Ronny Blaschke ist Sportjournalist des Jahres 2009
Donnerstag, 25. Februar 2010, 12:42 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 26. Februar 2010, 11:18 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus

Der freie Journalist und Autor Ronny Blaschke wurde für sein ZEIT-Dossier über die Neonazi-Unterwanderung des 1. FC Lok Leipzig ausgezeichnet. Am 25. März ist Blaschke in Leipzig auf dem Podium zu Gast

Zugegeben, es ist nicht mehr tagesaktuell, aber bedarf trotzdem der Erwähnung: Die Fachzeitschrift Medium Magazin hat Ronny Blaschke zum „Journalist des Jahres“ 2009 in der Kategorie Sport gekürt. In der Begründung der Jury heißt es:

… für seinen „ZEIT“-Beitrag über die Nazi-Unterwanderung des Fußballvereins Lokomotive Leipzig: „Angriff von rechts außen“ (3.9.2009) – mit dem er eindrucksvoll den Blick auf Tabuthemen im Profisport lenkte – mit außerordentlichem Mut und beharrlicher Recherche.

In der Jury saß unter anderem kein geringerer als Jens Weinreich, der seinerseits 2008 in der Kategorie Sport zum „Journalist des Jahres“ gewählt wurde. Und dessen Blog ich allen kritischen Beobachtern des Sports nur nahelegen kann. Seine Laudatio auf Blaschke:

Zu seinen Kernthemen gehören Gewalt, Rassismus und Homophobie im Fußball – auf dem Spielfeld und auf den Rängen. Dazu hat er zwei Bücher vorgelegt. Als freier Journalist schreibt Ronny Blaschke u. a. für die Berliner Zeitung, die Süddeutsche und nun auch für Die Zeit […].

Das [sein ZEIT-Dossier, d. Verf.] war, wie er selbst sagt, eine schwere Geburt (Schmerzen müssen sein im Journalismus). Zumal: Als Freier muss man in Vorleistung gehen. Man investiert einige Wochen Arbeit – und einiges Geld. Fast immer ohne zu wissen, was dabei rauskommt und ob der Aufwand einigermaßen adäquat belohnt wird. […]

Ronny Blaschke nimmt diese Herausforderung an. Im Zweifel entscheidet er sich meist für den schwereren Weg – gegen den Mainstream und das etwas leichter verdiente Geld. Im Übrigen macht er sich für die Zukunft fit, indem er im vergangenen Jahr zwei lange Praktika absolviert hat. Eines im Deutschlandradio, zuletzt noch zwei Monate beim WDR. Ich hoffe, er nimmt es mir nicht übel, dass ich das erzähle: Der Sportjournalist des Jahres erarbeitet sich als Praktikant professionelle Medienkompetenz.

Blaschkes ZEIT-Dossier habe ich damals hier im Blog dokumentiert. Am 25. März 2010 wird er in Leipzig auf einer Podiumsdiskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung zu sehen sein. Zum Thema „Zwischen Prävention und Repression – Rechtsextreme Gewalt im deutschen und im Leipziger Fußball“ diskutieren neben Ronny Blaschke der Soziologe Gerd Dembowski, Torsten Rudolph vom Fanprojekt Dresden, der Sportausschussvorsitzende im Leipziger Stadtrat Christopher Zenker (SPD) und der Präsident des Leipziger Fußballverbandes Rainer Hertle. Die Moderation übernimmt mit Winfried Wächter der Sportchef der Leipziger Volkszeitung. Die Veranstaltung wird 18 bis 20 Uhr im Studio 3 des Leipzig Fernsehen stattfinden.




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  1. Gravatar of Die unendliche Provinzposse vom Fanprojekt-Trägerwechsel | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
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    [...] wiederholt Kritik am bisherigen Träger laut: Nach Recherchen von Ronny Blaschke für sein preisgekröntes Dossier in die Wochenzeitung DIE ZEIT hielt die NPD im Fanprojekt Kader-Treffen ab. Neonazis sollen [...]




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