Vom Fall einer Leutzscher Legende

Bernd Bauchspieß war ein ganz Großer. Zwischen 1959 und 1973 erzielte der ehemalige Stürmer für die BSG Chemie Zeitz, Dynamo Berlin und die BSG Chemie Leipzig in 264 Einsätzen in der DDR-Oberliga 120 Tore. Der „Spießer“, dem aus politischen Gründen eine Karriere in den Leistungszentren und der Nationalmannschaft der DDR versagt wurde, war maßgeblich beteiligt am sensationellen Gewinn der Meisterschaft der BSG Chemie 1964 und am FDGB-Pokalsieg zwei Jahre später. Bauchspieß ist eine Leutzscher Legende – und arbeitet an seiner eigenen Demontage.

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Jamal Engel, die SG Leipzig-Leutzsch und „die Ultras“
Dienstag, 31. Mai 2011, 18:25 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 31. Mai 2011, 18:24 Uhr
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Die neu ins Leben gerufene SG Leipzig-Leutzsch gibt nur wenig über sich preis. Gründungsmitglied Jamal Engel spricht lieber über andere. So etwas wie „Ultras“ soll es in seinem Verein nicht geben.

Showdown im Leutzscher Erbfolgestreit: Die BSG Chemie wird zukünftig mit Landesligist Blau-Weiß Leipzig kooperieren und das Spielrecht der ersten Mannschaft übernehmen. Die SG Leipzig-Leutzsch, die voraussichtlich die Nachwuchsmannschaften des FC Sachsen aufnimmt, sieht sich gut aufgestellt und will nun sogar die Oberliga im Alfred-Kunze-Sportpark stemmen. Am Freitag kam die Nachricht aus dem Hause Red Bull, doch kein Interesse am Fünftliga-Spielrecht des FC Sachsen zu haben. Damit stellte sich zugleich die Frage, wer davon profitieren könnte. Jetzt ist klar: Jamal Engel & Co. wollen einspringen. In welcher Spielstätte und Liga die beiden Vereine anteten, ist noch offen. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Verbänden und der Stadt Leipzig, die den Alfred-Kunze-Sportpark verpachtet (die Leipziger Volkszeitung berichtet). Unterdessen rätselt nicht nur Fußball-Leipzig, warum die SG Leipzig-Leutzsch überhaupt ins Leben gerufen wurde. Die Maske fällt zusehends – zuletzt sorgte Engel auf Facebook mit einer vielsagenden Äußerung für Irritationen im grün-weißen Lager:

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Auferstanden aus Ruinen
Dienstag, 24. Mai 2011, 18:36 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 25. Mai 2011, 18:24 Uhr
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Reise in die Vor-Vergangenheit: Bernd Bauchspieß und Jamal Engel schicken die SG Leipzig-Leutzsch als Konkurrentin zur BSG Chemie um die legitime Nachfolge des FC Sachsen ins Rennen. Von einer absurden Intrige

„Uns geht es aber nicht um eine weitere Spaltung der Fanszene“, hat Jamal Engel allen Ernstes einem Reporter der Bild in den Notizblock diktiert. Engel, ein Mann mit Name im Leutzscher Fußball, ist einer der führenden Köpfe hinter der SG Leipzig-Leutzsch. Der Verein soll laut Leipziger Volkszeitung bereits am Samstag gegründet worden sein und als Auffangbecken für die Reste des FC Sachsen Leipzig dienen. Seit ihrer Neugründung 1997 war diese Funktion eigentlich der BSG Chemie Leipzig zugedacht. So hieß es im alten Leitbild: … weiterlesen





Der finale Offenbarungseid
Montag, 23. Mai 2011, 18:29 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 24. März 2016, 10:02 Uhr
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Letzter Akt, letzter Auftritt: Der FC Sachsen ist auf Abschiedstournee. Gestern war der Alfred-Kunze-Sportpark dran. Geboten wurde allerlei Spektakel.

Ein Abschied mit Würde sieht anders aus. Im Minutentakt erreichten den Willi-Kühn-Sportpark gestern Nachmittag (die BSG Chemie gewann 6:2 gegen LSV Südwest II, steht vor dem dritten Aufstieg in Folge) neue Negativnachrichten aus Leutzsch. Offiziell 2500 Zuschauer hatten den Weg in den Alfred-Kunze-Sportpark zum letzten Heimspiel des FC Sachsen Leipzig gegen Budissa Bautzen gefunden – darunter auch viele, die später bei der BSG Chemie aufschlugen. Die zunächst irritierenden Gerüchte von fragwürdigem Liedgut über wiederholte Spielunterbrechungen und Böllerwürfe bis hin zu handgreiflichen Auseinandersetzungen in der Geschäftsstelle und im VIP-Zelt wurden später bestätigt.

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FC Sachsen Leipzig schreibt zum letzten Mal Geschichte
Mittwoch, 18. Mai 2011, 23:15 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 19. Mai 2011, 23:38 Uhr
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Schluss, aus und vorbei: Das Kapitel FC Sachsen Leipzig ist beendet. Der Leutzscher Traditionsverein soll abgewickelt und aus dem Vereinsregister gestrichen werden. Eine Bestandsaufnahme

Der 18. Mai 2011 ist ein historischer Tag. Er steht für das endgültige Aus des FC Sachsen. Insolvenzverwalter Heiko Kratz verkündete heute auf einer Pressekonferenz, dass der Spielbetrieb zum 30. Juni eingestellt wird. „Der Verein wird im Rahmen des Insolvenzverfahrens abgewickelt“, so Kratz. Aus Kostengründen könne der Spielbetrieb in der nächsten Saison nicht sichergestellt werden. Nach der Abwicklung soll der FC Sachsen aus dem Vereinsregister gelöscht werden. Damit würde der Rechtsnachfolger der Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig, die zu DDR-Zeiten zwei Mal Meister wurde und einmal den Pokal holte, endgültig von der Bildfläche verschwinden.

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Leipzig vor der nächsten Fußball-Revolution
Dienstag, 17. Mai 2011, 23:39 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:02 Uhr
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Adé, FC Sachsen Leipzig – dem Verein, der in der Insolvenz dahinsiecht, soll endgültig das Licht ausgeknipst werden. Fakten, Fragen und keine Antworten

2008, 2009 und jetzt 2011? Der Leipziger Fußball steht vor einer weiteren Fußball-Revolution. Das legt zumindest die Leipziger Volkszeitung nahe, die von einer „sensationelle[n] Entwicklung“ schreibt und sich auf „exklusiv[e] Informationen“ beruft. Demnach soll Insolvenzverwalter Heiko Kratz den Laden FC Sachsen Leipzig endgültig zuschließen und den Schlüssel ins Elsterwehr werfen. Nach der Wiederbelebung der BSG Chemie 2008 und der Installation von RasenBallsport Leipzig 2009 würde sich damit ein Leipziger Fußball-Kreis schließen.

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Carsten Hänsel hier, Peter Pacult da
Dienstag, 3. Mai 2011, 20:40 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:00 Uhr
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Neutrainer-Tage in Fußball-Leipzig: Mit Carsten Hänsel und Peter Pacult treffen ab der nächsten Saison zwei verschiedene Welten auf Leipzigs Trainerbänken aufeinander.

Im Gegensatz zu Achim Steffens oder Dirk Heyne muss man seinen Namen erst einmal googeln: Mit Carsten Hänsel (28) soll Heyne beim FC Sachsen Leipzig ein Vertreter jenes Typs Trainer nachfolgen, der stark im Trend liegt. Jung, dynamisch, kommunikativ, umfassende Erfahrungen in der Arbeit im Nachwuchsbereich – Hänsels Bewerbungsunterlagen decken sich mit jenen eines Jürgen Klopp, Thomas Tuchel oder Michael Oenning. Der moderne Trainer scheint sich nicht mehr über eine meritorische Spielerkarriere und eine entsprechend gefüllte Pokalvitrine legitimieren zu müssen. Für eine erfolgreiche Trainertätigkeit sind Respekt und Autorität zwar nach wie vor notwendige, längst aber keine hinreichenden Bausteine mehr. Es bedarf zunehmend der Ergänzung durch soziale Kompetenz, Offenheit und psychologische Expertise.

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Zitat des Tages (14): Red Bull und die innere Zerreißprobe
Samstag, 19. Februar 2011, 10:56 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 19. Februar 2011, 22:19 Uhr
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Der RB-Anhang benahm sich in der Folge, wie ihre Fußballer spielten: daneben. Die Oral-Raus-Rufe waren noch zu akzeptieren – normale Härte. Der Szenen-Applaus für die Kieler ging aber gar nicht. … weiterlesen





Widerstand von unten
Donnerstag, 17. Februar 2011, 21:46 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Sonntag, 20. Februar 2011, 8:38 Uhr
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Nach dem geräuschvollen Nein der Mitglieder des 1. FC Lok Leipzig gegen eine Nachwuchskooperation mit RB Leipzig bringt sich der FC Sachsen als möglicher Partner in Stellung. Doch auch dies bleibt nicht ohne Widerspruch in der Basis.

Gerüchte klingen anders: Gestern meldete die Bild weit fortgeschrittene Verhandlungen zwischen FC Sachsen und RasenBallsport Leipzig. Es geht um eine Kooperation im Nachwuchsbereich, für die Red Bull pro Saison 10 000 Euro zahlen will. Als Gegenleistung bieten die Leutzscher freien Zugriff auf ihre Nachwuchstalente. „Solche Kooperationen bieten für alle Beteiligten finanzielle Vorteile“, sagte Heiko Kratz gegenüber der Bild. Ohne den Insolvenzverwalter geht beim FC Sachsen nicht mehr viel. Nach dem Rücktritt von Vorstandsboss Lars Ziegenhorn herrscht ein Vakuum an der Vereinsspitze. Mit Uwe Seemann und Matthias Weiß ist der Vorstand bis auf zwei Personen ausgedünnt. Ziegenhorn, so Kratz weiter, soll ein „Verfechter einer unabhängigen Lösung“ gewesen sein. Doch mit der Personalie hat sich für Kratz wohl auch diese Baustelle erledigt. Der neue Interimsboss Seemann hebt jedenfalls heute in der Bild den Daumen: „Wir gehen bei der Kooperation kein Risiko ein. Von einer soliden Zusammenarbeit hätten beide Seiten etwas.“

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Zitat des Tages (13): Neue Liebe

Red Bull ist für Leipzig ein unglaubliches Geschenk. Das ist eine Wirtschaftsansiedlung im größeren Stil. … weiterlesen