiel
    -bestes Fußball Wetter
    -vorfreude auf ein „richtiges“ Stadion
    -kurzfr. Absage von RSL-Schildau nebenan
    -fette Mobi, halb Connewitz war zugeklebt/sprayt
    Man sollte nie vergessen, dass der FCS in der Krise, mit seinen 800 Zuschauern, immernoch doppelt bis dreimal so viel zieht, wie die BSG als Spitzenreiter der 1.KK. bei normalen Spielen.
    Was würde wohl passieren, wenn der FCS nächste Spielzeit zur Überraschung aller um die Qualiplätze mitspielt und die BSG nicht durch die Stadtliga marschiert?
    Im AKS wären ganz schnell wieder 2000 Leute. Im 99er 200 ?
    Aber lassen wir uns überraschen.
    Ich wünsch der BSG den Durchmarsch in die Bezirksliga für die nächsten zwei Jahre.
     


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    27.04.2011 um 12:29
    10

    @Almir: Zugegeben, mein letzter FCS-Stadionbesuch war im letzten Sommer. Aber das hat auch seine guten Gründe. – Warum wehrst du dich gegen diesen „Vergleich“? Sicherlich kommen nicht zu jedem Spiel der BSG 800 – das ist nicht der Punkt und das hat auch keiner gesagt. Aber das Potenzial ist da. Beim FCS ja offensichtlich auch noch, wenn 8000 zum Derby kommen. Wie waren die verteilt?


  1. Gravatar of Almir
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    Almir
    27.04.2011 um 14:15
    11

    @chemieblogger
    Ich finde es hervorragend das auf BSG-Seite das Potenzial da ist, aber der Vergleich ist nichtssagend und soll (jedenfalls lese ich es so aus dem äußerst polemischen ersten Absatz) mir verdeutlichen, dass von der Fanquantität her beide Vereine mittlerweile auf Augenhöhe sind. Möglicherweise bin ich durch die letzten Jahre auch übersensibilisiert, aber dieses: Wir haben alles richtig gemacht und Ihr seid die „Bösen“/Dummen weil dageblieben, nervt einfach (und genau das lese ich hier raus).
    Egal, würde beim Derby mal von mindestens 3000 Chemikern sprechen wollen, weil viele Lokis waren nicht da (jedenfalls nicht mehr als 5500). Auch viele Gesichter von denen man nicht gedacht hätte dass sie sich das auch noch antun.
    Auch wenns wehtut: Dazu im linken unteren (Metastasen)Drittel locker ne Gruppe von 30 Nazis, von denen nur einige AKS-Gänger sind. Erkennbar an eindeutigen T-Shirts („Autonome Nationalisten“ etc.). Hatten aber anscheinend die Order keine Scheisse zu singen. Einzig Tröstliches war, dass sie einigermaßen isoliert in der Fanszene zu sein scheinen.


  1. Gravatar of J.M.
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    J.M.
    27.04.2011 um 15:25
    12

    Diese ewigen Zuschauervergleiche sind a.) etwas primitiv und b.) hinkend wie lahme Enten! Klar, dass der FCS im Durchschnitt mehr zieht (Spielklasse+Unverständnis vieler für den Schritt der BSG+aktive Sabotage aller Chancen zum Zusammengehen durch einige Postenschieber). Klar ist aber für mich auch, dass selbst der „Derby“-Sieg den FCS nicht retten wird. Meine Prognose: Die 2. steigt ab und nach dem Sommer wird man feststellen, dass auch dann die Kohle nicht reicht, um das Etatloch dieser, der vorigen und der kommenden Saison zu decken. Kratz wird zusperren und wenn er es nicht im Sommer macht, dann halt zum Jahresende. Mal sehen, was dann wird. Auch hier meine Prognose: RB wird mit der Stadt schon einen Deal schieben, damit der AKS, nach dem Nachwuchs, auch noch in ihre Hände fällt. Aber auch hierzu gibt`s noch `ne Prognose: Das werden spannende und heiße Wochen, wenn es so kommt. Eventuell kommt ja dann auch Stelzers „Retterverein“ zum Zuge. Es gibt halt immer noch welche, die auf Teufel komm raus die BSG und einen gemeinsamen Verein verhindern wollen. Hoffentlich werden diese ganzen Spinner nicht eines Tages wach und Jung hat dem Matteschitz auch noch unser Wohnzimmer ins Körbchen gelegt. Das allees kann man den bösen Spaltern der BSGay nun nicht wirklich anteeren. Aber die, die sich eigentlich mal ein paar Fragen stellen sollten, suhlen sich lieber in der Euphorie von „Derby“-Siegen, blenden die Leute weiter und am Ende macht der Letzte Ehrenamtliche auch noch das Licht aus für solche Penner!

    P.S.: Obwohl mich der „Derby“-Sieg in Bezug auf das Ergebnis gefreut hat, wird diese Freude durch die Vorgeschichte getrübt. Deshalb bleibt für mich das Derby ein „Derby“ und der Sieg eigentlich ein „Sieg“.


  1. Gravatar of Bango
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    Bango
    27.04.2011 um 16:01
    13

    Zitat @Almir
    Auch wenns wehtut: Dazu im linken unteren (Metastasen)Drittel locker ne Gruppe von 30 Nazis, von denen nur einige AKS-Gänger sind. Erkennbar an eindeutigen T-Shirts („Autonome Nationalisten“ etc.). Hatten aber anscheinend die Order keine Scheisse zu singen. Einzig Tröstliches war, dass sie einigermaßen isoliert in der Fanszene zu sein scheinen.

    Frag mal den Lukaer oder rechtspolitisch besser bekannt ABG aus dem FCS – Forum. Der kennt sich mit diesen „Kräften“ aus.
    Diese Leute kommen explizit um eine Annäherung zwischen FCS und BSG schon im Keime zu ersticken. Motto: „Ekel als Abschreckung.“ Da reicht deren bloße Anwesenheit. Um den FCS gehts bei Denen nicht wirklich. Und eine irgendwie geeinigte Chemiefanszene ist auch nicht in deren Interesse. Dann wäre nämlich Schluß mit dem braunen Spuk.
    Das hat alles System.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    27.04.2011 um 16:52
    14

    @Jan: Spannende Prognosen. Es werden in der Tat heiße Wochen.

    @Almir: Naja, diesen Zuschauer-“Vergleich“ habe ich bewusst in Klammern geschrieben. Das sollte nicht mehr als eine Fußnote sein. Und ja, all diejenigen, die den Rauswurf von Heyne gefordert haben, kann ich nicht verstehen. Ebenso wenig wie diejenigen, und jetzt wird es ganz persönlich, die nach den Vorfällen der letzten Monate immer noch dem FC Sachsen die Treue halten. Ganz ehrlich: Ich habe mich nicht über diesen Derbysieg gefreut – und da gehe ich deutlich weiter als Jan oder das ein oder andere BSG-Vorstandsmitglied.


  1. Gravatar of Almir
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    Almir
    27.04.2011 um 17:32
    15

    @chemieblogger
    Kommt halt darauf an, was der FCS/Chemie für einen im Grund IST (mal abgesehen vom Namen). Keine Ahnung, wie lange sollte man Fan bleiben bis man den Schlußstrich zieht? Sind Farben, Erinnerungen und die Mannschaft mehr als Vorstand, dumme Fans und Vereinspolitik? Ich kann die Fragen leider derzeit nicht beantworten.
    Ich habe meine Prinzipien und Konsequenzen ziehe ich auch, nen Schlußstrich wahrscheinlich nie. Und verstehen musst du das Ganze auch nicht, dann wäre das ja alles rational, und das war es niemals.


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    28.04.2011 um 11:48
    16

    @Almir/@Bango
    Tja, man kann a.) überall Nazis sehen, wo sie einem gerade mal in den Kram (bzw. die Argumentationskette) passen; b.) sich die Frage stellen, warum ein anderer Leipziger Traditionsverein sich um des Überlebens willen konsequent mit der Ausgrenzung der politischen Extreme profiliert hat (Das sind die, die das „Derby“ verloren haben = ich meine den Verein.); und man kan sich c.) die Frage stellen, wofür Fansozialarbeit eigentlich bezahlt, der zuständige MA in VIP-Räumen beim Belegen der Gäste, statt an der „Front“ gesichtet wird.
    Fragen über Fragen!
    Tatsache ist, dass eine Gruppierung von „30 Nazis“ in der Fankurve des FC Sachsen für mich ins Reich der Fabel gehört und ich das gerade deshalb sage, weil a.) guter Wille durch Übertreibungen manchmal zerstört wird und b.) der Fußball keine Plattfrom für Extremisten sein darf und kann, egal von welcher Seite aus sie sich diesen nutzbar machen wollen.
    Sollten den Feststeller seine Augen und Zählkenntnisse allerdings nicht getäuscht haben, so wäre allein der Fakt Anlass für Nachdenklichkeit; wie gesagt, nicht über den Verein FC Sachsen und alle seine Fans an sich, sondern über die, denen Fanprojekte Aufgabe und Verdienstquelle sind. (Das gilt auch für die BSG Chemie, wenn sich dort linksextreme Tendenzen zeigen sollten, was allerdings seit Monaten schon nicht mehr der Fall ist.)

    Da ist auch der seit Monaten betriebene Wahnwitz rund um die Trägerschaft des Fanprojektes Leipzig übrigens nicht gerade hilfreich.

    Die Pauschaleverurteilung eines Vereins ist der Krebsschaden. Das war mal bei Lok so und Ansätze sind hier auch in richtung FCS vorhanden. Für mich etwas überzogen und ausdrücklich: Vereine dürfen keine Spielwiese für Extremisten werden! Sind sie es, müssen es die verantworten, die das eigentlich durch geduldige Fansozialarbeit zu verhindern haben. Also: Kritik bitte nicht als Feststellung von Fehlentwicklung sondern bitte als glasklare Analyse von Fakten und Hintergründen.
    Danke!

    Übrigens ist und bleibt das meine Meinung, auch wenn ich jetzt von einigen wenigen bestimmt wieder als „Nazifreund“ tituliert werde. Mir egal. Ich bin nur dafür, dass man die sinnlosen Übertreibungen und Pauschalisierungen aus der Diskussion ausklammert und die Dinge auf den Punkt bringt. Immer wieder werde ich bei solchen Diskussionen die Frage nach der Professionalität und Nachhaltigkeit der Fansozialarbeit ins Rennen schicken, weil genau DAS die Kernfrage ist, bevor man Ehrenamtliche in Vereinen angreift.


  1. Gravatar of Bango
    Kommentar von
    Bango
    30.04.2011 um 1:30
    17

    @J.M.

    Ich sehe keinesfalls überall Nazis und ich nutze das auch nicht weil sie mir „in die Argumentationskette passen.“
    „Freie Kräfte“  bezeichnen sich aber nun mal Leute, die unter dem Denkmantel des „strammen aufrichtigen Deutschen“ ihre menschenverachtender Ideologie, mal versteckt mal offen zur Schau tragen um dann im besten Falle neue Personenkreise zu infiltrieren. Zielgruppen sind Hools und in letzter Zeit auch verstärkt ultraorientierte junge Leute.
    „Freie Kräfte“ sind Wölfe im Schaafspelz, sprich Nazis die vorgeben gar keine zu sein. Man wäre ja „nur patriotisch“. Und dann wirds gefährlich wenn sie ihre gebildeten Scharfmacher ins Rennen schicken.Gerade in Fußballfankreisen versuchen diese Herrschaften in letzer Zeit verstärkt Fürsprecher und neue Mitglieder zu gewinnen. Und das in so ziemlich jedem Verein mit relevanter Fanszene. Es wäre fatal dies zu unterschätzen. 
    Bei Lok haben sie schon dementsprechende Leute platziert.
    Der FC Sachsen steht jetzt augenscheinlich auch auf deren Agenda.
    Eine Vereinigung des FC Sachsen mit der BSG Chemie,wissendlich um die antirassistische Einstellung der BSG – Fanbasis, ist folglich nicht im Interesse der Rechten. Und so wird schon mal vorsorglich mittels „Schaulaufen“ beim FCS Präsenz gezaigt.


  1. Gravatar of Jürgen Klopp – Kulttrainer und Sympathieträger
    18

    [...] für Euro-Schutz zu Emotionen: 104* | 2* | 4* In Blogs gefunden: Fans und Bild entlassen Heyne chemiebloggerde Das Blog rund Mit Dirk Heyne geht einer der letzten Sympathieträger Der 53Jährige war 2008 zum Verein [...]


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    30.04.2011 um 22:57
    19

    @Bango
    a.) Durch was wird Deine Feststellung bewiesen / belegt ?
    b.) Politische Hyterie rund um den Fußball gab es (zweckgebunden) schon immer.
    c.) Durch eine andersfarbige Brille ließen sich ähnliche Behauptungen (durch nichts zu belegen) in Richtung der BSG Chemie aufstellen.
    Meine grundsätzliche Erfahrung ist:
    Sage mir gegen wen Du Scharfmacherei betreibst und ich sage Dir, welche eigentlichen Ziele Du verfolgst.
    Ergo: Radikalität (im politischen Sinne) hat im Fußballumfeld nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Der Verein, der sich dem olympischen Gedanken verpflichtet hat (durch seine Mitwirkung in Sportverbänden und deren zweifelsfreie Regularien), hat also Rechte……und Pflichten. Das trifft auch und gerade für seine Mitglieder und Fans zu. Radikale Gesinnungen haben also in und um einen Verein nichts zu suchen.
    Recht gebe ich Dir, dass Extremisten immer wieder Fanszenen benutzen und indoktrinieren/instrumentalisieren. Auch meine Erfahrung und bei weitem nicht „rechts“.
    Ein spannendes Thema, was mich hin und wieder auch mit Bastian in ebenso spannenden Diskurs bringt.
    Allerdings verwahre ich mich gegen Pauschalisierung in jde Richtung. Genau wie es dümmlich und gefährlich ist (aber nun mal von gewissen Leuten absolut zielgerichtet und gewollt angewendet wird), die BSG Chemie als „links“ abzustempeln und zu stigmatisieren, ist es gefährlich und um so dümmlicher, erst aus Lok und jetzt (mangels Masse ?) aus dem FCS einen „Naziverein“ machen zu wollen. Genau diese schwarz-weiß Sichtweisen verhärten und sind gerade deshalb von gewissen Leuten gewollt. Frage Dich, wem das nutzt und Du wirst merken, was dahinter steckt.
    Es gibt links wie rechts Extreme, die weder duldbar noch akzeptierbar sind. Zutiefst antidemokratisch und menschenverachtend = DAS SIND SIE, weil sie extrem sind.
    Da wo Extreme Gehör und Plattform finden, hat demokratisches Selbstverständnis versagt. Warum finden sie gerade im Umfeld Leipziger oder „Ost“-Vereine immer wieder Spielwiesen? Das Totalversagen derer, die im Wege demokratischer Strukturen mit der Ausübung von Macht beauftragt wurden, ist einer der Gründe, wenn nicht der wesentlichste. Versagen bedeutet für mich vor allem Ignoranz, Selbstherrlichkeit und das sich in die Tasche lügen, um anderen die Welt und das eigene Versagen schön zu reden. Beim MDR-Interview unseres OB zum Thema RBL (heute 18.00-18.15 auf MDR), ist mir wieder mal eines klar geworden: Genau da, wo solche Leute Macht bekommen und sie in einem Primitivopportunismus besonderer Coleur ausleben dürfen, passiert, was Extremen Tür und Tor öffnet.
    Aber wir sind selbst schuld, denn wir haben diese Leute gewählt bzw. durch Fernbleiben ihre Wahl durch eine Minderheit ermöglicht.
    Gut, beenden wir das an dieser Stelle, denn es führt zu nix, außer wieder Belehrungen von Bastian, dass ich mir doch bitteschön jegliche Kritik an den Herrschenden in der Pließenburg verkneifen soll. Aber Einen hab ich noch: Die ganze moralische Versumpfung der Partei, die seit Jahren unsere Stadt regiert und selbstherrlich sehenden Auges gegen die Wand fährt, ist doch beim Umgang mit einzelnen Mitgliedern (als Spitze des Eisbergs) erst letzte Woche wieder deutlich geworden. Da schmeißt einer (Sarazin) Wahrheiten und Thesen in eine Debatte, die sonst nur an Stammtischen geführt wird und das schon seit Jahren. Sofort kommen die Betroffenheitslyriker dieser Seltsampartei und entrüsten sich. Die gleichen Leute (angebliche „Linke“ = Ich lach mich tot!), wie z.B. eine Nahles, mutieren dann zum Mediator für den Verbleib des streitbaren Herren, weil sie ganz genau um Volkes Stammtisch-Meinung und Stammtisch-Angst wissen. Das ist alles so verlogen und so prinzipienlos, dass man kotzen muss. Dieser Jung hat in Zeitungsinterviews Dinge erzählt über den FCS, die er seinen Tschense hat tun lassen. Und heute? Da plappert der irgendwas von „RB ist die große Chance für Leipzig“ oder „Durch RB kommt die Bundesliga und das schafft Arbeitsplätze!“. Na gut, man muss halt mit der an debile Strukturen grenzenden Vergesslichkeit („Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“) leben. Und genau in diese Nischen und Lücken stoßen die, denen extreme Lösungen und Konzepte Mittel zum Zweck sind, weil wir ihnen das ja regelrecht aufnötigen. 

    Tja, mein lieber Bango, es hilft halt nichts, sich einmal im Jahr bei Courage zu  zeigen oder einmal im Jahr vor dem Caffee Tiefensee auf die Schienen zu setzen. Man muss es demjenigen auch abnehmen und glauben dürfen / können, dass er lebt, was er plappert und nicht das er in 5 Minuten vergisst, was er gerade gelabert hat.
    Genau DAS ist auch ein Grund für mich, dass ich BSG-Mitglied und Fan bin: Ich rede mir ein, dass Chemie nicht für den Leipziger Sumpf sondern für Leutzsch und für uns spielt. Das hilft wenigstens etwas, dass ganze Elend etwas auszublenden.
    Also: Ich bin für glasklare Beweise und Fakten, statt Vermutungen. Für mich ist der FCS keine „Nazi-Spielwiese“ und mich kotzen diese ewigen Pauschalisierungen und Verallgemeinerungen nur noch an. Das lenkt nämlich (bewusst) vom eigentlichen ab; nämlich davon, dass der FCS bewusst für die spinnerten Projekte eines Getränkeherstellers in den Ruin getrieben wurde und das auch noch von Leuten, die nach außen hin ungestraft ihre Sprüche vom „Wir sind nich blau und auch nicht gelb, wir sind grün-weiß!“ klopfen durften. Das lenkt davon ab, wer die eigentliche Verantwortung für den Niedergang des Leutzscher Fußballs trägt und ermöglicht denen, die den FCS jetzt als ihre Selbstdarstellerspielwiese benutzen, den bösen BSGayern alle Schuld in die Schuhe zu schieben. Klar sind denen selbstverständlich auch Rechte willkommen, die gegen die BSG hetzten und deren Vorschläge diskreditieren wollen. Solche „Lichtgestalten“ machen sich jeden nutzbar, um ihr bischen „Macht“ zu erhalten. Aber deshalb ist der FCS noch längst nicht „unterwandert“ oder ein „Naziverein“.
    Und eines noch am Schluss: Etwas mehr Patriotismus würde uns allem und somit auch unserem Land gerade heute ganz gut zu Gesicht stehen. Es ist nämlich z.B. absolut unpatriotisch, unsere Soldaten in Afghanistan für sinnlose und durch uns nicht zu vertretende oder zu lösende Konflikte zu verheizen und es ist zutiefst unpatriotisch, sich überall hechelnd als Treuester der Treuen den USA anzudienen. Noch viel unpatriotischer ist es, Milliarden für irgendwelchen Mist aus dem Fenster zu schmeißen (z.B. für S-Bahn-Tunnel, für die gerade ein ganzer Stadtteil vond er S-Bahn abgekoppekt wird), während Millionen in diesem Land im Hartz IV verharren müssen, können und dürfen. Und es ist unpatriotisch in Potenz, jeden Patrioten als Rassisten zu diffamieren.
    Tut mir ja leid, mein lieber Bango, aber ich sehe nun mal in einer Gruppe von 5 Leuten mit unreifen politischen Gedanken noch keine SA-Hundertschaft und in den s.g. „Freien Kräften“ noch kein zweites Auschwitz. Ich gehe da etwas selbstkritischer ran und sage: Wenn sowas schon wieder möglich ist, dann stimmt in unserer Demokratie was nicht! Genauso wie es unmöglich ist, dass „Linke“ ihre Salbadereien und Rattenfängereien betreiben dürfen, und man in diesem Land immer noch befürchten muss sich als Nazi beschimpfen zu lassen, wenn man Fragen nach dem GULAG stellt oder einfach gewisse Dinge hinterfragt, die in der „allein seelig machenden DDR“ geschehen sind.
    Wie Du übrigens bemerken solltest, setze ich „links“ oder „Linke“ in Anführungszeichen. Warum ? Weil das, was sich in diesem Lande „links“ nennt für mich mit links nichts zu tun hat (als Humanismus im zu lebenden Sinn). Diese Porschefahrer und Doppelverdiener, die sich in diesem Lande „links“ nennen, sowie ihre kleinen übrig gebliebenen Helferlein, sind für mich genaus so wenig links, wie Spinner, die einmal im Jahr kleinen Kaufleuten in Connewitz die Scheiben einschmeißen und meinen, dadurch der „Weltrevolution“ zum Sieg zu verhelfen.

    Tut mir leid, es ist zu lang geworden. Aber auf den Punkt gebracht heißt das: Nein, der FCS ist für mich keine Naziplattform, auch wenn ich zehnmal nicht mag, was in diesem Verein seit Jahren getrieben wird.


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    30.04.2011 um 23:14
    20

    Einen muss ich noch: Meine Wut auf gewisse Dinge hat Gründe und der Hauptgrund ist, dass viele (so wie ich) jahrelang in ihrer Freizeit alles für den Verein gegeben haben. Und jetzt? Jetzt soll ich mir von einem Herrn Jung erklären lassen, dass ich das gefälligst gut zu finden habe, was da an der Jahn-Allee passiert? Nee, beim besten Willen nicht!  Tut mir leid, wenn ich meine Emotionen diesbezüglich nicht immer diplomatitieren kann: Ich fühle mich betrogen und schamlos ausgenutzt, und das auch von denen, die diese „Fußballpolitik“ in Leipzig über Jahrzehnte verantwortet haben und sich jetzt hinstellen und von der „großen Chance RBL“ labern! Mir ist mit dem Alter Hass fremd geworden, wenn es um Fußball geht. Aber Wut ist erlaubt und die hab ich zur Genüge!


  1. Gravatar of Bango
    Kommentar von
    Bango
    02.05.2011 um 17:33
    21

    Ich sage auch nicht das der FCS ein „Naziverein“ ist. Er sollte nur aufpassen von welchen Strömungen er benutzt wird bzw. versucht wird ihn sich nutzbar zu machen. Auch auf Grund seiner derzeitig sehr starken Struktur- und Wirtschafts- und Fanschwäche. So fallen menschenverachtende Parolen auf den Einen oder Anderen fruchtbaren Boden. Bei Denen, die noch dort hingehen.
    Zum Schaden Aller. Auch und gerade der Vereinigungswilligen.


  1. Gravatar of Carsten Hänsel hier, Peter Pacult da | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    22

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