FC-Sachsen-Fans drohen Red-Bull-PR-Show mit Boykott
Mittwoch, 2. September 2009, 14:57 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 2. September 2009, 15:03 Uhr
Abgelegt unter: Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Kommerz- & Medienfußball, Medienschau, Vereinspolitik

Red-Bull-RasenBallsport Leipzig geht auf Schmusekurs mit Leipzigs Fußballfans, will gegen den FC Sachsen Leipzig im Zentralstadion die Fanherzen erobern und Michael Kölmel glücklich machen. Doch die Sachsen-Fans sind skeptisch

Bei RasenBallsport ist man vorbereitet. Am Sonntag steigt der erste große Auftritt der Leipziger Fußball-Dependance des Red-Bull-Konzerns im Zentralstadion. Für RB Leipzig ist die Sachsenpokal-Partie gegen den FC Sachsen Leipzig die erste Chance, sich vor einer großen Öffentlichkeit in der designierten Red-Bull-Arena zu präsentieren. Auf viele Zuschauer hoffen wohl alle Beteiligten. Während sich RBL-Chef Andreas Sadlo anscheinend ein Maximum an positiver Publicity ausrechnet, kann Stadioneigner Michael Kölmel schon einmal davon träumen, wie es wäre, wenn sein WM-Stadion mal dauerhaft zumindest ansatzweise ausgelastet ist. Und schließlich könnte auch der FC Sachsen Leipzig profitieren, der scheinbar gar keine andere Wahl hatte, als auf sein Heimrecht zu verzichten.

Wie Steffen Enigk heute in der Leipziger Volkszeitung enthüllt, müsse der FC Sachsen entgegen der sonstigen Konditionen für das Red-Bull-Gastspiel keine 50 000 Euro an Stadionmiete hinlegen.

[...] [Der FC Sachsen] erhält sogar einen niedrige fünfstellige Garantiesumme. Im Gegenzug darf Kölmel die Partie weitgehend in eigener Regie vermarkten.

Für den insolventen FC Sachsen ein finanzieller Glücksfall, der sportlich jedoch einer vorzeitigen Kapitulationserklärung gleichkommt. Hat der FC Sachsen im Zentralstadion überhaupt schon einmal über 90 Minuten ein überzeugendes Spiel abgeliefert? Trainer Dirk Heyne sieht die sportlichen Chancen schwinden. Auch die Fans beweisen Rückgrat, haben schon einen Boykott angedroht. Enigk:

Die Leutzscher Anhänger sind sauer, dass der Club zum Landespokal-Achtelfinale gegen RB Leipzig ins Zentralstadion umzieht und auf seinen Heimvorteil verzichtet. Fans hängten gestern ein riesiges Transparent im Kunze-Sportpark auf – mit der Ankündigung, die Partie am Sonntag (14 Uhr) zu boykottieren.

Abgesehen von der finanziellen Not scheinen für den FC Sachsen keine Zwänge bestehen, anlässlich der Begegnung mit RB Leipzig ins Zentralstadion umzuziehen. Die Sicherheitslage dürfte in diesem Fall nicht derart brisant einzuschätzen sein, wie oftmals kolportiert. Im Lager des FC Sachsen hielten sich die Fans bisher mit überzogen radikaler Red-Bull-Kritik zurück. Was sich jedoch bereits am kommenden Sonntag ändern könnte. Einem möglichen Zentralstadion-Boykott könnten durchaus auch außerhalb des Vereins Sympathien entgegenschlagen. Die Leutzscher Anhänger haben es selbst in der Hand.




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  1. Gravatar of Das Red-Bull-Dossier | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    1

    [...] vom Alfred-Kunze-Sportpark in die damals noch Zentralstadion genannte WM-Arena umziehen sollte, gab es Proteste und Boykottandrohungen – am Ende bestimmte dennoch derjenige die Musik, der [...]




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