Eitelkeit und Größenwahn verhindern Einigung in der Leutzscher Frage
Montag, 29. November 2010, 13:53 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 1. Dezember 2010, 14:16 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Vereinspolitik

Der konstruktiven Zusammenarbeit und kritischen Selbstreflexion unfähig: Der FC Sachsen Leipzig zeigt sich beratungs- und reformresistent und wird von selbstherrlichen Meinungsführern regiert. Eine Nachbetrachtung zur Mitgliederversammlung

Der FC Sachsen Leipzig hat Nein gesagt. Nein zu Annäherung und Vernunft, nein zu Neuausrichtung und Zukunft. Die Mitgliederversammlung lehnte am vergangenen Freitag einen Antrag der „Interessengemeinschaft für einen geeinten Verein unter dem Namen BSG Chemie Leipzig“ (IG) ab. Dieser sah vor, zwischen FC Sachsen und BSG Chemie eine „enge Kooperation“ anzustreben, um „mittelfristig“ das Ziel eines „gemeinsamen Verein[s] mit Sitz in Leipzig-Leutzsch“ zu erreichen. Den Weg sollte eine Kommission aus Mitgliedern beider Vereine ebnen, die „gleichberechtigt“ „Vorschläge zur Ausgestaltung der Kooperation [und] deren Um- und Durchsetzung“ sowie ein gemeinsames Vereinsleitbild erarbeiten würden. Zudem definierte der Antrag die „Organisation gemeinsamer Aktivitäten und Intensivierung der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen“ als Aufgaben der Kooperationskommission. Die Namensfrage ließ die IG außen vor.

Konstruktives Miteinander? Fehlanzeige

Dennoch hatte der Antrag von Beginn an keine Chance. FCS-Boss Lars Ziegenhorn („Ich wünsche mir eine konstruktive Mitgliederversammlung“, „Es geht nur mit- und nicht gegeneinander“) wollte von einer mittelfristig vollzogenen Vereinigung nichts wissen. Es gebe zu viele Unstimmigkeiten, es solle zunächst eine Basis heranwachsen, ein Zusammenschluss sei im Moment nicht – schon gar nicht unter Druck – realisierbar.

Konstruktives Miteinander? Fehlanzeige. Stattdessen verlor sich Ziegenhorn in persönlichen Schuldzuweisungen und Polemik. So sei es angeblich erst auf Nachfrage des FC Sachsen zu einem einzigen Treffen mit dem BSG-Vorstand gekommen. Es stellt sich die Frage, warum Ziegenhorn das bedauert, denn: Der Anfrage, die Heimspiele der BSG Chemie zukünftig im Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark auszutragen, erteilte Ziegenhorn eine unbegründete Absage. Die 6000 Euro möglicher Mieteinnahmen pro Saison werde er „notfalls aus der eigenen Tasche“ bezahlen. Ziegenhorn hat offensichtlich ganz andere Vorstellungen, wähnt den Verein im Profifußball, hat den Regionalligaaufstieg fest ins Visier genommen. Sportlich scheint es zu laufen – wer braucht da noch Fans, die von weiten Teilen des FC Sachsen nach wie vor als überkritische Sektierer wahrgenommen werden?

„Wenn ich mal nicht weiter weiß, gründ ich einen Arbeitskreis“

Ziegenhorns Adjutanten sitzen in der Reihe 1b, haben inhaltlich nur wenig Konstruktives beizutragen, aber ihr Wort hat Gewicht. Bernd Bauchspieß („Die Kommission ist überflüssig“, „Wenn ich mal nicht weiter weiß, gründ ich einen Arbeitskreis“), niedergelassener Orthopäde und (in den Augen vieler Fans) gefallener ‚Held‘ der Leutzscher Legende, kann mit seiner eigenen Chemie-Vergangenheit scheinbar nichts mehr anfangen. Nach der Wende propagierte Bauchspieß die Fusion von FC Sachsen und VfB zu einem „Großverein“. Da er sich mit dieser Forderung kein Gehör verschaffen konnte, befürwortete Bauchspieß später den Einstieg von Red Bull beim FC Sachsen. Auch das wurde nichts, glücklich kann Bauchspieß anno 2010 trotzdem sein. Wenn RB Leipzig die Ehrenmitgliedschaft an ihn heranträgt, ist vielleicht endlich Schluss mit der Bauchspieß’schen Profilierungssucht auf Mitgliederversammlungen des FC Sachsen. Es ist nur schwer zu fassen, dass Bauchspieß einst für die BSG Chemie an der Leutzscher Legende mitschrieb und heute alles, was an die Erinnerung an seine eigene sportliche Glanzzeit anknüpft, rigoros ablehnt.

Den Bauchspieß’schen Apologien steht Michael Stelzer in nichts nach. Der Vereinsrevisior tut sich im FC-Sachsen-Forum als großer Stratege hervor und sieht die Leutzscher – ähnlich wie Ziegenhorn – bereits in höheren Gefilden. Stelzer („Jetzt ist endlich klar, wer hier Braut und wer Bräutigam wäre, wer Elefant und wer Maus“) deklassiert die Mitglieder der BSG Chemie als „Dritte, welche nichts haben, was uns interessieren könnte und wollen den Verein FCS in seiner Art und Form, da er immer noch lebt und nicht erlöschen [sic!] ist, ihren Stempel aufdrücken“.

FC Sachsen verharrt in Denkmustern einer zweigeteilten Fußballstadt

Nun, die BSG Chemie hält die Rechte an einem in FCS-Kreisen äußerst populären Namen und Logo. Und besagte „Dritte“ sind fast ausschließlich ehemalige Fans, Mitglieder und Mandatsträger des FC Sachsen. Es ist keinesfalls so, dass sich diese der IG bedienen, um den FC Sachsen zu infiltrieren. Die IG ist unabhängig, stimmt mit der BSG Chemie aber in einem zentralen Punkt überein: in der Kritik und Ablehnung der gegenwärtigen Vereinspolitik des FC Sachsen, die sich nie von dem „Leipzigs-Nummer-eins“-Denken emanzipieren konnte. Dieser Anspruch ist unumgänglich verbunden mit dem Namen Michael Kölmel und dem Zentralstadion – und somit auch ursächlich für die gegenwärtige Verfasstheit des Leutzscher Fußballs. Die Expertise der IG zeugt im Gegensatz von Ziegenhorn, Bauchspieß, Stelzer & Co. von einer äußerst realistischen Perspektive:

Die Lage unseres Vereins hat sich in den letzten drei Jahren grundlegend gewandelt. Die Insolvenz, die Trennung der Fans in zwei Vereine bzw. die gänzliche Abkehr vieler vom Leipziger Fußball, die jahrelange Vernachlässigung des Alfred-Kunze-Sportparks, das Fehlen eines verbindlichen Leitbildes, der Einbruch der Mitglieder- und Zuschauerzahlen und nicht zuletzt der Verlust der Vormachtstellung im Leipziger Fußball brachten und bringen unseren Verein in Existenznot.

Eine radikale Neuausrichtung des Vereins ist für die Zukunft des Leutzscher Fußballs existenziell, konkret: die Zusammenführung der gespaltenen Fanlager in einem grün-weißen Verein und die Profilierung als traditionsreiche und einzigartige Alternative im Leipziger Fußball.

In der Ära Red Bull scheint das Festhalten an veralteten Konzeptionen fatal. 20 Jahre lang investierte der FC Sachsen Geld, über das er gar nicht verfügte, um die sportliche Vormachtstellung im Leipziger Fußball zu erreichen beziehungsweise zu festigen. So konsequent und überlebenswichtig diese Strategie in einer zweigeteilten Fußballstadt gewesen sein mag, so obsolet ist sie spätestens seit 2009 geworden. RasenBallsport Leipzig ist die Zukunft des Leipziger Fußballs: liquide, schillernd, weltmännisch, professionell, massentauglich. Attribute, die auf den FC Sachsen teils nie zugetroffen haben und teils spätestens jetzt zu den Akten gelegt werden sollten. Der Leutzscher Fußball braucht ein neues, alternatives Leitbild, um weiterhin attraktiv für den Sponsoren- und Zuschauermarkt zu sein.

Die Alternative: Projekt „Geiler Stadtteilverein“ statt Schnellboot-Mentalität

Mein Vorwurf an die Ziegenhorns dieser Welt ist, dass sie genau das nicht verstanden haben. Noch vor einem halben Jahr war Ziegenhorn scheinbar überzeugt von Jens Fuges Plädoyer, die Marke „FC Sachsen“ sei abgewirtschaftet und bedürfe einer Ablösung. Heute stellt sich Ziegenhorn hin und sagt, der Name „FC Sachsen“ müsse „auf jeden Fall“ erhalten bleiben. Die Mission lautet Regionalligaaufstieg, und zwar so schnell wie möglich. Wie ein Verein, der unfähig ist, in der Oberliga einen Etat von 800 000 Euro zu stemmen, in der nächst höheren Liga 1,5 Mio. Euro auftreiben will, ist mir ein Rätsel. Glaubt der Ziegenhorn-FC-Sachsen, in der Regionalliga kämen auch nur ein Zuschauer und ein Sponsor mehr, wenn RB Leipzig gleichzeitig die drittezweiteerste Liga unsicher macht? Nun, ich glaube nicht daran. Und schon gar nicht an einen Aufstieg noch in dieser Saison.

Woran ich jedoch glaube, ist der Leutzscher Fußball. Gelingt es FC Sachsen und BSG Chemie in Zukunft, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln und eines fernen Tages alle (überwiegend persönlich motivierten) Streitigkeiten beizulegen und zu fusionieren, haben Alfred-Kunze-Sportpark und Grün-Weiß eine sportliche Zukunft. Das Stichwort lautet „geiler Stadtteilverein“, wurde in diesem Zusammenhang von Jens Fuge eingeführt und stellt eine mögliche Zukunftsvision dar. Als Vorbilder könnten der FC St. Pauli und der 1. FC Union Berlin dienen, die es trotz übermächtiger lokaler Konkurrenz vermögen, ein attraktives und sportlich erfolgreiches Alternativprojekt zu verkörpern.

Zur Durchsetzung dieses Modells im grün-weißen Rahmen bedürfte es jedoch einer Leutzscher Identität. Diese ist nur über eine Wiedervereinigung zu erreichen und – ich gehe noch weiter – kann ausschließlich mit dem Namen BSG Chemie Leipzig Erfolg haben. Gelänge die Einheit, würde der Leutzscher Fußball eine neue Attraktivität gewinnen – vor allem für jene mittelständischen Sponsoren, die bei RB keinen Platz finden sowie für die Generation jugendlicher Fans, die es momentan vor allem zu RB, im Zweifel jedoch noch eher zur BSG Chemie als zum FC Sachsen zieht. In seiner derzeitigen Verfassung verharrt der FC Sachsen in der seit nunmehr zwei Jahrzehnten (!) andauernden Schnellboot-Mentalität. So scheint die nächste wirtschaftliche Pleite vorprogrammiert. Auf der Tribüne wird sie nur von der Generation 40 plus begleitet werden.

Dass die Vision eines „geilen Stadtteilvereins“ mit der letzten Mitgliederversammlung nahezu zur Utopie verkommen ist, dessen bin ich mir bewusst. Die Fans, Mitglieder und Vereinsverantwortlichen der BSG Chemie wurden zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit von den Mitgliedern und einzelnen Selbstdarstellern des FC Sachsen brüskiert. Jede radikale Abwehrhaltung gegenüber dem real existierenden FCS auf Seiten der BSG ist für mich in dieser Folge mehr als nur verständlich. In Zukunft wird sich der FC Sachsen wohl auf eine verschärfte Gangart einstellen müssen. Der freizügige (und oftmals illegale) Umgang des FC Sachsen mit Logo und Namen der BSG Chemie besonders im Bereich von Öffentlichkeitsarbeit und Merchandising könnte damit ein jähes Ende finden.

Ernüchternd, aber kein Grund zur Aufgabe

Am Freitag ging es um einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem Wandel durch Annäherung, etwa mit der Verwirklichung einer Spielgemeinschaft im Nachwuchsbereich oder der Durchführung gemeinsamer Doppelspieltage von FC Sachsen und BSG Chemie – ein äußerst moderater Vorstoß, der auf Transparenz und Ergebnisoffenheit setzte. Die Mitglieder sollten nicht vor vollendete Tatsachen gestellt, sondern zur Mitarbeit ermutigt werden.

Mit ihrem Vorschlag begriff sich die IG nicht als elitäre Avantgarde, sondern als Medium und Mittlerin. Doch die Mitgliederversammlung hat gezeigt: rationale Positionen, die auf zukunftsweisende Konzepte, Veränderung und Neuausrichtung setzen, haben im zur konstruktiven Zusammenarbeit und kritischen Selbstreflexion unfähigen FC Sachsen keine Chance. Stattdessen regiert ein selbstherrlicher Klüngel aus Personen wie Ziegenhorn, Bauchspieß und Stelzer, die im Hinblick auf die ihnen eigene Eitelkeit, Arroganz, Großmannssucht und Realitätsverleugnung ihres Gleichen suchen. Das ist ernüchternd. Aber dennoch kein Grund zur Aufgabe.




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54 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Disco Stu
    Kommentar von
    Disco Stu
    29.11.2010 um 15:26
    1

    Nun ja, das höchste Gremium des FCS hat gesprochen, auch wenn nur 117 stimmberechtigte Mitglieder anwesend waren. Jedoch sollte bedacht werden, dass von Seiten der BSG derzeit kein größerer Wille zur Annäherung ersichtlich ist.

    Die BSG-Funktionäre waren erst auf Nachfrage zu Gesprächen bereit, die A-Jugend-Spielgemeinschaft zwischen BSG-FCS wurde im Sommer kurzfristig seitens der BSG abgelehnt, die Vorgehensweise zu einer möglichen Fusion den (FCS-)Partner mit einer Namensänderung zu erpressen, Gegenbesuche bei FCS-Spielen nicht der Fall, all das zeugt nicht gerade von einem gemeinschaftlichen Willen, in der Sache zu agieren. Sicher gibt es auch Gegenargumente. Über 90 Prozent bei der BSG-MV im Frühjahr stimmen einer möglichen Fusion zu. Aber dem Elefanten die Bedingungen zu diktieren, soweit ist die BSG noch lange nicht. Die Ässer liegen in der Mehrzahl noch immer auf FCS-Seite (Stadion/Ligenzugehörigkeit/Zuschauerschnitt vs. Namensrechte).

    Kurzum, mir erscheint der vorangegangene Artikel zu einseitig.


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    29.11.2010 um 15:37
    2

    Warum sollte die BSG die Namens- und Logorechte einfach herschenken, wenn beim FC Sachsen am Ende alles so bliebe, wie es ist?
    Gegenbesuche gab es, z.B. beim Spiel gegen den FSV Zwickau, als zwei BSGer beschimpft, bespuckt, bedroht und verjagt wurden. Ich (als BSGer) habe in dieser Saison schon mehrere Spiele des FCS besucht und bin nicht der einzige.
    Ansonsten unterliegst auch du leider der arroganten Haltung des Herrn Stelzer („von der Maus und dem Elefanten“). Ich würde auch ergänzen, dass die BSG dem FCS, was die Attraktivität der Fanszene betrifft, um Längen voraus ist.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    29.11.2010 um 15:55
    3

    @Disco Stu: Dein Sprachduktus weist auch neben der Maus und dem Elefanten auf eine autoritär-dogmatische Position hin: Warum soll das denn im Mai eine „Erpressung“ gewesen sein? Es war eine konzertierte Aktion beider (!) Vorstände, die mit emotionalen, moralisierenden und sachfremden Argumenten und Maßnahmen vereitelt wurde. Ich war ehrlich gesagt schon über die Empfindlichkeiten im Mai sehr geschockt – am Freitag ist der FCS in seiner Offenheit noch weit dahinter (!) zurückgefallen.

    Dass die Nachwuchs-SG nicht zustande kam, war terminlichen und bürokratischen Hürden geschuldet. Daher gab es im Übrigen auch ein Ultimatum, die Entscheidung wurde also an eine gewisse Frist gebunden, um die Regularien zu erfüllen. Eine Erpessung ist etwas Anderes.

    Seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs lehnt der FC Sachsen ab, dass die BSG im AKS spielt, obwohl entsprechende Verträge vorliegen. Die BSG erhielt vor Gericht Recht, hätte Anspruch auf eine Entschädigung, die jedoch bis jetzt nicht eingefordert wurde.

    Einseitigkeit hin oder her: Mir geht es darum, dass der FC Sachsen nur noch vor sich hinsiecht. Konzept- und kopflos. Deshalb beziehe ich auch eine klare Position. Solche Sichtweise gibt es übrigens auch unter Fans des FC Sachsen:

    Hat sich irgendjemand mal Gedanken darüber gemacht wie die Langfristperspektive in Anbetracht der jetzigen Rahmenumstände für den Verein aussieht?

    Was langfristig das Überleben des Vereins sichert? Fussball ist heutzutage für viele ein „Erlebnisangebot“ – wie will man bitte gegen Alternativen, mit denen man sich hinsichtlich der eigenen Attraktivität des gebotenen messen muss durchsetzen? […]

    FannAchwuchs holt man mit gutem Marketing. Gutes Marketing basiert auf einer „Marke“, einem identitätsstiftendem Element.. etwas was den Fussball in Leutzsch als einzigartig suggeriert. Wo ist das bitte, wo wird das bitte zukünftig sein?! Schon rein strategisch schafft man es nicht sich auf einem Level mit RB zu positionieren und zu sagen: „Der besser Leistungsfussball eines ambitionierten Vereins ist in Leutzsch“ – man muss sich anderweitig aufstellen und nach Aussen positionieren.

    Exakt dafür ist es wichtig eine „Underdogposition“ nach Aussen kommunizieren zu wollen – einen sympathischen Stadtteilverein in Leutzsch, bei dem man immer noch von der Leutzscher Legende erzählen kann und der als „Widerstandsnest“ gegen RB die Leute mit ehrlichem kämpferischen Fussball in seinen Bann zieht. All das braucht eine KONSOLIDIERUNG der Basis, ergo eine Widerspruchsfreiheit was sein Fundament angeht. Es darf dafür keine 2 Vereine geben, die beide diese Tradition und Historie für sich beanspruchen. Diejenigen die sich tiefgründig damit beschäftigen haben ihre Meinung, die breite Masse der das alles mehr oder weniger Latte ist kriegt nur aus der Distanz mit: „naja.. die kriegen nichts auf die Reihe, die sind verzankt ohne ende.. wer da jetzt für was steht, k.A… naja, die Chemiker.. ich hab sie ja eigentlich immer gemocht.. aber das war mal“ usw.

    […]

    Es war ein schlauer Schachzug 2-3 Pressemeldungen vorher zu lancieren um die Mitglieder einzulullen und ein „Aufwärts in Leutzsch“ / „Angreifen in der Rückrunde“ nach Aussen zu tragen um ein allgemein positives Klima zu schaffen. Allein ein solides Konzept wie man das langfristig finanzieren will und welche Chancen /Risiken auf dem weiteren Weg vorliegen ist nicht existent. Eine Vision, für was der FCS stehen soll und wo er hin will ist nicht existent. […]

    Fazit: so führt man kein Unternehmen, so führt man keinen Verein der eine Zukunft haben will, in Anbetracht der Veränderten Gemengelage in der Stadt, sondern man betreibt Flickschusterei und schlachtet momentan aus was noch auszuschlachten ist, bei tendenziell sinkenden Einnahmen, sinkender Aufmerksamkeit der Massen und zunehmendem Erstarken der Konkurrenz.

    […]

    Fakt ist: Man hat mit dieser Entscheidung den vermeintlich letzten Sargnagel für eine langfristige erfolgreiche zukunft in Leutzsch eingeschlagen, nur der Horizont verhindert es die Situation als solche auch wirklich wahrzunehmen. Aber das wird kommen.


  1. Gravatar of Bango
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    Bango
    29.11.2010 um 17:01
    4

    Jaja, der Elefant. Der Elefant ist alt und klapprig, zahnlos und statt Elfenbein ne Prothese.
    Dazu den Arsch voller Schulden. Und bald gehts auf den Elefantenfriedhof.

    Stelzer, Weser, Bauchspieß, Ziegenhorn, Herziger usw.

    Alles Verbohrte und der Inbegriff des sogenannten „Klüngels“.

    Danke @Chemieblogger für diesen ehrlichen Beitrag!
    Er trifft den Nagel aber sowas von auf den Kopf!


  1. Gravatar of Bango
    Kommentar von
    Bango
    29.11.2010 um 18:09
    5

    P.S. Mäuse im Übrigen sind sehr soziale Tiere und vermehren sich ziemlich rasch. Im übrigen zählen sie zu den ältesten Säugetieren dieser Erde.

    Man sieht also auch dort. Ware Größe misst sich nicht in Gewichtsklassen!

    Nur noch Chemie!!!


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    29.11.2010 um 18:12
    6

    Nur noch Chemie!


  1. Gravatar of Nordsachse
    Kommentar von
    Nordsachse
    29.11.2010 um 20:36
    7

    … und RB lacht sich kaputt…


  1. Gravatar of Chemiker
    Kommentar von
    Chemiker
    30.11.2010 um 13:25
    8

    Hier scheint wirklich niemand bei der MV gewesen zu sein! UNGLAUBLICHER SCHWACHSINN!!

    Die Fakten:

    Es war eine sehr gute MV, auch mit Vertretern der BSG. Endlich transparente Zahlen, endlich relativ ruhiges Fahrwasser, endlich sachliche Diskussionen (auch mit BSG-Vertretern)

    Zum Antrag:

    1. Die Antragsteller erhielten 10 min Zeit, um ihren Antrag zu korrigieren (sonst wäre er aus Formfehlern gar nicht zugelassen) – also schon ein großes Zugeständnis

    2. Bei der dann geführten Diskussion wurde von Jedem (JEDEM!!) betont, dass eine grün-weiße Einheit wünschenswert wäre.

    3. Der Antrag erhielt schließlich keine Mehrheit, weil:

    a) die Mitglieder bereits in diesem Jahr beschlossen haben, dass offene Gespräche durch den Vorstand geführt werden sollen, ein nochmaliger Beschluss würde das Präsidium in dieser Frage quasi entmachten. Das Präsidium hat unser Vertrauen und die gewählten Leute sollen bitte auch die Gespräche fortführen

    b) ein solcher Besschluss evtl. rechtliche Fragezeichen aufwirft … deshalb wurde auch mehrfach betont, dass doch UNBEDINGT sich Leute/Fans/Mitglieder beider Vereine zusammensetzen sollen, um Gemeinsamkeiten zu finden … dafür benötige man aber KEINEN Beschluss in einer MV

    (absolut auch meine Meinung!)

    Nicht mehr und auch nicht weniger. Punkt.

    —————

    Jetzt zu behaupten, keiner will die Einheit, ist absoluter Schwachsinn!

    Noch zu erwähnen wäre, dass nach dieser offenen Abstimmung ein Vertreter der BSG den Saal wutentbrannt verließ und dabei stark provozierte … zum Glück blieben die restlichen Mitglieder ruhig


  1. Gravatar of Lorus
    Kommentar von
    30.11.2010 um 14:10
    9

    Wirklich sehr sehr schade und traurig für die Grün-Weiße Fanszene. Da hat man sich also tatsächlich mehrheitlich gegen die einzig vernünftige und logische Lösung entschieden. Dies nachzuvollziehen, fällt mir als Außenstehender äußerst schwer.

    Aber es beweist nur mal wieder sehr deutlich, dass das klasische Vereinssystem in Leipzig nicht zu funktionieren scheint.


  1. Gravatar of Bango
    Kommentar von
    Bango
    30.11.2010 um 14:36
    10

    @“Chemiker“

    Jaja, jetzt verdreht mal schön weiter die Tatsachen. Der Antrag war schon viel früher bekannt und man hätte die Antragssteller schon viel früher auf die Formfehler hinweisen können.
    Wollte man aber gar nicht um die Leute dann während der MV auflaufen zu lassen, ergo sie der Lächerlichkeit preiszugeben.

    Diese MV war eine Katastrophe und wohl der letzte Sargnagel für den FC Sachsen. Wie man da noch was Positives erkennen will ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.
    Und nun auf Wiedersehen @Sachse!!!


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    30.11.2010 um 14:44
    11

    @Lorus: Also brauchen wir, wenn es mal nicht läuft, einen starken Anführer, der uns hilft, mit einer Stimme zu sprechen? Tut mir leid, daran glaube ich nicht, und das ist ziemlich genau das Gegenteil von dem, was ich mir von einem demokratischen Verein vorstelle und erhoffe.

    Der Antrag war nicht gewollt. Und zwar von oben. Das wurde am Freitag deutlich.


  1. Gravatar of Lorus
    Kommentar von
    30.11.2010 um 14:56
    12

    Der Antrag war nicht gewollt. Und zwar von oben. Das wurde am Freitag deutlich.

    Und genau das ist doch der Punkt. Die Demokratie in diesem Verein scheint ja gar nicht richtig zu funktionieren. Deswegen hat dieses Vereinsmodell in meinen Augen keine ersichtlichen Vorteile.

    Irgendwann wird auch die BSG, falls sie den weiteren Weg nach oben alleine anstreben sollte, an einem Punkt angelangen an dem sie aus wirtschaftlichen Gründen unterwandert wird und die Mitglieder nur noch ein Scheinmitspracherecht haben.

    Da ist mir ein erfolgsorientiertes Konstrukt, wo vor vorn herrein gesagt wird, dass die Fans und „Mitglieder“ im Zweifelsfall nichts zu melden haben, deutlich lieber als so eine Scheindemokratie, die sich immer wieder nur selbst ausbremst!


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    30.11.2010 um 15:02
    13

    @Lorus:

    Irgendwann wird auch die BSG, falls sie den weiteren Weg nach oben alleine anstreben sollte, an einem Punkt angelangen an dem sie aus wirtschaftlichen Gründen unterwandert wird und die Mitglieder nur noch ein Scheinmitspracherecht haben.

    Ich denke, genau hier liegt der Unterschied zwischen „euch“ und „uns“: Wir wollen und werden das zu verhindern wissen.

    Aber das ist ja eher Off-Topic: Beim FC Sachsen regiert ja nicht das Kapital, sondern der Klüngel.


  1. Gravatar of Nordsachse
    Kommentar von
    Nordsachse
    30.11.2010 um 18:07
    14

    „Beim FC Sachsen regiert ja nicht das Kapital, sondern der Klüngel.“

    Denkste in Magdeburg oder bei Dynamo Dresden ist es anders?


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    30.11.2010 um 19:28
    15

    @Nordsache: Mag sein, aber was ändert dies an der Tatsache, dass dieser Umstand nicht erhaltenswert ist?


  1. Gravatar of Chemiker
    Kommentar von
    Chemiker
    30.11.2010 um 21:13
    16

    Wirklich sehr sehr schade und traurig für die Grün-Weiße Fanszene. Da hat man sich also tatsächlich mehrheitlich gegen die einzig vernünftige und logische Lösung entschieden. Dies nachzuvollziehen, fällt mir als Außenstehender äußerst schwer.

    - HAT MAN NICHT!! WIE ICH SCHON ERWÄHNTE. ES GAB IM FRÜHJAHR EINEN BESCHLUSS, MIT DEM WURDE UNSER PRÄSIDIUM BEAUFTRAGT, OFFENE GESPRÄCHE MIT DER BSG ZU FÜHREN

    AUSSERDEM: WÄHREND DER INSOLVENZ WÄRE EINE FUSION UNFUG (LAUT IV)

    ——————————-

    Diese MV war eine Katastrophe und wohl der letzte Sargnagel für den FC Sachsen. Wie man da noch was Positives erkennen will ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.
    Und nun auf Wiedersehen @Sachse!!!

    - DA ERKENNT MAN EINDEUTIG: DU WARST DORT NICHT ANWESEND!! SONST WÜRDEST DU SOWAS NICHT SCHREIBEN!!

    UND: ICH BIN CHEMIKER SEIT 83, ALSO MAL DEN BALL FLACH HALTEN!!

    ————————

    Aber das ist ja eher Off-Topic: Beim FC Sachsen regiert ja nicht das Kapital, sondern der Klüngel.

    - BEIM FC SACHSEN REGIERT KEINER, SONDERN DORT KÄMPFT MAN DERZEIT TAGTÄGLICH UMS ÜBERLEBEN.

    UND ICH BIN SEHR FROH, DASS DAS SO VIELE EHRENAMTLICH MACHEN … ALLES EINFACH SCHLECHT REDEN, GEHT JA EINFACH, WIE MAN JA SIEHT


  1. Gravatar of Chemiker
    Kommentar von
    Chemiker
    30.11.2010 um 21:27
    17

    Zum Blogeintrag:

    Konstruktives Miteinander? Fehlanzeige. Stattdessen verlor sich Ziegenhorn in persönlichen Schuldzuweisungen und Polemik. So sei es angeblich erst auf Nachfrage des FC Sachsen zu einem einzigen Treffen mit dem BSG-Vorstand gekommen. Es stellt sich die Frage, warum Ziegenhorn das bedauert, denn: Der Anfrage, die Heimspiele der BSG Chemie zukünftig im Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark auszutragen, erteilte Ziegenhorn eine unbegründete Absage. Die 6000 Euro möglicher Mieteinnahmen pro Saison werde er „notfalls aus der eigenen Tasche“ bezahlen.

    HIER WIRD WOHL STILLE POST GESPIELT????

    - Abslolute und schlimme Polemik, die hier gemacht wird. Die Worte sind gefallen, aber in einem ganz anderen Zusammenhang.

    Man muss auch anwesend sein, um darüber zu schreiben!!


  1. Gravatar of FCS
    Kommentar von
    FCS
    30.11.2010 um 22:24
    18

    Die Große BSG Chemie diktiert mit seinen 250 Hanseln dem FC Sachsen das Namensrecht.Welch Hohn.
    Nur gut das der Vorstand des FCS diesem Treiben Einhalt geboten hat.Soviel Arroganz und Hinterlist der Ball SG dürfte ziemlich klar durch schaut sein.Man will mit aller Macht in den AKS zurück nicht mehr und nicht weniger ist das Ziel.
    Nur gut das sich der FCS auf solche Spielchen mit einem Kreisligisten nicht ein läßt
    Chemie im Herzen FC Sachsen auf der Brust
    Fertig


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    30.11.2010 um 22:37
    19

    @FCS: Du vermischst zwei verschiedene Ebenen, die ich im Beitrag klar trenne.

    1. Die BSG Chemie diktiert überhaupt nichts, da sie mit der Mitgliederversammlung überhaupt nichts zu tun hatte. Im Gegenteil, es ging um die Diskussion eines Antrages, der von der IG eingereicht wurde. Und die besteht fast ausschließlich aus FCS(!)-Mitgliedern. Die IG wollte keine Fusion, wollte keine Umbennenung, die IG wollte nur eines: eine Annäherung der Vereine, Gespräche zwischen den Fans. Spielchen eines Kreisligisten? Nada. Verschwörungstheorie? Da.

    2. Ich persönlich – und nicht wenige andere – plädiere für den Namen BSG Chemie. Die Gründe kannst du oben lesen. Deine Kritik daran höre ich mir gerne an, aber polemische Aussagen, die sich überhaupt nicht mit dem Antrag oder der Idee dahinter beschäftigen, sind wenig konstruktiv. Denn: Die Namensfrage war überhaupt nicht Gegenstand der Mitgliederversammlung und des Antrags. Auch darauf habe ich hingewiesen.


  1. Gravatar of Nordsachse
    Kommentar von
    Nordsachse
    01.12.2010 um 9:34
    20

    „Soviel Arroganz und Hinterlist der Ball SG dürfte ziemlich klar durch schaut sein.“

    Richtig. Wenn man diesen Blog hier liest, hat man nicht den Eindruck, dass der Blogger überhaupt Interesse an einer Fusion hätte. Er tritt permanent gegen den FCS. Und die BSG sind natürlich die Guten…


  1. Gravatar of Herbert Sch.
    Kommentar von
    Herbert Sch.
    01.12.2010 um 10:31
    21

    Durch Zufall bin ich hier gelandet…was es im www alles gibt, unglaublich….

    Als jemand auf der Mitgliederversammlung dabeigewesener, der sich erstmals mit diesem ganzen Thema FCS+BSG auseinandergesetzt hat, kann ich „außenstehend“ sagen dass ich an dem in der MV Antrag nicht Anrüchiges und Bopshaftes entdecken konnt. Mir tat der junge Mann leid, der es gut zu meinen schien und den Vorstand des FCS, der gute Arbeit zu machen scheint, entlasten wollte. Wie man ihn dort dumm im Regen stehen ließ und die Fakten herumdrehte hat mir als 56-jährigen Chemiker übel aufgestoßen. Das war unwürdig und man hätte es anders lösen können.


  1. Gravatar of obi
    Kommentar von
    obi
    01.12.2010 um 11:00
    22

    Der Leutzscher Fussball ist Tod,(so wie ich ihn kannte) Das ist nicht schlimm (FCS),schlimm ist Das es mir wie vielen anderen egal ist!


  1. Gravatar of Kuni
    Kommentar von
    Kuni
    01.12.2010 um 12:32
    23

    Die Argumentation „geiler Stadtteilverein“ ist gut und wird wohl die einzige Möglichkeit sein, wenn der grün-weisse Fußball nicht untergehen soll…

    Fakt ist, dass für die BallSG der Name FCS gebranntmarkt ist und bei manchen (vielen?) umgekehrt auch.

    Fakt ist leider auch, dass beide (!) „Seiten“ einen Schritt zurück gehen sollten um sich annähern zu können… Ich hoffe das wird möglich sein.

    Ich könnte mir z.B. einen Konsens vorstellen, bei dem ein neuer Verein gegründet wird (z. B. Leipzig Leutzsch e.V., oder so ähnlich).


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    01.12.2010 um 14:23
    24

    Solche Stimmen wie von @Herbert Sch. machen mir Mut. Danke!


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    01.12.2010 um 18:32
    25

    Es ist mit dem IG-Antrag wie mit dem Vorschlag der BSG, der sehr wohl eine verdammt enge Zeitschiene und sehr wohl auch Prioritäten in Richtung Vereinsname enthielt, aber halt nun mal nur ein VORSCHLAG(!!!)war.

    1. Es ist Sache der Mitglieder des FC Sachsen, wie sie mit ihren Entscheidungen Anträge behandeln.
    2. Diese Entscheidungen wurden ziemlich clever beeinflusst und das ist Sache der Mandatsträger und Gremien des FC Sachsen bzw. der Mitglieder, die sich davon beeinflussen lassen.

    Wer wirklich etwas will, erkennt auch demokratische Vorschläge an. Und nichts anderes war es. Blanker Hohn zu behaupten, die beantragte Kommission wolle den Vorständen etwas vorschreiben oder der Vereinsname wäre Bedingung des Antrags gewesen. Er war Ziel einer Interessengruppe, die zu 90 % aus Mitgliedern des FCS besteht und nichts anderes.
    Es sollten gemeinsame Vorschläge erarbeitet werden und das in Form dieser beantragten Kommission, um nicht alles den Vorständen beider Vereine zu überlassen.

    Und nun mal zu ein paar „Kleinigkeiten“ aus Sicht eines BSG-Mitgliedes:
    a. Die s.g. „ergebnisoffenen“ Gespräche waren Beschluss der MV des FCS. Der Vorstand des FCS hatte fast ein halbes Jahr keine Zeit bzw. wichtigere Dinge zu tun. Erst als der Druck in Form der IG aus den eigenen Reihen kam, hat man sich mit dem BSG-Vorstand getroffen und dort wurde durch den FCS-Vorstand (wenige Tage vor der MV) etwas völlig anderes erzählt, wie anschließend auf der MV.
    b. Ganz am Rande soll nicht unerwähnt bleiben, dass ein Treffen von Vorstandsmitgliedern des FCS mit den Diablos am Tage des Treffens im Fanprojekt „5 vor 12″ abgesagt wurde.
    c. Bei einem Treffen von IG-Leuten mit dem Vorstand des FCS wurde durch diesen eindeutig gesagt, dass eine Kooperation bzw. eine Verschmelzung keinerlei schädliche Auswirkung auf das Insolvenzverfahren hat. Außerdem wurde die Legende ins Reich der Fabel verwiesen, dass angeblich massenweise Sponsoren bei einer Namensänderung abspringen würden.

    Man kann ja der BSG und der IG alles nur mögliche andichten und vorwerfen. Mindestens des Lesens sollte man mächtig sein (Vorschläge/Anträge) und mindestens alle Fakten in die Meinungsbildung einfließen lassen. Billige Schuldzuweisungen bringen nämlich garnix.

    Es gibt nun mal einige beim FCS, die den Weg der BSG nicht verstehen und ihn darum ablehnen. Das muss die BSG mit sich selbstkritisch klären, weil man es den Leuten nicht ordentlich erklärt hat. Spielbetrieb auf Teufel komm raus und das husch-husch reicht nun mal nicht. Aber gut, ist passiert und da können die Kritiker am BSG-Weg auch drauf bestehen, dass dieser Umgang mit Informationen nicht richtig war. Viele dieser Kritiker haben es aber nicht dabei belassen, sondern in der IG Fragen formuliert und diese offen und direkt gegenüber dem Vorstand der BSG auch angesprochen.

    Aber einige, noch dazu an entscheidenden Stellen im FCS, benutzen diese berechtigte Kritik, um ihr eigenes Süppchen zu kochen. Das war beim BSG-Vorschlag so und das ist auch jetzt beim Antrag an die FCS-MV so. Und dann versteckten sich manche noch hinter irgendwelchen satzungstechnischen Dingen. Satzung, Vereinsname und sonstwas sollten mit diesem Antrag nicht geändert werden. Engagierte Leute wollten einfach ehrenamtlich daran arbeiten, dass es wieder einen starken Verein in Leutzsch gibt.

    Und dieser ganze Stadionquatsch ist doch einfach nur noch lächerlich. Den zaubert man dann aus dem Hut, wenn andere Argumente nicht mehr ziehen. Die BSG Chemie hat auf rechtliche Schritte zur Durchsetzung eines vorliegenden und rechtskräftigen Nutzungsvertrages verzichtet, weil man nicht sinnlos streiten wollte und weil das beide Vereine nur sinnlos Geld gekostet hätte. Klar wäre es gut, wenn Chemie wieder in Leutzsch spielt. Und kleine Schritte, wie die vorgeschlagenen und diskutierten Doppelspieltage oder gar mal ein Freundschaftsspiel, würden eventuell was bringen. So was dumpf-dümmliches, irgendwer wolle dem FCS etwas wegnehmen oder gar etwas übernehmen….. Das ist unterste Niveauschublade und würde, so ganz nebenbei gesagt, gar nicht gehen.

    Mit der hohlen Forderung, dass „die Verräter zurückkommen können“ fängt selbst der stärkste Elefant keine Mäuse. Und die Nummer „kleiner Bruder“ / „großer Bruder“ ist einfach nur eine Verhöhnung. Die „50 Hanseln“ der „BallSGay“ verfügen über ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein und mit derartigen Argumenten kann man die nun mal nicht überzeugen. Das ist genau die Art des Umgangs, wegen der viele den FCS verlassen haben und dies nach dieser MV auch noch tun, wie man mitbekommt. Das ist beauerlich ohne Ende und, zumindest aus meiner Sicht, absolut auch nicht gut oder hilfreich für die BSG !

    Schade, Chance verpasst ! Aber, auch das muss einfach gesagt werden, es ist Sache des FCS und seiner Mitglieder und in keiner Weise dazu angetan, jetzt hier „undemokratische“ Gepflogenheiten zu unterstellen. Diejenigen, die im FCS Verantwortung tragen, haben die demokratischen Spielregeln ihres Vereins in vollem Umfang ausgenutzt. Das ist ihr gutes Recht und man muss es zunächst mal akzeptieren. Genau das haben sie auch getan, als sie mit Ellinger als Aufsichtsratsvorsitzendem den Bock zum Gärtner, mit Lonzen als Präsident den Vermietungsrepräsentanten von RB zum Herrscher über den FCS gemacht haben. Wie gesagt, das war und ist ihr gutes Recht, aber das kann man beim besten Willen der BSG nicht unterstellen, denn das waren und sind Mehrheiten des FC Sachsen, zumindest der anwesenden Mitglieder zur MV. Genau darum kann es auch kein reumütiges Zurück in den Schoß des allein seelig machenden FC Sachsen geben, weil sich viele von denen die gegangen sind dann wieder den gleichen Mechanismen und Abläufen ausgesetzt sehen und das für sich nun mal ausschließen.

    Das muss man respektieren und darüber sollte es auch keine Debatten geben, die jenseits von Gut und Böse sind hinsichtlich des Niveaus. Man sollte Respekt davor haben, was der FCS in schwierigen Zeiten erreicht hat, vor der Mannschaft und ihrem Trainer und dem Vorstand dort, vor den kreativen und engagierten Mitgliedern und Fans. Das schafft nicht jeder ! Aber mehr auch nicht, so lange nicht eindeutige Zeichen gesetzt werden und so lange man nicht nachvollziehbar erkennen kann, dass dieser Respekt auch der BSG gegenüber aufgebracht wird.

    Mehrheiten bei der BSG nun wieder neu zu formieren, die sich wiederholt und nachhaltig für ein Zusammengehen engagieren, wird angesichts der Umstände doppelt schwer. Mancher bekommt halt seinen Anlass vom „Gegener“ frei Haus geliefert und so kann sich nun alles wieder gegenseitig hochschaukeln.

    Ich bleibe dabei, dass wir nur gemeinsam eine Chance haben. Die Welt um uns herum dreht sich weiter und manche sehen in „Kooperationen“ ihr Heil, bekommen aber eine Zerreißprobe mit denen im Verein, die Identität, Charakter und Tradition über jede Abhängigkeit von anderen stellen.
    Wenn Lok in dieser Einbahnstraße der Pseudokooperation erstmal verhaftet ist, dann hat es auch der Leutzscher Fußball in zersplitterter Form, so er einen Leistungsanspruch verfolgt, doppelt schwer, denn es setzt das ein, worunter Chemie jahrzehntelang gelitten hat. Einziger Unterschied: Die besten Spieler werden nicht per Parteibefehl sondern mit Geld und Ausgrenzung vom Sportgymnasium zu ihrem Glück gezwungen. Dem ein kleines aber feines „Nischenprodukt“, gestaltet von kreativen Fans und Mitgliedern, entgegen zu setzen, wäre eine Alternative. Aber nein, einigen wenigen geht es um ihren Satzungskauderwelsch statt um gemeinsame Arbeit und andere bestehen lieber auf ihrer Pseudounabhängigkeit, die ausschließlich den Entscheidungsspielraum lässt, welchen Dorfteich man als nächstes fußballerisch beglückt. Ich bin gegen die Dorfteiche, weil Chemie immer auch Anspruch bedeuten soll. Nix gegen die Spieler der BSG ! Die haben uns viel Freude gemacht und tun es noch. Und wieviel ehrenamtliches Herzblut da drin steckt, kann jeder sehen, der mal unvoreingenommen an das Projekt herangeht. Schon allein deshalb sind Aussagen, wie ; „Die können doch die Dritte des FCS machen!“; Unsinn -eher geboren in einem Spatzen-und nicht in einem Elefantenhirn- weil die Maus so schlecht nicht spielt und zumindest Spaß macht. Aber das ist mir nicht genug, denn ich möchte noch mal in Essen oder auf St.Pauli stehen und nicht für den Rest meines Lebens, Woche für Woche Spiele gegen Großdalzig als das Fußballhighlight konsumieren. Und wer da behauptet, dass das sowieso nicht geht mit RB in dieser Stadt oder wer da gar meint, man müsse das, wenn schon, dann durch Seelenverkauf an RB in Form von Pseudokooperationen erreichen, der ist für mich kein Chemiker, egal welchen Namen der Verein nun trägt.

    Die Alternative wird sein, dass die Einen auf ihrem Unsinn vom „FC Sachsen auf der Brust“ und die Anderen auf einer Unabhängikeit in unteren Ligen beharren, die keinem was bringt.

    Noch ein Wort zu Herrn Bauchspieß:
    „Wenn man nicht weiter weiß….“
    Tja, der Herr hatte ja schon Lösungsvorschläge und Denkansätze: Ob es nun der „Großeverein“ zusammen mit Meister Gießner Anfang der Neunziger war den er propagiert hat oder seine Huldigung an das RB-Projekt in den Medien vor Kurzem. Was der „gemeine“ Leutzscher und Chemiker, bei allem Respekt, davon hält, muss hier nicht erläutert werden. Was also soll man dann noch zu seinen MV-Sprüchen noch sagen ? Aber auch das ist legitim, denn jeder soll doch seine Meinung haben. Wenn ihm dann die Mehrheit folgt, kann man doch als Minderheit immer noch anders denken und anders entscheiden. Einige haben das nach den Lonzensprüchen getan und andere tun es jetzt. Machtlosigkeit ist deprimierend und führt nun mal bei jedem irgendwann zur Aufgabe. Schade, schade, schade !

    Auf jeden Fall kann man sich gegenseitig respektieren und die Diskussion sachlich führen. Ich finde, dass niemandem eine niveaulose Debatte gut zu Gesicht steht, der sich „Chemiker“ nennt.
    Das es im Streit auch mal haarig zugeht, rechtfertigt gewisse Dinge nicht im Geringsten; auch nicht, dass man Mehrheitsentscheidungen anwesender Mitglieder im Nachgang diskreditiert. Die Verantwortung für das Zustandekommen dieser Entscheidung zur FCS-MV tragen andere und die sehen sich als die „Sonnengötter“ und „Retter des Vereins“, denen der Platz unter`m Tisch für reumütige „BSGayer“ wichtiger ist, als die gemeinsame Suche nach tragfähigen Lösungen.
    Aber leider gibt es solche Charaktere in allen Vereinen dieser Welt, also auch beim FCS und bei der BSG. Wer allerdings permanent Eigeninteresse über die Sache stellt und das allein seelig Machende in der eigenen Sicht auf die Dinge sieht, so überhaupt nicht selbstkritisch auch mit der eigenen Verantwortung für gewisse Dinge umgeht, wird der Verantwortung nicht gerecht.
    Es geht nämlich inzwischen bei gewissen Wortführern nicht mehr um sachliche Auseinandersetzung, sondern ausschließlich um den Erhalt von Spielwiesen für Privatinteressen.

    Tut mir leid, aber so sehe ich das und ich finde es gut, dass Du @Basti wenigstens den Versuch einer sachlichen Diskussion in Form Deiner Sicht auf die Dinge unternommen hast. Das dieser Versuch in Unsachlichkeit und Vernachlässigung von Fakten dann scheitert, liegt halt in der „Natur der Sache“: Die Einen wollen absolut nicht, verstecken das aber zuerst hinter demagogischem Satzungskauderwelsch, und die Anderen berufen sich auf die Einen, um ihr eigenes Dorfteichsüppchen weiter in Ruhe kochen zu können ! Offenbar war Chemie (siehe Obi) doch nur etwas mit begrenzter Halbwertzeit, denn wenn dieses ganz Große, von dem wir Alten immer noch feuchte Augen beim Erzählen bekommen, wirklich etwas wert ist, dann würden genau diese Alten sich das alles nicht bieten lassen, was mancher jetzt daraus macht.

    Unter diesen Umständen bleiben nur halbherzige Lösungen bzw. Wege der Selbstverleugnung und-demontahe für den Einzelnen:
    Entweder man hat den FC Sachsen auf der Brust oder man geht zur BSG; oder aber man geht in Leipzig überhaupt nicht mehr zum Fußball oder man schmeißt seinen Charakter auf den Müll und seine Überzeugungen hinterher und schleicht sich an die Jahnallee. Ich hab mich mit Schmerzen für die BSG entschieden, obwohl so viel mehr möglich wäre…


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    J.M.
    01.12.2010 um 18:51
    26

    Und was noch zu sagen ist: Jeder hier und bei beiden Vereinen hat seinen Anteil daran ! Es ist der Gipfel der Ignoranz und Dümmlichkeit, erst den Herren an der Jahnallee blind zu dienen und in den Untergang zu folgen, um dann die zu beschimpfen, die aus existenziellen Gründen (verantwortliche Mitarbeiter des durch RB aus der Insolvenzmasse aufgekauften Nachwuchsleistungzentrums)Teil dieses Deals werden mussten ! So viel Verlogenheit geht gar nicht ! Wenigstens mal über den eigenen Anteil daran nachdenken ist doch das Mindeste, was man erwarten kann. Aber nein: „Was interessiert mich mein Versagen und mein Geschwätz von gestern ? Hauptsache ich kann mich wieder einbringen; ähm, trocken, sicher und warm in irgendwelchen Pöstchen einrichten.“ warum ich darüber so wütend bin ? Einige der Kinder habe ich ehrenamtlich mit begleitet beim FCS. Das habe ich gewiss nicht getan, damit sie Rb auf dem Silbetablett für einen Spottpreis hinterhergeworfen werden !
    Fehler haben wir alle gemacht, sonst wär`s nicht so weit gekommen mit uns ! Mein größter Fehler als ehemaliges engagiertes Mitglied des FCS war, dass ich den naiven Glauben hatte, den „Championsleagueflüstereren“ und „Hoffnungträgern Mitteldeutschlands“ auf den Leim gegangen bin, hessische Grußonkels unterstützt und nicht gesehen habe, wohin das führt. Schlimm genug, dass man diesen naiven Glauben auch noch versucht hat anderen einzureden und die dann ebenfalls naiv genug waren zu glauben und zu hoffen. Genau darum bestand die Bilanz des FCS eigentlich immer aus „Hoffnungsposten“: weil wir zu lange gehofft und geblaubt und zu wenig hinterfragt haben! Dazu sollte man wenigstens stehen und ich ärgere mich im Nachgang noch genug darüber. Wir haben viel zu spät konsequent damit begonnen, diese Dinge und die in den letzten Jahren dahinter steckenden RB-Diener in Frage zu stellen. Gerade dieses Nachdenken aber ist es, was mir eine „Rückkehr“ in den Schoß des allmächtigen und über allem stehenden FCS zur Horrorvision werden lässt. Man sattelt schon wieder das Aufstiegspferd und versucht mit diesem ranzigen Speck auch die Mäuse zu fangen; und das „feuchtfröhlich“ durch die gleichen Leute, die schon allen anderen Vorständen blind gefolgt sind und einfach nur „gedient“ haben. Aber der Elefant hat sich verrechnet, denn die Maus ist inzwischen übervorsichtig geworden….. Manchem Verantwortlichen (nicht dem Vorstand, denn den Dreien kann man das nun nicht zuschreiben) beim FCS würde ich wünschen, dass er sich mal mit seinem eigenen Anteil daran auseinander setzt und sich etwas zurück nimmt. Aber gut: „Hauptsache warm und Hauptsache Posten oder Plattform für Selbstdarstellung; egal wem man dient und was dabei rauskommt.“ Schade, schade, schade !…und verdammt armseelig. Veränderung und Neuanfang beginnen immer mit Selbstkritik. Wer das ignoriert, ist zu Neuem und Gemeinsamem nicht fähig.


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    Christoph
    02.12.2010 um 22:51
    27

    Respekt, J.M. So langsam rundet sich das Bild für mich als Außenstehenden. Kein gutes Bild. Traurig.

    Euch kühle Köpfe beim Weiter-Nachdenken!


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    J.M.
    06.12.2010 um 7:56
    28

    Nun ist schon 5 Tage (außer einem kurzen Satz, der manchmal ausreichend ist) nichts mehr gesagt, geschrieben bzw. vor Wut aufgeheult und losgebrüllt worden. Wie`s scheint gehen denen die Argumente in einer sachlichen debatte aus, die sonst immer so gern auf ihren Betonköpfen keinen Schutzhelm tragen.
    Übrigens: Wer Chemie und den Mythos verstehen will, sich eventuell mal die Zeit für etwas Nachdenklichkeit über die Chancen und Möglichkeiten zu nehmen bereit ist, der sollte sich mal mit 10 Jahre Diablos und dem Drumherum beschäftigen ! Damit will ich nicht gesagt haben, dass man diese Fangruppierung (die so ganz nebenbei zu den bedeutendsten hinsichtlich der Wahrnehmung in Deutschland zählt, was jedem bei der 10-Jahres-Feier eigentlich klar geworden sein muss) kritiklos euphorisierend zur Kenntnis zu nehmen hat. Was die Jungs in den 10 Jahren auf die Beine gestellt haben für CHEMIE, ist aller Ehren und allen Respekt wert; und es stellt sich die Frage, was DAS wohl ist, was Jugendliche, auch noch 46 Jahre nach der letzten Meisterschaft (die neben einem heute dümmlich-dreist daher labernden Bauchspieß aus viel mehr bestand, was durchaus und unbedingt Vorbildwirkung hat !) an diesem Verein und seinem Mythos so fasziniert.
    Denen gegenüber haben wir auch eine Verantwortung, denn wir sind seit längerem gerade dabei, ihren Lebensinhalt zielstrebig zu demontieren. Und da lehnen sich „Alte“ noch bigott in ihren Sesseln zurück und faseln irgendwelchen Müll von „auf der Brust“ und „im Herzen“ ? Schon etwas seltsam, wie schnell mancher seine eigene Jugend und seine Verantwortung für die der Gegenwart vergessen hat. Und schon erwähnenswert, wie Posten, Pöstchen und Gehälter korrumpieren und vergesslich machen können….. 


  1. Gravatar of J.M.
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    J.M.
    06.12.2010 um 17:09
    29

    Das sehe ich anders, denn RSL ist für mich keine Alternative. Hier geht es auch nicht um irgendwas anderes in Connewitz oder Schönefeld. Hier geht`s um Chemie ! Das ist schon ein Unterschied und nun mal nicht mit RSL vergleichbar. Außerdem liegt Connewitz in Leipzig und Leutzsch ist nun mal Leutzsch.
    W 33 sag ich da nur….. (Smylie)


  1. Gravatar of nwb
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    nwb
    06.12.2010 um 17:53
    30

    gut geschrieben!
    unendlich traurig, aber leutzsch ist (für mich) tod.
    „geiler Stadtteilverein“
    dazu braucht es auch einen geilen stadtteil
    alternativ, subkulturell, bunt, schrill, leutzsch ist das nicht
    connewitz schon, d.h. ist roter stern leipzig der „geiler Stadtteilverein“ mit potential und zukunft.
     
    R.I.P. Leutzscher Legende 🙁


  1. Gravatar of Michael S.
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    Michael S.
    07.12.2010 um 8:30
    31

    @nwb

    Sorry, dann geh doch zum roten Stern und engagiere Dich dort. Wir in Leutzsch haben immer noch eine Vision, die da heißt Zusammenhalt, Legenden, Kreativität, Spaß und Emotionen. Und ja, ich glaube daran dass man die überaltete FC Sachsen-Fanszene mit der zu jungen BSG Chemie-Fanszene zusammenführen kann und muss—und das dann wieder etwas Einzigartiges entstehen kann.

    Ohne dumpfe Politik, und schon gar nicht aus den extremen Lagern von Links und Rechts.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    07.12.2010 um 9:21
    32

    @Michael S.: Roter Stern betreibt keine „dumpfe Politik“ aus einem „extremen Lager“ von „Links“, sondern positioniert sich gegen Nazis und Diskriminierung (im Übrigen beides nicht vereinbar mit Grundgesetz, europäischer Antidiskriminierungsrichtlinie u. Ä.). Alles, was anders als der Mainstream ist, ist nicht automatisch „extrem“.

    Die Gleichsetzung von Links und Rechts unter dem „Extremismus“-Dogma ist wissenschaftlich sehr umstritten. Eine komprimierte Zusammenfassung liefern dazu unter anderem die Politologen Christoph Butterwegge („Die Entsorgung des Rechtsextremismus“) und Gero Neugebauer („Extremismus – Linksextremismus – Rechtsextremismus. Begriffsdefinitionen und Probleme“).


  1. Gravatar of J.M.
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    J.M.
    07.12.2010 um 13:12
    33

    Aber @Basti, es geht doch nicht um Dogmen ! Es geht hier um Identifikation mit einem Verein und seiner Tradition (und das ist nicht von Leutzsch nach Connewitz transferierbar, denn es bereitet schon auf dem 99er als Gründungsplatz von Britania erhebliche Schmerzen, als BSGer nicht im geliebten AKS sein zu dürfen), und es geht um vergleichbare Verhaltensmuster, die nun wiederum sehr viel mit Dogmen und Dogmatikern zu tun haben. Kein normaler Mensch vergleicht dumpf und oberflächlich Links und Rechts. Aber Du weist um meinen, zugegeben „nachhaltigen“ und provozierenden Vergleich: Stalin sah sich auch „links“ von allen anderen und war nicht anderes als faschistoid. Die Werte des Sports werden durch den unverflälschten und vom IOC-Kommerz freien olympischen Gedanken repräsentiert und nicht durch politisch motivierte Worthülsen. So lese ich die Meinung von @Michael S. und nicht als Angriff auf RSL. Chemie, so wie wir es wollen und verstehen, ist einzigartig und unvergleichlich. Das hat auch sehr viel mit dem Stadtteil zu tun und der ist nun mal nicht in Connewitz angesiedelt sondern im alten Leipziger Westen, nämlich in W 33 !


  1. Gravatar of Michael S.
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    Michael S.
    07.12.2010 um 14:33
    34

    Danke J.M.,

    genauso war es gemeint, und ich finde es äußerst schade, wenn wir über Chemie diskutieren und vom Macher dieser Seite wird auf diese Politschiene umgeschwenkt.

    Ich gehe auf den 99-er zur BSG soweit es meine Zeit erlaubt, ich gehe zum FC Sachsen, auch wenn ich mich dort nicht mehr wohl fühle. Kurz: Ich gehe zum Fußball. Da brauche ich weder hüben noch drüben Agitatoren, welche mich politisch bekehren wollen.

    Ich wähle nämlich die CDU. Aus Überzeugung.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    07.12.2010 um 16:21
    35

    @Michael S.: Den von dir beklagten politischen Drive hast du aber selbst reingebracht mit dem Ausspruch, den ich oben auch zitiert habe.

    Zumindest kann ich bei @nwb keine ‚linksextreme‘, „dumpfe“ Agitation erkennen. Darum ging es mir nur.

    Du und @J.M. wisst ja wahrscheinlich, wenn ihr euch hier etwas umgeschaut habt, dass wir in den zentralen Punkten übereinstimmen. Und zur Beurteilung dessen ist mir ein Bekenntnis- oder ein Nichtbekenntnis zu irgendeiner politischen Partei relativ egal.

    @J.M.: Nein, auch ich sehe Stalin gewiss nicht „links“, also keine Sorge 😉


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    07.12.2010 um 19:52
    36

    @Basti
    Mir schon klar, wie Du Stalin siehst. Sonst würde ich wohl kaum so wohlwollend mit Dir umgehen, Dich eher ignorieren und bekämpfen. Mir geht`s bei der ganzen Kiste um`s Prinzip. Für mich existieren keine linken oder rechten Auffassungen und Dogmen. Mein „Kapital“ ist „Der kleine Prinz“ und ich bemesse es an der Ausprägung humanistischer Grundhaltungen Nur leider ist das Lagerdenken bestimmend für unsere Gesellschaft, wohl um vom Eigentlichen abzulenken und um eigene Machtpositionen und Dogmen unwidersprochen zu sichern.
    Wenn Michael S. sofort (gefühlt) angegriffen wird, nur weil er nun mal im RSL (genau wie ich) keine Alternative sieht und wenn sich dieser Angriff noch dazu in Form der belehrenden Hinweise auf Wissen und Definitionen zuspitzt (was manchmal ganz gut und richtig, in den meisten Fällen -nicht bei Michael S.- aber Perlen vor die Säue ist), dann stelle ich mir schon die immer wiederkehrende Grundsatzfrage: Diskutieren wir das Thema richtig, sachlich, unabhängig und mit Respekt vor einem demokratisch / humansitischen Grundverständnis.
    Fakt ist aus dieser Sicht heraus eins: Ich will jeglichen Missbrauch „meines“ Vereins als politische Plattform unterbunden wissen und möchte, dass sich der Verein mit dem ich mich identifiziere sich mit der olympischen Idee identifiziert ! Das ist mein Anspruch, mein unteres Kompromisslevel oder auf deutsch das Ende der Fahnenstange, und das sehe ich im Leitbild der BSG Chemie im Moment am besten gespiegelt. Und damit meine ich jeglichen politischen Missbrauch, auch und vor allem den durch die politische Elite, die sich Vereine als Plattform für „Sonnengötter“ zunehmend regelrecht rekrutiert ! Damit will ich nicht sagen, dass ein Bürgermeister nicht Vereinsmitglied sein darf. Wenn aber Vereine „tschenserisiert“ werden durch maßgebliche Einflussnahme, dann wird`s kritisch, wie man am Beispiel FCS noch heute deutlich spürt. Wenn sich die politische Elite, von Kaminski bis Tschense, aus unserem Verein herausgehalten und seine Existenz nicht mit immer neuen irrwitzigen Plänen und Beeinflussungen, in enger Kooperation mit den Investoren und Betreibern des ZSL (na warum wohl) in Gefahr gebracht hätten, wäre manches besser und vor allem im Sinne der Mitglieder und Fans gelaufen. Nirgendwo ist die Einflussnahme traditionell so groß, wie in diesem manchmal wirklich elenden Leipzig; und das seit mehr als 50 Jahren, von „Fußballbeschlüssen“ kranker Bezirksleitungshirne und ihrer Helfershelfer, über Darlehensbürgschaften für Edelpelzvereine, bis hin zu pseudoneutralen Nachwuchskonstrukten ohne Identität und der Verhaftung eines ganzen Vereins in einer auch aus Fördermitteln erbauten Investruine, die eigentlich niemand braucht und die niemandem dient, außer dem Marketingmoloch mit den Blubberdosen, und das noch gegen den Willen von über 3.000 unterschreibenden Konsumenten, die ja nur doofe Fans und Ultras sind und für die man jahrelang nicht mal das Primitivste in Form professioneller Fansozialarbeit übrig hatte. Und nun ? Nun machen die die Politik, die mit Sperren für Talente in Bezug auf Sportgymnasien (sorry, das heißt anders: „Die Leistung reicht nicht, um den weitern Aufenthalt am Sportgymnasium zu rechtfertigen.“) ihre „Kooperationen“ fördern und Leistung ohne Seele und Identität züchten wollen.
    Die meine ich auch und genau wegen denen, dieser unsäglichen politischen Elite in dieser Stadt, die zwischen Olympia-und U-Bahn-Wahn keine Begrenzug ihrer potemkinschen Dörfer kennt und emotional (und auch marginal) jetzt sehenden und jubelnden Auges das den Sport zerstörende Championsleagueprojekt RB befeuert, geben viele resignierend auf und flüchten sich manche in Extreme. Überall da, wo Extremisten Platz gewährt wird, werden sie diesen beanspruchen und ausfüllen ! Selbst schuld, auch wir. Wir waren die, die den Schnellbootpräsidien gefolgt sind und somit in Kauf genommen haben, dass diese politische Elite der Stadt Leipzig immer dann generös „eingreifen“ konnte (oder durch Umlenkung wasserwirtschaftlicher Euronen „helfen“), wenn der Tank im Schnellboot (mehr als ein Äppelkahn der Selbstdarsteller war`s sowieso nie) wieder mal leer war. Da hilft auch kein Betroffenheitsexpresso im Kaffee Tiefensee oder einmal im Jahr `ne polizeigeschützte Sitzblockade auf dem Ring.
    Um mal den Bogen abzurunden: Der Wasserwerkeskandal (übrigens auch mit „Vereinsbezug“ und nicht nur durch einen der Protagonisten) und der Bau des City-Tunnels sind die letzten Meilensteine einer Stadt auf dem Weg in Verhältnisse, die anderswo mit „Kölscher Klüngel“ bestens umschrieben sind. Tiefensee hat`s richtig gemacht (was noch dazu für seine Intelligenz spricht): Als sich das Chaos immer deutlicher abzeichnete, hat er die Flucht nach Berlin angetreten, nach vorn so zu sagen, und dem dauerlächelnden Betroffenheitspastor als OBM seinen Stuhl frei gemacht. Soll nur noch jemand behaupten, Tiefensee kann nicht rechnen…
    Ja, ich hab Wut. Was aus unserer Stadt gemacht worden ist, auch und vor allem in Bezug auf meinen Lieblingssport, kann nur noch wütend machen ! Dem etwas entgegen zu setzen, eine BSG CHEMIE LEIPZIG oder wie auch immer das grün-weiße Kind (außer FC Sachsen) auch heißt, die mit anderen Mitteln, Methoden und Inhalten einfach von Leutzsch aus ihr eigenes, unabhängiges geiles gallisches Fußballdorf entwickelt und zum Kontrapunkt zu dem macht, was sich hier so abspielt, wäre eine echte Alternative. Dazu müssten sich aber ein paar Leute zurücknehmen (deutlich !) und ein paar Leute mal auf etwas von ihrem Status der allein Wissenden herunterkommen und zuerst mal nicht über Aufstiege schwadronieren sondern über inhaltliche Angebote mit denen sich die Menschen identifizieren können und wollen, die vom Leipziger Fußball in seiner jetzigen Form die Nase gestrichen voll haben.
    Beim FCS tankt man bereits wieder den Äppelkahn mit dem geflickten Motor voll, zahlt die Peanuts zur Not aus der Portokasse des des Präsidenten, wenn`s um die BSG geht, und die BSG wird noch eine Weile in sich ruhen und um die Dorfteiche tanzen. Nix gegen Dorfteiche, aber Chemie geht anders !
    Unabhängigkeit erreicht man dann, wenn man sich auf die eigenen Stärken besinnt, nicht die eigenen Schwächen hegt und pflegt. Und Unabhängigkeit ist dann möglich, wenn gewisse Verantwortungsträger ihre Pflichten gegenüber Vereinen zuerst erfüllen, bevor sie sich eine Tüte voll seltsamem Zeug genehmigen und in Olympiastadt oder Championsleague-Rinderwahnsinn machen ! Leistungssport organisiert sich pyramidal. Ohne breite Basis wird das nix. Auch nicht mit noch mehr Containern voll Geld aus Österreich ! Entweder man geht den konsequenten Weg der Bayern oder man begrenzt sich realistisch in seinen Ansprüchen. Realismus bedeutet auch Geduld. Die hatten wir fast 20 Jahre in Leutzsch nicht. Es musste immer mehr und immer besser sein und nichts wurde mehr, außer den Schulden; und alles wurde stetig schlechter, denn der Niedergang des Leutzscher Fußballs ist unverkennbar. 
    Manchmal träume ich von einem Urknall und plötzlich gibt`s EINEN Verein in Grün und Weiß, getragen von Fans und Mitgliedern des FCS, der BSG, vom TUS und anderen.
    Letztmalig habe ich das geträumt, als die klugen und engagierten IGler ihr Konzept und ihre Vorschläge publik gemacht haben. Inzwischen schlafe ich wieder traumlos, es sei denn, mir kommt in einer Art Alptraum einer kleiner Junge im LOK-Trikot unter, der mit der Zanbürste im ZSL die Katakomben putzt und hinter ihm auf dem Klo wechselt ein kleiner FCS-Nachwuchsspieler gerade die Toilettensteine aus. Muss ja alles glitzern und glänzen für die VIPs und andere, denen Sitzen nicht für`n Arsch ist. Und in den Logen trifft man sie alle wieder, die Sonnengötter und Schnellbootkapitäne aus dem Leutzscher Holz. Nee, tut mir leid, aber da hört bei mir das Verständnis und die Diplomatie auf. Mich korrumpiert keiner mit Championsleaguephantastereien mehr. Ich will meinen altehrwürdigen AKS und dort einen transparenten, ehrlichen Verein, der sich über Inhalte und Angebote um den Zuspruch der Menschen bemüht, nicht über Blendereien, Sturheit und Wahnsinn. Manchmal gewinnt im Wettbewerb nämlich nicht der, der das meiste Startkapital in Form des österreichischen Füllhorns hat. Manchmal gewinnt (im Sinne von Nachhaltigkeit) der, der die besseren Konzepte hat. Konzeptionell sind beide Vereine (BSG und FCS) zur Zeit krank, der eine kränker als der auf der Intensivstation und umgedreht. Die IG war mit ihrem Vorschlag der Weg zum Konzept. Nicht mehr und nicht weniger. Dank allen Betonköpfen ! Was erlauben Leipzig ? 


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    Kommentar von
    J.M.
    07.12.2010 um 20:03
    37

    Manchmal wünsche ich mir in Leipzig Menschen mit mehr Courage, die sich an den Schwaben ein Beispiel nehmen. Aber in der Stadt der U-Bahn für Arme und einem grassierenden Rinderwahn,. welcher die Erstinfektion mit Olympiawahn nachhaltig ersetzt, kann selbst ein „Fußball“-“Verein“ in der Nähe von Naturschutzgebieten sein potemkinsches Dorf hinknallen. Ihr werdet sehen: Der gemeine Leipziger trägt`s mit Fassung, Zurückhaltung und wie immer (außer mal im Lichtblickjahr 89) mit Schweigen. „Mir sin doch zefriedn. Mer ham ännä U-Bahn, ä BMW-Werg un dor Borsche gommt och aus Leibsch. Un nu hammer och balde Schämbiensliga und da werd doch alles gud, hehe ! Ä Nadurkundemuseum un solchen Schnickschnack brauch doch geenor. Un wenn hier eener was andersch will, genndsch bleede wärn ! Einsperrn das ganze Ultrabagg un diese ganzen Fußballfans von Log und Schämie. Bei RB is doch Glasse. Die verschebborn Freigarten an de Ginder und manchma gibds `ne Dose Freibrause.“  Tja, also wird aus Stuttgart 21 noch lange kein RB 21, aus dem FCS noch lange kein Verein, der sich selbst reorganisiert und reinigt sowie aus der BSG Chemie kein Verein, der mal nicht durchgängig auf Sturheit und falschen Stolz setzt. 
    Und die Moral von der Geschicht: Dem Schnellboot und der Champinsleague vertraue ich im Leben nicht (mehr) !


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    07.12.2010 um 22:12
    38

    @Michael S. @J.M.: Bitte seht es mir nach, ich habe gerade meine Abschlussarbeit zum ‚Extremismus‘-Begriff geschrieben. Daher auch meine entschiedene Reaktion, als ich hier ‚Extremismus‘ etwas unglücklich eingesetzt sah. Das sollte niemanden vor den Kopf stoßen. Wie gesagt, ich denke, wir sind uns einig.


  1. Gravatar of J.M
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    J.M
    09.12.2010 um 13:43
    39

    @Basti
    Mich hätte schon Deine Auffassung zu meiner Meinung interessiert, da Du ja der „Extremistenforscher“ bist. Nachsicht ist doch nix zum Erbitten. Die gibt`s in Form von ehrlich/produktivem Streit um die Sache.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    09.12.2010 um 16:33
    40

    @J.M.: Nein, ich würde mich definitiv nicht als ‚Extremismus‘-Forscher bezeichnen, da ich die Kategorie und den zu Grunde liegenden gleichnahmigen Begriff ‚Extremismus‘ ablehne. Demnach bin ich ein Kritiker der Extremismustheorie und des Extremismusbegriffes. Ein paar lesenswerte Beiträge dazu habe ich einem Kommentar weiter oben verlinkt. Meinen Standpunkt dazu würde ich dir aber gerne auch mal in einem persönlichen Gespräch darlegen, da ich glaube, dass in einer Internetdiskussion zu viele Feinheiten verloren gehen und Missverständnisse vorprogrammiert sind.

    Meine ehrliche Meinung zu deinem Beitrag ist dieselbe, die ich auch schon hatte, als wir dieses oder ähnliche Themen in den letzten Monaten diskutiert hatten. Du hast eine relativ eigensinnige Vorstellung dessen, was als „Politik“ zu gelten hat. Diesen Begriff fasst du sehr eng, das heißt, du identifizierst mit „Politik“ ‚das Rathaus‘, ‚die politischen Parteien‘ etc., also Akteure, die innerhalb der politischen Arenen agieren. Das finde ich insofern irreführend, als „Politik“ viel mehr ist als ein politisches System und seine institutionellen Akteure. Politik ist überall, wo Menschen zusammenfinden und ihre individuellen und/oder kollektiven Interessen vertreten bzw. berücksichtigt wissen wollen. Mit den Forderungen, endlich ehrlichen Fußball in Leutzsch zu spielen und das sinkende Schnellboot zu verlassen sowie den Leutzscher Fußball wiederzuvereinigen, vertrittst auch du „politische“ Positionen – mitunter ohne es zu bemerken. Die haben zwar reichlich wenig mit ‚dem Rathaus‘ und ‚den politischen Parteien‘ zu tun, zielen aber dennoch auf die Durchsetzung eines konkreten vereinspolitischen Interesses.

    Ich hoffe, ich kann hier deutlich machen, worum es geht: Wenn du Schlagworte wie „Politik“ liest, assoziierst du damit sofort oben genannte Akteure, mit denen du tatsächliche oder vermeintliche schlechte Erfahrungen verbindest. Das ist legitim. Aber es ist nicht nachvollziehbar, weil die Diskussion, an die du anzuknüpfen versuchst, sich überhaupt nicht um diese Themen dreht.

    Zum Abschluss noch einmal zur ‚Extremismus‘-Formel: Schon allein mit der Verwendung dieses Begriffes bezieht man eine dezidiert politische Position, da man davon ausgeht, dass es eine ‚gute demokratische Mitte‘ und ‚böse antidemokratische Ränder‘ gibt. Das ist politikwissenschaftlich und soziologisch nicht haltbar, da dadurch (1.) politische Positionen aus dem demokratischen Diskurs per Kriminalisierung und Moralisierung ausgegrenzt werden, sie werden also nicht mehr politisch verhandelt, sondern scheinen a priori als illegitim festzustehen, und (2.) der Blick auf antidemokratische und menschenfeindliche Einstellungen und Verhaltensweisen in der ‚Mitte‘ der Gesellschaft (Sarrazin, Seehofer, Alltagsrassismus) verwässert wird.


  1. Gravatar of Sündenbock03
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    10.12.2010 um 8:31
    41

    Es soll da ’ne nette Bar in Plagwitz geben, wo sich vortrefflich über solche Thematiken streiten ließe…


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    11.12.2010 um 9:44
    42

    @Basti
    Ich verwechsel oder vereinfache das nicht. Man muss nur, was Politik betrifft, das Naheliegende nicht aus dem Auge verlieren = die kommunalen Schandtaten ! Und genau darum geht`s hier doch ? Indem alles auf die hochwissenschaftliche Ebene der Bundespolitik und des Weltfriedens gezerrt wird, verlieren wir den Blick für`s Wesentliche vor Ort. Hier kann man mit Zivilocourage was verändern; im Großen und Ganzen mal eher nicht, denn da bleibts theoretische Philosophiererei.
    Mir wäre z.B., als Nichtgrüner, eine gemeinsame Initiative der ehrlichen Leipziger Fußballfans und der entsprechenden Organisationen (glaube NABU) gegen die Vernichtung des Auewaldes ganz recht. Alles das, was für den s.g. modernen Fußball und noch größenwahnsinnigere Pläne in diesem Zusammenhang ist, ist auch wider die Natur, wie man in Leipzig erleben kann. Temporäre Zweckbündnisse haben was Effektives.
    Und mir wäre recht, wenn sich eine unabhängige freie Wählerschaft in Leipzig etablieren würde, die Schluss mit dem Parteienfilz von „Links“ bis „Schwarz/Braun“ und von „Rosarot“ bis „Gelb“ macht. Aber der Leipziger ist nicht so. Der freut sich und empört sich in seiner Bimmel, so lange sie noch fährt. Und in „Spießers Ruh“ (Was für ein Name !!!!), dem geliebten Schrebergärtchen, wird, wenn`s Wetter passt, der Stammtisch gepflegt und alles in Grund und Boden geredet.
    Also werden „wir“ in Leipzig weiter Leuchttürme bauen, denen irgendwann das Licht ausgeht oder die den Leuten mit einer Funzel etwas vorspiegeln: „Is doch scheeen, unsre U-Bahn, hehe !“

    P.S.: Ach Basti….. Du bist sowas von diszipliniert Deinen eigenen Überzeugungen (oder loyal den Überzeugungstätern) gegenüber, dass es richtig Spaß macht, Dich zu provozieren. Wie sagte mein Großvater schon, statt Hoppe-Hoppe-Reiter: „Wer hat uns verraaaaaten ? SOZIALDEMOKRAAAATEN ! Und willst du kein Verräter sein, dann falle nicht ins Loch hinein.“
    Schönen Advent! Advent, Advent, die Seele brennt.


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    11.12.2010 um 11:14
    43

    Gerade gefunden:

    Red Bull verschreckt seine Nachbarn
    Rathaus legt erste Pläne für das Trainingszentrum vor / Stadtrat entscheidet Mittwoch

    Die neue Trainingsstätte für den derzeitigen Regionalligisten Rasenballsport Leipzig (RB) bekommt Konturen. Der Stadtrat will am Mittwoch einen Aufstellungsbeschluss verabschieden, der eine 28 Hektar große Fläche am Cottaweg planungsrechtlich neu ordnet. Dem Papier sind neue Details über das 30-Millionen-Projekt zu entnehmen.
    Die Ratsvorlage wurde mit Spannung erwartet, denn bislang hatten sich Stadtverwaltung und Regionalligist weitgehend in Schweigen darüber gehüllt, was auf dem naturschutzrechtlich sensiblen Gebiet entstehen soll (die LVZ berichtete). Vor einigen Tagen kam es deshalb beinahe zu einem Eklat auf der turnusmäßigen Sitzung des Stadtbezirksbeirates Alt-West, in dessen Zuständigkeitsbereich das Großvorhaben liegt: Die Beiratsmitglieder sollten über den Aufstellungsbeschluss abstimmen, hatten aber viele Fragen, die in dem Papier offen bleiben. Deshalb war der zuständige Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) im Beirat erschienen, weigerte sich jedoch kategorisch, Fragen zu beantworten, solange Zuschauer die Beiratssitzung verfolgten.(!!!!)

    weiterlesen…

    Ist Dir @Basti jetzt klar, was ich meine ?
    Leipzig wird mafiös, antidemokratisch und wider die Vernunft zu Gunsten von Einzelinteressen regiert. So sieht`s aus; und von „links“ bis „konservativ“ sitzen alle im gleichen Schnellboot.
    Der saubere „Linke“ Rosenthal ist übrigens der, für den es Tage nach 2 Überfällen auf Fans des FC Sachsen keine „Gewaltproblem“ im Leipziger Fußball gab…
    Methode:
    a. Öffentlichkeit ausschließen (darüber reden wir nicht, so lange noch Zuschauer im Saal sind)
    b. Bedrohungslegende aufbauen (der Investor wünscht nicht, dass darüber gesprochen wird = wenn sich die „Lieben“ zurückziehen, weil diese blöden Demokraten / Bürger vorher über ihre Schandtaten reden wollen = bevor diese Realität geworden sind, dann gibt`s keine Championsleague und die vielen guten Arbeitsplätze sind auch dahin)
    Dann baut doch in Eurer verdammten Pleißenburg gleich ein Atomkraftwerk, denn „unterirdisch“ ist`s in Leipzig schon !


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    11.12.2010 um 19:38
    44

    @J.M.: Ich probiers noch einmal kurz und knapp mit zwei Sachen, die mir wichtig sind:

    1. Ja, man darf, soll und muss Politik kritisieren, wenn was schief läuft.
    2. Dabei tut man sich aber bestimmt keinen Gefallen, wenn man in ein „die bösen Parteien“ und „meine gute eigene Welt“ verfällt. Wen willst du denn damit erreichen und ansprechen?

    Mag sein, dass eine Menge schief gelaufen ist, dass eine Menge schief läuft und/oder dass du eine Menge als schiefgelaufen wahrnimmst. Ich würde mir trotzdem einfach wünschen, dass du nicht an jeder beliebigen Stelle immer wieder auf die gleiche Diskussion zurückkommst, weil ich denke, das bringt uns nicht weiter. Konkret etwa: Lars Ziegenhorn hat überhaupt nichts mit x (x=Rostenthal, x=jeder beliebiger Politiker) zu tun, sondern das, was er macht oder nicht macht, hat er einfach mal selbst zu verantworten.


  1. Gravatar of J.M.
    Kommentar von
    J.M.
    12.12.2010 um 12:29
    45

    @Basti
    Ja, Du hast recht mit dem „Ziegenhorn-Vergleich“. Aber ich bleibe dabei: Es geht nicht um Parteienschelte sondern um Aufarbeitung und Analyse. Auch ein Ziegenhorn kann sich nur in einem begrenzt Handlungsfähigkeit zubilligenden Umfeld bewegen.
    Auf den Punkt gebracht: Den Herrschaften die unsere Stadt manipulieren (nicht regieren, denn darunter verstehe ich was anderes im Sinne der Regierten) traue ich alles zu, auch, dass sie Durck gegen eine Vereinigung ausüben, weil ihnen das ihr großartiges Championsleaguekonzept an der Jahnallee durcheinander bringen könnte. Zu hoch gestochen / Verfolgungswahn / Intrigenlegende ? Wer das so abtut, der sollte genau die letzten Jahre analysieren und das, was da so abgelaufen ist. Die Insolvenz des FCS war aus meiner Sicht geplant und von langer Hand vorbereitet. So doof kann sich selbst der größte Sonnenkönig und Schnellbootkapitän nicht anstellen ! Und die Hauptverantwortlichen dafür sitzen in warmen Stadionverträgen doer VIP-Logen. Was geht die schon der gemeine Vereinspöbel an, jetzt, wo sie doch alles haben:
    a. Plasteverein mit sauberem Kommerz
    b. keine Widerspenstigen aus dem Leutzscher Holz mehr, die auf einer eigenen Meinung und Mitgliederkultur beharren
    c. als „Abfall“ ein komplettes Nachwuchsleistungszentrum für`n Appel und `n Ei, was überwiegend durch ehrenamtliches Engagement aufgebaut und zum Erfolg geführt wurde = außer das bissel Blutgeld nix gekostet hat
    Und die Nebenverantwortlichen sind aus dem Hintern der „VIP`s“ in neue Hintern gekrochen, haben sich gut eingerichtet und helfen den „VIP`s“ nach wie vor, indem sie die Schaffung einer gemeinsamen Alternative mit Satzungstricks, Drohlegenden und anderem Kram verhindern.
    So sieht`s doch aus ! Und wenn dann noch die Sturheit eines kleinn Häufleins dazu kommt, dann ist klar was passiert: Der Moloch RB hat keinen Wettbewerb (denn den kläglichen Rest macht man sich ja auch noch via „Kooperation“ gefügig) mehr zu fürchten.
    Geschichte Marktbereinigungsstrategie !
    Und da das alles ohne politische Unterstützung unmöglich wäre, bleibt`s halt bei einer Generalkritik an dem, was in dieser Stadt in den Jahren angerichtet wurde. 
    Aber noch ist nicht aller Tage Abend und noch hat manch „Investor“ noch nicht alles platt gemacht um an sein Ziel zu gelangen, und noch sind auch die Messen in Bezug auf EINEN STARKEN VEREIN AUS LEUTZSCH nicht gänzlich gesungen. Wehe dem, der eines Tages in seiner wohltemperierten VIP-Loge wach wird, und Chemie ist wieder richtig da……. Also werden diese Leute alles tun, um genau DAS zu verhindern. 
    Und da regen sich manche noch auf, dass es Prinzipien und Bedingungen geben muss, will an ein soclhes Fußballprojekt angehen ? Unvereinbarkeit und Ausschluss jeglicher Abhängigkeit von etwas Erdrückendem ist doch überlebenswichtig.
    Aber gut: Beenden wir das hier, denn das Thema war nicht dazu angetan, dass alle es mal eingebettet ins „Große und Ganze“ sehen und diskutieren.

    Ich bleibe dabei: Wer eine Chance haben will mit Leutzsch, der muss mal über sich selbst nachdenken. Das vermisse ich bei einigen Protagonisten des FCS sehr stark und bei einigen bei der BSG ist diese Nachdenklichkeit der Sturheit geopfert worden. Leider !


  1. Gravatar of nwb
    Kommentar von
    nwb
    15.12.2010 um 1:32
    46

    warum kommt immer diese sch*** politik schiene, wenn
    jemand was rsl positives schreibt?!?
    weil sich leute im stadion gegen dreck engagieren? warum hat sich der rsl erst gründen können, sprich wer hat das fundament dafür gelegt, überlegt mal. ich bin leutzsch ab mitte der neunziger fern geblieben, warum? weil ich juden berlin etc.p.p nicht mehr hören konnte und viel schlimmer nicht länger im regen stehen wollte, wenn ich mich dagegen positioniert hab.
    ich bin im stadion politisch?!?
    weit gefehlt!
    politik bringen andere rein, ich wer mich nur dagegen! nennen wir es antipolitisch.
    in den 90ern bei chemie jetzt beim rsl.


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