Die Kurve der anderen
Montag, 24. März 2014, 8:53 Uhr
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Fans des 1. FC Union Berlin gelten von jeher als rebellisch. Von ihrer Leidenschaft erzählt der Dokfilm „Union fürs Leben“

Als die Mauer noch stand, die Partei immer Recht hatte und die Stasi genau hinsah, dass ja keiner ausscherte, da hieß es: „Nicht jeder Union-Fan ist ein Staatsfeind, aber jeder Staatsfeind ist ein Union-Fan.“

25 Jahre nach dem Fall der Mauer, die Partei und Stasi mit sich riss, freut sich Maja Lopatta noch immer über diese Weisheit aus DDR-Tagen, dieses „schöne Wort“, wie sie es formuliert. Die zierliche Frau, gehüllt in Pink, gezupfte Augenbrauen, sitzt bei Kaffee und Brötchen neben ihrem Sohn. Für Chris Lopatta, Jahrgang 1963, Unioner seit dem 14. Lebensjahr, ist Fußball kein Thema, das man einfach so abfrühstücken könnte. Das Bekenntnis zum 1. FC Union, dem Klub aus Berlin-Köpenick, ist sein Lebensentwurf: Rebellion aus Prinzip. Leiden, weil’s dazugehört. Damals wie heute.


Lebensrolle Unioner: Chris Lopatta neben seiner Mutter Maja. Foto: Frank Marten Pfeiffer

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Babelsberg, Lok-Nazis und der Ballermann
Donnerstag, 22. August 2013, 22:34 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 22. August 2013, 22:40 Uhr
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Den Problemfans des 1. FC Lok Leipzig war die Reise nach Potsdam-Babelsberg eine dankbare Angelegenheit. Im Verein ist man sich des Problems mehr bewusst denn je. In der Ferne staunt der Badeurlauber

Als sich Probstheida mitsamt fragwürdigem Gefolge in Babelsberg umtut, liege ich auf Mallorca (wohl gewollt) am Ballermann (ein Versehen) am Strand und träufle mir kühles Dosenbier ein. Regionalliga-Auftakt, 3. August, Babelsberg 03 siegt 1:0 gegen den 1. FC Lok Leipzig, das Ergebnis war nebensächlich. Was auf den Rängen abgegangen ist, erfahre ich – den geneigten Nutzer dieses Internets mag das belustigen – zwei Tage später aus der Zeitung. (Wenngleich nicht auf gewesenem Holz, sondern dem Tablet.) Die Lektüre hat mich schnell aus dem unfreiwilligen Ballermann-Dasein gerissen. Lok, Nazis, Medienreaktionen, das geht einfach immer.

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Als Jürgen Bogs bei der BSG Chemie Leipzig abstieg …
Mittwoch, 19. Juni 2013, 23:18 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. Juni 2013, 8:05 Uhr
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… oder warum ich schambefreit für die neue 11 FREUNDE-Ausgabe werbe

1966 ist der Spuk vorbei. Die BSG Chemie Leipzig war noch einmal Pokalsieger geworden, der letzte Ausrutscher im DDR-Fußball nach der außerfünfjahresplanmäßigen Meisterschaft 1964, der Leutzscher Legende. Die besten Spieler werden wegdelegiert, Jahr für Jahr, Alfred Kunzes Mannschaft stürzt in die sportliche Bedeutungslosigkeit – und auf der Tribüne sitzt: Jürgen Bogs.

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Als der DDR-Fußball in Leutzsch seinen Niedergang zelebrierte
Dienstag, 9. November 2010, 11:47 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 9. November 2010, 11:54 Uhr
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Unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung erreichte die Gewaltwelle des (Post-)DDR-Fußballs ihren Höhepunkt. Eine Polizeikugel forderte während des Spiels des FC Sachsen Leipzig gegen den FC Berlin ein Todesopfer. Ein Blick zurück und in die Medien

Vor 20 Jahren, am 3. November 1990, starb Mike Polley in Leipzig-Leutzsch. Der 18-Jährige Berliner war das erste und einzige Todesopfer des DDR-Fußballs – zu einem Zeitpunkt, als der SED-Staat längst aufgehört hatte zu existieren. Auf selbigen waren in Leutzsch traditionell nur wenige gut zu sprechen, mit Erich Mielkes BFC Dynamo verbanden die Fans der BSG Chemie eine langjährige Feindschaft. Nonkonformisten gegen Stasi-Funktionäre, die Unerwünschten gegen die Elite eines autoritären Staates, könnte es verkürzt heißen. Für die berüchtigten Hooligans des BFC Dynamo blieb das ebenso berüchtigte Leutzsch uneinnehmbar.

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