Berlin, Berlin
Donnerstag, 23. Februar 2012, 21:20 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene

Die Hauptstadt ist anders. Ein Raumschiff, das es stets aufs Neue wiederzuentdecken gilt, auch fußballerisch. Ein Erfahrungsbericht in eigener Sache

Ruhig ist es hier geworden in den letzten Wochen und Monaten. Das liegt nicht nur an der Winterpause. Ich habe Distanz gewonnen. Weniger im emotionalen, als viel mehr im örtlichen Sinne. Es hat mich nach Berlin verschlagen. Seit Beginn dieses Jahres arbeite ich für die Märkische Allgemeine, die in Potsdam erscheint. Das ist, beruflich wie privat, eine Herausforderung. Aber keinesfalls ein Grund, den Leipziger Fußball allgemein und die BSG Chemie insbesondere aus Augen und Herzem zu verlieren.

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Die Baustelle
Sonntag, 29. Januar 2012, 15:34 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus

Jahrelang praktizierte das Leipziger Fanprojekt akzeptierende Jugendarbeit mit Neonazis. Nach dem Trägerwechsel soll mit einem neuen Team alles anders werden. Die neuen Inhalte umzusetzen, ist nicht die einzige Herausforderung. Eine Reportage

Die schmale Tribüne ächzt. Es gibt Sitzbänke, aber alle stehen. Hunderte Menschen, eine Familie in Grün-Weiß. Was sie eint, ist die Leidenschaft für Fußball und ihren Verein, die BSG Chemie Leipzig. Sie sind immer da, egal wie es läuft. Sie leben für ihren Klub. Grün-Weißer ist man immer. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, und in den Träumen sowieso. „Schähm …, Schähm …“, tönt es aus biergetränkten Kehlen. Gemeint ist Chemie, der Schlachtruf ist so alt wie die größten Erfolge des Vereins, der vor Jahrzehnten zwei DDR-Meisterschaften errang, zuletzt 1964. Ein unerwarteter Erfolg, die Geburtsstunde eines Mythos, der auch in tristen Zeiten Tausende mobilisiert. Chemie spielt in der sechsten Liga, die zweite Mannschaft sogar noch weit tiefer.

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