Ja, wo wollen sie denn hin?
Mittwoch, 9. Mai 2012, 0:46 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Transfers, Vereinspolitik

Der SSV Markranstädt ist der stille Profiteur des Einstiegs von Red Bull in den Leipziger Fußball. Die Ausgangslage des Wieder-Oberligisten ist besser als vor drei Jahren

Der Schatten ist groß. Der Schatten ist mächtig. Der Schatten bietet Schutz. Geräuscharm hat sich der beflügelte SSV Markranstädt wieder dorthin zurückgekämpft, wo er seine Unschuld verlor: in die Oberliga. Vor drei Jahren verkaufte sich der damalige Fünftligist an das Dosenimperium von Dietrich Mateschitz. Der Deal: Hunderttausende Euro, ausgeschüttet über mehrere Jahre, gegen das Oberliga-Startrecht für den neuen Marketingklub RasenBallsport Leipzig.

Prominent besetzter Kader

Markranstädt hat damals, das wird heute deutlich, alles richtig gemacht. Ein Jahr nach dem Deal mit Fuschl am See wurde die zweite Mannschaft von RB zur neuen ersten des SSV, der Verein spielte fortan in der sechstklassigen Landesliga. Der erste Anlauf missglückte: Der SSV scheiterte in der vergangenen Saison knapp an Fortuna Chemnitz. In diesem Jahr jedoch gelang mit dem einstigen grün-weißen Aufstiegstrainer Jürgen Raab der souveräne Staffelsieg in der Landesliga. Nur zehn Gegentore in 25 Spielen, der Aufstieg steht bereits fünf Runden vor Schluss fest. Eine beeindruckende Bilanz mit einem beeindruckenden Kader. Raab kann auf höherklassig erfahrene Prominenz wie Thomas Kläsener, Enrico Köckeritz, Patrick Bick, Michael Lerchl, Robert Scannewin oder Steven Sonnenberg zurückgreifen.

Möglich macht das der Deal, dessen Details außer Dietrich Mateschitz und Holger Nussbaum wohl nur wenige kennen. Angeblich überweist Red Bull als Dankeschön jährlich eine sechsstellige Summe auf das Konto des SSV. Die Erfolgsaison lässt nicht darauf schließen, dass diese Geldquelle plötzlich versiegt wäre. Jedenfalls frohlockte Markranstädts Gönner Nussbaum im Mai 2009, kurz nachdem die Pläne von Red Bull bekannt wurden, gegenüber der Leipziger Volkszeitung von einer „Win-Win-Situation“:

Wir verscherbeln hier nicht das Tafelsilber – im Gegenteil. Es geht hier um eine langfristige Kooperation, die dem Leipziger Fußball und dem SSV Markranstädt hilft.

Weitere Höhenflüge garantiert

Zumindest im letzten Punkt sollte Nussbaum Recht behalten. In den vergangenen drei Jahren hat der SSV Markranstädt nicht einmal Zeit verloren; schlichtweg unvorstellbar schien es, dass der Klub mit eigener Kraft aus der Oberliga hätte aufsteigen können. Nein, für den SSV Markranstädt, nun zurück in der Oberliga, geht es nicht von vorne los. Die Ausgangssituation ist weitaus besser als vor drei Jahren. Das Personal ist hochkarätig. Der erste Neuzugang, der 22 Jahre alte Meuselwitzer Tommy Kind, kommt folgerichtig aus der Regionalliga. Der Rettungsschirm aus Fuschl am See wird weitere Höhenflüge garantieren.




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