Widerstand von unten
Donnerstag, 17. Februar 2011, 21:46 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Sonntag, 20. Februar 2011, 8:38 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Fußball & Politik, Kommerz- & Medienfußball, Vereinspolitik

Nach dem geräuschvollen Nein der Mitglieder des 1. FC Lok Leipzig gegen eine Nachwuchskooperation mit RB Leipzig bringt sich der FC Sachsen als möglicher Partner in Stellung. Doch auch dies bleibt nicht ohne Widerspruch in der Basis.

Gerüchte klingen anders: Gestern meldete die Bild weit fortgeschrittene Verhandlungen zwischen FC Sachsen und RasenBallsport Leipzig. Es geht um eine Kooperation im Nachwuchsbereich, für die Red Bull pro Saison 10 000 Euro zahlen will. Als Gegenleistung bieten die Leutzscher freien Zugriff auf ihre Nachwuchstalente. „Solche Kooperationen bieten für alle Beteiligten finanzielle Vorteile“, sagte Heiko Kratz gegenüber der Bild. Ohne den Insolvenzverwalter geht beim FC Sachsen nicht mehr viel. Nach dem Rücktritt von Vorstandsboss Lars Ziegenhorn herrscht ein Vakuum an der Vereinsspitze. Mit Uwe Seemann und Matthias Weiß ist der Vorstand bis auf zwei Personen ausgedünnt. Ziegenhorn, so Kratz weiter, soll ein „Verfechter einer unabhängigen Lösung“ gewesen sein. Doch mit der Personalie hat sich für Kratz wohl auch diese Baustelle erledigt. Der neue Interimsboss Seemann hebt jedenfalls heute in der Bild den Daumen: „Wir gehen bei der Kooperation kein Risiko ein. Von einer soliden Zusammenarbeit hätten beide Seiten etwas.“

Es ist die Ironie der Geschichte, dass die Mitglieder des 1. FC Lok Leipzig eben jenem Kooperationsmodell eine klare Absage erteilt hatten. Ex-Lokführer Steffen Kubald hatte der Zusammenarbeit einst im Alleingang zugestimmt – die aktiven Fans goutierten das nicht, es regte sich Widerstand. Der Anfang vom Ende der Ära Kubald. Die Mitglieder sammelten 12 000 Euro und lehnten die Kooperationsvereinbarung ab. Kubald warf nicht nur, aber vor allem wegen des breiten Widerspruchs das Handtuch.

Keine Duldung von Widerspruch

Trotz ihrer Erfolge erntete die vereinsinterne Oppositionsbewegung Kritik. Auf dem Symposium „Leipzig Sportfrei?!“ kritisierte Michael Mamzed, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, die Entscheidung der Mitglieder als unvernünftig – und schickte eine abfällige Bemerkung über vereinsinterne Demokratie hinterher. Auch die Bild rührt kräftig die Werbetrommel für eine Zusammenarbeit mit dem designierten Bundesligisten: 10 000 Euro seien „kein Pappenstiel für einen Oberligisten“, hieß es gestern. Und heute legt die Bild nach: „Aufschlag aber nicht ausgeschlossen!“ Leipzigs hoffnungsvolle Talente könnten zukünftig gehalten werden, frohlockte das Blatt. „Hoffentlich ist diese Botschaft bald bei allen angekommen…“

Es ist ebenso bemerkenswert wie befremdlich, wie schmal der Tolerierungsgrad für Widerspruch in der Leipziger (Sport-)Öffentlichkeit ausgeprägt ist. Demokratische Entscheidungsprozesse werden diskreditiert, Kritik an der Vereinspolitik und die Frage nach alternativen Wegen mit Arroganz und Ignoranz abgetan. Was Red Bull in Leipzig aufbaue, sei ein innovatives Projekt, werde Prosperität nach Leipzig bringen, für ein „Jobwunder“ sorgen (dazu kritisch die Leipziger Internet Zeitung), so der Tenor. Umweltschützer, die unbequeme Fragen stellen, oder Vereinsmitglieder, die das Projekt Bundesligafußball nicht auch noch auf ihren Verein übertragen wissen möchten, erscheinen in diesem Wahrnehmungshorizont als unbequeme Blockierer. Selbstreflexion bleibt seitens der Handelnden hingegen eine Fehlanzeige. Die Fragen, ob ein Problem in der kommunikativen Vermittlung besteht, die Vorteile schlecht erklärt wurden oder ob für die Fans der prinzipielle Ausschluss jedweder Zusammenarbeit schlichtweg das beste und letzte Argument darstellt, werden gar nicht erst gestellt.

Verein unterdrückt kritische Debatte

Dass sich auch beim FC Sachsen Widerstand regen kann, zeigten die hitzigen Diskussionen, die nach Bekanntgabe der bevorstehenden Zusammenarbeit mit RB Leipzig im vereinseigenen Internetforum ausbrachen. Die Plattform wurde vorübergehend geschlossen, der Vorstand sah sich zu einer Stellungnahme genötigt:

Angesichts der heftigen Reaktionen im Fanforum legt der Verein an dieser Stelle Wert auf die Feststellung, dass bislang keinerlei Vereinbarungen zwischen dem FC Sachsen Leipzig und RB Leipzig unterschrieben wurden.
Eine detailliertere Stellungnahme zu diesem Thema erfolgt nach der morgigen Vorstandssitzung!

Kann sich beim FC Sachsen eine interne Oppositionsbewegung herausbilden und Fans und Mitglieder ebenso mitnehmen wie auch überzeugen, um schließlich die Vereinsführung zum Umdenken zu bewegen oder selbst die Führungsgremien zu besetzen? Noch scheint dem FC Sachsen eine mit jener des 1. FC Lok vergleichbare Entwicklung nicht bevorzustehen. Dies liegt vor allem daran, dass sich keine kompetenten Persönlichkeiten für vakanten Führungspositionen aufdrängen. Die chronisch prekäre finanzielle Situation, die gespaltene Fanszene, das nun schon gut zwei Jahre währende Insolvenzverfahren – offensichtlich keine attraktive Ausgangssituation für einen radikalen Schnitt und einen darauf gründenden Strategiewechsel, obwohl dies mittlerweile unvermeidbar scheint.

Der FC Sachsen untersteht mindestens bis zum Sommer dem Insolvenzverwalter Kratz. Um den Verein und seine finanzielle Situation ist es zuletzt sehr ruhig geworden. Das muss kein gutes Zeichen sein. In der Öffentlichkeit gibt der FC Sachsen ein desaströses bild ab: kopf- und führungslos, labil, frei jeglicher Strategie (bis vor kurzem lautete die übrigens noch „Projekt Aufstieg“). Noch auf der letzten Mitgliederversammlung lehnte es der Vorstand des FC Sachsen in Persona von Lars Ziegenhorn ab, die BSG Chemie für 6000 Euro Jahresmiete im Alfred-Kunze-Sportpark spielen zu lassen und verspielte somit die Möglichkeit auf eine Annäherung zwischen beiden Vereinen. Dass der FC Sachsen jetzt für 10 000 Euro bereit ist, mit dem „Projekt“ zusammenzuarbeiten, das vom Niedergang des Leipziger Fußball in seiner bisherigen Form am meisten profitiert hat und selbigen seit 2009 neu zu gründen versucht, ist schlichtweg zynisch. Und zeugt obendrei von einer verstellten Problemperspektive: Welches Verhältnis bedarf der Klärung – das des FC Sachsen zu RB Leipzig oder doch jenes zur BSG Chemie?

Diskussionen setzen sich an anderer Stelle fort

Unter dem Kratz-Regime haben die Mitglieder nur eingeschränkte Mitwirkungsrechte, jede vereinspolitsiche Entscheidung und Nicht-Entscheidung wird durch ökonomische Imperative bestimmt. Zudem zeigte die letzte Mitgliederversammlung, dass der Willen zur kritischen Teilhabe bei den Mitgliedern des FC Sachsen (momentan) nicht gerade stark ausgeprägt ist. Dennoch scheint es möglich, dass die drohende Zusammenarbeit mit Red Bull jenen Widerstand wecken könnte, der zur Voraussetzung für einen grundlegenden Wandel im Denken der Mitglieder werden und sich schließlich auch in den Vereinsstrukturen niederschlagen könnte.

Das offizielle Internetforum bleibt geschlossen, doch die Diskussionen setzen sich an anderer Stelle fort. Der Verein ist nicht in Besitz des Meinungs- und Kommunikationsmonopols bezüglich der Fragen, die ihn betreffen. Diese Erfahrungen müssen – freilich auf einer ganz anderen Ebene und unter ungleich drastischeren Voraussetzungen – derzeit nicht nur autokratische Regime im Nahen Osten machen. Das Internet ist unlängst zu einem zentralen Faktor für Partizipation und kritische Öffentlichkeit avanciert. Die Entwicklungen der letzten Monate – sei es die erfolgreiche Revidierung der bereits beschlossenen Zusammenarbeit mit RB Leipzig durch die Mitglieder des 1. FC Lok oder der äußerst öffentlichkeitswirksame Protest der „Sozialromantiker“ beim FC St. Pauli – geben ein eindeutiges Signal ab. Ohne, oder gar gegen die Basis, geht es nicht.

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Update vom Freitag, 18. Februar 2011, 14:43 Uhr:

Die Stellungnahme des Vorstands zur Diskussion der Kooperation ist auf der offiziellen Website des FC Sachsen einsehbar. Wie erwartet wird mit wirtschaftlichen Zwängen argumentiert:

Grundsätzlich sind sich die handelnden Personen jedoch einig, einer Kooperation zuzustimmen. Es handelt sich um eine wirtschaftliche Entscheidung, die der Insolvenzverwalter Heiko Kratz nicht ablehnen kann! Der Vorstand steht hinter dieser Entscheidung.
Mit dieser Kooperation verkauft der FC Sachsen weder sich noch seine Spieler!

Auf die Frage, welche begründeten Vorbehalte es gegen eine Zusammenarbeit mit RB Leipzig gibt, wird nicht eingegangen.

Dem gegenüber bestätigt der Vorstand die Vermutung, dass sich der FC Sachsen finanziell, strukturell und personell in einer Existenzkrise befindet:

Dass der FC Sachsen seit der Insolvenz kaum Negativschlagzeilen produziert und mit einer jungen, hoffnungsvollen Mannschaft arbeitet, mag bei vielen Fans den Eindruck erweckt haben, es laufe in Leutzsch alles in geordneten Bahnen. Dies ist mitnichten der Fall:
-der laufende Etat ist durch Wegfall erwarteter Einnahmen nicht gedeckt
-auf der Geschäftsstelle versuchen sechs Ehrenamtliche den Tagesbetrieb aufrecht zu erhalten, den früher zehn und mehr Hauptamtliche bewältigt haben
-die ABM der Platzwarte ist ausgelaufen und wird nicht verlängert
-die 20 Ein-Euro-Jobber sind seit dieser Woche weg und bislang nicht verlängert
Die Wahrscheinlichkeit, in der kommenden Saison eine mit dem diesjährigen Team vergleichbare Oberliga-Mannschaft finanzieren zu können, liegt unter diesem Umständen optimistisch betrachtet bei allenfalls fünfzig Prozent!

Update vom Sonntag, den 20. Februar 2011, 8:38 Uhr:

Die „Interessengemeinschaft für einen geeinten Verein unter dem Namen BSG Chemie“ nimmt in einem öffentlichen Brief Stellung. Sie kritisiert die Strategie des Vorstands des FC Sachsen, befürchtet im Falle mit der Kooperation mit RB Leipzig einen weiteren Exodus der Mitglieder und Zuschauer und fordert stattdessen, die Zusammenarbeit mit der BSG Chemie zu intensivieren, um die Voraussetzungen für eine spätere Wiedervereinigung zu schaffen. Die IG Chemie schlägt die Austragung eines Benefizspiels zwischen FC Sachsen und BSG Chemie vor, das unter dem Motto „10 000 Euro für einen gemeinsamen, unabhängigen Verein“ stehen könnte.

[...] Wir als IG sehen keine gangbare Alternative, neben der Übermacht von RB Leipzig zu bestehen, als wieder zusammenzuführen, was zusammen gehört und werden nicht aufhören, für einen gemeinsamen Weg beider Vereine zu streiten. Die Verantwortlichen des FC Sachsen sollten sich darüber im Klaren sein, daß mehr als nur Geld und Nachwuchschancen auf dem Tisch liegen. Man ist dabei, die Würde und das Selbstverständnis tausender Chemiker gegen einen lächerlichen Preis zu verhökern und das an einen Verein, der alles was er in Leipzig vorfindet kompromißlos seinen kommerziellen Interessen unterordnet und dem Nachwuchs des FC Sachsen allein in den letzten zwei Jahren 75 Spieler abgenommen hat.
Gemeinsam hätten wir als Leutzscher die Kraft und den Stolz, uns diesem übermächtigen Gegner entgegenzustellen. Der 1.FC Lok kann uns dafür ein Vorbild sein. Wir sind uns sicher, daß eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Kooperation mit RB eine ähnliche Absage erteilen würde und sind fest zu diesem Schritt entschlossen, sollten die Verhandlungen mit RB fortgesetzt werden. […]




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11 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Leischa
    Kommentar von
    Leischa
    18.02.2011 um 1:38
    1

    Bastian, eine sehr treffende Dokumentation der Verhältnisse!

    Ich muss hoffen, dass diese Dokumentation nicht totgeschwiegen wird, sondern eine große Verbreitung findet. Wer es sich nicht wagt, ein Internetforum zu öffnen, weiß, wieso er es tut bzw. tun muß. Mit den gleichen Mitteln wurde schon oft versucht, die Macht zu perpetuieren. 

    Die Vernichter des Massensportes Fussballs sitzen in den Schaltzentralen der Wirtschaft und der Politik sowie in den Redaktionen! Leipzig, lass Dir diesen demokratiefeindlichen Verein mit seinen 30 Mitgliedern, der Leipzig das Trainingszentrum „schenken will“, nicht bieten.

    Rasenballsport ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    18.02.2011 um 1:59
    2

    Wie immer zutreffend beschrieben!


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    18.02.2011 um 8:09
    3

    Danke für euer Feedback. Mir scheinen in der Tat diese antidemokratischen Affekte à la Mamzed, Bild und nicht zuletzt die Schließung des Forums als Schlüsselmoment. Ich hoffe, dass sich das alles in anderen Wegen kanalisiert.


  1. Gravatar of obi
    Kommentar von
    obi
    18.02.2011 um 11:57
    4

    und in Fuschl am See sitzen Sie und klopfen sich vor lachen auf die Schenkel,dabei das alte Prinzenlied singend „So viel Spass für wenig Geld“


  1. Gravatar of Almir
    Kommentar von
    Almir
    18.02.2011 um 14:30
    5

    Tolle Erklärung des Vorstands, die haben nix begriffen. Null Gespür für irgendwas.
    @obi
    stimmt, wirklich großartig was RB macht, vornerum Friede Freude Eierkuchen, und hintenrum stellen sie die klammen selbsternannten“Traditionsvereine“ vor die Wahl: Tradition oder Geld. Und dann brauchen sie nur noch zu gucken wie sich alles zerfleischt. Und wer tappt auch noch in die Falle, naja… hätte mich ja auch gewundert.


  1. Gravatar of RB Leipzig – FC Sachsen Leipzig Nachwuchskooperation « Interessengemeinschaft für einen geeinten Verein unter dem Namen BSG Chemie Leipzig
    6

    [...] bzgl. der (Ko)Operation seitens RB Leipzigs am Nachwuchs des FC Sachsen Leipzigs hat der Chemieblogger verfasst. Prädikat: wertvoll! [...]


  1. Gravatar of bsgchemie
    Kommentar von
    bsgchemie
    19.02.2011 um 2:01
    7

    also erstmal ein lob an den verfasser…
    wie du die texte analysiert ist wirklich klasse…
    was der vorstand da grade abzieht ist eigentlich unter aller sau…
    - was sind 10`000 euro…die verschenken wieder ihr ganzes tafelsilber—es bringt doch mehr die spieler zu halten und evtl wenn man sie nicht mehr halten kann, zu verkaufen wie damals tom geißler z.B. der verein bekam damals 100000 euro…
    - was ich absolut nicht verstehe, es hieß vom vorstand keine einigung mit der bsg…
    (and. 6000 euro jahres miete,für den aks) die zahlen sie locker aus der eignen tasche
    und jetzt heißt es sie haben finanzielle schwierigkeiten…brauchen unbedingt die 10000 euro von Rattenball
    die machen sich doch schon wieder lächerlich…es wurde einfach nix dazu gelernt…
    und dann gleich das forum zu schließen zeugt sowieso von missgunst… nicht kritikfähig oder wie??
    ich dachte es gibt freie meinungsäußerung…
    oder ist das jetzt beim FCS anders?!?
     
    ganz ehrlich lieber wieder langsam mit der bsg als mit RB!!
    die lachen sich doch kaputt über uns….
     
    böse zungen behaupten ja auch das es handgeld gegeben habe für die herren im vorstand…man munkelt!!!


  1. Gravatar of Aus aktuellem Anlass | Das Blog vom Sündenbock
    8

    [...] Bestandsaufnahme der Situation im Leipziger Fußball vom „Chemieblogger“: KLICK! [...]


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    21.02.2011 um 8:31
    9

    Beil allem NOGO für diese Kolaboration: Was, bitteschön, bleibt Vorstand und Mitgliedschaft beim FCS denn übrig ? Der Insolvenzverwalter kann nicht anders, weil es sich sonst womöglich strafbar / haftbar macht. Ergo: Er muss jede (!!!) Einnahmequelle nutzen, um den Verein in eine halbwegs gesicherte Zukunft entlassen zu können. Wo sind denn die mehrheitsfähigen Alternativen ? Die Mehrheit beim FCS glaubt offenbar nicht daran, dass ein Zusammengehen unter dem Namen BSG Chemie eine Alternative ist. Die haben Angst um die Existenz ihres Vereins und schlucken die RB-Kröte. Da können wir hier alle im Dreieck springen. Am Ende hat Obi recht und wir alle sollten uns mal hübsch auch an die eigene Nase fassen: Irgendwo, im tiefverschneiten Österreich (aber auch an der Jahnallee!) werden die Sektkorken knallen. Da nutzen Kraftausdrücke von den „Fußballvernichtern“ auch bloß nichts. Hätten die richtigen Leute zur richtigen Zeit (2007) den Leuten auf der MV die Augen geöffnet und nicht aus falsch verstandener Loyalität geschwiegen, wäre eventuell ein anderer Weg möglich gewesen. So treibt das Schiff, gesteuert von einem nun mal gewissen Zwängen verpflichteten Insolvenzverwalter, genau dort hin, wo es hin soll: Eine willfährige und abhängige „Unterabteilung“ des „neuen“ und „modernen“ „Leipziger“ Fußballs, der als Investmentabsicherung für einen Stadionneubau so dringend gebraucht wird. Kommen, nach der ohnehin brodelnden Tunnelkostendebatte, nun auch noch Debatten in Richtung Sinn und Unsinn der Kosten für das ZSL hoch, wird doch das Dilemma rund um Leipzigs Politik nur noch größer. Das braucht kein Mensch als Standortfaktor, wo man schon genug Sorgen mit den „Nebengeräuschen“ am neuen Trainingszentrum für RB hat.
    Fazit: Diese Entscheidung ist für einen derartig klammen Verein wie den FCS nur all zu verständlich. Selbstbewusstsein muss bezahlbar sein….,…. oder bezahlbar gemacht werden, und genau da unterscheidet sich das nämlich. Welchen Etat haben andere Oberligisten, die vorn mitspielen und wie machen die das denn, mit weit weniger Geld stabil Leistung in dieser Spielklasse anzubieten. Das ist, zumindest für mich, die Frage. Es ist das alte Problem: Die Spielklasse muss bezahlbar sein. Da gibt`s genug Knebelpunkte für einen Verein (auch ohne Insolvenz). Nehmen wir nur mal die Betriebskosten für den AKS. Welcher Verein in der Oberliga hat mit ähnlichen Kosten zu kämpfen ?

    Dennoch: Danke @Basti für das Legen des Fingers in die Wunde, die uns alle zerreißen wird.


  1. Gravatar of Berti
    Kommentar von
    Berti
    24.02.2011 um 10:01
    10

    Guter Artikel.  Zum Statement des Herrn Mamzet erspare ich mir jeden Kommentar. Solche Leute sind einfach nur peinlich.


  1. Gravatar of RB Leipzig – FC Sachsen Leipzig Nachwuchskooperation « Leutzscher Freundeskreis
    11

    [...] bzgl. der (Ko)Operation seitens RB Leipzigs am Nachwuchs des FC Sachsen Leipzigs hat der Chemieblogger verfasst. Prädikat: [...]




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