BSG Chemie will Leutzsch für sich zurückerobern
Donnerstag, 8. März 2012, 0:17 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 8. März 2012, 0:24 Uhr
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BSG Chemie Leipzig und TuS Leutzsch kooperieren künftig im Nachwuchsbereich – davon können beide Vereine nur profitieren

Das Projekt „Kiezklub“ nimmt Konturen an. „Leutzscher Nachwuchs“ heißt das hoffnungsvolle neue Gemeinschaftsprojekt von BSG Chemie Leipzig und TuS Leutzsch. Künftig wollen beide Vereine im Nachwuchsbereich zusammenarbeiten. Laut gemeinsamer Pressemitteilung sei eine „Kooperation auf gleicher Augenhöhe“ geplant. Weiter heißt es:

Im Mittelpunkt stehen die Bildung von Spielgemeinschaften in allen Altersklassen und die Bündelung personeller, infrastruktureller und logistischer Kräfte für eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit. Die gemeinsame Zielsetzung ist im gemeinsamen Kooperationsvertrag festgehalten.

Grundlage unserer Zusammenarbeit ist das Bestreben, den fußballbegeisterten Kindern und Jugendlichen Leipzigs – insbesondere denen im Leipziger Westen – eine breite Anlaufstelle im Volkssport Nr. 1 zu bieten. Hierbei wollen wir ein gesundes Mittelmaß zwischen Breitensport und leistungsorientiertem Fußball finden, bei dem die altersgerechte und fortdauernde Ausbildung der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund stehen und in dem sich die beiden Vereine getreu ihrer Philosophien wiederfinden.

Von dem Projekt können beide Vereine nur profitieren. Für den TuS Leutzsch ist vor allem der große Name des Partners und sein riesiges Fanpotenzial attraktiv. Womöglich kann der Stadtligist mittelfristig neue Unterstützer und Mitglieder akquirieren. Die BSG Chemie hingegen braucht den vermeintlich kleinen Partner nicht nur wegen der großen Herausforderung, die die Nachwuchsarbeit darstellt. Außerdem muss der Landesligist seinem Anspruch der stärkeren Verwurzelung im Stadtteil Leutzsch und im Leipziger Westen auch in der Praxis gerecht werden. Der TuS von der Rietschelstraße kann glaubwürdig auf seine Kiezkompetenz verweisen: Seit Jahren leistet der Klub seriöse Vereinsarbeit – vor Ort in Leutzsch. Zudem herrschten gute Kontakte zum verblichenen FC Sachsen. Gewiss spielen auch sportliche Erwägungen eine Rolle, die Kooperation erleichtert es, Nachwuchsspieler zwischen den Vereinen zu tauschen.

Viel Potenzial im einstigen Malocherstadtteil

Chemie will ein Verein für alle Leipziger und insbesondere auch die Leutzscher sein – mit der geplanten umfassenden Zusammenarbeit mit dem TuS Leutzsch stehen die Chancen deutlich besser, nicht nur den einstigen Malocherstadtteil, sondern auch die Herzen seiner heutigen, durchaus vielfältigen Bevölkerung wiederzugewinnen. Kürzlich lernte ich bei einer Mitfahrgelegenheit zwei Neu-Leutzscherinnen kennen. Sie kamen ursprünglich aus Hamburg und Bremen, haben aber des Studiums und Geldes wegen in der Georg-Schwarz-Straße in Leutzsch ihre neue Heimat gefunden. Und sind sehr glücklich dort. Der Stadtteil hat Potenzial, die „Schwarz“ könnte zur neuen Karl-Heine-Straße werden. Die BSG Chemie war den beiden Studentinnen jedenfalls ein positiv besetzter Begriff: Schließlich sei der Verein sehr präsent im Stadtbild.

Künftig wird sich der Verein in seiner Selbstvermarktung noch intensiver – jedoch keinesfalls ausschließlich – auf Leutzscher und den Leipziger Westen konzentrieren, soviel scheint sicher. Erst kürzlich lief die sublokale Werbemaschinerie an: Nun schmücken Plakate mit Spielankündigungen Geschäfte in der Georg-Schwarz-Straße.





FC Sachsen Leipzig schreibt zum letzten Mal Geschichte
Mittwoch, 18. Mai 2011, 23:15 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 19. Mai 2011, 23:38 Uhr
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Schluss, aus und vorbei: Das Kapitel FC Sachsen Leipzig ist beendet. Der Leutzscher Traditionsverein soll abgewickelt und aus dem Vereinsregister gestrichen werden. Eine Bestandsaufnahme

Der 18. Mai 2011 ist ein historischer Tag. Er steht für das endgültige Aus des FC Sachsen. Insolvenzverwalter Heiko Kratz verkündete heute auf einer Pressekonferenz, dass der Spielbetrieb zum 30. Juni eingestellt wird. „Der Verein wird im Rahmen des Insolvenzverfahrens abgewickelt“, so Kratz. Aus Kostengründen könne der Spielbetrieb in der nächsten Saison nicht sichergestellt werden. Nach der Abwicklung soll der FC Sachsen aus dem Vereinsregister gelöscht werden. Damit würde der Rechtsnachfolger der Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig, die zu DDR-Zeiten zwei Mal Meister wurde und einmal den Pokal holte, endgültig von der Bildfläche verschwinden.

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Eitelkeit und Größenwahn verhindern Einigung in der Leutzscher Frage
Montag, 29. November 2010, 13:53 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 1. Dezember 2010, 14:16 Uhr
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Der konstruktiven Zusammenarbeit und kritischen Selbstreflexion unfähig: Der FC Sachsen Leipzig zeigt sich beratungs- und reformresistent und wird von selbstherrlichen Meinungsführern regiert. Eine Nachbetrachtung zur Mitgliederversammlung

Der FC Sachsen Leipzig hat Nein gesagt. Nein zu Annäherung und Vernunft, nein zu Neuausrichtung und Zukunft. Die Mitgliederversammlung lehnte am vergangenen Freitag einen Antrag der „Interessengemeinschaft für einen geeinten Verein unter dem Namen BSG Chemie Leipzig“ (IG) ab. Dieser sah vor, zwischen FC Sachsen und BSG Chemie eine „enge Kooperation“ anzustreben, um „mittelfristig“ das Ziel eines „gemeinsamen Verein[s] mit Sitz in Leipzig-Leutzsch“ zu erreichen. Den Weg sollte eine Kommission aus Mitgliedern beider Vereine ebnen, die „gleichberechtigt“ „Vorschläge zur Ausgestaltung der Kooperation [und] deren Um- und Durchsetzung“ sowie ein gemeinsames Vereinsleitbild erarbeiten würden. Zudem definierte der Antrag die „Organisation gemeinsamer Aktivitäten und Intensivierung der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen“ als Aufgaben der Kooperationskommission. Die Namensfrage ließ die IG außen vor.

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