Mit Engels Stimmen: Only a Leutzscher is a German
Dienstag, 20. September 2011, 23:24 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 21. September 2011, 12:18 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Vereinspolitik

„Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“ bleibt bei der SG Leipzig-Leutzsch ein wichtiger Teil des eigenen Selbstverständnisses. Daran haben die Vorfälle im Spiel gegen den Roten Stern Leipzig und die Reaktionen von engagierten Fans, Medien und Politik nichts geändert

Die SG Leipzig-Leutzsch hat ein Nazi-Problem, das die Vereinsführung nicht für ein solches hält. Nach dem Skandalspiel gegen den Roten Stern Leipzig (RSL) wollte Vorstand Jamal Engel statt rassistischer Fanchöre eine „gute Stimmung“ vernommen haben. Als die gut dokumentierten Vorfälle schrittweise öffentlich wurden, sollen es laut Engel dann plötzlich die Gästefans gewesen sein, die das Fehlverhalten der eigenen Anhänger provoziert hätten. Engel drohte dem RSL sogar mit rechtlichen Schritten. Als sich dann jedoch das Rathaus und sogar der Sächsische Fußball-Verband einschalteten, wurde die SGLL-Führung kleinlauter.

Soweit, so bekannt. Doch wer nun denkt, dass in dem einen oder anderen Leutzscher Holzkopf ein Umdenken stattfindet, täuscht sich offenbar. Zum letzten Heimspiel gegen Oberlausitz Neugersdorf ging die SGLL-Führung – wenn auch vorerst in kleiner Öffentlichkeit – erneut in die Offensive. Im Vorwort des aktuellen Programmhefts hat der Vorstand einen weiteren Versuch unternommen, die Vorwürfe zu bagatellisieren. Im Folgenden dokumentiere ich den Beitrag Satz für Satz und von Anfang bis Ende – nicht ohne mir den Kommentar zu sparen.

Der Fußball zeigt der Gesellschaft wieder einmal sein hässliches Gesicht.

Ein vielversprechender Einstieg, der aber …

In Wirklichkeit drückt aber die Gesellschaft dem Fußball ihr hässliches Gesicht auf. Dass der Fußball nur noch wenig mit Fußball zu tun hat, liegt insofern am Fußball, als dass er meint, mehr sein zu müssen als „nur Fußball“.

… bereits mit dem zweiten und dritten Satz Verwirrung stiftet. Eine eigenwillige Dialektik, die statt Antworten zu geben Fragen aufwirft. Ist das eine Coverversion von „Die Anderen sind Schuld“? Die LP mit diesem Song ist populär, wird von den Plattenlegern in den Verbänden hoch und runter gespielt. Die Botschaft oszilliert zwischen dem naiven ‚Politik‘ hat im Stadion nichts zu suchen und dem fatalistischen Das ist halt Fußball.

Auch in Absatz zwei wird rege philosophiert.

Fußball ist und war noch nie die Ursache sozialer Gewaltausbrüche. Weder macht die Abseitsregel Fußballfans zu Rechtsradikalen, noch führen politisch unkorrekte Fangesänge dazu, dass ein aufrechter Bürger nach dem Abpfiff zur Eisenstange greift.

Steilpass! Ich weiß nicht, was die Abseitsregel und der aufrechte Bürger in dieser Diskussion zu suchen haben. Beides scheint es bei der SGLL nicht zu geben – denn Nazis stehen dort nicht im Abseits, sondern augenscheinlich mittendrin.

Wut, Frustration und daraus entstehende blinde Gewaltbereitschaft sind gesellschaftiche Probleme, und sie nehmen unterschiedliche Formen an – eine davon findet im Fußballkontext statt. Der Fußball kann aber Probleme nicht lösen, die er nicht verursacht hat.

Da sind sie wieder, die Anderen. Der Brennglaseffekt in der anonymen Kurve – noch nie gehört. Das Fußballstadion als Rekrutierungsfeld für Neonazis – nicht zu glauben. Soziale Verantwortung von Fußballvereinen – Fehlanzeige. Bemerkenswert, dass es angesichts dieser Erkenntnisse Vereine gibt, wo Nazi-Folklore nicht zum Alltag gehört.

Als würde das nicht alles schon reichen – es bleibt noch ein Schlusswort, das es in sich hat.

Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher

Thank you, merci, tak, köszönöm! Jetzt haben es wirklich alle mitbekommen. Die Strategie ist nicht neu, aber weiterentwickelt: Bloßes, pervertiertes Wiederholen ein und derselben Parole allein reicht noch nicht. Denn Rassismus und Nationalismus funktioniert auch auf ausländisch.

In diesem Sinne: With angels one plays not.

Mit herzlichem Dank an den Hinweisgeber und Quellenlieferant.




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46 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of watte hatte du de daaa
    Kommentar von
    watte hatte du de daaa
    21.09.2011 um 2:20
    1

    Solltest du nicht mal lieber auf die BallSG schauen,und darüber Berichte schreiben,oder interessiert dich der Sport weniger und deine nicht ins Weltbild passende Gegenübertrsitesse mehr?
    Sie gaben die Wahl Herr Pauly…


  1. Gravatar of pete
    Kommentar von
    pete
    21.09.2011 um 2:56
    2

    holy cow!!! fucking sg leutzsch you are just a shame for german football! red star leipzig is awesome!!! RED STAR for life!


  1. Gravatar of desbam
    Kommentar von
    21.09.2011 um 8:04
    3

    Das ist ein Fake, oder? Sag, dass das ein Fake ist.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    21.09.2011 um 9:01
    4

    Ist es nicht.


  1. Gravatar of Chaosblogger
    Kommentar von
    21.09.2011 um 10:46
    5

    Ich bin sprachlos! Einfach nur noch Sprachlos!
    Nunja interesant ist es schon, das der Verein es scheinbar immerwieder versucht sich möglichst bald selbst ins Abseits zu stellen.
    Ich bin mir ziemlich Sicher mit dieser Strategie sind sie auf einem gutem Weg!


  1. Gravatar of Grobi
    Kommentar von
    Grobi
    21.09.2011 um 12:10
    6

    @Bastian:
    Beim Betätigen des Links zum SGLL-Schreiben funzt was nicht. Musste die URL-Zeile manuell nachbearbeiten.
    Eventuell kannste das mal ändern, da sonst nicht draufzugegriffen werden kann, Danke.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    21.09.2011 um 12:19
    7

    @Grobi: Danke für den Hinweis, ich habe es gefixt.


  1. Gravatar of desbam
    Kommentar von
    desbam
    21.09.2011 um 13:01
    8

    Ich kann immer noch nicht glauben, dass das echt ist. So dumm kann man doch nicht sein … Falls doch, frage mich, warum hier nicht auch noch das „Führerlied“ oder der tolle Arier-Spruch in diversen Sprachen abgedruckt wurde. Auch diese hätten damit gleich einen toleranteren, weltoffeneren Anstrich bekommen. Vielleicht hätte man auch einfach alle nicht gaaanz so „arisch-teutonisch-barbarisch“ aussehenden Nachwuchskicker mit „Kühnengruß“ auf einem Foto gruppieren können. Das hätte auch die Bedeutung dieser Geste gleich noch ins Antidiskriminierende hinüber gezaubert. Wahnsinn, auf welche Ideen doch manche Menschen kommen. Wahnsinn.


  1. Gravatar of Almir
    Kommentar von
    Almir
    21.09.2011 um 14:24
    9

    Das Vorwort ist ja wirklich extrem peinlich. Ich habe es mir nun mehrmals durchgelesen um die Aussage zu verstehen, aber der Schreiber (Jamal Engel?) wusste anscheinend selber nicht was er sagen will.
    „Fußball kann aber Probleme nicht lösen, die er nicht verursacht hat.“ ???
    Heißt das, Probleme kann immer nur der Verursacher lösen? Warum steht dann in der Satzung was davon, dass man die persönliche Entwicklung der Kinder in einem gesunden sozialen Umfeld fördern will? Wozu macht man das, wenn es sowieso sinnlos ist? Oder heißt das die SGLL ist Verursacher all der Probleme und muss sie deshalb lösen?
    Den bekannten Spruch noch in unterschiedlichen Sprachen zu drucken passt da gut rein, da weiß auch keiner was das soll.
    So, eigentlich will ich mich aber gar nicht mehr mit denen befassen.


  1. Gravatar of Flohbude
    Kommentar von
    21.09.2011 um 15:52
    10

    Zwei Gedanken aus dem Diskussionsstrang halte ich für bemerkenswert:

    1.) Sollten „wir“ nun nicht doch lieber auf uns schauen?
    2.) Eigentlich will ich mich aber gar nicht mehr mit denen befassen.

    Da steckt viel Wahres drin. Die SGLL wird so weiterwursteln wie bisher. Das ist aber deren Problem. Darauf aufmerksam machen: Meinetwegen. Aber in Maßen. 

    Weshalb diese Zurückhaltung? Das Krebsgeschwür, an welchem der FCS seinerzeit einging, war der fehlende Kern, der dem kompletten Gebilde Inhalt und Energie gab. Wofür stand denn der FCS am Ende? Mir will hier nichts einfallen. Wogegen er stand, umso mehr. Der selbe Trend setzt sich nun nämlich bei der SGLL fort, auch hier ist man sich darüber einig, was man alles nicht will: Linke (oder was man dafür hält), BSGler (was auch immer man damit verbindet), Lokisten (weil wegen immer und so), Aufrichtigkeit (braucht Kritikfähigkeit) und Innovation (benötigt Visionen). Das eigene Selbstbild ist zutiefst negativistisch. Das ist an sich nicht schlimm (Frieden definiert sich ebenfalls nur über die Abwesenheit von Krieg), jedoch in Krisenzeiten wenig produktiv, da es an etwas Gemeinsamen fehlt, dass eine Krise zu meistern ermöglicht.

    Worauf ich hinaus will, ist folgendes: Die BSG, ihr Umfeld und wir müssen uns um einen Kern bemühen. „Wir“ sollten uns Klarheit darüber verschaffen, wie die vielen unterschiedlichen Ansätze der vielen unterschiedlichen Fanfraktionen miteinander in Einklang zu bringen sind. Denn auch bei uns ist das Spektrum sehr breit, was jeder selbst erfahren kann, wechselt er am Spieltag seine Position im Stadion. Und das an sich ist schon hundeschwer, auch ohne ständiges Störfeuer seitens der Polizei oder den „Leutzscher Mitbewerbern“. Daher sollten solche Anekdoten besprochen werden, meinetwegen auch multilingual. 😉 Mehr jedoch nicht. Mutmaßlich sind die Wenigsten BSGler, weil sie keine SGLLer sein wollen.

    Zu Gunsten der eigenen Besinnung über solchen Dingen stehen. Das wäre mal was.


  1. Gravatar of Almir
    Kommentar von
    Almir
    21.09.2011 um 16:10
    11

    @Flohbude

    Danke für den Beitrag, sehe ich genauso.
    Ich denke auch, man sollte aufpassen sich nicht zu sehr über Abgrenzungen zu definieren. Das bindet Leute meist nur sehr kurzfristig. Wir sollten versuchen einen eigenen Weg voranzutreiben, der uns von den anderen unterscheidet, ohne dass wir immer nach rechts und links austeilen müssen. Das zeugt von Souveränität und Selbstvertrauen, und ist viel attraktiver für zukünftige Chemiker.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    21.09.2011 um 16:55
    12

    Einmal mehr ein sehr intelligenter Beitrag von @Flohbude (Danke!). Um Missverständnissen vorzubeugen: Meine Meinung ist (glücklicherweise) nicht repräsentativ für die BSG Chemie. Natürlich muss sich die BSG Chemie mit sich selbst beschäftigen und eine Idee von Fußball entwickeln, die begeistert und mitreißt, keine Frage. Der obige Problemkomplex ist mein persönliches Interessengebiet – daher greife ich es auch immer wieder auf. Wenn sich jemand fragt, warum ich immer wieder darüber schreibe, ist das berechtigt. Aber meine Antwort sollte dann auch auf Verständnis stoßen: Es ist einfach mein individueller Zugang zu Fußball und Fankultur. Ich schreibe darüber, was mir wichtig ist. Das wird auch in Zukunft so bleiben.


  1. Gravatar of Flohbude
    Kommentar von
    21.09.2011 um 19:22
    13

    …und das respektiere und schätze ich.

    Ich wollte es nur grundsätzlich angemerkt wissen. Done. 


  1. Gravatar of Lokfan
    Kommentar von
    Lokfan
    21.09.2011 um 22:58
    14

    Herr Pauly
    Ich hoffe sie haben schon ihre Texte parat wenn unsere 2. gegen den RSL spielt.
    Ich vermute ja das eine Glatze auf dem Haupt schon ausreicht um uns als rechte Terroristen abzustempeln.
     


  1. Gravatar of Ein Block
    Kommentar von
    Ein Block
    21.09.2011 um 23:02
    15

    Peinlich ist nur dieser Blog. Wenn ihr denn schon „Chemie“ sein wollt solltet ihr auch die Geschichte des Vereins kennen. Alle Nazis … Alles klar. Euch Rennen die Zuschauer weg… Warum wohl ? Rote Fahnen sind doch geiler im Stadion als Grün Weiss und kommunistische Lieder sehr melodisch… Politik raus… Das geht bei der BallSG nicht und niemals .
    Liebe Grüße ein entrüsteter Leser


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    22.09.2011 um 5:51
    16

    Also ich kann nicht nachvollziehen, was irgendwelche extremistische Spinnereien mit einem angeblichen Wegrennen der Zuschauer bei der BSG zu tun haben sollen. Genauso kann ich nicht im geringsten nachvollziehen, wieso man sich in einem „chemieblogger“ permanent damit beschäftigen muss, was bei der SGLL angeblich passiert. Ich habe bisher keinerlei Antworten darauf erhalten (anderes Thema hier), wie menschenverachtend Steckbriefaktionen sind und was die (nachweislich) aktenkundigen Dinge rund um einen Herrn Gerlach von vor 8 bis 10 Jahren (so wurde es ja hier verlinkt) mit der Gegenwart zu tun haben sollen. Einfach noch mal: Wenn Ihr Euch mit Extremismus beschäftigt, dann bitte mit jeglicher Form davon. Unterlasst diese BILD-ähnlichen Pauschalurteile. Das ist übelste Stimmungsmache und geht völlig am Eigentlichen vorbei. Der Sport wird kaputt gemacht durch die permanente und am Wesentlichen vorbei gehende Politisiererei. Aber das hieße wohl hier, Eulen nach Athen zu tragen (was für eine Metapher…..in der heutigen Zeit). 

    So, und nun warte ich wieder auf die üblichen Anfeindungen der Blablas….. Ich nehm`s mit Gelassenheit. Mancher hier schadet der BSG permanent.  


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    22.09.2011 um 8:55
    17

    Jan, ich wehre mich gegen den Bild-Vorwurf und die Behauptung, das wären „irgendwelcheh extremistischen Spinnereien“. Du weißt genau so gut wie ist, dass Antifaschismus oder auch „Humanismus“ (je nach Standpunkt) nichts mit ‚Extremismus‘ zu tun haben. Außerdem geht es hier doch gar nicht um unreflektierte Meinungen, sondern um Fakten.


  1. Gravatar of Bruder Paulus
    Kommentar von
    Bruder Paulus
    22.09.2011 um 15:59
    18

    Herr Pauly,

    Sie sehen die Welt immer nur aus Ihrem Blickwinkel, von ganz links außen. Dabei gilt es doch das Selektierende in den eigenen Antifa-Reihen mal anzuprangern. Antifaschist darf nämlich nicht jeder sein, siehe die bevorstehende Demonstration gegen die Odermannstraße und den Auufruf dazu.

    Als Lokist, der links-grün wählt und denkt, finde ich Ihren Blog sehr sehr bedenklich, denn er betrachtet die Szenerie permanent ohne ( dringend notwendige ! ) Selbstreflektion.

    Nichts für ungut…


  1. Gravatar of Randleipziger
    Kommentar von
    Randleipziger
    22.09.2011 um 17:24
    19

    Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus. ( Ignazio Silone,Schriftsteller und Sozialist)


  1. Gravatar of Wudy
    Kommentar von
    Wudy
    22.09.2011 um 17:42
    20

    @Randleipziger: Das Zitat ist eine Fälschung, der Satz taucht in Silones Schriften nirgends auf.


  1. Gravatar of Almir
    Kommentar von
    Almir
    22.09.2011 um 17:42
    21

    Man muss ja schon sagen, dass das hier ein privater Blog ist und der Blogger das ansprechen kann, was ihm auf der Seele brennt.
    Problem ist wahrscheinlich dass dieser (sehr gute) Blog über die Jahre für viele zu einer wichtigen Quelle und Plattform für viele Chemiker geworden ist und viele diesen daher auch als sowas wie ein „offizielles Organ“ und wichtiges Mittel der Außendarstellung ansehen.
    Ich finde es gut wenn der Finger in die Wunde gelegt wird, d.h. wenn das, was bei der SGLL passiert kritisch begleitet wird. Womit ich ein Problem hatte, war die nach meiner Meinung herauszulesende Euphorie (nicht nur hier) vor dem Spiel gegen RSL nach dem Motto: „Ha ha ha, heute zeigen wir mal allen, was für Nazis dort sind.“ und die darauffolgende Genugtuung welche gefunden zu haben. Denn dadurch gibt es keinen Nazi weniger auf der Welt.
    Um eine kleine Schleimspur zu ziehen: An dieser Stelle aber auf jeden Fall mal DANKE für die letzten  Jahre, in denen der Blog für mich zu einer festen Adresse geworden ist.


  1. Gravatar of Only a Leutzscher is a German? « URS – Ultras Roter Stern
    22

    [...] [via] […]


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    23.09.2011 um 4:43
    23

    @Basti
    1. Zusammenhang mit „extremistischen Spinnereien“ bezieht sich auf die „Anmerkung“ eines Antwortenden, dass angeblich der BSG die Zuschauer wegrennen wg. der Politik.
    2. Nach wie vor ist die hier verlinkte Steckbriefaktion für mich menschenverachtend und in Bezug auf Gerlach absolut schlecht (vermutlich mit Absicht) recherchiert! Das ist BLIND-Niveau und schadet.
    3. Die hier durchklingende Pauschalverurteilung eines ganzen Vereins hatten wir schon in Bezug auf Lok. Das ist einfach nur primitiv und wegen der Einbeziehung hunderter Kinder und ehrenamtlicher Nachwuchsleute eine Infamie.
    Also werden wir uns immer dann streiten. wo Du, lieber und hochgeschätzter Basti, in linkspopulistisches Propagandaniveau abgleitest.

    Anmerkung: Die Peinlichkeiten des Herrn Engel interessieren mich nicht die Bohne. Lasst doch sowas einfach mal unkommentiert stehen. Mich interessieren ausschließlich die Peinlichkeiten, die wir unserer BSG anteeren. Engel werden fliegen lernen, aber wir haben nun mal nur diese eine BSG und ich hab keine Lust drauf, dass unser Verein zur Agitatorenzelle verkommt. 

    Jetzt werden die Punktspiele der BSG Chemie schon verschoben, nur weil Demonstrationen stattfinden. Genau DAS meine ich: Der Sport wird kaputt gemacht; schleichend, kontinuierlich und durch MIssbrauch. Und genau DAS nervt und führt z.B. auch dazu, dass sich dieser Staat inzwischen polizeiliche Maßnahmen in Zusammenhang mit unseren Spielen anmaßt, die immer unerträglicher werden.

    Einfach mal darüber nachdenken, bevor mich die Blablas dieser Welt womöglich wieder beschimpfen: Extremismus hat zwei Seiten = eine rechte und eine linke…. „Komisch“ nur, dass sich diese Seiten historisch immer wieder einig waren in vielen Dingen. 


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    23.09.2011 um 11:58
    24

    Es ist bemerkenswert, dass, wer sich – wenn auch hier nur rhetorisch – gegen Diskriminierung, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Neonazis einsetzt, wer liberale Werte, Emanzipation und Toleranz einfordert, direkt oder indirekt als „Linksaußen“ (@Bruder Paulus), „Extremist“ (@J.Meurer) oder „Faschist“ (@Randleipziger) bezeichnet wird. Das zeugt davon, dass hier einige Menschenfeindlichkeit und Neonazismus eben nicht als Problem begreifen, sondern als etwas, das man irgendwie tolerieren müsste (ist ja schließlich eine Demokratie), das halt irgendwie dazu gehören würde (ist ja schließlich Fußball). So wird der Spieß umgedreht: Die Bedrohung sind dann plötzlich nicht mehr die Neonazis, sondern die, die ihnen entgegentreten. Ist das nicht absurd?

    Vereinzelt wird hier „Selbstreflexion“ eingefordert. Ja, ich bitte darum: In den Kommentaren wird immer wieder mit der Extremismusvokabel hantiert. Dass diesem Begriff nicht nur problematische Implikationen (die stark vereinfachende, nicht haltbare Gleichsetzung verschiedener „Ismen“, vor allem von Links und Rechts; sowie die Verortung von Gefährdungen für die Demokratie ausschließlich an den politischen Rändern, nicht jedoch in der „guten“ „Mitte“, der per se eine weiße Weste bescheinigt wird) zu Grunde liegen, sondern dass er auch als eine diskursive, neurechte Strategie fungiert, ist Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Zum Einstieg empfehle ich Gero Neugebauer (übrigens publiziert für die Bundeszentrale für politische Bildung, die wohl der obigen Vorwürfe erhaben sein sollte) und Christoph Butterwegge – beide sind renommierte Politologen, die Texte sind leicht verständlich.


  1. Gravatar of Storch
    Kommentar von
    Storch
    23.09.2011 um 12:39
    25

    Das zeugt davon, dass hier einige Menschenfeindlichkeit und Neonazismus eben nicht als Problem begreifen, sondern als etwas, das man irgendwie tolerieren müsste (ist ja schließlich eine Demokratie), das halt irgendwie dazu gehören würde (ist ja schließlich Fußball). So wird der Spieß umgedreht: Die Bedrohung sind dann plötzlich nicht mehr die Neonazis, sondern die, die ihnen entgegentreten. Ist das nicht absurd?

     
    Selten so einen Schwachsinn gelesen!
    Aber kennt man ja von dir, solche Pauschalisierungen. Die SGLL und deren Anhänger ist eine Fascho-Bande und desweiteren sehen die, die dir hier Konter geben, Menschenfeindlichkeit und Neonazismus nicht als Problem, sondern als Meinungsfreiheit in einer Demokratie.
    Vielleicht solltest vorher mal nachdenken, bevor du hier in deinen Blog solchen Unsinn reinschmierst!


  1. Gravatar of grün
    Kommentar von
    grün
    23.09.2011 um 12:49
    26

    Diese ganze Blog ist so lächerlich! Nenn ihn doch Anti-SG Blog …. was anderes als ne politische Plattform zum Diffamieren diverser Komkurrenten ist es nicht. Wenn es sportlich und fanmäßig (die Massen der Ballsg gg. Plauen 2 bei angeblich 1200 fans *lach*) nicht läuft muss man den anderen fertig machen. Ließ dir die Überschreiften der letzten Artikel mal durch und schalte dabei dein Gehirn ein. So ein pseudointelektueller Abiturabbrecher und  Möchtergern Betriebswirt …. schreib deine Beiträge im Keller doch über euch selbst oder gibts da nicht mehr an negativen oder postiven Sachen außer Ernüchterung und halt der Realität!


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    23.09.2011 um 12:54
    27

    Nachtrag noch an @Almir: Danke, das weiß ich zu schätzen.


  1. Gravatar of JF
    Kommentar von
    JF
    23.09.2011 um 13:01
    28

    Jaja, so kennt man das. In dieser wie in anderen Diskussionen vertritt man die eigene Meinung mit Vehemenz. Was eine Diskussion aber im Kern ausmacht, ist jannicht nur das austauschen von Meinungen, sondern auch das „zuhören können und das zuhören wollen“, um eventuell andere Standpunkte nicht nur kennenzulernen, sondern auch die Möglichkeit einzuräumen, andere Überlegungen ernsthaft zu prüfen, um davon profitieren zu können. Das darf am Ende manchmal auch dazu führen, dass man manches überdenkt, abmildert oder bestätigt sieht.
    All diese Eigenschaften fehlen offensichtlich und bedauerlicherweise den meisten, die sich an dieser Stelle oder auch anderswo zu Wort melden. Es dominieren die bekannten Reflexe und scheinargumente, gepaart mit einer Art sturem sendungsbewusstsein, das einen Einfluss gegensätzlicher Argumente unmöglich macht. Streitkultur sieht anders aus …


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    Sündenbock03
    23.09.2011 um 14:39
    29

    @Bastian: Das Problem ist, dass zum Verständnis deiner Artikel weitaus mehr vonnöten ist als die bloße Kenntnis von Begrifflichkeiten wie „links“, „rechts“, „Extremismus“ usw.
    Es ist jedoch nicht deine Aufgabe, die Resultate mangel- bzw. schlichtweg fehlerhafter Lehrpläne sowie (aus guten Gründen) vereinfachende Medienberichterstattungen zu diesem Thema zu bekämpfen.
    Ich bezweifle leider, dass irgendjemand deiner „Kritiker“ sich die von dir verlinkten Abhandlungen zur Extremismus-/Totalitarismustheorie zu Gemüte führt, geschweigen denn, schlicht und ergreifend mal auf deine Argumente einzugehen und sie ggf. zu widerlegen – wie es in Debatten und Diskussionen normalerweise üblich ist. Viel einfacher ist es doch, auf sinnentleerte Phrasen wie „rechts wie links, im Hirn ham se beide nix!“ zurückzugreifen.
    Ich bewundere aber deinen guten Willen und deinen Elan, der mir schon längst abhanden gekommen ist.


  1. Gravatar of Flohbude
    Kommentar von
    23.09.2011 um 14:59
    30

    Für alle, die hier einen Niveaulimbo befürchten („Selten so einen Schwachsinn gelesen!“) oder deren Argumentation nur auf der prinzipiellen Abwertung des Diskursmediums Chemieblogger („Diese ganze Blog ist so lächerlich!“) basiert, hier etwas Echtes, Inhaltliches, Handfestes, Klassisches, Beständiges, Traditionelles vom Godfather of Nachdenken himself: Platon!
    Das Höhlengleichnis
    Platon beschreibt einige Menschen, die in einer unterirdischen Höhle von Kindheit an so festgebunden sind, dass sie weder ihre Köpfe noch ihre Körper bewegen und deshalb immer nur auf die ihnen gegenüber liegende Höhlenwand blicken können. Licht haben sie von einem Feuer, das hinter ihnen brennt. Zwischen dem Feuer und ihren Rücken befindet sich eine Mauer. Hinter dieser Mauer werden Bilder und Gegenstände vorbeigetragen, die die Mauer überragen und Schatten an die Wand werfen. Die „Gefangenen“ können nur diese Schatten der Gegenstände wahrnehmen. Wenn die Träger der Gegenstände sprechen, hallt es von der Wand so zurück, als ob die Schatten selber sprächen. Da sich die Welt der Gefangenen ausschließlich um diese Schatten dreht, deuten und benennen sie diese, als handelte es sich bei ihnen um die wahre Welt.
    Was würde passieren, wenn man einen Gefangenen befreien und ihn dann zwingen würde, sich umzudrehen? Zunächst würden seine Augen wohl schmerzlich vom Feuer geblendet werden, und die Figuren würden zunächst weniger real erscheinen als zuvor die Schatten an der Wand. Der Gefangene würde wieder zurück an seinen angestammten Platz wollen, an dem er deutlicher sehen kann.
    Weiter: Was würde geschehen, wenn man den Befreiten nun mit Gewalt, die man jetzt wohl anwenden müsste, an das Sonnenlicht bringt? Er würde auch hier zuerst von der Sonne geblendet werden und könnte im ersten Moment nichts erkennen. Während sich seine Augen aber langsam an das Sonnenlicht gewöhnten, würden zuerst dunkle Formen wie Schatten und nach und nach auch hellere Objekte bis hin zur Sonne selbst erkennbar. Der Mensch würde letztlich auch erkennen, dass Schatten durch die Sonne geworfen werden.
    Erleuchtet würde er um keinen Preis sein altes Leben in der Höhle wiederaufnehmen wollen, und wenn er es doch täte, über seine Erkenntnisse berichten. Da sich seine Augen nun jedoch umgekehrt erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen müssten, könnte er (zumindest anfangs) die Schattenbilder nicht erkennen und gemeinsam mit den anderen deuten. Aber nachdem er die Wahrheit erkannt habe, würde er das auch nicht mehr wollen. Seine Mitgefangenen nähmen ihn als Geblendeten wahr und schenkten ihm keinen Glauben: Man würde ihn auslachen und „von ihm sagen, er sei mit verdorbenen Augen von oben zurückgekommen“. Damit ihnen nicht dasselbe Schicksal zukäme, brächten sie von nun an jeden um, der sie „lösen und hinaufbringen“ wollte.

    (Quelle: Politeia 514a–517a, frei nach Wikipedia)

    Möge Dir, Basti, das erspart bleiben. Bedenke: Du bist nicht allein, es waren auch schon Andere an der Sonne. Und an die anderen: Glaubt nicht, dass es in der Höhle immer so kuschelig bleiben wird wie jetzt. Je lauter ihr heute schreit, desto mehr werden euch morgen die Ohren klingeln. Das haben abgeschlossene Räume so an sich.


  1. Gravatar of Grobi
    Kommentar von
    Grobi
    23.09.2011 um 23:18
    31

    @grün, Beitrag 26:
    Lange musste ich warten auf seine inhaltslosen Beiträge. Und nun endlich…ist schon das erste Wort im Satzbau falsch!!! 🙂


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    24.09.2011 um 11:02
    32

    @JF, @Sündenbock03, @Flohbude, @Grobi: Thanks for your support.


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    24.09.2011 um 12:37
    33

    Es geht hier nicht um die von Dir @Basti angesprochene Verharmlosung von irgendwas und es ist sicherlich nicht die Notwendigkeit zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung, wohl aber die Ausseinandersetzung mit Einseitigkeit, Pauschalisierung und somit ein „Verpuffungseffekt“. Streit hat wohl viel mit Kultur zu tun. Man darf (!!!) nicht anderer Meinung sein sondern man MUSS (!!!) und es wäre gut, wenn differenzierte Sichtweisen auch hier nicht nur respektiert sondern gewünscht wären. Mit „Thanks for your support.“ ist nichts zu erreichen, weil blankes Zustimmungsverhalten der Einseitigkeit Vorschub leistet. Ich mische mich ein, weil mir Pauschalverurteilungen und daraus entspringende neue Eskalationen (die hoffentlich nur gedanklicher Natur sind) vor allem vor dem Hintergrund auch negativer Solidarisierungseffekte gefährlich und teilweise (siehe diesen bewussten Steckbrief) einfach nur widerlich sind. Ist nur der Demokrat und Humanist, der die Dinge sieht wie einige hier? Nein, ich bin kein Patriot, aber was ist mit denen? Sind das alles Nationalisten? Möglich, dass sich ein Dilemma auch auf Grund der Lebenswege und -erfahrungen abzeichnet: Es ist mir einfach unerträglich, Dinge nur durch die „linke Brille“ diskutieren zu wollen. 
    Für das Verständnis, wie Du @Sündenbock es sicherlich meinst, ist nicht sehr viel mehr nötig. „Er“ will einfach den Finger in die Wunde legen, wie man so schön sagt, und dass (ausdrücklich) vom Ansatz her mit recht! Allerdings ist das „Instrument“ nicht genügend geschärft und dadurch wird die Wunde nur noch mehr aufgerissen. Auf schlechter Recherche basierende Benennung von angeblichen Nazigrößen und in der Summe von Wahrnehmungen ausgesprochene Pauschalisierungen sind der Sache (demokratischer Sport) nicht dienlich. Darum meine Widerspruch.
    Nur ein Beispiel, warum ich nun mal meine Klappe nicht halten werde (auch wenn Euch das hier nervt): Die ganze Situation rund um das Fanprojekt Leipzig ist ein einziger Skandal! Und wenn man schon eine Rechts-/Links-Debatte führt, dann sollte mal jeder der in verantwortlicher Position als Linker agiert sein selbstzufriedenes Gehabe der vergangenen Monate und Jahre dahingehend reflektieren, was am Ende an Verantwortungslosigkeit steht = seit Monaten haben die jugendlichen Fußballfans gar keinen Anlaufpunkt/keine Beratung/keine Betreuung mehr. War es DAS wert?  
    Nun ja, es gäbe hunderte von Dingen, über die man diskutieren könnte. Ich finde (auch ohne Platon), dass für den Erfolg demokratischer und humanistischer Gesellschaftsformen Pauschalisierungen und Ausgrenzungen kein Mittel sind. Und ob Ihr mir das glaubt oder nicht: Ich hab nun schon zwei erlebt (Wer kann das schon von sich sagen?) und kann weder sagen, dass bis 89 alles einfach nur MIst war und jetzt alles prima oder umgekehrt. Uns geht in der Diskussion das Differenzierungsvermögen ab. Und um es ganz kurz zu machen (wg. vor 89): Meine Skepsis ggü. allem „Linken“ hat einen sehr persönlichen Grund, denn dieser angeblich so soziale Ansatz hat mich in Bezug auf mein schwerstbehindertes Kind bis zu seinem Tod 87 durch die Hölle gehen lassen. Der Umgang mit Schwachen war die faschistoide Seite der angeblichen „Linken“ und da kommt man nicht drum herum. Wir können gern mal eine Euthanasiediskussion führen, denn es sind nicht nur die Gaskammern von Bernburg und auf dem Sonnenstein, denn es gibt auch gelenkte Euthanasie durch Unterlassung, weil das angeblich „Schwache“ nämlich nur und ausschließlich als störend für die jeweiligen Eliten empfunden wird. Mag sein, dass genau dieses Erleben mir Pauschalisierung und enorme Skepsis geradezu aufzwingt. Ist aber nun mal so und da bekomme ich nun mal Wut, wenn hier pauschal von „Lok“ oder der „SGLL“ gesprochen wird, wenn es um „Nazis“ geht. Das bringt uns nicht weiter und vor allem ist es eine Sauerei denen gegenüber, die auch in diesen Vereinen einfach nur Sport machen wollen, den Ehrenamtlichen und Kindern. Kann sein, ich bin ein Träumer. Aber ich hab nun mal jahrelang mit den Nachwuchsleuten von Lok zu tun gehabt und viele Nachwuchsleute von früher sind jetzt bei der SGLL. Ich wehre mich einfach dagegen (genau wie gegen diesen Scheißsteckbrief, auf dem ich auch viele erkenne, die nie und nimmer „Nazis“ sind), wenn eine Beurteilung von Wahrnehmungen und deren Benennung (zweifellos wichtig) als Waffe gegen alle und alles eingesetzt wird. 

    Entschuldigung; es ist etwas lang geworden. Zweifellos (@Sündenbock bzw. Flohbude) sollte man über entsprechendes Hintergrundwissen verfügen. um sich in eine Debatte einzumischen. Allerdings nutzt mir Plato bzw. die wissenschaftliche Deutung des Extremismusbegriffs nur begrenzt, wenn dagegen auch meine persönlichen Erfahrungen stehen, die ich nun mal nicht (es ist manchmal wie ein Trauma, auch nach fast 25 Jahren noch) mit Theorien bzw. vollmundigen Ankündigungen und Erklärungen in Übereinstimmung bringen kann.

    Übrigens (Support): Mach weiter Basti! Mit wem sollte ich mich wohl sonst auf hohem Niveau streiten? 


  1. Gravatar of Alex
    Kommentar von
    Alex
    24.09.2011 um 14:09
    34

    Es ist bemerkenswert, dass, wer sich – wenn auch hier nur rhetorisch – gegen Diskriminierung, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Neonazis einsetzt, wer liberale Werte, Emanzipation und Toleranz einfordert, direkt oder indirekt als „Linksaußen“ (@Bruder Paulus), „Extremist“ (@J.Meurer) oder „Faschist“ (@Randleipziger) bezeichnet wird.

    Nun ja, es kommt nicht nur darauf an, für oder gegen was man sich einsetzt. Es kommt eben auch darauf an, welche Mittel man einsetzt. Dieser unsägliche Steckbrief gehört zu den Mitteln, die ich zutiefst verachte. In diesem Steckbrief steckt nicht „gegen Diskriminierung“, steckt nicht „gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und es sind ganz sicher auch keine „liberalen Werte“ enthalten. Es sind mit Sicherheit Nazis auf diesem Steckbrief abgebildet. Sollte es aber versehentlich eine Person erwischt haben – nicht unwahrscheinlich, wenn noch nicht einmal Spitznamen bekannt sind – die keine Nazis sind, dann ist so eine Aufnahme in einen Steckbrief wohl eher eine personenbezogene Menschenfeindlichkeit.   
    Öffentliche Steckbriefe sind für mich alles, aber garantiert kein liberales Mittel im Kampf gegen Nazis. Und in diesem Zusammenhang ist es mir auch völlig egal, ob dieses Mittel von beiden Seiten seit Jahrzehnten eingesetzt wird. Also entweder Einsatz für liberale Werte oder ein, dann aber bitte nicht liberal ummantelter, Kampf mit allen Mitteln. So ehrlich sollte es dann schon zugehen.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    24.09.2011 um 15:26
    35

    Dieser Steckbrief war nie ein Thema hier im Blog – wo ist der Bezug zu dem, was ich schreibe?


  1. Gravatar of Alex
    Kommentar von
    Alex
    25.09.2011 um 10:47
    36

    Zugegeben, ich habe da einen argumentativen Schulterschluss vermutet, den es so ausgesprochen nicht gibt. Dass es hier Kritik an diesem Steckbrief in Kommentaren, nicht aber in deinen Beiträgen zu lesen gibt, kann beim subjektiven Charakter und der subjektiven Themenauswahl eines Blogs natürlich auch kein Vorwurf sein. Mangels Impressum oder gar „Gesicht“ der Steckbrief-Macher habe ich mich wohl reflexartig hier verewigt. Entschuldige also bitte diese unzulässige inhaltliche Verbindung, die an keiner Stelle dieses Blogs nachzulesen ist.   


  1. Gravatar of Bruder Paulus
    Kommentar von
    Bruder Paulus
    25.09.2011 um 21:30
    37

    Herr Pauly, warum haben Sie nicht die Größe wie im in keinster Weise weniger intellektuell wirkenden Beitrag  ( Gruß an @Suendenbock, weniger Arroganz wäre der Sache sicher dienlich ) von @Alex angemahnt bestimmte Dinge von der linksextremen Seite anzuprangern ? Menschenjagd per virtuellem Steckbrief kann kein Humanist, schon gar kein linker, gutheißen.
    Schade, Sie sind ein intelligenter Mensch, aber in Punkto einseitiger Betrachtungsweise haben Sie einen Spitzenplatz inne.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    26.09.2011 um 13:38
    38

    @Bruder Paulus:

    Wo ein Beitrag über Neonazis und das Wegsehen in der Kurve doch überall hinführen kann. Jetzt sind wir auf einmal bei „den Linksextremen“ – schön (und das darf man jetzt gerne arrogant nennen). Ursache (Neonazis) und Wirkung (Proteste dagegen – egal in welcher Form, ob mit Gewalt oder ohne) sollten nicht vertauscht werden. Ich weiß bis heute nicht, um welchen „Steckbrief“ und um welche „Menschenjagd“ es gehen soll.

    Auch habe ich – nicht nur in Leipzig – noch keine „linksextreme“ Menschenjagd gesehen. War schon mal jemand dabei? Wer wird da gejagt: Neonazis? Mercedes-Fahrer? Banker? Ich bitte um Aufklärung. Wie viele Todesopfer hingegen durch neonazistische Gewalt zu beklagen sind, darüber gibt es genaue Auskünfte.

    Ich habe mit diesem ominösen „Steckbrief“ und der „Menschenjagd“ nichts zu tun, muss mich weder dafür rechtfertigen, noch davon distanzieren. Ich spreche hier nicht „für Chemie“, „für die Linken“ oder für wen auch immer, sondern nur für mich.


  1. Gravatar of Bruder Paulus
    Kommentar von
    Bruder Paulus
    26.09.2011 um 14:25
    39

    15.04.2011 Quelle: DIE ZEIT

    „Erstmals sind sogar mehr Personen durch linke als durch rechte Gewalt verletzt worden“, erklärt Innenminister Friedrich.

    Man kann übrigens den rechten Rand auch bekämpfen ohne auf dem ultralinken Auge ( bewusst ) blind zu sein. Schadet nur der Sache.


  1. Gravatar of „Only a Leutzscher is a German“ – the neverending crap « RASH Leipzig
    40

    [...] Weiterlesen GA_googleFillSlot("468x60_after_first_blog_entry"); [...]


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    Sündenbock03
    26.09.2011 um 15:08
    41

    @J.M.: Ich gebe dir vollkommen Recht. Volkshygienepläne/-programme sind auch dann zu verurteilen, wenn sie von Linken stammen, genau wie alle anderen Missstände wie z.B. staatliche Gewalt und Überwachung – völlig unabhängig davon, ob der Souverän faschistisch, realsozialistisch oder demokratisch ist.
    Bastian ist jedoch weit davon entfernt, die DDR oder in kommunistischem Namen begangene Verbrechen gutzuheißen. Beim Spiel Roter Stern gegen SGLL waren nun mal keine pro-stalinistischen Gesänge zu vernehmen (wie auch, der RSL distanziert sich meines Wissens von Stalinismus), nationalistisch-völkisch motivierte Parolen sehr wohl.
    Wäre dies anders herum, würde ich dem Autor definitiv zutrauen, dies auch zu thematisieren.
    Die „Steckbriefe“ (naja, eigentlich sind sie ja keine) in der aktuellen Gammaausgabe finde auch ich nicht okay, weil man sich mit ihr auf die Ebene des Staatsapparates begibt, dessen Methoden gerade von linker Seite sonst stets angeprangert werden.
    Höchste Zeit, dass es wieder ein Fanprojekt mit einem Träger gibt, der sich der Problematik wirklich annimmt.


  1. Gravatar of If the Führer knew, what Chemie Leipzig is « Brandis
    42

    [...] Mit Engels Stimmen: Only a Leutzscher is a German bei chemieblogger. GA_googleFillSlot("468x60_default"); [...]


  1. Gravatar of Obacht: Leutzscher doch nicht alles Deutsche « Hallo Borna!
    43

    [...] Chemieblogger und tatortbrandis [...]


  1. Gravatar of Emil H.
    Kommentar von
    Emil H.
    07.10.2011 um 12:56
    44

    Eine kleine Anmerkung meinerseits in Richtung von Hr. Meurer.
    Ohne den Inhalt ihrer Ausführungen diskutieren zu wollen, in Bezug auf Hr. Gerlach sind die Vorwürfe nicht unbedingt haltlos. Sie können sich ganz bequem die Verfassungschutzberichte 2009 und 2010 Thüringens als PDF herunterladen und im Namensverzeichnis am Ende den Hinweisen auf Hr. Gerlach folgen.

    MfG
    Emil H.


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    27.10.2011 um 17:54
    45

    @Emil H.
    Hab ich gemacht. Danke für den Tipp. Ändert aber nichts an meinen erheblichen Bedenken gegenüber einer undifferenzierten Diskussion und Medienarbeit (siehe auch „Die Vermummten in Radebeul“). Es gibt sowas wie Verantwortung bei der Berichterstattung und Bewertung………..


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    27.10.2011 um 22:00
    46

    Lob von @J.Meurer! Das hänge ich mir übers Bett.

    @NORTHEND:

    Großer Kommentar. Persönlich (wahrscheinlich geht das jetzt eher auch an @dröhn) habe ich überhaupt keine Affinität zu Pyrotechnik, aber ich finde es einfach ein berechtigtes Interesse, so zu feiern und auch dafür zu kämpfen. Dass es gefährlich ist, habe ich eingeräumt. Aber nur, weil Pyro verboten ist, heißt das noch lange nicht, dass es keine Möglichkeit gibt, das in gewisse Bahnen zu lenken, in denen das Zeug kontrolliert und verantwortungsbewusst abgebrannt werden kann. Ich bin gegen Verbote, und das ist einfach auch meine persönliche Grundauffassung. Ich Leutzsch ist es so (ja, anders als im engen Bundesliga-Stadion), dass sich jeder persönlich entscheiden kann, ob er dorthin geht, wo die Funken sprühen.

    Also: Mit dem Zweiten sieht man besser – und ist auf dem Auge doof. Nein, aber große Worte, wie ich oben schon gesagt habe. Ich habe einen unglaublichen Respekt vor Dynamo, auch das ist eine persönliche Geschichte, der Verein gehört für mich, was Aura und Support angeht, einfach nach Europa. Viel Erfolg dabei.

    @Bruno Plache: Selbstherrlich? Das nehme ich mir an. Und ist sicher nicht unberechtigt. Aber wir haben in der Sache auch unterschiedliche Brillen auf. Also musst du das ja kritisch sehen. Das ist auch gut so. Kritische Debatten sind gut, solange man sich auf Augenhöhe bewegt. Also danke für deinen Beitrag.




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