Zitat des Tages (7): Fußball und Kapital, Fans und 50+1
Montag, 22. Februar 2010, 23:34 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 22. Februar 2010, 23:36 Uhr
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Wir hatten leider nie eine Situation wie in Deutschland. […] In England findet gerade ein Umdenkprozess statt. Früher hat sich keiner darum geschert, die letzten sechs Monate haben das geändert.

Das Problem liegt darin, dass man sich abhängig macht von Entwicklungen, auf die der Verein und der Sport keinen Einfluss haben. Der Kollaps des Marktes in Island bedingte zum Beispiel den Einbruch von West Ham. Das hatte nichts mit England oder dem englischen Fußball zu tun. Dieses Problem wird den meisten jetzt bewusst. In guten Zeiten hat man Gelder, in schlechten bist du am Ende – ohne Widerstand leisten zu können. Das System hat uns ausgeknockt, da wir keine Vertreter der Fans in den Vereinen haben. Wir Fans stehen in England komplett außen vor.

Dave Boyle, Sprecher der Fan-Organisation „Supporters Direct“, in 11 FREUNDE über den englischen Fußball, in dem es keine zur deutschen 50+1-Regel vergleichbare Begrenzung der Beteiligung von Investoren auf Fußballvereine gibt.




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6 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Alex
    Kommentar von
    Alex
    23.02.2010 um 10:24
    1

    Ja, im Besitz eines „Millionärs“ zu sein, hilft auch nicht vor der Insolvenz. Beweis dafür: Ende Januar musst Crystal Palace (zweite Liga) Insolvenz anmelden. Mit 35 Millionen Schulden sieht es nicht gut aus für die „Eagles“. Hoffentlich bleibt Palace trotz 10-Punkte-Strafe in der zweiten Liga.

    Und Manchester United hat Schulden in Höhe von 800 Millionen Euro. Jedes Jahr müssen 47 Millionen Euro allein in die Tilgung gesteckt werden. Das Trainingsgelände wurde verkauft und die Hälfte (40 Mio.) des erst nächste Saison beginnenden Trikotsponsor-Vertrages sind auch schon verbraten

    Kein Wunder, wenn das Mutterland gerne mal nach Deutschland schielt: http://www.welt.de/sport/fussb.....eague.html


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    23.02.2010 um 11:36
    2

    Und es geht immer weiter. Hier ein paar Leseempfehlungen: Raphael Honigstein zeigt in der Süddeutschen Zeitung die finanziellen Unwägbarkeiten beim FC Portsmouth auf. Der Verein steht im Tabellenkeller und vor der Insolvenz. Dagegen ist der FC Sachsen eine Geldoase. Im selben Medium legt derselbe Autor an anderer Stelle nach und bringt die abstruse Story von Nottingham County, dem ältesten noch im Profibereich spielenden Fußballverein der Welt, der in der vierten Liga Sven Göran Eriksson als Sportdirektor und Sol Campbell (Ex-Internationaler, Ex-Arsenal, 35 und ein Fünfjahresvertrag!) verpflichtete. Keiner weiß, wem der Klub genau gehört – und ob es überhaupt irgendwo Geldmittel gibt. Campbell ist inzwischen – nach nur einem Pflichtspiel für Notts County – wieder zu Arsenal zurückgekehrt. Das waren nur zwei weitere Beispiele.


  1. Gravatar of Yourenlightenment
    Kommentar von
    25.02.2010 um 9:50
    3

    Lieber zwanzig Vereine, die gut besetzte Kader haben und kurz vor Pleite sind als ein Verein nach den Vorstellungen von Leuten, die Widerstand leisten wollen und in der ersten Person plural schreiben.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    25.02.2010 um 10:51
    4

    @Yourenlightenment: Ein etwas unkonkreter Vorwurf, als ob der Widerstandsdiskurs prinzipiell durch kollektive Vereinnahmung geprägt ist. Ich denke, ich brauche beides nicht.


  1. Gravatar of Alex
    Kommentar von
    Alex
    25.02.2010 um 12:21
    5

    Erleuchte uns: Geht es dir um den britischen Fußball oder um Kritik an einem Leipziger Fußballverein?

    Letzteres? Dann schreibe bitte etwas heller und dort, wo es thematisch besser aufgehoben ist.

    Doch der britische Fußball? Welche grammatikalischen Nuancen sind beim AFC Wimbledon oder bei FC United of Manchester zu beobachten, Yourenlightenment?


  1. Gravatar of Alex
    Kommentar von
    Alex
    26.02.2010 um 19:30
    6

    Nun ist es passiert: Der FC Portsmouth hat als erster Club in der Geschichte der Premier League Insolvenz angemeldet. Sportlich bedeutet das praktisch den Abstieg, denn der zweimalige Meister und Pokalsieger bekommt neun Punkte abgezogen. Schade, schade …

    Mehr gibt es hier zu lesen: http://www.ftd.de/sport/fussba.....80580.html




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