„Angriff von rechts außen“: Blaschke über Neonazis bei Lok
Donnerstag, 3. September 2009, 18:01 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 10. September 2009, 10:31 Uhr
Abgelegt unter: Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Medienschau, Vereinspolitik

DIE ZEIT widmet sich im Dossier ihrer heute erschienen Ausgabe der rechtsextremen Unterwanderung der Fanszene des 1. FC Lokomotive Leipzig. Eine Kaufempfehlung

Ronny Blaschke zählt zu den wenigen Sportjournalisten in Deutschland, die sich des Themas rechtsextreme Umtriebe im Fußball-Umfeld annehmen. In ihrer aktuellen Ausgabe hat die Wochenzeitung DIE ZEIT dem Autoren des Buches Im Schatten des Spiels drei Seiten im investigativen Dossier-Buch zur Verfügung gestellt. Als Ergebnis hat Blaschke mit „Angriff von rechts außen“ einen hervorragenden Artikel abgeliefert, der authentisch nachvollziehen lässt, inwieweit NPD und Neonazis den Leipziger Fußball im Allgemeinen und den 1. FC Lokomotive Leipzig im Besonderen für die Rekrutierung neuer Anhänger und Mitglieder instrumentalisieren.

Es ist die Geschichte von „Marco Remmler“ und „David Lohse“, die Blaschke erzählt. Beide sind Beobachtern sowohl der Fußballfanszene als auch des rechtsextremen politischen Milieus wohlbekannt. „Marco Remmler“ heißt eigentlich Nils Larisch, war 2003 Gründungsvorstand des 1. FC Lok und lange Zeit für das Merchandising des Vereins verantwortlich. Der inzwischen aus dem Verein ausgeschlossene Larisch arbeitet als Leibwächter für Holger Apfel im sächsischen Landtag. Hinter„David Lohse“ verbirgt sich Enrico Böhm, im Lok-Forum unter dem Pseudonym „Gegengerade“ aktiv und Initiator des Probstheidaer Fanradios „Lokruf“. Beide sind NPD-Funktionäre, die den Fußball als Bühne für ihre politische Propaganda gezielt missbrauchen.

Blaschke lässt keinen Zusammenhang aus, erzählt minutiös nach, wie Nils Larisch, der alte Weggefährte Steffen Kubalds aus Hooligan-Zeiten, Enrico Böhm auf seine Seite zog und wie letzterer die ursprünglich unpolitischen Probstheidaer Ultràs „Blue Caps“ auf Kurs brachte. Blaschke legt auch dar, dass Larischs politische Aktivitäten für Kubald und seine Mitstreiter lange Zeit kein Problem darstellten.

Dreizehn Gründungsmitglieder saßen am 10. Dezember [2003, d. Verf.] in einer Leipziger Kneipe, um die Aufgaben zu verteilen. Der gelernte Koch Kubald übernahm den Vorsitz, der Maler und Lackierer Remmler [Larisch, d. Verf.] den Verkauf der Fanartikel. Dass er schon damals in der rechtsextremen Szene aktiv war, wussten die Anwesenden. Kümmern tat es sie nicht. […]

Lange darf Remmler [Larisch, d. Verf.] schalten und walten. Das ändert sich mit dem sportlichen Erfolg. Lok spielt besser, als viele erwarten, und stürmt von Aufstieg zu Aufstieg. Damit steigt der öffentliche Druck auf den Präsidenten Kubald, sich von rechtsextremen Anhängern zu distanzieren. Die Trennung Remmler gipfelt im Februar 2007 in einem Hausverbot.

Lok-Führer Kubald sieht Blaschke in einem Dilemma:

Ruft er zu laut nach Hilfe, gilt er als überfordert. Benennt er offen den Ernst der Lage, gefährdet er womöglich die Existenz des Klubs. Greift er zu hart durch, ist er bald allein.

Denn Blaschkes Rechercheren haben ergeben, dass die Neonazis gut in der Probstheidaer Fanszene vernetzt sind. Die Gefahr ist, dass sie kaum wahrzunehmen sind. Die Fanszene wird subtil unterwandert, die Rekrutierung erfolgt informell über Social Communities im Internet. Einzig zu Wahlkampf-Zeiten sind die Rechtsextremen stärker präsent, wie beispielsweise anlässlich des Vereinsfests des 1. FC Lok am 25. Juli 2009, als vor dem Bruno-Plache-Stadion unter anderem Nils Larisch und Enrico Böhm für die NPD Propagandamaterial verteilten. Auch während des Derbys zwischen dem FC Sachsen und 1. FC Lok vor knapp zwei Wochen war ein NPD-Wahlkampf-Bus präsent. Inmitten der Fanmassen. Doch wichtiger ist die Arbeit im Verborgenen.

Die Bewegung hat dazugelernt. Sie hat sich in Zonen breitgemacht, die der Verein und die Polizei kaum kontrollieren können. Und auch nicht stoppen.

Wie die neonazistische Rekrutierung funktioniert, zeigt Blaschke eindrucksvoll auf. Über das Internet werden einzelne Personen gezielt angeworben. Im Jugendlichenalter.

Kritik muss sich das Lok-Fanprojekt und sein Leiter Udo Ueberschär, der in Blaschkes Beitrag nicht genannt werden will, gefallen lassen. Bis September 2008 ging Böhm dort ein und aus. Ueberschär betreibt akzeptierende Sozialarbeit, die eben auch Neonazis integrieren will.

Die Pädagogen haben einen schwierigen Auftrag. Sie müssen Nähe suchen und zugleich Distanz wahren. Wer ist Verführer in der rechtsextremen Szene? Und wer Verführter?

Doch wie weit soll diese Betreuung gehen? Wie weit darf sie dem Übel entgegenkommen? Bis hin zu SS-Runen an der Wand [so im Lok-Fanprojekt, d. Verf.]?

Dass die NPD mit ihrer Unterwanderungsstrategie sehr wohl Erfolg hat, zeigten zuletzt die Wahlergebnisse zum Leipziger Stadtrat. Blaschke schüttelt den Kopf angesichts des Wahlkampfes und -erfolges von Enrico Böhm:

Lohse [Böhm, d. Verf.] bestellt Plakate und Aufkleber, in Blau und Gelb, den Farben des Fußballvereins. Auf der Internetseite der NPD preist er sich als potenzieller Retter der verblassenden Sportstadt Leipzig, und in seinem Wahlkreis erhält Lohse [Böhm, d. Verf.] fast eineinhalbtausend Stimmen. Das hat es in Deutschland noch nicht gegeben: Ein rechtsextremer Fußballfan, ohne Erfahrungen in öffentlichen Ämtern, erreicht aus dem Stand dreieinhalb Prozent.

Wer noch mehr lesen will, muss DIE ZEIT zur Hand nehmen. Fazit: unbedingt kaufen!




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38 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Moritz
    Kommentar von
    03.09.2009 um 19:43
    1

    Vielen Dank für den Lesetipp!


  1. Gravatar of Überfragt
    Kommentar von
    Überfragt
    03.09.2009 um 21:42
    2

    Ein teilweise erschreckend gut recherchierter Artikel über die Lok-Szene oder viel mehr die leider vorhandenen Umtriebe von selbsternannten Wahlkämpfern. So weit so gut. Fraglich für mich nur, wieso Herr Blaschke sich das Gesamtprodukt durch falsche Unterstellungen über das Fanprojekt unter Leitung von Udo Ueberschär kaputt macht. SS-Runen in selbigem hat es nie gegeben. Woher Herr Blaschke diese Information hat oder haben will ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Selbst dort gewesen scheint er jedenfalls nie zu sein.


  1. Gravatar of Bums
    Kommentar von
    Bums
    04.09.2009 um 9:20
    3

    Enrico Böhm ist selbst in Nazireihen als Spinner verlacht. Arbeitslos ist er nun auch wieder.


  1. Gravatar of René Gruschka
    Kommentar von
    04.09.2009 um 10:15
    4

    Ich möchte darauf hinweisen, daß angesprochener E. Böhm Gründungsmitglied des „Lokruf“ war. Bereits seit dem Jahr 2005, noch lange vor seiner Karriere bei der NPD, ist Enrico nicht mehr Mitglied der Lokruf Crew. Lokruf ist kein politischer Sender sondern einer reiner Sportinformationsdienst.


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    04.09.2009 um 11:13
    5

    Ja und, was will man uns denn damit sagen ? Dass linksextrem nicht stattfindet und das solche Tendenzen seit Jahren nicht nur in Leipzig an der Tagesordnung sind, aber von Politstümpern unter den Teppich gekehrt und totgeschwiegen werden ?
    Über diesen Artikel sollten sich Jung, Buttolo, Rosenthal und Co. mehr Gedanken machen, als in Fanszenen Aktive und in Fanprojekten Beschäftigte. Die müssen (zum allergrößten Teil ehrenamtlich) die ganze Soße nur ausbaden und werden / wurden dafür sogar von der Polizei „gebührend“ mit Innenministerdeo und sonstigen schlagkräftigen Argumnten behandelt.
    Macht nicht so ein „Rechtsgeschrei“ sondern kümmert Euch ausgewogen um die Infiltrierung von Jugendkultur durch alle (!!!) politischen Spinner und Radikalinskis, aber am meisten solltet Ihr Euch um die Ursachen und die Verursacher kümmern, die das überhaupt erst ermöglicht haben. Die sind aber im Moment nicht zu sprechen, weil im Wahlkampf und einige von denen sowieso nicht, weil wegen des Wahlergebnisses am Heulen !

    So, bin ich nun auch wieder ein Nazi, weil ich den Finger mal wieder in alle offen klaffenden politischen Wunden gleichmäßig lege ?

    Sollte Information sachlich sein, so darf sie auf keinen Fall tendenziös sein. Ergo: Vor der eigenen links-mitte Tür kehren und analysieren, was dazu erst geführt hat. Die (Macht-)Politik in diesem Land hat u.a. ehrenamtliche Fanarbeit regelrecht verbrannt. Also kein Wunder, dass jetzt von außen solche Dinge konstatiert werden müssen. Davor haben wir schon vor Jahren gewarnt und einen Kubald hier an den Pranger zu stellen, halte ich für mehr als primitiv, weil an den Tatsachen vorbei gehend. Hier wird einer zum Belzebub erklärt, der nur seinen Verein aufbauen wollte und dabei erst mal auf jeden zurückgegriffen hat, der dazu auch bereit war. Das kann man naiv nennen, aber nicht indirekt böswillig unterstellen, dass er heute die NPD mit ihrem Wahlkampfmobil zu seinen Festen und Spielen mehr oder weniger einlädt.

    Der Blogger wird immer mehr zur demagogisch-einseitigen Lachnummer, die oberflächlich alles aufsaugt, ungeprüft verbreitet und einseitig kommentierend Demagogie betreibt.
    So jedenfalls wird kein Problem gelöst; ganz im Gegenteil werden neue Probleme geschaffen.

    Machts gut und hoffentlich nicht weiter so UND KEHR MAL VOR EURER EIGENEN TÜR !
    Ihr seit eine Schande für Chemie und daher aus meiner Sicht nicht berechtigt, die Bezeichnung „Chemieblogger“ zu tragen. Das spreche ich Euch ab, weil das hier nichts mit Chemie zu tun hat. Was Ihr tut ist Hass sähen, statt Probleme zu analysieren und effektive Lösungen zu debattieren. Mir ist das zu primitiv und zu vordergründig.

    Und Tschüß !


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    04.09.2009 um 11:17
    6

    Die Grünen nehme ich von meiner Kritik in diesem Zusammenhang aus, weil sie die Einzigen in Sachsen waren, die sich (in Person von Landtagsabgeordneten) dem Problemkreis analytisch und konkret genähert und sich für tatsächlich sinnvolle Lösungen stark engagiert haben.
    Wie gesagt: ALLE ANDEREN SOLLTE MAL VOR IHRER TÜRE KEHREN; und das könnte mit einer Zusammenkunft sämtlicher Ober-, Sport- und Sozialbürgermeister dieser Stadt beginnen, die sich selbst mal ein paar Fragen stellen sollte. Stimmts, Herr Tschense ? !


  1. Gravatar of Almir
    Kommentar von
    Almir
    04.09.2009 um 12:59
    7

    @meurer
    totaler Käse, mal wieder auf die „Linksextremen“ zu verweisen, da ist wie ein Diktator, der darauf verweist daß es woanders ja auch Diktaturen gibt.

    Zum Thema:
    Ich finde den ZEIT-Artikel äußerst schwach. Erstens enthält der Artikel viele fachliche Fehler und außerdem strotzt er nur so von Plattitüden. „Es gibt zwei Volksbewegungen in Probstheida, die rechtsextreme und die von Lok.“ Lächerlich, Ergebnis letzte Landtagswahlen: 2,9% für die NPD. Ein schöner Artikel für westdeutsche Intellektuelle. Von chemieblogger auch schwach den einfach so zu übernehmen. Bei allem Hass gegenüber Lok, aber der gute arme Kubald auf der einen Seite und die vielen bösen Rechtsextremen auf der anderen – ein lächerliches Bild.
    Das sagt übrigens ein linker FC Sachsen Leipzig besuchender, mit der BSG Chemie u. den Diablos sympathisierender Fan.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    04.09.2009 um 13:46
    8

    @ Almir: Hmm, finde nicht, dass Kubald so super gut weg kommt in dem Artikel. Der Verweis darauf, dass alle von Anfang an wussten, was Larisch macht. Seine Hooligan-Vergangenheit wird auch angesprochen. Zumal ich finde, dass es sich so gelesen hat, dass die anfängliche Gleichgültigkeit im Verein das Wachsen der rechten Fanszene stark begünstigt hat.

    Wo siehst du die „fachlichen Fehler“, die du monierst?

    Im Übrigen poste ich hier nicht so eine Leseempfehlung, weil ich Lok „hasse“, sondern weil es um den Leipziger Fußball geht und die BSG Chemie bzw. die Diablos auch explizit im Artikel genannt werden. Und wer behauptet, das hätte alles nichts mit Chemie zu tun – gute Nacht!

    @ Jan: Wir hatten uns doch schon einmal auf sehr gepflegtem und sachlichem Niveau unterhalten. Wo ist das hin?

    @ Überfragt: Das mit den SS-Runen steht jetzt im Raum. Ich kann mich aber erinnern, dass mir auch andere Quellen schon vor einem knappen Jahr zumindest von einer ähnlichen Wandbemalung am Fanprojekt (ob es nun Runen waren, weiß ich nicht mehr) berichtet haben.

    @ René Gruschka: Zur Kenntnis genommen, aber ich gehe davon aus, dass weder Ronny Blaschke noch ich unterstellt hätten, es wäre ein politischer Sender. Das Beispiel zeigt lediglich, wie gut Böhm in der Szene integriert ist/war.


  1. Gravatar of Erleuchtet
    Kommentar von
    Erleuchtet
    04.09.2009 um 15:08
    9

    SS-Runen oder sonstige Schmierereien AM Fanprojekt klingen schon ganz anders, als selbige IM Fanprojekt. So kann man das schon eher stehen lassen, wenn auch so nach wie vor der falsche Eindruck entstehen kann, dass das Fanprojekt ein Anlaufpunkt für Rechtsradikale sei. Ich möchte aber auch betonen, dass dort immer versucht wurde rechte Tendenzen in den Räumlichkeiten zu unterbinden. Ob dies immer gelang, sei dahin gestellt, geduldet wurde so etwas auf keinen Fall. Nicht ohne Grund haben gewisse Personen inzwischen auch dort Hausverbot und müssen sich stattdessen in einem Gebäude in der Odermannstraße treffen und möglicherweise ist ihnen das sogar lieber. Im Fanprojekt ist jedenfalls kein Platz für rechte Auswüchse.

    Dann schlagt euch mal untereinander weiter verbal die Köpfe ein. Das macht den Blog weiterhin zur täglichen Pflichtlektüre. 😉


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    04.09.2009 um 15:23
    10

    Ich meinte eigentlich IM statt AM. Aber da war ich auch nicht, alles aus zweiter Hand ;-). Stichwort verbales Köpfeeinschlagen: Die FC-Sachsen-BSG-Chemie-und-dann-auch-noch-Politik-Nummer ist sowieso eine unendliche Geschichte.


  1. Gravatar of hotelboy
    Kommentar von
    hotelboy
    04.09.2009 um 17:55
    11

    @ erleuchtet: dass das FP aber jahrelang treffpunkt für rechte war, lässt du gleich mal unter den tisch fallen?! ich beziehe mich dabei auf den artikel. erst im september letzten jahres wurden hausverbote erteilt. blue side lok musste sich nach aussagen des fp-leiters (bei einer podiumsdiskussion in der uni leipzig) wieder in die räumlichkeiten des vereins zurück begegeben. ist das die arbeit eines fp? rechte versammlungen zulassen und den rest somit unweigerlich zwingen, sich aus der obhut des fp zu verabschieden? so wurde es bei dieser lautstark geführten diskussion in der uni deutlich. das kann es ja wohl nicht sein!!


  1. Gravatar of edit
    Kommentar von
    edit
    04.09.2009 um 19:48
    12

    Zitat:
    Ein teilweise erschreckend gut recherchierter Artikel über die Lok-Szene……..

    Wirklich,oder doch nur erzählt?
    Tippe auf letzteres.
    Der selbsternannte Lokführer kommt für meine Person nicht gut weg.Die Schelte dürfte doch ein kleinen Zuckerschock erzeugt haben.Selber Schuld wenn man in jeden Schreiber einen Freund sieht.
    Thema Fanprojekte kenne ich nur vom Hören und Sagen,da ich diese nicht nutze.Schon heftig,wenn man für viel Geld wenig sichtbares sieht.So jedenfalls O-Töne aus den Kehlen diverse Ex-Besucher.Man erzählt das in Stötteritz überhaupt keinerlei Fanbewegung vorhanden sei.
    http://www.kos-fanprojekte.inf.....ig-lok.htm


  1. Gravatar of Fritzi
    Kommentar von
    Fritzi
    04.09.2009 um 20:16
    13

    Nicht nur „Die Zeit“ widmet sich in einem Beitrag den Nazis, ebenso „Report München“ berichtet von rechtsextremen Gewalttätern beim Fußball:

    Hier der Beitrag mit Link zum Video, in dem ebenso u.a. die NPD und LOK-Leipzig abgehandelt wird; aber seht selbst:

    http://www.br-online.de/das-er.....205125.xml


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    05.09.2009 um 11:10
    14

    @Bastian
    Die Wut steigt mit dem Anstieg des Missbrauchs. Nennt Euern Blogger wie Ihr wollt, aber bitte nicht mehr „CHEMIEBLOGGER“! Tendenziös und im Zitat schlecht und mies recherchierter Artikel (und sei es von der Zeit) ! Das ist für mich nicht Chemie. Tut mir leid; und so lange Du aus parteitaktischen Gründen nicht bereit bist, in Deiner eigenen Truppe vor der Kanzleitür zu kehren, ist das Hinterfragen von Sachlichkeit absurd.

    Übrigens: Tolles Bild heute in der LVZ !
    Da sind Sie, die Vernichter des Sports und die Inkompetenz der Jugendsozialarbeit in dieser Stadt = Treulich vereint miteinander. Nur das sich die Vorzeichen geändert haben und nun der ganz Linke dem Mittellinken die Richtung zu zeigen scheint. Aber; Quatsch mit Soße; kommen wir zum Kern zurück: Auseinandersetzung mit den Ursachen bitte und mit den Verursachern (nicht im Sinne von Schuld sondern im Sinne von Verantwortung). Für Dich, Bastian, eher ein innerparteiliches Problem, was sich immer mehr einer Randgruppendebatte nähert, aber nicht aus der Verantwortung befreit.

    Ich bin gegen jeden Missbrauch des Sports für politische Zwecke und Ziele. Das Grundanliegen des Sports ist im olympischen Gedanken verankert und in den Satzungen von Vereinen und Verbänden geregelt (auch bei Kubalds Loksche und auch beim FCS). Die Vereine wären schon längst aus dem betreffenden Verband ausgeschlossen worden, wären da nacheisbare Strukturen vorhanden. Also hört endlich auf, hier wechselseitig immer wieder auf Vereine loszugehen und nähert Euch dem Kern: Eine charakterlich marode Gesellschaft, die kine Alternativangebote für jugendliche Subkulturen zu liefern in der Lage oder bereit ist, geführt von den Politikern, die sie verdient; nämlich von Leuten die vergessen wo ihre Mitverantwortung liegt, die ihr Argumentations-Fähnlein im Wind und an den Problemen der Gesellschaft vorbei wehen lassen….. Leider -Leider !

    Wie gesagt: Einzig die Gründen in Sachsen kann ich ausnehmen in diesem Punkt, weil die sich kompetent, zuhörfähig und engagiert gezeigt haben.

    Und, auch das zum wiederholten Male, die Bezeichnung „Chemieblogger“ ist und bleibt für mich nicht legitim, so lange hier an den Ursachen vorbei und tendenziös abgebildet wird. Das nähert sich dem Missbrauch des Sports immer mehr.


  1. Gravatar of Sündenbock
    Kommentar von
    Sündenbock
    07.09.2009 um 1:48
    15

    @J. Meurer:
    Können Sie bitte mal erläutern, wann und wo der „Chemieblogger“ in diesem Blog je Partei für „seine“ Partei (laut Ihren Anspielungen offensichtlich die gemeingefährliche „Linkspartei“; niemand, der diesen Blog liest, außer Ihnen, weiß wahrscheinlich von Bastians vermeintlicher Mitgliedschaft in jener) ergriff oder für sie warb? Er wies lediglich auf rechtsextreme Tendenzen im Leipziger Fußball hin, ohne jedoch linksextreme Propaganda zu betreiben. Wer die „Bunte Kurve“ als linksradikale Initiative bezeichnet, macht sich schlichtweg lächerlich, da sämtliche ihrer Positionen Grundpfeiler unserer Gesellschaft sind bzw. sein sollten. Nicht vergessen: Antirassismus-Kampagnen diverser Fangruppierungen, in Ihren Augen vermutlich allesamt anarcho-kommunistische Tarnorganisationen, nicht nur in Leipzig, schossen ja keineswegs grundlos aus dem Boden, sondern stellen eine Antwort auf rassistische Tendenzen in deutschen Stadien dar. Also bitte nicht Ursache und Wirkung vertauschen! Worin ich Ihnen freilich Recht gebe, ist, dass die Bekämpfung antidemokratischer Umtriebe im Fußball eigentlich Aufgabe der Politik wäre. Wenn die etablierte Politik aber, wie Sie richtig feststellen, versagt, sind aber die Bürger selbst gefordert einzuschreiten. Die Einstellung „Die da Oben sind schuld, wir haben damit nichts zu tun!“ á la Pontius Pilatus (zugegeben, der war selbst „einer von oben“) ist einfach fehl am Platze.

    Weiterhin nimmt der Chemieblogger keineswegs in Anspruch, ein Organ aller Chemiker zu sein, sondern er versucht, mit den Leutzscher Vereinen zusammenhängende Entwicklungen zu verfolgen und zu kommentieren. Die Selbstbezeichnung „Chemieblogger“ ist somit legitim.

    Abschließend möchte ich noch ergänzen, dass ich Ihnen mehr als verbunden wäre, wenn sie zukünftig Linkspartei und NPD nicht mehr in den selben Topf werfen würden.

    So, nun habe ich, was Anzahl der Wörter betrifft, beinahe Ihr Niveau erreicht, ich bin gespannt auf Ihre Antwort.

    PS: Achso, ich bin in keiner politischen Organisation aktiv und habe auch (fast) nichts für die ehemalige DDR übrig, bevor ich hier noch als Abkömmling Stalins bezeichnet werde.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    07.09.2009 um 9:53
    16

    Um an Sündenbock anzuknüpfen: Jan, du trennst zwischen einer politischen Sphäre, die für alles Schlechte verantwortlichen ist, und einer gesellschaftlichen Sphäre. Und das zeugt geradezu davon, dass du das Demokratie-Prinzip (Partizipation, Öffentlichkeit) nicht richtig verstanden hast. Hör doch bitte auf, mich immer willkürlich auf irgendeine Identität zu reduzieren: mal bin ich linker Parteibonze (Was soll das?), mal ein linksextremer Diablo, aber auf jeden Fall bin ich für dich kein Chemiker. Das zeugt von einem großen Akzeptanzvermögen.

    Zurück zum Thema (und da wollte ich eigentlich hin): Es gibt viele Forennutzer (sowohl beim FCS als auch beim 1. FC Lok), die behaupten, der Artikel wäre schlecht recherchiert, wäre tendenziös, hätte falsche Fakten etc. pp. Interessant ist, dass niemand eine sachliche „Richtig“-Stellungen vornimmt. Es ist einfach, zu behaupten, es wäre alles falsch und unwahr, ohne die vermeintlich einzig wahre Version darzulegen. Und: Die Kommentare von „Überfragt“ oder „Erleuchtet“ lassen zumindest darauf schließen, dass Blaschke eben nicht verzerrt darstellt.


  1. Gravatar of Was vom Tage übrig bleibt (43): München 2018 wirbt mit Anabolika-Doper : jens weinreich
    17

    [...] Chemieblogger über das Zeit-Dossier von Ronny Blaschke: “Angriff von  rechts außen” (sollte das [...]


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    07.09.2009 um 16:29
    18

    Nein, ich spiele auf keine Partei an sondern auf deren aktiv handelnde Verantwortungsträger. Diese sind eigentlich einer Partei unwürdig, aber jeder schmückt sich halt mit dem, was ihm zusteht.
    Mir sind Parteien egal und ich will keine Verflechtungen zu Parteien, auch nicht via Personen, im Sport allgemein – in meinem Verein im besonderen.
    Nein, ich habe die Diablos nie linksradikal genannt und werde das auch künftig nicht tun, denn sie sind es nicht. Sie sind nur der Gefahr ausgesetzt, dass sie als Gruppe ebenso in ein radikales Umfeld abructschen, wie andere im rechten Spektrum.
    Nein, ich werde nicht auf die Bezeichnung / Benennung der politischen Sphäre verzichten, aus der dieser ganze Dreck herausgkrochen ist. Dazu gehört, dass die Betreiber dieses Mediums sich in ihrem engen politischen Umfeld mit dem Versagen der vergangenen Jahre auseinandersetzen, bevor sie mit den Fingern auf andere zeigen.

    Und, ja, ich würde (ohne beide miteinander zu vergleichen, denn es ist unmöglich, Millionen ermorderter Menschen jüdischen Glaubens gegen Millionen von Stalin und Konsorten Vernichteter aufwiegen zu wollen) die Linke ebenso auf den Index setzen wie andere radikale Parteien, weil sich in ihr ein radikales Spektrum wieder findet und sich in ihr auch Leute tummeln, die eine auch mich persönlich betreffende Vergangenheit haben.
    (Achtung: Nein, ich war und bin kein Verfolgter. Mir geht es nur um Ehrlichkeit, denn wer das Eine will, muss das Andere schon mögen. Und we sich nicht distanzieren kann und will von gewissen Dingen, sietotschweigt um der eigenen Hoffähigkeit willen, hat keine Legitimation.)

    So. Und es ist wie immer, denn auf den Kern kommt keiner. Wo ist, bitteschön, die nachvollziehbare Auseinandersetzung mit 20 Jahren verfehlter Jugend-u. Sportpolitik in Leipzig und Sachsen ? Bitte zurück zu den Ursachen, dann gehts auch mit dem Lesen und Verstehen, von wegen „linksradikale Diablos“ und so Interpretationen der Dinge, die ich mir wage anzusprechen.

    Und, Nein, für mich ist das hier kein legitimierter „Chemie“-Blogger, denn es wird immer wieder versucht, mit tendenziös abgebildeten Halb- und Dreiviertelmehrheiten den Verein (BSG Chemie) in ein Spektrum zu stellen.
    Nennt einfach Euern Blogger anders und gut ist.
    Diese ganze Zuordung passt mir nicht.

    Und Dir, @Bastian, empfehle ich, Dir in puncto Kommunikation nicht zu viel von Euerm neuen „großen Bruder“ abzuschauen. Nein, ich habe Dich nicht als „linken PAreibonzen“ betitelt. Ich erwarte nur, dass Du zuerst und zunächst im eigenen Haus nachfragst und vor der eigenen Tür kehrst, bevor Du mit dem Moralapostelfinger auf andere zeigst. Machen wir einen „Deal“: Du organisierst mal eine Gesprächsrunde zum Thema „Unser Versagen im Fußball allgemein und in der Fansozialarbeit im besonderen“. Mal schauen, wen Du da aufs Podium bekommst……
    Nur noch einmal ins Stammbuch geschrieben:
    Das Land Sachsen und die Stadt Leipzig haben das Nationale Konzept Sport und Sicherheit jahrelang ignoriert und keinerlei Bereitschaft zu dessen Umsetzung an den Tag gelegt (neben B.-W. übrigens das einzige Bundesland). Ergo: Präventive Fansozialarbeit hat weder in erforderliche Form noch ausreichend finanziert sattgefunden, um tatsächlich Einfluss auf Entwicklungen nehmen zu können. Somit baden wir alle nun aus, was an Ignoranz stattgefunden hat.

    Und übrigens: Wenn die Zustände im Lok-Fanprojekt angeblich so sind wie hier beschrieben, dann frage ich mich doch ernsthaft nach der Trägerschaft und nach der kommunalen Hoheit.
    Wer ist noch mal der zuständige Bürgermeister in Leipzig ? Ach ja, dem Tunnelversteher sein Freund.

    So, und nun reichts mir. Diese Diskussion ist wie alle bei dem Grundsatzthema: Einseitig, flach und an den Ursachen vorbei.
    Nur gut, dass ich zwar alt, aber noh nicht senil bin, und somit des Lesens mächtig. Will sagen: Ich lasse mir nichts in den Mund / in die Tastatur legen, was ich nicht gesagt / geschrieben habe. Ist übrigens ein Stilmittel diskussionsunfähiger Demagogen, die Aussagen anderer zu verdrehen. Bleibts also bittschön bei den Tatsachen, auch wenn das durch die dunkel- udn rosarote Brille schwer fällt.


  1. Gravatar of Sündenbock
    Kommentar von
    Sündenbock
    07.09.2009 um 21:52
    19

    Die wichtigen Fragen konnten Sie dennoch nicht beantworten („Wo betreibt der Blogger „linksradikale“ Agitation?“, „Wo wird je die Linkspartei oder eine andere Partei als die NPD ins Spiel gebracht?“), stattdessen kamen wieder die üblichen Feststellungen, größtenteils zwar berechtigt, aber dennoch wenig voranbringend.

    Ich möchte auf keinen Fall eine umfangreiche politische Diskussion starten, das kann man auch über PNs (z.B. in Dfens‘ Forum), möchte jedoch zwei Dinge nicht unerwähnt lassen:
    Die stalinistische KPdSU hat ebenfalls unfassbar viele Menschen auf dem Gewissen, die SED zumindest die Mauertoten, aber auch politisch Verfolgte. Fakt ist aber: Während die NPD sich nie richtig von der NSDAP distanziert hat – allerhöchstens kamen mal Floskeln wie „Wir brauchen keine alten Symboliken, um neues für Deutschland zu erschaffen…“ – tut die Linkspartei das mittlerweile glaubwürdig. Sicherlich gibt es immernoch eine Kommunistische Plattform, selbst diese jedoch distanziert sich von den Verbrechen Stalins und Konsorten.
    Was ich mich übrigens immer gefragt habe: Warum werden SPD und andere Parteien nie für die unzähligen sinnlos Gefallenen im ersten Weltkrieg verantwortlich gemacht? Sie stimmte dem Mandat damals im Reichstag zu und besiegelte das Schicksal vieler irregeleiteter junger Menschen. Selbst viele eher rechts der Mitte stehende (nein, damit sind nicht Sie gemeint) würden nicht abstreiten, dass es dabei um „Landesverteidigung“ ging.


  1. Gravatar of Sündenbock
    Kommentar von
    Sündenbock
    07.09.2009 um 21:54
    20

    ähm, ich meine „nicht um Landesverteidigung“, aber der Sinn sollte ersichtlich sein. Wiederschaun!


  1. Gravatar of mars
    Kommentar von
    mars
    07.09.2009 um 22:28
    21

    @edit: Wieso dein Meinungsumschwung? Du warst doch ein Riesenverfechter des Fp!! Hol‘ doch mal aus, warum und wieso. So als diverser Ex-besucher..

    Vielleicht erklärt der Ein oder Andere auch, warum der artikel schlecht recherchiert wurde. Diese Wortmeldungen sind recht oft zu hören. Nur konkret hat kaum einer aufgelistet, was nicht stimmt/stimmen soll.


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    08.09.2009 um 8:39
    22

    Ein geschichtlicher Exkurs… Nun gut, denn das passt auch mir in den „Kram“, weil es sich meinem Anliegen der Ursachendebatte annähert.

    Nein, ich habe dieser Plattform keine linksradikalen Eigenschaften uterstellt. Ich sehe bei derartiger Argumentation jedoch die Gefahr, dass solchen Eigenschaften eine Plattform geliefert wird.

    Nochmal: Es geht um ausgewogene Ursachenforschung und Beschreibung objektiver Gefahren, die von radikalen Rändern für jugendliche Subkulturen ausgehen. Überall da, wo die Gesellschaft versagt, liefert sie diese Plattformen und die sind nicht nur rechtslastig.
    Diesem Blogg spreche ich, wegen einseitiger und tendenziöser Darstellung, Abbildung und Kommentierung, das Recht ab, sich als Plattform einer fundierten Diskussion zu verstehen und, was mich mit zunehmend vereinfachender Schwarz-Weiß-Debatte beunruhigt, als „CHEMIE“-Blogger zu verstehen. Chemie ist ein Mythos, der nicht, aber auch schon mal überhaupt nicht als Mittel zum Zweck für die Durchsetzung fragwürdiger politicher Interessen zu dienen hat. So nicht und so auch nicht. Ich wiederhole mich: Der Mythos ist außerdem noch Verein und Vereinrecht regelt, wie ein Verein zu handeln hat (siehe meine Argumentation zum olympischen Gedanken). Es ist aus meiner Sicht ein klarer Missbrauch, der noch dazu im Ziel erkennbar ist, wenn hier permanent die BSG CHEMIE als das Zentrum des Antirassismus und Antifaschismus deklariert wird und man dem 1.FC Lok bzw. dem FC Sachsen (zunehmend) anderslastige Tendenzen unterstellt. Das ist hahnebüchend und demagogisch zugleich.
    Und hier, mein lieber @Bastian, setzt genau das ein, was Dich so ärgert: Die klare Frage nach der Verantwortung des Umfeldes für die Gesamtsituation, dem Du Dich politisch zugehörig fühlst. Ergo (auch das nochmal): Klärt erstmal die eigene Vergangenheit hinsichtlich Verantwortung und Verantwortlichkeit, bevor Ir mit dem Finger auf andere zeigt. Wer sich als Partei mit einem Tschense oder Rosenthal schmückt, der muss wissen was er tut. Das ist auch legitim, aber man kann nicht immer und überall einfach mal so zur Tagesordnung übergehen.
    Das halte ich schon für ziemlich verlogen.

    So, und nun ist aber wirklich Ende der Debatte für mich. Schade um die Zeit, denn schließlich ist wieder mal Wahlkampf und wer wird da schon gern an die Sünden der Vergangenheit erinnert.
    Wäre schon gut, wenn nicht die mies recherchierten Fehltritte Einzelner zur Bewertung von Vereinen an den Haaren herbeigezogen würden, sondern statt dessen man Ursachen- und Verantwortlichkeitsdebatte einsetzten. Als einzigen Fakt zu benennen, dass Lok „rechts“ und der FCS auf bestem Wege dahin sei, ist mir zu platt und ignoriert die Gründe dafür. Und wer es bis heute nicht schafft, ein angeblich so böse Partei aus der Parteienlandschaft via Verbot auszugrenzen, der sollte mal über Duldung durch Wegsehen nicht so große Töne spucken.

    Für mich hat DAS (hier und in anderen Teilen dieses Bloggers) nichts mit Sport, nichs mit Fußball und nichts mit meinem Verein zu tun.
    Ich verwahre micht dagegen, dass mein Verein und andere Vereine missbraucht werden, weil man an Tendenzchen das Bild des Vereins festzumachen und vom Versagen der eigenen politischen Freunde abzulenken versucht.

    Und für Dich @Sündenbock noch mal Klartext:
    Aus eigener persönlicher Erfahrung bin ich kein Freund der Linken und schon mal gar nicht der SPD. Das ändert nichts an deren Legitimität und am Respekt denen gegenüber, die sich dafür engagieren und das wählen. Allerdings sollen die sich gefälligst aus der Bewertung, Benutzung und Beschmutzung von Sportvereinen raushalten, denn die machen Politik auf der Grundlage von Satzungen. Mir ist nicht bekannt, dass in der Satzung des 1.FC Lok, der BSG oder des FCS die Förderung von rechts- oder linksradikalem Gedankengut, die Verherrlichung von Gewalt und Rasissmus verankert sind. Alles andere ist Missbrauch unter Verdrehung von Tatsachen.


  1. Gravatar of Berti
    Kommentar von
    Berti
    08.09.2009 um 21:48
    23

    Da hier nach Unkorrektheiten im Zeit Artikel nachgefragt wurde,will ich mal einige auflisten:

    1. Es stimmt nicht, das N.Larisch beim 1.FC Lok für das Merchandising verantwortlich war.Diese Behauptung ist frei erfunden.
    2.Es ist unzutreffend, das Larisch bezüglich der Aktion mit dem Kleinlaster und dem Hess Konterfei jemals im Lok Forum als Märtyrer verehrt oder gefeiert wird.
    3. Es wird hier von einer zweiten nicht für jedermann einsehbaren Berechtigungsebene im Fanforum von Lok geschrieben. Als langjährigem Nutzer des Lok Forums ist mir so eine Ebene unbekannt !
    4.Es wird im Artikel der Eindruck erweckt, das Mitgliedsbeiträge und Eintrittsgelder von Rechtsradikalen eine bedeutende Größe im Etat von Lok sind. Zitat “ Dann steht er… bald alleine da“.Hier bleibt festzustellen, das die übergroße Mehrheit der Lok Anhänger sowie der Mitgliedschaft keineswegs Rechtsradikale oder NPD Anhänger sind.
    5. Gibt es Beweise dafür, die Blue Caps in Verbinung mit einem Brandanschlag in Grünau zu bringen oder sind das nur Spekulationen ?
    6. Es wird angeführt, das der Kandidat E.Böhm bei der Stadtratswahl als Newcomer ohne jede Erfahrung aus dem Stand 3,5% der Stimmen geholt hat was ein Novum in der deutschen Politik darstellt.
    Ich darf hier auf das Jahr 1998 verweisen, als eine Landesliste der Deutschen Volksunion (DVU), bestehend teilweise aus Assozialen und Hilfsarbeitern bei der Landtagswahl in Sachsen Anhalt fast 13% an Stimmen verbuchen konnte.

    Abschliessend bleibt noch folgendes festzuhalten. Es ist keineswegs von der Hand zu weisen, das insbesondere nach der Gründung von Lok im Umgang mit gewissen Kreisen Fehler begangen wurden die später unter erheblicher Mühe korrigiert wurden.
    Es ist umso trauriger, das der Verein bei diesen Bemühungen von allen demokratischen Parteien ausser Zeigefingern und vielen warmen Worten mehr oder weniger auch im Regen stehen gelassen wurde.


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    10.09.2009 um 11:42
    24

    Danke @Berte !
    Es wurde mal Zeit, dass einer Fakten in Bezug auf einen der genanntn Vereine auf den Tisch packt. Das kann ja wohl kein Chemiker für Euch tun…..
    Ich sehe es genauso, denn in meinen Jahren als Nachwuchsübungsleiter habe ich mehrmals im Jahr gegen die Jungs von Lok spielen müssen mit meiner Truppe und da hat weder ein Kind noch eins der Elternteile mit „Sieg Heil“ gegrüsst. Ich verwahre mich nicht nur dagegen, dass dieser Blogger den Namen meines Vereins benutzt (um nicht zu sagen für mehr Publizität missbraucht), sondern auch dagegen, dass die sportichen Widersacher (ehrlich arbeitende ehrenamtliche Übungsleiter, Fußballkinder und deren Eltern, ein sich für Kinder engagierendes Umfeld bei Lok) permanent mit Leuten in einen Topf geworfen werden, die den Sport nur ebenfalls zu missbrauchen versuchen. Man kann nicht das Eine wollen und das Andere tun. Lasst endlich alle miteinander Eure schmutzigen Demagogenfinger von den Sportvereinen in dieser Stadt !
    Du bestätigst mich nur in meiner Auffassung (siehe Dein Schlussatz !!!), dass zwischen Demokratie und pseudodemokratischer Hysterie ein himmelweiter Unterschied ist. Der wird immer dann am deutlichsten, wenn man die Herrschaften mal nach der eigenen Verantwortung fragt (siehe oben)oder wenn, auch wegen absehbarer Ignoranz an Wahltagen, einst stolze Parteien a.G. der gelieferten Arbeitsnachweise vom Wähler zur Randgruppe degradiert werden.
    Auch wenn es wieder gelöscht wird:
    Die Macher und ihr Hintergrund sollten, neben dem Desaster in der Jugensozialarbeit / Fansozialarbeit, den „Rest“ der Liste abarbeiten, wie z.B.
    a. das uns von der Tiefensee-, Tschense-, Jung-SPD eingebrockte U-Bahn-Erbe
    oder
    b. das uns gemeinsam mit den in a. Genannten von Rosenthal eingebrockte Umweltzonendesaster.
    Ihr hättet eigentlich alle miteinander genug zu tun und müsstet nicht auch noch den Vereinen das Leben weiter zur Hölle machen, in dem Ihr sie wechselweise weiter gegeneinander („rechts“./.“links“) ausspielt.


  1. Gravatar of günther
    Kommentar von
    günther
    13.09.2009 um 12:51
    25

    Emanzipatorische, tolerante und offene Lebensweisen mit faschistoidem Gedankengut von Nazis gleichzusetzen, deren Politik auf Ausgrenzung und Ausmerzung Schwächerer besteht, ist nicht hinnehmbar!


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    22.09.2009 um 10:09
    26

    Emanzipatorische, tolerante und offene Lebensweise von linksaußen zu okkupieren, ist ebenso faschistoid, denn die Beanspruchung eines wie auch immer gearteten Meinungsmonopols ist nicht nur dumpf sondern äußerst gefährlich für eine humane Gesellschaft. Sie führt nicht nur nach Buchenwald sondern auch in den Gulag !
    Ob der Schwächere nun Ausländer, Behinderter oder Ladenbesitzer in Connewitz, bzw. zufällig Träger einer im pseudolinken Laberumfeld momentan nicht uptodaten Bekleidungsmarke ist – Ich gebe Dir völlig recht: DAS IST NICHT HINNEHMBAR !


  1. Gravatar of Günther
    Kommentar von
    Günther
    22.09.2009 um 22:21
    27

    Zur Lektüre bezüglich der „unschuldigen“ Bekleidungsmarke Thor Steinar empfehle ich folgende Seiten:

    http://investigatethorsteinar.blogsport.de/

    http://ladenschlussbuendnis.blogsport.de/


  1. Gravatar of Hans
    Kommentar von
    Hans
    06.10.2009 um 10:06
    28

    Koennte mal bitte jemand den Artikel online stellen? Bin gerade im Ausland und wuerde trotzdem gerne bescheid wissen…


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    06.10.2009 um 18:06
    29

    @ Hans: Der Artikel ist im Text verlinkt, findet sich aber auch hier.


  1. Gravatar of Neonazis kämpfen zuerst um die Fankurven, dann gegen den Feind | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    30

    [...] September 2009) sport inside porträtiert das neue Fußball-Leipzig (7. September 2009) „Angriff von rechts außen“: Blaschke über Neonazis bei Lok (3. September 2009) FC-Sachsen-Fans drohen Red-Bull-PR-Show mit Boykott (2. September 2009) [...]


  1. Gravatar of FC-Sachsen-Fans diskutieren über Neonazis in der Kurve | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    31

    [...] „88“) verunstaltete Auswärts-Mottoshirts. Hatte sich zuletzt nur der 1. FC Lok mit derart negativer öffentlicher Außenwirkung konfrontiert sehen müssen, erschüttert die geballte Neonazi-Power im FCS-Block Verein und [...]


  1. Gravatar of Richtigsteller
    Kommentar von
    Richtigsteller
    22.12.2009 um 18:58
    32

    Enrico Böhm ist nicht nur in der Lok-Szene Verlacht, sondern wird auch von der NPD nichtmehr unbedingt gemocht. Ich Frage mich außerdem was die beiden Nasen noch anstellen sollen, Böhm mit einem Bein im Knast und beide mit Stadionverbot und ohne wirklichen Einzugskreis!? Was durch den Bericht lediglich (dummerweise) Erklärt wird ist das sie gescheitert sind. Ich meine eine Schule wird auch nicht rechts weil die NPD dort ihre Schulhof-CD verteilt… Larisch ist schon einer um den man sich Gedanken machen muss, allgemein macht es allerdings keinen Sinn jetzt darüber zu schreiben wo die Zeiten der beiden Marionetten vorbei sind. Alles was die noch wollen ist Aufmerksamkeit und Kubald noch eins reindrücken. ps.: um das mal aufzulösen, es sind keine ss-Runen im Fanprojekt, lediglich der Schriftzug S.S. Lazio Rom angebracht von den Blue-Caps die ja nun auch nirgends mehr reindürfen. bin Lokist, musste das jetzt aber mal klarstellen, auf dieser Seite stehen teilweise Vermutungen und schlecht recherchierte Berichte. Mit sowas bekommt man die Faschos nämlich nicht raus, sondern verschafft ihnen Gehör


  1. Gravatar of Ronny Blaschke ist Sportjournalist des Jahres 2009 | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    33

    [...] ZEIT-Dossier habe ich damals hier im Blog dokumentiert. Am 25. März 2010 wird er in Leipzig auf einer Podiumsdiskussion der [...]


  1. Gravatar of Korrumpiert und kritisch, braun und bunt: Die Vielfalt des Leipziger Fußballs | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    34

    [...] Nach der Wende als VfB Leipzig – mit langjährig erfolgreichem Fußball in der 1. und 2. Bundesliga – sowie insbesondere nach der kultbehafteten Neugründung als 1. FC Lok bot die Gewaltbereitschaft eines Teils der Lok-Anhänger Nährboden für eine Politisierung der Szene. Autoritätsorientierte Gruppierungen schufen Schnittstellen zwischen Hooligans, Nationalisten und organisierten Neonazis. Der Vereinsführung wurden die Probleme zu spät bewusst, so dass sich die Nachwirkungen bis heute zeitigen. [...]


  1. Gravatar of gestrandet
    Kommentar von
    29.10.2010 um 16:46
    35

    Ich fand den Artikel damals auch recht gut, jedoch stieß mir die (in meinen Augen um das Klischee zu bedienen) willkürliche Nennung von Hansa Rostock in einem Nebensatz etwas auf.
    Zu einem Zeitpunkt, wo in Rostock schon seit Jahren keine Neonazis mehr in der aktiven Fanszene zu finden sind, wird Hansa mit „Problem“-Vereinen wie dem HFC, Brandenburg oder eben Lok gleichgesetzt.

    lG


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    29.10.2010 um 17:18
    36

    @gestrandet

    Da wäre ich nicht allzu voreilig. Hansa Rostock ist gewissermaßen Ronny Blaschkes Haustürverein, er recherchiert viel im Umfeld und kennt sich mit der Fanszene aus. Insider attestieren der Rostocker Fanszene Rechtsoffenheit und Neigung zur Gewalt. Das betrifft natürlich nicht die Masse, aber deutliche Abgrenzungsversuche werden wohl auch nicht unternommen.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    29.10.2010 um 17:19
    37

    @gestrandet

    Da wäre ich nicht allzu voreilig. Hansa Rostock ist gewissermaßen Ronny Blaschkes Haustürverein, er recherchiert viel im Umfeld und kennt sich mit der Fanszene aus. Insider attestieren der Rostocker Fanszene Rechtsoffenheit und Neigung zur Gewalt. Das betrifft natürlich nicht die Masse, aber deutliche Abgrenzungsversuche werden wohl auch nicht unternommen.


  1. Gravatar of Die unendliche Provinzposse vom Fanprojekt-Trägerwechsel | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    38

    [...] bisherigen Träger laut: Nach Recherchen von Ronny Blaschke für sein preisgekröntes Dossier in die Wochenzeitung DIE ZEIT hielt die NPD im Fanprojekt Kader-Treffen ab. Neonazis sollen bis [...]




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