„More Than Life“: Die Diablos machen seit zehn Jahren Theater
Samstag, 4. Dezember 2010, 15:25 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 6. Dezember 2010, 13:46 Uhr
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Zehn Jahre Diablos: Die Leutzscher Ultras feiern Geburtstag und können auf eine aufregende Geschichte zurückblicken. Eindrücke und Gedanken von den offiziellen Feierlichkeiten

Offizielles Plakat (zum
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„Jeansjackenchoreos“ auf dem Norddamm, eine „kuttige“ Szene, irgendwie „zu assi“: Wie die Zwickauer Ultras Red Kaos heute die Fanszene des FC Sachsen Leipzig anno 2000 einschätzen, steht stellvertretend für eine Bewegung, die Ende der 90er Jahre auch im Fußballosten zunehmend populärer wurde und sich anschicken sollte, die Stimmung in den Stadion zu revolutionieren. Dessen bedurfte seinerzeit nicht zuletzt der FC Sachsen dringend. Der Norddamm, Sinnbild der Leutzscher Hölle der 70er und 80er Jahre? De facto stillgelegt. Die Fanstruktur? Überaltert. Die Stimmung? Nicht gerade unter nennenswert zu verzeichnen. Die tiefe Krise, in der sich die Leutzscher Fanszene zur Jahrtausendwende befand, war – so kann man heute sagen – das beste, was der grün-weißen Fankultur passieren konnte. Denn sie war Ausgangspunkt und Geburtsstunde einer Subkultur, die im Laufe der Zeit einen unverwechselbaren Stil entwickeln und gestern ihr zehnjähriges Bestehen feiern konnte.

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Wider die „Tradition“ in der Debatte über „Modernen Fußball“
Freitag, 12. November 2010, 12:30 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 4. Dezember 2010, 16:40 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Kommerz- & Medienfußball, Medienschau, Vereinspolitik

In der Diskussion über die Kommerzialisierung des Fußballs oszilliert das Wort „Tradition“ zwischen rhetorischem Kampfbegriff und sinnentleerter Worthülse. Ein Plädoyer für einen alternativen Problemfokus

Tradition ist eine mächtige Vokabel. Tradition ist das erste und letzte Argument, das angeführt wird, wenn es um die Abwehr neuer Modelle in der von Kommerz durchdrungenen real existierenden Fußballwelt geht. Was Tradition bedeutet und was davon zu halten ist, wird selten reflektiert. Geradezu inflationär ist von „Traditionsvereinen“ zu lesen oder zu hören, die als Antipoden zu tatsächlichen oder vermeintlichen „Plastikprodukten“ à la Bayer 04 Leverkusen, VfL Wolfsburg, TSG 1899 Hoffenheim oder neuerdings RasenBallsport Leipzig verklärt werden. So einfach ist es nicht. Der Moderne Fußball hat seine Probleme, die es zu thematisieren gilt. Aber der Frage nach dem „Wie“ müssen sich die Fans, die sich zur aktiven und kritischen Szene zählen, sehr wohl stellen.

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Leutzsch jagt M‘kleeberg, Red Bull übt finanzielle Gewalt aus
Sonntag, 31. Oktober 2010, 17:59 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Sonntag, 31. Oktober 2010, 21:59 Uhr
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Derby-Time in – Markkleeberg! Tabellenführer Kickers II gegen den TSV, es muss hoch hergegangen sein . Nach 90 Minuten kam der Sieger nicht aus Markkleeberg, sondern aus Leutzsch. Von dem turbulenten 2:2 an der Costa Cospudia profitiert die BSG Chemie, die sich heute mit 3:0 gegen die SG Leipzig-Bienitz unschädlich hielt. In der Tabelle haben die Grün-Weißen jetzt nur noch vier Punkte Rückstand auf Kickers Markkleeberg II – bei zwei Spielen weniger.

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Das Bloggen der Anderen
Montag, 25. Oktober 2010, 22:22 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 4. Dezember 2010, 16:37 Uhr
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In Zeiten, in denen an dieser Stelle gähnende Lehre (sic!) herrscht, kann ich nur auf die meinen Tagesablauf strukturierende Magisterarbeit, einen in diesem Zusammenhang stehenden historischen Nervenzusammenbruch und andere Plätze verweisen, auf denen weitergespielt wird. Ein Quasi-Neuzugang mit Perspektive: der bloggende Sündenbock, seines Zeichens ein veritabler Kenner der Ultrà- und Fanszene, kritischer Begleiter der fußballaffinen Forensphäre dieses Universums, unverbesserlicher Verfechter des Glaubens an das Gute im Fan und nimmermüder Kommentator überall dort, wo man vor dem Klick auf den Abschicken-Button seine fußballbezogenen Gedanken und Gefühle in Prosa pressen kann – so auch an dieser Stelle. Lieber Sündenbock, ich gratuliere zunächst einmal zur geglückten Wahl von WordPress und hoffe inständig, dass dir das Verletzungspech fern bleibt. Tendovaginitis und so.

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Über die Identität des Fußballs: Das Beispiel RB Leipzig
Dienstag, 16. März 2010, 15:13 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 4. Dezember 2010, 16:35 Uhr
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Die Debatte über Kommerz und Tradition bedarf einer neuen Diskussionskultur. Red-Bull-Kritiker sollten lernen, differenzierter zu argumentieren

Dem Projekt RasenBallsport Leipzig ist viel Kritik und Häme, mitunter auch Hass entgegengekommen – auch in diesem Blog. Die Gruppe der „Skeptiker“ gegenüber den Marketingstrategien von Red Bull im Profifußball ist in sich sehr heterogen, was zur Folge hat, dass ein reflektierter Umgang mit Dietrich, Dietmar & Co. auch schon mal als modernisierungsfeindlich, völkisch und in letzter Konsequenz antisemitisch marginalisiert wird. Für manche steht somit dieses Blog auf einer Stufe mit faschistoiden Entblödungen der Saalefront-Ultras à la „Tötet RB“ . Das größte Verdienst des Red-Bull-Einstieges in Leipzig ist, dass eine Debatte über Identität und Wertvorstellungen – nicht nur im Leipziger Fußball – ausgelöst wurde. Über intellektuell anspruchsvolle Beiträge aus dem Post-Markranstädt-Lager musste man lange warten. Doch jetzt bin ich in einem Trackback über ein interessantes Blog gestolpert.

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Guerilla-Kampf als letzter Weg?
Mittwoch, 26. August 2009, 13:50 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 26. August 2009, 13:51 Uhr
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Viele Ultràs und engagierte Fans scheinen dem Modernen Fußball machtlos gegenüberzustehen. Eine Leseempfehlung

Auf dem Ultrà- und Hooligan-Portal ultrafans.de bin ich auf einen interessanten Beitrag von Peter Gernhocke gestoßen, in welchem sich der Autor ebenso kritisch wie polemisch mit dem aktuellen Zustand der deutschen Fanszenen im Allgemeinen und der Ultrà-Bewegung im Besonderen auseinandersetzt. Gernhocke rechnet so ziemlich mit allem ab, womit man abrechnen könnte und was sich unter Moderner Fußball subsumieren lässt: der „Siegeszug der Marketing und Finanzzexperten“, der Kapitalismus, die Kriminalisierung von Fußballfans, Polizeiwillkür, Event-Fußball und Konsum-Fans, willfährige Verbände, korrupte Funktionäre, die Sexualisierung des Fußballs, die Kritiklosigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien und auch die Hopp-Hoffenheim, Volkswagen-Wolfsburg, Gazprom-Schalke, RasenBallsport „Red Bull“ Leipzig und Guido Schäfer.

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