Als Jürgen Bogs bei der BSG Chemie Leipzig abstieg …
Mittwoch, 19. Juni 2013, 23:18 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. Juni 2013, 8:05 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fußball & Politik, Medienschau

… oder warum ich schambefreit für die neue 11 FREUNDE-Ausgabe werbe

1966 ist der Spuk vorbei. Die BSG Chemie Leipzig war noch einmal Pokalsieger geworden, der letzte Ausrutscher im DDR-Fußball nach der außerfünfjahresplanmäßigen Meisterschaft 1964, der Leutzscher Legende. Die besten Spieler werden wegdelegiert, Jahr für Jahr, Alfred Kunzes Mannschaft stürzt in die sportliche Bedeutungslosigkeit – und auf der Tribüne sitzt: Jürgen Bogs.

Der Mann, der 20 Jahre später der erfolgreichste Trainer des DDR-Fußballs sein wird. Der sportliche Arm von Mielkes Stasi, sagen die, die es nicht so gut mit ihm meinen. Für das Magazin 11 FREUNDE habe ich mir ein persönliches Bild von Jürgen Bogs verschafft. Ich habe ihn besucht, begleitet, bewundert. Wie kann Bogs, inzwischen 66, das alles über sich ergehen lassen: den Stasi-Vorwurf in der Endlos-Schleife; die gesamtdeutsche Gleichgültigkeit ihm gegenüber, dem DDR-Serienmeister-Trainer; die privaten Schicksalsschläge? Jürgen Bogs ist nüchtern, aber nicht ernüchtert, er ist einer, der sich durch nichts verrückt machen lässt, und ich weiß, dass diese Antwort kaum zufriedenstellt.

Berlin-Marzahn, Bogs‘ Häuschen steht inmitten der DDR-Plattenbau-Tristesse, ich erzähle von Leipzig und der BSG Chemie. „Da bin ich früher oft hingegangen“, sagt Bogs. Ich bin überrascht. Der spätere Trainer des BFC Dynamo, von 1966 bis 1970 an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig zum Diplom-Sportlehrer ausgebildet, hat sich im unbequemen Leutzsch umgetrieben. Und bei Vorwärts, dem Armeeklub, aber kaum bei Lok. Das war ihm zu weit weg, er wohnte damals in Gohlis.

Bogs, der Pragmatiker und Fußballbesessene, hat sich nie beirren lassen und trainiert jetzt den 1. FC Neubrandenburg in der fünften Liga. Das Wie, Warum und alles andere ist ab sofort in 11 FREUNDE-Ausgabe #140 zu lesen – und dank der faszinierenden Fotos von Lene Münch auch zu sehen.




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3 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Christoph
    Kommentar von
    08.07.2013 um 12:18
    1

    Ein wirklich interessantes Interview, welches ich gern gelesen habe. Sowas und noch vielmehr gehört aber auch ins OstDerby.


  1. Gravatar of BUFC
    Kommentar von
    06.08.2013 um 23:59
    2

    Gern gelesen, ja. Differenziert betrachtet, auch ja. Der Jürgen hat reichlich 10 Jahre den Verein BFC Dynamo trainiert. Das bleibt Zentrum dieser Story und wird immer einen faden Beigeschmack haben. Bis ans Lebensende. So sollte es auch sein.


  1. Gravatar of Wir müssen über RB Leipzig reden | chemieblogger.de – Das Blog rund um die BSG Chemie Leipzig
    3

    [...] Transparenzerklärung: Der Verfasser Bastian Pauly ist bereits selbst für 11FREUNDE als Autor tätig gewesen. [...]




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