2:1-Sieg im „schützenswerten Pedotop“
Sonntag, 1. November 2009, 18:00 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18. November 2009, 18:14 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, Spielberichte

Die BSG Chemie Leipzig siegt mit 2:1 auf dem Bienitz und zieht in der 2. Kreisklasse konkurrenzlos seine Kreise. Ein Spielbericht, der parallel im Fünfeck erschienen ist

Bienitz! Der geneigte Beobachter des Leutzscher Kreisklassefußballs gibt sich unirritiert und siegessicher. Klar, da haben wir gewonnen. Bienitz? War da noch was? Nun, zumindest begriffsetymologisch ist es eine ganz interessante Geschichte. Google klärt auf: „Der Bienitz“ – ein Naturlehrpfad. Eine bewaldete Erhebung zwischen Rückmarsdorf und Dölzig. Wer in Heimatkunde damals nicht richtig aufgepasst hat, weiß jetzt: Die BSG Chemie hat die SG Leipzig-Bienitz auf einem ganz besonderen Boden bezwungen. Einem Lößboden! Ein „schützenswertes Pedotop“, wie die Uni Marburg befindet. Da kann auch der Geographie-Student unter den Chemikern noch was dazu lernen.

Aber gut, eigentlich geht’s ja um Fußball, und da gibt es ohnehin nur gute Nachrichten aus dem Radojicic’schen Lager. Auch die Bienitzer, der Tabelle nach immerhin eine Spitzenmannschaft, konnten die Leutzscher nicht in Verlegenheit bringen. Aber dafür den Schiedsrichter. Die Szene des Spiels trug sich in den Schlusssekunden zu, als die Bienitzer eingedenk einer wie immer nachlässigen Leutzscher Chancenverwertung noch die Gelegenheit auf den späten Ausgleich hatten. Während der Bienitzer Keeper in feinster Jens-Lehmann-Manier im Sechzehner auf den Kopfball seines Lebens wartete, versemmelten seine Vorderleute den Freistoß. Marco Blank sagte danke, nahm die Kugel an sich und trug sie über den halben Platz ins verwaiste Tor.

Drei eins, jubelten die Fans. Doch der zumindest in dieser Szene überforderte Schiri zeigte nicht auf den Mittelkreis, sondern gab an selbigem Freistoß für die Leutzscher. Kurioserweise hatten sich die Bienitzer nach dem missglückten Freistoß verbal selbst zerfleischt und zudem intensiv beim Schiri reklamiert. Der Unparteiische gab sich derweil auf seinen ganz persönlichen Naturlehrpfad, zeigte sich salomonisch und verteilte ein paar Gelber Karten, beließ es aber bei einem vollends verdienten 2:1-Auswärtssieg. Womit alle Beteiligten zufrieden gewesen sein dürften. Bei Chemie konnte unterdessen die Gewissheit reifen: Wer soll uns jetzt noch aufhalten, wenn es nicht mal dieser heilige Bienitzer Boden schafft?




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