Als Oliver Kahn noch einmal vom FC Sachsen Leipzig hörte
Sonntag, 17. Juni 2012, 1:41 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 7. März 2013, 20:47 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Medienschau

Wie mich ein denkwürdiges Spiel mit dem Leutzscher Fußball infizierte

Die Flut kam von ganz oben. Das war kein gewöhnlicher Regenguss mehr. Die Ukraine spielte kaum fünf Minuten bei der heimischen Europameisterschaft in Donezk gegen Frankreich, als das Spiel unterbrochen werden musste. Ein Wassermarsch. An so ein Regenspiel könne er sich in seiner Karriere als Torwart nicht erinnern, hatte ZDF-Experte Oliver Kahn im Anschluss gesagt. Doch sein Arbeitgeber wusste es besser.

… weiterlesen





Die Leutzscher Einheit ist kein Selbstzweck
Montag, 11. Juni 2012, 21:33 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 26. März 2016, 11:04 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Spielberichte

Das Lob sei vergiftet, sagt ein Freund am Telefon. Es ist der Tag zwei nach dem beschwingenden Sieg im ‚Derby‘ gegen die SG Leipzig-Leutzsch. Zeit für eine Bestandsaufnahme. „Da sind richtig kreative Jungs im Block, die für gute Stimmung sorgen“, hatte Jamal Engel gegenüber LVZ Online gesäuselt. Es ist das erste öffentliche Lob des SGLL-Vorstandssprechers für die Chemie-Fans, und es ist alles andere als ironiefrei. Vor dem Spiel im Alfred-Kunze-Sportpark hatten Anhänger der BSG Chemie ein Kassenhäuschen gestürmt und einen Ordner der Sicherheitsfirma „Leipziger Löwen“ brutal zusammengeschlagen. Der Verein hat schnell reagiert und die Ereignisse verurteilt. Dieses Vorgehen ist alternativlos. Fans und Verein müssen sich der Kritik stellen, ihre Lehre daraus ziehen. Sich am Leitbild messen lassen, das nicht nur Folklore sein soll.

… weiterlesen





Das Erfolgsgeheimnis
Dienstag, 24. April 2012, 0:39 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24. April 2012, 13:28 Uhr
Abgelegt unter: Medienschau, Vereinspolitik

RasenBallsport Leipzig droht das zweite Mal in Folge am Drittliga-Aufstieg zu scheitern. Beim Halleschen FC hingegen kann gejubelt werden – nicht zu Unrecht

Fußball ist ein Mannschaftssport. Diese ausgelatschte Plattitüde ist kaum origineller als Franz Beckenbauers jüngstes Bonmot, mit einem Sieg nach Madrid zu fahren, sei eine ganz andere Situation (als mit einem Unentschieden). Allein, der ‚Kaiser‘ hat Recht, und genauso scheint es sich auch mit der eingangs aufgeworfenen These zu verhalten. Das abermalige Scheitern von RB Leipzig (Timo Röttger: Das war’s leider; Daniel Frahn: Das ist sehr, sehr bitter. Wir müssen uns gedanklich mit einem weiteren Jahr vierte Liga befassen) steht wohl fest. Und das scheint an Mängeln im Gesamtpaket zu liegen, zumindest attestiert dies Guido Schäfer in der Leipziger Volkszeitung:

… weiterlesen





Keine Antworten auf nicht gestellte Fragen
Mittwoch, 7. Dezember 2011, 13:03 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 7. Dezember 2011, 13:10 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Gewalt & Rassismus, Medienschau

Am 5. Dezember startete der private Fernsehsender RTL 2 die Reportagereihe „Investigativ“ mit einer Folge über Hooligans – und erhielt dafür viel Lob. Eine Gegenbetrachtung

Zu Hooligans kann man ähnlicher Meinung sein wie zu Karneval. Es handelt sich um ein soziales Phänomen, das man einerseits interessant finden kann, bei dem man vielleicht sogar mitmachen will. Andererseits aber, und so wird die große Mehrheit denken, kann man Hooligans dumm und verachtenswert finden. Wolfram Kuhnigk gehört zu jenen, die zu Hooliganismus die denkbar größte Distanz aufweisen. Das ist nicht zwangsläufig die schlechteste Voraussetzung, um unter dem Label „Investigativ“ im Auftrag für den Privatsender RTL 2 eine Fernsehreportage über Hooligans zu drehen. Drängen sich doch Fragen auf, die jemand, ginge er das Thema mit heißem Kopf an, wohl kaum befriedigend beantworten könnte: Was macht aus einem Menschen einen Hooligan? Worin liegt der Reiz? Und was sagt uns Hooliganismus über unsere Gesellschaft?

… weiterlesen





Zitat des Tages (20): Grenzen der grün-weißen Toleranz
Montag, 5. Dezember 2011, 11:47 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 6. Dezember 2011, 23:41 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Vereinspolitik, Zitat des Tages

Na bei uns ist halt kein Platz für Nazis. Also wir verlangen wirklich von niemanden, dass sie jetzt ’ne rote Fahne draußen aufhängt … weiterlesen





Wenig Fußball, viele Unterschiede
Montag, 28. November 2011, 14:04 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 2. Dezember 2011, 11:36 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Spielberichte, Vereinspolitik

Das Duell zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Leipzig-Leutzsch hat bewiesen, warum es zwei grün-weiße Vereine gibt

Nein, mit Derbystimmung hatte das nichts zu tun. Seltsam ruhig war es über weite Strecken des Spiels auf den sehr gut gefüllten Rängen des Alfred-Kunze-Sportparks. 2690 Interessierte – Guido Schäfer mutmaßt in der Leipziger Volkszeitung, dass darunter 1800 Chemiker gewesen seien – wollten sich das Sechstliga-Spiel zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Leipzig-Leutzsch (SGLL) nicht entgehen lassen. Ebenso wenig wie die journalistische Eliteliga der Republik. Die Süddeutsche Zeitung soll da gewesen sein (und hatte auch im Vorfeld berichtet). Eine Stunde vor Anpfiff schlenderten 11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster und Kollege Jens Kirschneck erwartungsfroh am Gästeblock vorbei.

… weiterlesen





Wenn die Medien randalieren
Donnerstag, 27. Oktober 2011, 14:21 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau

Der Sportjournalismus ist tot, weil unkritisch. Das zeigt die unreflektierte Mediendebatte über Fußballrandale und Pyrotechnik. Die Fans müssen sich besser organisieren

„Das hat das friedliche Radebeul noch nicht erlebt“, schrieb die Sächsische Zeitung vor dem Gastspiel der BSG Chemie Leipzig beim Radebeuler BC am vergangenen Wochenende. „300 vermummte Hooligans“ aus Leipzig würden erwartet. Wer einen Schal von Dynamo Dresden trage, werde mindestens abgezogen, vielleicht aber auch sterben, wird zwischen den Zeilen suggeriert. Schlechter Sportjournalismus, der sich auf eine problematische Quelle stützt, nämlich die Polizei, ist kein exklusives Problem der sächsischen Provinz (Und nein, das geschmacklose Anbiedern in der Berichterstattung der Sächsischen Zeitung nach dem Spiel macht die Sache keinesfalls besser, sondern erhärtet nur den Vorwurf.). Geht es um Fußballfans, dann weiß die Polizei am besten Bescheid. Wer hat randaliert, Beamte beschimpft oder angegriffen – die Polizei gibt mit bürokratischer Gründlichkeit Auskunft, ist ein dankbarer Ansprechpartner für die Medien. Die Informationen sind leicht zugänglich und müssten nicht überprüft werden, so die Devise vieler Redaktionen. Das Problem: Die Polizei ist Quelle und Akteurin zugleich.

… weiterlesen





Braun statt Grün-Weiß: Nazis sind keine Engel
Montag, 5. September 2011, 20:14 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 5. September 2011, 22:07 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Vereinspolitik

Die Fanszene der SG Leipzig-Leutzsch ist rechtsoffen bis offen rechts – das hat das Sachsenpokal-Spiel gegen den Roten Stern Leipzig gezeigt

Das Ergebnis war nur Nebensache. Die Sterne gingen beim selbsternannten Nachfolger des FC Sachsen unter, die SG Leipzig-Leutzsch siegte mit 10:0. Der sportliche Wert: überschaubar. Umso aussagekräftiger war der politische Gehalt der Partie. Im Vorfeld hatten Fans der SGLL auf Flyern mit rechten Parolen keinen Zweifel an ihrer antiantirassistischen Einstellung gelassen – auf den Rängen wurde dieser Eindruck bestätigt. 1280 Zuschauer sollen offiziell in den Alfred-Kunze-Sportpark gekommen sein, darunter 500 Unterstützer des Roten Sterns – und zahlreiche offene oder verkappte Nazis auf der Gegenseite.

… weiterlesen





Vom Fall einer Leutzscher Legende

Bernd Bauchspieß war ein ganz Großer. Zwischen 1959 und 1973 erzielte der ehemalige Stürmer für die BSG Chemie Zeitz, Dynamo Berlin und die BSG Chemie Leipzig in 264 Einsätzen in der DDR-Oberliga 120 Tore. Der „Spießer“, dem aus politischen Gründen eine Karriere in den Leistungszentren und der Nationalmannschaft der DDR versagt wurde, war maßgeblich beteiligt am sensationellen Gewinn der Meisterschaft der BSG Chemie 1964 und am FDGB-Pokalsieg zwei Jahre später. Bauchspieß ist eine Leutzscher Legende – und arbeitet an seiner eigenen Demontage.

… weiterlesen





Zitat des Tages (18): Von Relikten und Altlasten
Mittwoch, 15. Juni 2011, 14:28 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Medienschau, Vereinspolitik, Zitat des Tages

Der Name Chemie ist ein Relikt aus DDR-Zeiten. Welcher Sponsor soll sich noch für so einen Namen begeistern lassen? Wichtiger ist … weiterlesen