RB Leipzig macht wohl bald in Farmen
Dienstag, 28. Januar 2014, 23:39 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 29. Januar 2014, 21:55 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Kommerz- & Medienfußball, Vereinspolitik

Der FC International bewirbt sich als neue Nummer 2 in Fußball-Leipzig. Zwar ist der erste Versuch, bei der Basis Tritt zu fassen, gründlich schiefgegangen. Der neue Verein mit prominenten Fürsprechern würde dem Masterplan von RB Leipzig aber nicht im Bundesliga-Wege stehen

Als wäre das nicht ohnehin schon alles viel zu kompliziert. Selbst der gemeine Sportschau-Stammgast muss für gewöhnlich ins Straftraining, wenn die vormals zweigeteilte Fußballstadt mit ihren postsozialistischen Lektionen daherkommt: Ja, Fußball-Leipzig gibt sich neuerdings farbenfroh, was die Vereinslandschaft angeht. Inzwischen ist für jeden was dabei. Der Feingeist mit Jahreskarte fürs Opernhaus kann sich bei RasenBallsport Leipzig umtun, während die jeder Derbheit erliegende working class in Leutzsch und Probstheida etwas dafür tut, dem Klischee vom Fußballpöbel gerecht zu werden. Bis dahin ist noch kein Wort über Roter Stern Leipzig verloren, aber jemand, der sich mit Leidenschaft der Sportschau hingibt, hat fürs Milieu sicher weniger übrig.

… weiterlesen





BSG Chemie will Leutzsch für sich zurückerobern
Donnerstag, 8. März 2012, 0:17 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 8. März 2012, 0:24 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Vereinspolitik

BSG Chemie Leipzig und TuS Leutzsch kooperieren künftig im Nachwuchsbereich – davon können beide Vereine nur profitieren

Das Projekt „Kiezklub“ nimmt Konturen an. „Leutzscher Nachwuchs“ heißt das hoffnungsvolle neue Gemeinschaftsprojekt von BSG Chemie Leipzig und TuS Leutzsch. Künftig wollen beide Vereine im Nachwuchsbereich zusammenarbeiten. Laut gemeinsamer Pressemitteilung sei eine „Kooperation auf gleicher Augenhöhe“ geplant. Weiter heißt es:

Im Mittelpunkt stehen die Bildung von Spielgemeinschaften in allen Altersklassen und die Bündelung personeller, infrastruktureller und logistischer Kräfte für eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit. Die gemeinsame Zielsetzung ist im gemeinsamen Kooperationsvertrag festgehalten.

Grundlage unserer Zusammenarbeit ist das Bestreben, den fußballbegeisterten Kindern und Jugendlichen Leipzigs – insbesondere denen im Leipziger Westen – eine breite Anlaufstelle im Volkssport Nr. 1 zu bieten. Hierbei wollen wir ein gesundes Mittelmaß zwischen Breitensport und leistungsorientiertem Fußball finden, bei dem die altersgerechte und fortdauernde Ausbildung der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund stehen und in dem sich die beiden Vereine getreu ihrer Philosophien wiederfinden.

Von dem Projekt können beide Vereine nur profitieren. Für den TuS Leutzsch ist vor allem der große Name des Partners und sein riesiges Fanpotenzial attraktiv. Womöglich kann der Stadtligist mittelfristig neue Unterstützer und Mitglieder akquirieren. Die BSG Chemie hingegen braucht den vermeintlich kleinen Partner nicht nur wegen der großen Herausforderung, die die Nachwuchsarbeit darstellt. Außerdem muss der Landesligist seinem Anspruch der stärkeren Verwurzelung im Stadtteil Leutzsch und im Leipziger Westen auch in der Praxis gerecht werden. Der TuS von der Rietschelstraße kann glaubwürdig auf seine Kiezkompetenz verweisen: Seit Jahren leistet der Klub seriöse Vereinsarbeit – vor Ort in Leutzsch. Zudem herrschten gute Kontakte zum verblichenen FC Sachsen. Gewiss spielen auch sportliche Erwägungen eine Rolle, die Kooperation erleichtert es, Nachwuchsspieler zwischen den Vereinen zu tauschen.

Viel Potenzial im einstigen Malocherstadtteil

Chemie will ein Verein für alle Leipziger und insbesondere auch die Leutzscher sein – mit der geplanten umfassenden Zusammenarbeit mit dem TuS Leutzsch stehen die Chancen deutlich besser, nicht nur den einstigen Malocherstadtteil, sondern auch die Herzen seiner heutigen, durchaus vielfältigen Bevölkerung wiederzugewinnen. Kürzlich lernte ich bei einer Mitfahrgelegenheit zwei Neu-Leutzscherinnen kennen. Sie kamen ursprünglich aus Hamburg und Bremen, haben aber des Studiums und Geldes wegen in der Georg-Schwarz-Straße in Leutzsch ihre neue Heimat gefunden. Und sind sehr glücklich dort. Der Stadtteil hat Potenzial, die „Schwarz“ könnte zur neuen Karl-Heine-Straße werden. Die BSG Chemie war den beiden Studentinnen jedenfalls ein positiv besetzter Begriff: Schließlich sei der Verein sehr präsent im Stadtbild.

Künftig wird sich der Verein in seiner Selbstvermarktung noch intensiver – jedoch keinesfalls ausschließlich – auf Leutzscher und den Leipziger Westen konzentrieren, soviel scheint sicher. Erst kürzlich lief die sublokale Werbemaschinerie an: Nun schmücken Plakate mit Spielankündigungen Geschäfte in der Georg-Schwarz-Straße.





Testspiele und andere Zukunftsprognosen
Montag, 2. August 2010, 12:26 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 4. August 2010, 0:41 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, FC Sachsen Leipzig, Transfers

Der FC Sachsen Leipzig hat sich punktuell verstärkt und muss nun lernen, Tore zu schießen. Die Saisonvorschau

Testspiele in der Saisonvorbereitung haben einen überschaubaren sportlichen Wert. Während Trainer A seine Schützlinge gerade noch auf dem Mount Everest ins Sauerstoffzelt gebeten hat, übte sich Trainer B zuvor im Hütchenaufstellen und dem Verschieben von Namen auf Taktiktafeln. Raus kommt dann ein alle überraschendes Spielergebnis, bei dem der Trainer der höherklassigen Gästemannschaft den Gastgeber devot lobt, der unermüdlich gekämpft und eine schwere Probe dargestellt, am Ende aber nicht die unabdingbare Abgezocktheit aufgewiesen hätte. Am Ende sind alle so schlau wie zuvor und freuen sich auf die Saison.

… weiterlesen