Aufbegehren der Fans
Mittwoch, 30. Juli 2008, 19:32 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 4. August 2010, 12:28 Uhr
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Vereine als Spielball von Konzernen und Mäzenen, steigende Eintrittspreise, Event- statt Fankultur – der Moderne Fußball ist auf dem globalen Vormarsch, doch eine Minderheit kritischer Fans rebelliert. Auf Spurensuche nach Vorbildern der BSG Chemie Leipzig

FALL I. AFC WIMBLEDON

Wimbledon, 4. Mai 1991. Im Stadion Plough Lane im Londoner Südwesten treffen zwei Stadtrivalen aufeinander. Der Wimbledon FC schlägt Crystal Palace vor 10 000 Fans mit 3:0. Ein Pyrrhussieg für die „Dons“, wie der Wimbledon FC genannt wird. Die Plough Lane ist marode, nach der Katastrophe von Hillsborough genügt das Stadion nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen des englischen Fußballverbandes. Der Wimbledon FC muss umziehen – ausgerechnet in den Selhurst Park, die Heimstätte von Crystal Palace. Der Anfang vom Ende für den 1889 gegründeten Verein.

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Liebe Medien, feiert diesen bunten Verein!
Donnerstag, 19. Juni 2008, 18:31 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 25. August 2008, 22:54 Uhr
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Fans des FC Sachsen rufen die Medien dazu auf, den Verein kritiklos zu unterstützen. Bei MDR info zeigt das bereits Wirkung

Guido Schäfer polarisiert. Er ist ein ebenso scharfzüngiger wie auch wohlwollender Kritiker des Leipziger Fußballs – eine Funktion, in welcher der Mann von der Leipziger Volkszeitung wegen seiner ironischen und polemischen Schreibe im Übrigen häufig missverstanden wird. Einerseits steigt er den Verantwortlichen des FC Sachsen seit Jahren aufs Dach, war eingedenk seiner Kölmel-kritischen Stories zwischenzeitlich kein gern gesehener Gast am Spielfeldrand und auf Pressekonferenzen. Andererseits träumt Guido Schäfer genauso wie Kölmel, Lonzen und die bis vor kurzem noch einstimmige Fanszene von der Champions League. So schrieb er zuletzt in seiner LVZ-Online-Kolumne im Rahmen der EURO 2008:

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FC Sachsen vs. BSG Chemie
Montag, 2. Juni 2008, 9:36 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 27. November 2009, 13:49 Uhr
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Der FC Sachsen hat Platz vier doch noch erreicht. Aber der sportliche Erfolg wird von einer richtungweisenden Abspaltung innerhalb der Leutzscher Fanszene überschattet

Es ist die Stunde des Erfolges, in der Diablos und Ultrà Youth Tschüss sagen: Das war’s, FC Sachsen, nur die BSG! Die Leutzscher Ultràs werden in der neuen Saison in der zwölften Liga singen und mitleiden für die frisch aus der Taufe gehobene Fußballabteilung der BSG Chemie Leipzig. In der Ausgabe der Orange Times zum Spiel gegen Carl Zeiss Jena II hieß es:
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Verrückte Liga, bittere Wahrheiten
Sonntag, 18. Mai 2008, 18:35 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Sonntag, 18. Mai 2008, 18:43 Uhr
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Drei Spieltage vor Saisonende hat der FC Sachsen noch immer Chancen auf die Regionalliga, sieben weitere Mannschaften kämpfen um Platz vier. Und über allen thront ausgerechnet der Hallesche FC

Während sich die Leutzscher selbst zerfleischen, hin- und hergerissen sind zwischen Kreisklasse-Romantik und FC Lonzen, wird weiter Fußball gespielt. Die NOFV-Oberliga Süd der Spielzeit 2007/08, sie ist ein Mysterium. Der Hallesche FC ist durch, der Chemnitzer FC so gut wie, und auch für den VFC Plauen sieht es gut aus – auf den ersten Blick keine Überraschungen. Wohl aber auf den zweiten.

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Fragwürdige Entlassung
Donnerstag, 8. Mai 2008, 17:35 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 25. August 2008, 22:56 Uhr
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Er galt als Integrationsfigur, jetzt muss er gehen. Hansi Leitzke wurde von seinem Traineramt beurlaubt – und keiner weiß warum

Der Verein steht am Scheideweg, die Fanszene ist gespalten. Dieser Tage formulieren einige FCS-Mitglieder an ihrer Austrittserklärung, auf der Gegenseite erfreut sich die BSG Chemie Leipzig zahlreicher Neumitgliedschaften. Dort ist man für alle Eventualitäten gerüstet, jüngst wurde eine Satzungsänderung durchgewunken, die formell ermöglicht, dass die BSG Chemie im nächsten Jahr eine Kreisklasse-Mannschaft anmelden kann. Droht jetzt die endgültige Spaltung? Für die Diablos zumindest gibt es wohl keinen Weg mehr zurück ins Zentralstadion.

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Favoriten-Sturz und Diablos-Boykott
Donnerstag, 17. April 2008, 11:32 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 25. August 2008, 22:56 Uhr
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Ärgerlich, wenn der vorliegende Text schon seit Tagen in Arbeit ist, mangels Südvorstädter DSL-Verfügbarkeit aber erst Ende der Woche veröffentlicht werden kann. Immerhin brauchten auch die konventionellen Medien vier Tage, um das Top-Thema unter Fankreisen aufzugreifen: Guido Schäfer widmet sich in der Leipziger Volkszeitung mit „Aufruf zum Boykott“ den Leutzscher Ultràs und ihrem Vorhaben, Spielen im Zentralstadion bis Saisonende fernzubleiben. Ein Thema, das somit verspätet jene Öffentlichkeit bekommt, die es verdient.

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Sturz in die Bedeutungslosigkeit
Donnerstag, 3. April 2008, 12:05 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 3. April 2008, 14:03 Uhr
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Fünfte Liga, wir kommen! Der Abstieg ist so gut wie sicher, künftig kicken Feierabendfußballer in Leutzsch. Ein Niedergang, der sich lange im Voraus angekündigt hat

Endlich, es ist vollbracht: Wir, der sympathische FC Sachsen und seine leidgeprüften Fans, sind angekommen in der fünften Liga. So gut wie, zumindest. 0:2 in Halberstadt, leistungsgerecht, auch standesgemäß. Keine Chance gegen Oberliga-Mittelmaß aus der Würstchenstadt, der FC Sachsen gehört in der Form nur ins untere Tabellendrittel. Doch es sind nicht nur die Lonzen, Leitzke und Chemie-Uwes, die leiden. Auch die Leipziger Journalisten.

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Jetzt geht auch Fenger – Perspektiven einer Rückrunde
Donnerstag, 24. Januar 2008, 15:48 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 16:04 Uhr
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Reimann weg, Fenger weg: Kickt der FC Sachsen Leipzig ab Sommer 2008 fünftklassig oder droht doch gleich die Insolvenz? Eine Rückrunde der Entscheidung steht bevor

Da ist er wieder, der ganz normale grün-weiße Wahnsinn: Fenger sagt Nein!, titelt heute die Leipziger Volkszeitung. Soll heißen: Für den Beton-Multi und einstigen finanziellen Heilsbringer Torsten Fenger ist der FC Sachsen ein zu heikles Pflaster, ein Fass mit offenem Boden. Fenger geht, bevor er überhaupt angefangen hat, und nimmt seinen Marketing-Strategen Rüdiger Bartsch, der seit Dezember 2007 im Vorstand saß, gleich mit.

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Das fängt Jahr gut an
Freitag, 4. Januar 2008, 12:14 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 16:04 Uhr
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Prost Neujahr: Reimann kündigt und Oswald will weg. Über personellen Aderlass und nicht enden wollende Gewalt

Nichts zu feiern über die Feiertage: Pünktlich zum Fest verkündeten Leipziger Volkszeitung und Bild unisono, dass FCS-Lebensversicherung Christian Reimann die Kündigung eingereicht hat. Keine Lust mehr auf spärlich dosierte Lohnausschüttungen und bescheidene sportliche Perspektiven. Und keine Hoffnungen auf eine Ablöse – Reimanns Wechsel zum FC Sachsen wurde dem VFC Plauen immerhin mit 70 000 Euro entschädigt – für den Verein: Wie wenige Tage nach der Kündigung durchsickerte, habe der Verein keine der drei (!) Mahnungen des Stürmers wegen ausstehender Gehaltszahlungen „zufriedenstellend beantwortet“, so Reimann-Berater Torsten Noack in der Bild.

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Neue Gesichter, alte Probleme
Mittwoch, 12. Dezember 2007, 17:58 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 15. Mai 2009, 0:19 Uhr
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Zahlen, die gesessen haben: 600 000 Euro kurzfristige Verbindlichkeiten schleppt der FC Sachsen hinter sich her, die Gesamtschulden belaufen sich sogar auf 1,3 Mio. Euro. Und seit der freitagabendlichen Mitgliederversammlung wissen wir auch, wer sich der Verantwortung stellt, wer das Minus ins Plus umwandeln und aus der Oberliga so schnell wie möglich eine Regionalliga machen will.

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