Babelsberg, Lok-Nazis und der Ballermann
Donnerstag, 22. August 2013, 22:34 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 22. August 2013, 22:40 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Vereinspolitik

Den Problemfans des 1. FC Lok Leipzig war die Reise nach Potsdam-Babelsberg eine dankbare Angelegenheit. Im Verein ist man sich des Problems mehr bewusst denn je. In der Ferne staunt der Badeurlauber

Als sich Probstheida mitsamt fragwürdigem Gefolge in Babelsberg umtut, liege ich auf Mallorca (wohl gewollt) am Ballermann (ein Versehen) am Strand und träufle mir kühles Dosenbier ein. Regionalliga-Auftakt, 3. August, Babelsberg 03 siegt 1:0 gegen den 1. FC Lok Leipzig, das Ergebnis war nebensächlich. Was auf den Rängen abgegangen ist, erfahre ich – den geneigten Nutzer dieses Internets mag das belustigen – zwei Tage später aus der Zeitung. (Wenngleich nicht auf gewesenem Holz, sondern dem Tablet.) Die Lektüre hat mich schnell aus dem unfreiwilligen Ballermann-Dasein gerissen. Lok, Nazis, Medienreaktionen, das geht einfach immer.

… weiterlesen





Mit Chemie im DeLorean – und auf der Rückbank sitzt Prinz Pi
Dienstag, 14. Mai 2013, 21:18 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig

Der Soundtrack zur Zeitreise nach Leutzsch zurück ins Jahr 1994 versteht sich auf Schwermut und einen Treueschwur

Liebe ist ein großes Wort, doch wir müssen uns ihr stellen. Wir sind Fußballfans und als solche wenig vernunftbegabt. Uns kennt man als die harten Jungs, die unentwegt Bier trinken und den Sicherheitsdienst bepöbeln. Doch wir wissen: So einfach, wie sie und wir es uns machen wollen, ist es nicht.

Von Prinz Pi ist nicht bekannt, wieviel er mit Fußball anzufangen weiß. Nachdenkliche, eindringliche Texte rappen kann er aber. Auch über die Liebe. Schwermut, unerwartete Bilder, melancholisches Sinnieren über „Glück“, so heißt der Titel, der nicht mehr raus will aus meinem Kopf, seitdem ich die Bilder vom S-Bahnhof Leutzsch gesehen habe, gefangen im Dort-und-Damals von 1994. „Hol‘ den DeLorean“, singt Prinz Pi in Anspielung auf die fabulöse Zurück-in-die-Zukunft-Zeitmaschine, „lass uns damit zurück fahren“.

Eine Strecke für 1,50 D-Mark, ermäßigt kostet das Ticket 80 Pfennig. Auf einer Tafel stehen die Leipziger S-Bahn-Tarife von vor 19 Jahren. Graffiti säumen die Wände, der Putz bröckelt. Wer in diesen Tagen den Leutzscher S-Bahnhof unweit des Alfred-Kunze-Sportparks betritt, begibt sich auf eine Zeitreise wie Prinz Pi im DeLorean: Das bröckelnde Gebäude erzählt davon, was sich verändert hat und was bleibt.

Wenige Meter weiter protzen längst grauer Beton und Stahl. Die renovierte Bahntrasse musste ebenso mit der Zeit gehen wie der Leipziger Fußball. Jetzt haben andere das Sagen, sie geben sich so nüchtern, steril und makellos wie die Lautsprecherdurchsage aus dem Bahn-Computer. Wofür braucht es da einen halb verfallenen Bahnhof? Wofür braucht es noch die BSG Chemie?

Vor 19 Jahren war die Leipziger Fußball-Welt noch übersichtlich. Es gab nur den VfB und den FC Sachsen, aber selbst das war vielen schon zu kompliziert. Heute sind beide Vereine Geschichte, einfacher geworden ist es aber bestimmt nicht. In Leutzsch kämpft man nicht mehr um den Aufstieg in die 2. Bundesliga, sondern gegen den Fall in Liga sieben und eine ungleiche Zwillingsschwester (morgen, 18.30 Uhr, auch auf dem Platz).

Seit ein nicht ganz unbekannter Chemie-Diablos-Kopf Prinz Pi unbedingt bei einem Festival sehen wollte, ist mir der Rapper ein Begriff. In „Glück“ bezeichnet er sich als unvernünftigen Wiederholungstäter. Er ist einer wie wir. Uns geht diese BSG Chemie genauso zu Herzen wie am ersten Tag. „Wir meinten immer nur einander, wenn wir ‚Glück‘ sagten“, rappt Prinz Pi. Und:

Wenn alles untergeht, bleib‘ ich hier und bleib‘ bei dir,
du bei mir, wenn nichts anderes übrig bleibt, bleibt das Wir





Kein Erfolg macht auch bloß nicht sexy
Montag, 28. Januar 2013, 19:25 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 29. Januar 2013, 0:02 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Vereinspolitik

Sportlich im Mittelmaß versunken, knüpfen BSG Chemie und SG Leipzig-Leutzsch erste zarte Bande. Öffentlich werben die Vorstände auf beiden Seiten für einen starken grün-weißen Verein. Dafür müssen sie jedoch nicht nur sich selbst überzeugen

Fußball ist eine äußerst simple Angelegenheit. Da ist die Idee: mit Bauch, Bein oder Po das Leder nach vorne treiben, Gegenspieler übersprinten, Spielsysteme sprengen, das Runde ins Eckige befördern, Fans in Ekstase versetzen. Was zählt, sind Tore und Erfolg, das sind die Zutaten, die aus Kicker-Kämpfern Legenden machen, die Geschichten wie jene aus Leutzsch anno 1963/64 erzählen.

Vereinschefs auf Diplomaten-Mission

Das war einmal, dessen wird man sich im Jahre 49 nach Alfred Kunzes Meisterstreich im zweigeteilten Fußball-Leutzsch im grauen Sechstliga-Alltag zusehends deutlicher bewusst. Sportlichem Erfolg ist die grün-weiße Zwietracht von BSG Chemie und SG-Leipzig-Leutzsch abträglich, befinden die Macher hier wie da. Im Interview mit der Leipziger Volkszeitung proben Jamal Engel, 42, Sprachrohr der SG Leipzig-Leutzsch, und das BSG-Chemie-Duo aus Vorstandschef Frank Kühne, 53, und Schatzmeister Siegfried Klose, 58, die Verbrüderung. Das bilaterale Verhältnis? „Keinerlei Probleme“, sagt Chemie-Chef Kühne, „gut bis sehr gut“, sekundiert Klose. „Das kann ich nur bestätigen“, meint Engel.

Die drei Diplomaten stecken das Terrain ab. Was steht einer Leutzscher Einigung im Weg? Sicher, da ist zuallererst der Zwist zwischen beiden Fanlagern, den Frank Kühne bemerkenswert lässig beiseite wischt: In den vergangenen Jahren sei „in Chemie ‚links‘ und die SG ‚rechts‘ hineininterpretiert“ worden. So falsch ist das nicht. Gleichwohl gab es für besagte Interpretationen stichhaltige Beweise, einerseits. Andererseits will sich nicht jeder, der gerne darauf verzichtet, neben einem Neonazi in der Kurve zu stehen, das Etikett „links“ anheften.

Eine große Familie wie Union Berlin

Der Blick richtet sich nach vorn. Die Vorstände haben eine Vision: den wiedervereinigten Leutzscher Fußball. Siegfried Klose will einen „Weg wie Union Berlin“ beschreiten. „Unsere Philosophie ist, wie eine große Familie zu sein.“ Sonst wird’s nix, weder sportlich noch finanziell. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich beide Vereine derart offensiv um die Leutzscher Eintracht bemühen.

Die Hürden sind hoch, wie dieser verbale Schlagabtausch andeutet:

Jamal Engel: Das Zusammengehen mit Chemie muss ein Prozess sein, um den Prozess der auseinander driftenden Fans umzukehren. Dass es zu der Fantrennung kam, lag an Fehlentwicklungen beim FC Sachsen, ich konnte die Fans teilweise sogar verstehen.

Frank Kühne: Du musst mir mal erklären, warum man nicht einfach die BSG Chemie, die ja längst gegründet war, hätte als Nachfolger nehmen können? Selbst die Nachwuchssicherung ist unter der SGL ja kaum gelungen.

Jamal Engel: Ich kann bei euch auch das Haar in der Suppe suchen. Am Anfang konnte man sich bei Chemie mit keinem zusammensetzen, die waren trotzig. Der Tenor im Verein klang nicht nach Gemeinsamkeit.

Nun müssen die Macher bei den Fans für ihre hehre Mission werben. Frank Kühne kann sich schon im Sommer einen gemeinsamen Verein mit Landesliga-Startrecht und Aufstiegsambitionen vorstellen. „Es bedarf aber vieler Gespräche“, sagt Kühne. „Einzelne wird es immer geben, die man nicht erreicht.“ Für die wird beim künftigen Leutzscher Einheitsverein zumindest kein Platz mehr sein.





Profi-Fußballer trotzen Rassismus und Homophobie
Samstag, 5. Januar 2013, 14:35 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Sonntag, 6. Januar 2013, 0:24 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus

Die ersten Januartage gelten gemeinhin als nachrichtenarme Zeit, besonders im Fußball. Ausgerechnet jetzt sind zwei Geschichten in den Schlagzeilen, die nichts mit Wintertransfers oder der Rückrundenvorbereitung zu tun haben und keinesfalls originäre Fußball-Themen sind: Kevin-Prince Boateng, 25, vom AC Mailand wehrt sich gegen rassistische Fans und zwei aktive Profi-Fußballer outen sich offenbar als schwul – und das in Russland

Kevin-Prince Boateng nimmt den Ball an, dreht sich um die eigene Achse, dribbelt – und bricht plötzlich ab. Er greift sich das Leder und drischt es auf die Tribüne. Dass Schiedsrichter und Gegenspieler auf ihn einreden, ist ihm egal. Der Mittelfeldspieler des AC Mailand, frustriert von den permanenten rassistischen Sprechchören von der Tribüne, zieht sich das Trikot aus verlässt mit seinen Mitspielern das Spielfeld. Es sind Szenen aus einem Testspiel zwischen Pro Patria und Milan, die eine kontroverse Debatte entfacht haben. Boateng hat nun nachgelegt: Er kann sich vorstellen, Italien zu verlassen. Sein Verhalten stößt prompt auf Kritik, etwa bei Clarence Seedorf.

Boateng macht alles richtig

Dabei macht Boateng, einst bekannt für Eskapaden abseits des Spielfelds, alles richtig. Die italienische wie deutsche Öffentlichkeit diskutiert sein Verhalten – und muss zwangsläufig die Hintergründe reflektieren. Rassismus ist ein globales Alltagsphänomen, selbst wenn es sich hierzulande ungleich latenter äußert als in italienischen Fußballstadien. Affenlaute schallten früher auch in der Bundesliga schwarzen Spielern entgegen. Die Rassisten sind stummer, aber gewiss nicht weniger geworden. Umso bedeutsamer ist es, dass Boateng nun die Zustände in Italien anprangert. Das hilft beim Nachdenken über die „Deutschen Zustände“, nicht nur in den Fankurven.

Kokorin und Mamajew: Echtes Outing oder Satire?

Aus Russland kommen immer wieder Nachrichten, die von grassierendem Hass zeugen auf alle, die anders sind. In der Politik wie zuletzt im Fußball bei Fans von Zenit St. Petersburg. Nun könnten sich mit Alexander Alexandrowitsch Kokorin, 21, von Dynamo Moskau und Pawel Konstantinowitsch Mamajew, 24, von ZSKA Moskau zwei russische Profi-Fußballer als schwul geoutet haben. In einem sozialen Netzwerk finden sich Fotos, die beide zusammen in vertrauten Posen zeigen. Alex Feuerherdt (@LizasWelt) ordnet die Bilder ein und trägt zugleich berechtigte Zweifel zusammen, ob es sich tatsächlich um ein Outing handele oder um eine satirische Antwort auf die Petersburger Fan-Forderungen. Zumindest gilt auch hier: Politik, Medien und Gesellschaft kommen an einer Debatte nicht vorbei.





Die Fans sind lauter geworden, auch weil sie schwiegen
Mittwoch, 12. Dezember 2012, 21:56 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Kommerz- & Medienfußball

Je nachhaltiger sich die Fans mit guten Argumenten für ihre Interessen einsetzen, desto größer ist ihre Chance, sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen

Huch! Es gab eine Zeit, da kannte Philipp Markhardt kein Mensch und da ging Michael Gabriel als Schlagerbarde durch. Doch das war einmal. Heute wissen wir mehr. Heute, das ist der 12.12.2012. Ein Tag, den ein paar hoffnungslose Romantiker zum Hochzeitstag (v)erklären – einerseits. Andererseits aber auch der Tag, an dem ein paar liebesentwöhnte Politiker und Funktionäre die heile Welt des Profifußballs retten wollen und damit nach dem Geschmack der Fans gründlich daneben liegen.

„Sicheres Stadionerlebnis“ nennen die zur Deutschen Fußball-Liga (DFL) zusammengeschlossenen Profi-Clubs das heute verabschiedete Konzeptpapier, in dem Fanvereinigungen den Rechtsstaat gefährdet sehen. „Vollkörperkontrollen“ ist das Reizwort schlechthin, das die DFL aus einer früheren Arbeitsversion auf Drängen der Fans aus dem Papier gestrichen hat. Das bedeutet aber nicht, dass die Clubs künftig ausschließen, Fans im Namen der Sicherheit eine Reise an einen FKK-Ostseestrand antreten zu lassen. Ohne Wasser und ohne Urlaubsfeeling, versteht sich.

Der Hintergrund: Politik, Polizei und Fußballfunktionäre sorgen sich um Ultras, Pyrotechnik, gefühlte und tatsächliche Gewalt. Eine Diskussion um Sicherheit hier und Freiheit da, welche die Medien in der Vergangenheit allzu häufig verzerrt transportierten. Damit jedoch scheint nun Schluss. Der Polizeigewerkschafter Rainer Wendt mag seine mitunter kruden Thesen zwar weiterhin abspulen, so abwechslungsreich wie eine hängengebliebene CD und so kreative wie eine graue Betonwand.

Aber: Der Zauber des polternden Polizisten schwindet zusehends. Und die Fans werden zunehmend lauter, bezeichnenderweise nicht zuletzt dank jener Protestaktion, die sich an den vergangenen Bundesliga-Spieltagen durch zwölfminütiges Schweigen auszeichnete, passend zum DFL-Beschluss am Schnapszahltag. Michael Gabriel, den Leiter der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS), und Philipp Markhardt, in der Szene kritisch beäugter Vorzeige-Ultrà der Hamburger „Chosen Few“ und ehrlicher Fürsprecher der Faninteressen, ist inzwischen auch dem gemeinen Zeitungsleser bekannt. Das schreibt das aktionismusgetriebene DFL-Papier zwar nicht um, aber es ist mehr, als man sich noch vor Monaten hätte versprechen können.





Zitat des Tages (21): Selbsterfüllende Prophezeiung?
Mittwoch, 21. November 2012, 12:00 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 21. November 2012, 12:11 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, Fußball & Politik, Medienschau, Zitat des Tages

Wenn die Chemie-Fans Lust haben, rücken die hier bei uns mit 300 oder 400 Leuten an, für die es ein sportlicher Wettbewerb ist, an der Kasse vorbeizukommen.

Döbelns Sportamtsmitarbeiter Michael Thürer gibt sich in der Döbelner Allgemeinen Zeitung vor dem Gastspiel der BSG Chemie Leipzig beim Döbelner SC am 8. Dezember als eigenwilliger Prophet.





Froschkönige im Moorreich
Freitag, 7. September 2012, 20:35 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Kommerz- & Medienfußball, Vereinspolitik

Immer wieder springen RB Leipzig in letzter Sekunde Testspielgegner ab. Die Fans wollen das ändern

Das ist aber auch an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Was will sich dieses Internet noch alles erlauben? Wenn das so weiter geht, können wir den Laden bald dicht machen. Das Problem: Diese sogenannten sozialen Netzwerke geben den Menschen hinter den Bildschirmen eine Stimme. Auf einmal können sie mitreden, obwohl sie eigentlich gar keiner hören will. Leidtragend: RasenBallsport Leipzig, dieses sympathische Projekt, das Fußball-Leipzig endlich Bundesliga-Leben einhauchen soll. Zumindest irgendwann mal. Ganz ohne Gewalt (Wenn’s sein muss, gibt es da schließlich subtilere Methoden).

… weiterlesen





Mit Alexander Zorniger unterwegs auf Sachsens Straßen
Montag, 3. September 2012, 22:07 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Kommerz- & Medienfußball, Medienschau

Der neue, hoffnungsbeladene Trainer von RB Leipzig zählt Hausnummern

Naivität ist ein charmebefreiter Vorwurf, und von Selbstüberhöhung möchte und darf nur gerne über sich selbst lesen, wer bei Helmut Schmidt eine Zigarette schlaucht und dabei einen Schatten auf Franz Beckenbauer wirft. Nach Informationen dieses Blogs ist Alexander Zorniger, der neue Star auf der Trainerbank von RB Leipzig, vielfach gefeiert als Jahrgangsprimus des vergangenen DFB-Trainerlehrgangs, noch ein paar Heldentaten entfernt von einer Bronzestatue am Werner-Seelenbinder-Glockenturm.

… weiterlesen





Als Oliver Kahn noch einmal vom FC Sachsen Leipzig hörte
Sonntag, 17. Juni 2012, 1:41 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 7. März 2013, 20:47 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Medienschau

Wie mich ein denkwürdiges Spiel mit dem Leutzscher Fußball infizierte

Die Flut kam von ganz oben. Das war kein gewöhnlicher Regenguss mehr. Die Ukraine spielte kaum fünf Minuten bei der heimischen Europameisterschaft in Donezk gegen Frankreich, als das Spiel unterbrochen werden musste. Ein Wassermarsch. An so ein Regenspiel könne er sich in seiner Karriere als Torwart nicht erinnern, hatte ZDF-Experte Oliver Kahn im Anschluss gesagt. Doch sein Arbeitgeber wusste es besser.

… weiterlesen





Die Leutzscher Einheit ist kein Selbstzweck
Montag, 11. Juni 2012, 21:33 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 26. März 2016, 11:04 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Spielberichte

Das Lob sei vergiftet, sagt ein Freund am Telefon. Es ist der Tag zwei nach dem beschwingenden Sieg im ‚Derby‘ gegen die SG Leipzig-Leutzsch. Zeit für eine Bestandsaufnahme. „Da sind richtig kreative Jungs im Block, die für gute Stimmung sorgen“, hatte Jamal Engel gegenüber LVZ Online gesäuselt. Es ist das erste öffentliche Lob des SGLL-Vorstandssprechers für die Chemie-Fans, und es ist alles andere als ironiefrei. Vor dem Spiel im Alfred-Kunze-Sportpark hatten Anhänger der BSG Chemie ein Kassenhäuschen gestürmt und einen Ordner der Sicherheitsfirma „Leipziger Löwen“ brutal zusammengeschlagen. Der Verein hat schnell reagiert und die Ereignisse verurteilt. Dieses Vorgehen ist alternativlos. Fans und Verein müssen sich der Kritik stellen, ihre Lehre daraus ziehen. Sich am Leitbild messen lassen, das nicht nur Folklore sein soll.

… weiterlesen