Rasenball Leipzig: Red Bull, jetzt aber wirklich
Donnerstag, 28. Mai 2009, 14:59 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Samstag, 6. Juni 2009, 13:38 Uhr
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Der milliardenschwere Red-Bull-Konzern um Dietrich Mateschitz soll beim SSV Markranstädt einsteigen, die Namensrechte an Michael Kölmels Sportforum erwerben und den Fußballstandort Leipzig retten. Die Folgen für den Leipziger Fußball und seine Fanszenen sind noch nicht absehbar. Heute: Mehr Fragen als Antworten

Leipzig ist ein Klein-Wolfsburg. Zumindest möchte es das sein. Und wenn es nur für ein Klein-Hoffenheim reichte, würde auch keiner traurig sein. Es wurde und wird viel gesprochen und geschrieben von großartigen Voraussetzungen, einer leeren WM-Schüssel, einem schlafenden Riesen und festgefahrenen (politisierten) Fanfeindschaften. Und vom milliardenschweren Red-Bull-Konzern und seinem Interesse am Leipziger Fußball, was an dieser Stelle wiederholt thematisiert wurde. Entsprechend abgestumpft ist der geneigte Beobachter des Leipziger Fußballs, das Thema steht seit beinahe drei Jahren mehr oder weniger auf der medialen Tagesordnung. Doch das, was in den letzten zwei Tagen von Guido Schäfer via Leipziger Volkszeitung kolportiert wurde, liest sich irgendwie anders als sonst:

Die Eckdaten des spektakulären Vorhabens sehen so aus: Lok, Chemie, der FC Eilenburg und auch Blau-Weiß Leipzig sind raus aus dem Rennen. Der kleine, aber feine SSV Markranstädt ist mittendrin statt nur dabei, löst seine beiden Männermannschaften aus dem Verein aus, liefert Red Bull damit die Grundvoraussetzung, um in der Oberliga durchzustarten. Wie die Gegenleistung von RB aussieht, ob der SSV künftig als Ausbildungsverein fungiert, ist noch unklar. Klar ist, dass der Oberligist als Retter des hiesigen Fußballs in die Historie eingehen würde, als finaler Steigbügel für die wählerischen Österreicher. Übrigens soll auch das in Leutzsch beheimatete Nachwuchsleistungszentrum im Gesamtpaket enthalten sein, via RB Flügel erhalten.

Die Ösis installieren im Fall der Gesamteinigung in Leipzig ein komplettes Management, versorgen den neuen Fußballklub RB Leipzig mit allem, was gebraucht wird. Geld, Strategie, Trainer, Fußballer. Naheliegend ist beispielsweise, dass die Edel-Reservisten des frisch gebackenen österreichischen Meisters Red Bull Salzburg in Leipzig landen, Praxis sammeln und den Klub in die nächsthöhere Liga befördern. Wohin das Ganze eines fernen Tages führen soll, ist kein Geheimnis und fußt auf die „Think-big“-Philosophie von RB-Gründer Dietrich Mateschitz: In die Bundesliga,

hieß es gestern in der LVZ. Heute legt Guido Schäfer noch einmal vielsagend nach:

Die Nachricht vom wieder entflammten Interesse des Energy-Drink-Giganten am Standort Leipzig ist im fußballerischen Elendsviertel d a s Thema! „Das ist die Chance für den Leipziger Fußball“, sagt [Holger] Nussbaum [Präsident und Mäzen des SSV Markranstädt, Anm. d. Verf.]. „Wir sind uns grundsätzlich mit Red Bull einig.“ Die Einigung sieht so aus: Der Oberligist löst die Abteilung Herren-Fußball (1., 2., 3. Mannschaft plus AH) aus dem Gesamtverein aus, der neue Klub firmiert fortan unter RB Leipzig (Rasenball e.V. Leipzig, bereits gegründet).

Das ging aber flott!

Bis zum 31. Mai müssen die Unterlagen bezüglich der Ausgliederung und des Spielrechts beim Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) sein, die Zeit drängt also. Die Red-Bull-Nummer zur Wiederbelebung des todsterbenskranken Leipziger Fußballs genießt auch in Funktionärs-Kreisen oberste Priorität. Bei den diversen Vorgesprächen saßen Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), des NOFV und des sächsischen Verbandes mit am Tisch. Dabei wurden verbandsrechtliche Klippen genommen, Türen geöffnet.

Oho!

Beim ersten Flirt zwischen L.E. und RB anno 2006 hatte es nicht gefunkt. Damals machten die Fans des FC Sachsen gegen die Übernahme mobil, trübten Krawalle in Probstheida das Bild. Aktuell bekommt der legendäre Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz („Ein WM-Stadion ohne Bundesliga-Verein ist kein Zustand“) was er verdient: Eine bettfeine Partnerin.

Der renommierte Leipziger Jurist Andreas Stammkötter arbeitet in diesen Stunden das Vertragswerk zwischen dem SSV Markranstädt und den Österreichern aus, darf als professioneller Geheimnisträger nicht über Inhalte sprechen. […]

Klar ist: In der neuen Oberliga-Saison kickt RB Leipzig im schmucken Markranstädter Stadion am Bad, danach folgt der Umzug ins Zentralstadion, das dann Red-Bull-Stadion heißen wird. […]

Klar ist auch, dass der neue Klub auf regionale Fußballer und Zugereiste bauen wird. Die Spieleragentur Stars & Friends arbeitet seit Jahren eng mit Red Bull Salzburg zusammen, ist federführend bei der Akquise guter Kicker. Agentur-Mitarbeiter Andreas Sadlo war bei den Gesprächen in Leipzig mit vor Ort, begleitete Red-Bull-Fußballchef Markus Egger. Die Ösis hatten auch die Fühler nach Eilenburg und Meuselwitz ausgestreckt. Der FC Eilenburg schoss sich mit dem nahezu perfekten Abstieg aus dem Rennen. Der ZFC Meuselwitz, als Regionalliga-Aspirant die reizvollste Variante, soll beim Thema Mitgift allerdings zu heftig zugelangt haben. Erst danach kam Nussbaums große Liebe, der SSV, ins Spiel.

Red-Bull-Einstieg wirft viele Fragen auf

Ein Erdrutsch für den Leipziger Fußball – nicht mehr und nicht weniger! Wir halten fest: alles ging total schnell, unkompliziert und in größtmöglicher Einigkeit aller Akteure über die Bühne. Man kann, wenn man will. Bis gestern war ich persönlich sehr skeptisch – wieder eine Nachricht vom bevorstehenden Red-Bull-Einstieg, die mich fast schon erheitert hatte. Heute sieht das ganz anders aus, mir stellen sich auf einmal viele Fragen.

Es sind genau die Details des Deals, über die Guido Schäfer noch nichts sagen konnte/wollte/durfte. Wie sieht die Gegenleistung von Red Bull genau aus? Spieler? Geld? Ein hochmodernes Trainingszentrum à la TSG 1899 Hoffenheim? Einstellung von zehn Fitnesstrainern, Aufstellen von Buddha-Figuren? Red-Bull-Oligarch Dietrich Mateschitz hätte, was er wollte: den Vereinsnamen, den Stadionnamen. Wie halten es denn DFB und DFL mit ihrer bis heute entschieden verteidigten 50+1-Regel, wonach es keiner gewinnorientierten Kapitalgesellschaft möglich ist, die Mehrheit an einem deutschen Fußballverein zu übernehmen?

Erdrutsch im Leipziger Fußball, Erdrutsch in den Leipziger Fanszenen?

Wie der Verein in Leipzig angenommen würde, ist jetzt schon absehbar. Vielleicht nicht in der fünften Spielklasse, aber spätestens ab Erfolgsfußball in der 3. Bundesliga wäre es da, das Event- und Kommerzpublikum. 20 000, ja 40 000 Zuschauer im Zentralstadion – keine Illusion, wenn das entsprechende Produkt geboten wird. Und das verspricht Red Bull mit Rasenball Leipzig. Auch die Politik und die viel besagten sich zurückhaltenden potentiellen Sponsoren würden ihre Liebe für den Leipziger Fußball schneller als gedacht (wieder-)entdecken. Welche direkten Konsequenzen der Red-Bull-Einstieg bei Markrans auf den insolvent dahinsiechenden FC Sachsen Leipzig hat, der laut Bild 50 000 Euro für die Oberligatauglichkeit des Alfred-Kunze-Sportpark auftreiben muss und zudem mündlich bisher lediglich 100 000 von benötigten 350 000 Euro an Sponsorenzusagen für die neue Saison einholen konnte, ist zunächst nicht absehbar.

Die teilweise offenen und zumeist latenten Vorbehalte, die einem solchen Projekt, wie es Red Bull in Markrans vorzuhaben scheint, vor allem aus den Reihen der etablierten Strukturen entgegengebracht werden, beweisen eindrucksvoll die Anfeindungen und Antipathien gegenüber Herbstmeister TSG 1899 Hoffenheim und dem letztendlichen Titelträger vom VfL Wolfsburg. Wie reagieren die etablierten Leipziger Fanszenen des 1. FC Lok Leipzig, des FC Sachsen, der BSG Chemie oder des Roten Stern Leipzigs? Gut möglich, dass der Red-Bull-Einstieg die Leipziger Fußballlandschaft nicht einfacher, sondern noch komplizierter macht.




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17 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Flohbude
    Kommentar von
    28.05.2009 um 19:15
    1

    Ich teile die Einschätzung, nach der 20.000 – 40.000 Leute zu „Red Bull Makranstädt“ ins Zentralstadion strömen werden, nicht. In Leipzig sind die Claims abgesteckt; das Publikum ist gebunden, wenngleich es diese Verbundenheit nicht notwendigerweise in Stadionbesuche umsetzt. Die RedBull-Retorte mag anfangs noch für Hallo! sorgen. Mittelfristig wird sie aber den Weg alles Irdischen gehen und nur noch ein weiterer Subventionsmitesser am Fleischtopf der Stadt werden.


  1. Gravatar of Mausi
    Kommentar von
    Mausi
    29.05.2009 um 9:29
    2

    Ich glaube die Zeit ist (schon lange) reif für einen professionellen, ‚dritten‘ Leipziger Verein, der nichts mit Lok und Chemie zu tun hat. Es soll doch in der Stadt tatsächlich einige Leute geben, denen es vor allem um guten, höherklassigen Fußball geht und nicht um Traditionen, 1964, Alfred Kunze, Athen oder was auch immer. Und wenn Red Bull tatsächlich vor hat mindestens 10 Jahre in Leipzig professionell zu arbeiten, dann herzlich willkommen.


  1. Gravatar of Frittenmeister
    Kommentar von
    29.05.2009 um 9:34
    3

    Kurzfristig und Mittelfristig kann man sicher was erreichen mit RB, aber langfristig gesehen müssen sie Glück haben. Alleine vom Eventpublikum zu leben wird nicht ewig gut gehen (die alten Leipziger Fans werden genauso wenig die meisten Austria-Fans den Verein so sang und klanglos wechseln) und einen eigene Fanstruktur aufbauen ist schwer. Das kann man vorher nicht abschätzen ob es funktionieren wird oder nicht…

    Für mich sind aber noch viele Sachen im Unklaren. Gut ist es immer wenn frisches Geld durch Sponsoren in den Sport kommen, aber den ganzen Verein übernehmen? Eigentlich darf man das doch laut DFB und DFL in Deutschland immer noch nicht (50+1 Regel siehe Hannover) und wenn sie einen komplett neuen Verein gründen, dann müssten sie laut meinem Verständnis erst mal ganz unten anfangen. Und nicht irgendwo mittendrin…aber wenn ein paar hohe Funktionäre da ihre Finger drinnen haben, dann ist auf einmal alles möglich…

    Viel Glück mit dem neuen Verein, die Zeit wird es zeigen ob es funktioniert und wie es funktioniert. So oder so wird 85% der deutschen Fanszene den Verein hassen, R..B… und geldigen Investor sei Dank (Beispiel: Hoffenheim – Hopp / Salzburg – Fans in Österreich)


  1. Gravatar of Tony
    Kommentar von
    Tony
    29.05.2009 um 11:18
    4

    ^ Genau Flohbude, genau aus dem Grund ist das Stadion auch ausverkauft wenn Deutschland gegen das großartige Liechtenstein kickt.
    „Claims abgesteckt“ hin oder her…auf das feste Potential von vielleicht 5000 Leuten pro Verein (Lok & Chemie) wird der Herr Mateschitz tendentiell verzichten können in einer Stadt wie Leipzig und mit dem verbundenen Einzugsgebiet.
    Ob ein Einstieg sinnvoll ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber recht voll kriegen sie die Hütte mit Sicherheit ab der 3. Liga, bei dem Hunger auf höherklassigen Fußball in der Stadt!


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    29.05.2009 um 11:27
    5

    Satire an:
    Eigentlich fällt mir dazu nur eins ein:
    Danke Herr Dr. Kölmel ! Jetzt wird eigentlich klar, dass Sie dem FCS nicht Ihre inkompetentesten Leute auf den Hals geschickt haben, sondern Ihre besten, denn das ist mal eine wirklich effektive und gelungen Marktbereinigung im Vorfeld gewesen. Hut ab !
    Neben einer Kunstwelt, in der sich irgenwann mal 40.000 Befehlsempfänger zum Ting an dem Platz zusammenfinden, an dem sich sonst die Zeugen Jehovas tummeln und ihre Massentaufen zelebrieren, tanzen die ungeliebten Mäuse in zwei Fußballgetthos (eines im Süd-Osten und eines im Westen) auf den inzwischen immer morscher werdenden Tischen. Und auch dafür wird es eine Lösung geben. Die im Koma liegende Obermaus aus dem Westen der Stadt wird man einfach sterben lassen. Daumen runter und gut ist. Die Obermaus im Süd-Osten lässt man rummurkeln, denn irgendwas muss man ja belächeln und schließlich muss der Fußballpöbel ja irgendwo untergebracht (ähm, weggesperrt) werden, damit er nicht etwa Einlass im Tempel begehrt.

    Wenn man sich auf das besinnt, was einen Verein mal groß, stark und zur Legende werden ließ, dann sollte doch für Leute mit Mut, Charakter und Stehvermögen einiges möglich sein. Schließlich haben wir ja noch unsere gute, althergebrachte rote Fassbrause. Allen sei es gesagt, die jetzt resignieren oder sich mit erhobenen Händen in Gefangenschaft begeben wollen: Da gibt es was, was noch lebt und gerade wieder vorsichtig zu neuem Leben erwacht. Man denke sich 45 Jahre zurück und überlege mal, wieso das überhaupt möglich war: Bodenständigkit, Charakter, Identifikation und Leidenschaft sind die Triebfedern des Erfolgs, der ehrliche neue Identifikation und somit Qualität möglich macht.

    Aber in einem Land, wo das Komasaufen zur Jugendkultur geworden ist, ist alles möglich.

    Aber lieber mit 400 Leuten das Richtige tun, als mit 40.000 den Verlust jeglicher Moral und allen Charakters im Sport schweigend zuzusehen, nur um sich mal endlich auf der Siegerseite zu wähnen.

    Herzlich willkommen dem neuen Verein RB Leipzig e.V. ! Wir, die wir unser Leben in ehrenamtlichem Engagement für den Leipzig Fußball zugebracht haben, werden Euch genau im Auge behalten. Ihr könnt uns versuchen alles zu nehmen; nur unseren Stolz werdet auch Ihr nicht mit Geld zu kaufen verstehen oder mit blassem Gefasel von der Bundesliga in Leipzig brechen, und unsere Tradition (die Ihr nicht kennt) kann uns keiner nehmen ! Ich wünsche Euch jede sportliche Niederlage dieser Welt und zumindet einer , nämlich ich, bekennt sich dazu, dass er jedem sportliche Gegner von Euch eifrig die Daumen drücken wird. IHR seid keine Leipziger und werdet es niemals sein. IHR seid ein Wanderzirkus und sonst nichts!

    Was ist nur aus der Stadt geworden, die einst der Ausgangspunkt für große und friedliche Veränderungen war ? Zwischen wackelnde Leuchttürme, verbunden durch eine U-Bahn die keiner braucht, wird nun der nächste Pflock gerammt. Aber, wie im Trickfilm, gibt es irgendwo im (Leutzscher) Wald ein Völkchen, was sich von diesen ganzen Dingen nicht beeindrucken lässt und, gemütlich am Feuer sitzend, darüber sinniert, was diese seltsamen Leute eigentlich vorhaben.

    In diesem Sinne: „Die spinnen, die Römer !“


  1. Gravatar of SCHAAL UWE
    Kommentar von
    SCHAAL UWE
    29.05.2009 um 19:27
    6

    So leid es mir auch tut aber jetzt geht der fc sachsen . und auch chemie kapputt wenn man sich nicht werht gGEGEN KOMMERZ FUSSBALL.!! GRUEN-WEISS VEREINGT GEGEN RED BULL UND LOK


  1. Gravatar of SCHAAL UWE
    Kommentar von
    SCHAAL UWE
    30.05.2009 um 19:07
    7

    Lieber mit CHEMIE LIGA 12


  1. Gravatar of Grobi
    Kommentar von
    Grobi
    30.05.2009 um 23:03
    8

    Warum so eine Aufregung? Was hat denn das alles mit Lok und Chemie zu tun? Toller Megatext da oben (J. Meurer), aber für wen? Was hat denn RB-Leipzig mit uns, Leipzigern Fans zu tun? Bleibt locker, macht euer Ding wie bisher. Das ist ein Unternehmen, welches sich hier ansiedelt. Auf Leipziger Fußballfans hat das doch überhaupt keine Auswirkungen!!! Will irgend ein Fan, (Fan!!!) in diesem Stadion, wo man als selbiger nicht hinter sondern 10 Meter über dem Tor sitzt Zuschauer sein??? Gern verzichtet jeder LE-Fan auf diese häßliche Stadion!!!
    Alles Gute dem RB und seinem Publikum, ich finde das nicht schlecht für Leipzigs Einwohner. Es soll ja auch Arbeitsplätze bringen 🙂


  1. Gravatar of Lauter Bautz'ner
    Trackback von
    31.05.2009 um 23:10
    9

    RED BULL verdient Prügel…

    Nachdem Funsportarten wie Sky-Diving, Fallschirmspringen, Surfen und ähnliches schon lange nicht mehr reichen um sich zu profilieren, angelt sich der österreichische Limonadenprimus nun den nächsten Fußballverein. Red Bull New York konnte einem ja …


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    01.06.2009 um 19:16
    10

    Tja @Grobi, weil Leute wie Du gern den Mantel des Schweigens über die Vorgeschichte des RB-Engagements decken möchten oder abwiegeln ? Absicht oder Naivität ? Die Insolvenz des FCS ist für mich nun mal die professionellste Form der Marktbereinigung, betrieben von einer Firma, die sich als „Mäzen“ und sonstwas verkauft hat und der alle Naivlinge bis zur letzten Sekunde den ganzen Quatsch tatsächlich abgenommen haben. Der FCS ist meiner Meinung nach gezielt platt gemacht worden, weil man im Vereinsumfeld eine zu starke Ablehnung gegenüber dem Salzburger Weg vermuten durfte. Also hat man aus Sponsorenverträgen Darlehensverträge gemacht und nimmt auch noch das Tafelsilber mit (Vermarktungsrechte, PSR-Anteile und jetzt den Nachwuchs, den bei einem Neuanfang keiner in Liga 5 mehr bezahlen könnte und der im Größenwahn Leipziger Rathausfußballexperten aufgebläht und mit VfB-Restern an der Spitze versehen wurde).
    Und wenn der „Megaext“ nur dazu dient, dass endlich mal ein paar Leute mehr über den Weg des FCS in den letzten beiden Jahren beginnen nachzudenken, sich selbst und anderen endlich mal die richtigen Fragen zu stellen, dann hat er was gebracht. Der FCS ist der Spielball in einer lange geplanten Intrige; weiter nichts. Wer sich bedingungslos dem Teufel ausliefert (Monofinanzierung via Darlehen, Installation von abhängig Beschäftigten und via GmbH mit dem Darlehensgeber verbandelten Leuten an entscheidender Stelle im Verein z.B.), muss damit leben. WIR haben alle versagt, als es ums Eingemachte in Leutzsch ging. Und selbst heute gibts noch einige, die von „wird schon nicht so schlimm“ und „RB schadet uns doch nicht“ labern.
    Mich hebt RB nicht an, weil ich Chemiker bin und, genau wie andere zu Rotation oder LVB, ich schließlich zu Chemie gehen kann wenn ich will. Aber für mich ist Chemie auch Leistungsanspruch und darum frage ich mich, wie man einen Verein wie den FCS so gezielt platt machen kann und keiner der dort Verantwortlichen merkts.
    Soll Kölmel doch mit seiner Brauseband seelig werden und sicher werden da auch zig Tausende hinrennen, um Werbung zu konsumieren oder Matthäus als Sportdirektor mal „aus der Nähe“ sehen zu können. Bitteschön = Jeder nach seiner Fasson ! Aber sie sollen den Leipziger Fußball in Ruhe lassen und sich ihren Mutantenclub von mir aus in ihrem ZSL-Gettho zurechtkneten; nicht aber auf Kosten der anderen Vereine. Nicht egal ist mir nämlich die Vorgeschichte und, nachdem das RB-Engagemet beim FCS angeblich gesheitert war, ich bleibe dabei: DAS WAR GEPLANT UND VON LANGER HAND VORBEREITET. Die letzten zwei Jahre zeigen mir einfach, dass man einen Verein gar nicht so schlecht führen kann; es sei denn, es ist Absicht.
    Deshalb hoffe ich, dass in einem Insolvenzverfahren alles auf den Tisch kommt und auch öffentlich gemacht wird. Das würde an der Situation nix ändern, aber manchem die Augen öffnen über „Großzügigkeit“, „Mäzene“, das „Ausräuchern des Chemiemiefs“, gewisse Gehaltsempfänger und Vorteilsnehmer, den Gehalt von Sprüchen wie „Wir sind Grün-Weiß!“ und die Vergesslichkeit mancher Gesprächsteilnehmer in Bezug auf Gesprächsinhalte und Angebote.
    Tatsache ist: Kölmel hat jedes Recht der Welt, seine Investition (ZSL) in die Gewinnzone zu führen. Aber was geht mich die Investition des Herrn Kölmel eigentlich an ? Nichts ! (Genauso wenig wie sein Kunstprodukt.) Wenn ich Bundesliga sehen will, fahre ich auch künftig lieber nach Berlin, Cottbus oder eventuell mal Dresden; ehe ich denen hier die Befriedigung verschaffe, dass sie mit RB auch mich einfangen können.
    Es wird sich sportlicher Widerstand formieren (und das ist auch gut so) und in einem Punkt bin ich mal gespannt: Ob sich alle etablierten Vereine in der Bundesliga wehrlos die RB-Nummer bieten lassen ? Abwarten !
    Viel schlimmer ist, dass WIR das in Leipzig überhaupt mit unserer Navität und Inkompetenz über Jahre hinweg zugelassen haben. Wir sollten uns also auch an die eigene Nase fassen und, statt zu jammern, zeigen, dass es in Leipzig auch anders geht (wobei mir Leutzsch zigmal wichtiger ist dabei).


  1. Gravatar of Grobi
    Kommentar von
    Grobi
    01.06.2009 um 23:30
    11

    @ j. Meurer:
    Red Bull ist der Totengräber des FCS anno 2008…aja!!!
    …und wer war 2001 für die Insolvenz Schuld??? Vita Cola???
    Mahl ehrlich, du bist ja schlimmer als Agent Mulder!!!!
    …als der Umzug in’s häßlichste ostdeutsche Fußballstadion (nach Rostock) entschieden wurde, war DAS der Anfang vom Ende. Chemie/Sachsen Leipzig’s Heimat ist in Leutzsch, selbst KLO, welche dieses Monstrum damals als ihr Wohnzimmer betitelten und belächelnde Demos fabrizierten, wollen nicht mehr da rein.
    Laß doch diese Ösis da spielen. Die Heimat des Leipziger Fußball ist wo anders. Was ist dein Problem??? Indentifikation kann niemanden genommen werden.


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    02.06.2009 um 15:49
    12

    @Grobi
    Dünne ! Geht nicht um die Insolvenz 2001 oder um Vita-Cola; es sei denn, es wird genau wie damals versucht die ganze Sache zu vertuschen.
    Stadion ? Darum gehts nicht. Und welcher andere Verein diese Müllhalde als sein „Wohnzimer „zu nutzen gedenkt ist mir dabei ziemlich schnuppe.
    Es geht (nur zur Erinnerung) darum:
    Der FCS ist gezielt und als Vorinvestition in Form eine Marktbereinigung platt gemacht worden.
    Da waren Leute am Werk, die in einseitigen Abhängigkeitsverhältnissen zu Kölmel standen und du wirst sehen, dass die alle wieder auftauchen aus der Versenkung.
    Oder willst du etwa sagen, dass Ellinger und Lonzen so blöd oder naiv sind, dass sie zwei Jahre lang nicht mal einen Insolvenz-/Überschuldungstatbestand erkennen ? Nee, mein Lieber: Hier war diesmal eine andere Nummer am laufen ! So inkompetent kann man gar nicht sein.
    Und mit dem „RB ist mir egal“-Gehabe übersiehst du geflissentlich, dass es bei dieser Insolvenz um Vermarktungsrechte, eine gezielt vorbereitete und realisierte Spaltung, um PSR-Anteile (also Vereinsvermögen) und um den AKS geht; weit gehend also Eigentum des Vereins und seiner Mitglieder was hier verramscht wurde.
    Die lassen den FCS abnippeln und selbst wenn er überlebt, ist er immer noch von Kölmel und seinen Vasallen abhängig. So siehts aus. Die können Jo-Jo mit Leutzch spielen und werden es tun und wenn der Verein / seine Mitglieder aufmucken, gibts wieder was vor den Bug.
    Ist clever durchgezogen; vom Atomphysiker über den Rodler bis zum Hallenwart: Gute Kölmel-Leute !
    Für mich hat dieser angebliche Mäzen die Maske fallen lassen mit dem RB-Deal. Darum gehts. Der „arme“ Mann……
    Wie gesagt: Mir ist egal, welches Fußballkabarett sich auf Kosten Markranstädter Vereinsarbeit künftig an der Jahn-Allee prostituiert. Ich gehe da nicht hin und wäre sogar dafür, dass beide Leipziger Vereine ihr Oberliga-Derby (sollte es dazu kommen) absagen oder freiwillig unter Ausschluss der Öffentlichkeit in ihrem eweiligen Stadion austragen. Sollen die doch ihren Tingel-Tangel an der Jahnallee alleine machen.

    Eins aber haben sie nicht: Nicht mal das Schwarze unterm Fingernagel was die BSG betrifft. Und genau DAS wird noch spannend, denn „die Chemiker“ snd noch lange keine Chemiker; im wahrsten Sinne einer Wort-/Bildmarke…… UND DAS IST AUCH GUT SO ! Und an den VfB kommen diese Geschäftemacher auch bloß nicht ran, weil Lok die Rechte hat.
    Ergo: Spannende Sache mit RB = Verein ohne Charakter und ohne Identifikation.

    Mein Problem ist, dass Kölmels Handlanger den FCS ruiniert, Mitgliedschaft und Fangemeinde gespalten und die RB-Nummer von langer Hand vorbereitet haben. Und dafür lassen die sich nun auch noch von den Neutralen feiern und von den vermeintlich eigenen Leuten („Es gibt wichtigere Dinge als RB…“ Bla Bla)wird abgewiegelt ohne Ende.

    Übrigens: Völlig richtig, dass der Anfang vom Ende der Umzug in dieses hässliche Ding war. Da wurde aber keiner gefragt, genau wie jetzt bei der Vernichtung Markranstädter Vereins- und Fußballtradition. Der Anfang vom Ende war, dass sich der FCS mit Haut und Haaren diesen Galaunen an der Jahnallee ausgeliefert hat ! Aber, wie das so ist: Bloß nicht auf dem Teppich bleiben und in der 4. Liga bezahlbaren Fußball in Leutzsch anbieten. Nee; es musste ja das ganz große Ding sein.

    Mir ist RB so lange egal, wie sie und dieser Kölmel ihre Finger endlich vom Leutzscher Fußball lassen. Den Rest regelt die Zeit und noch sind die lange nicht da, wo sie mit der großen Klappe schon sein wollen. Allerdings sollten schon die Hintergründe dieser Insolvenz näher bleuchtet werden, denn – wie gesagt: So dumm kann man nicht sein und einen Verein in dieser Form so schnell total ruinieren !


  1. Gravatar of Derbysieg
    Kommentar von
    10.06.2009 um 11:33
    13

    +++eilmeldung+++

    DFB-Zentrale, 30. Mai 2013

    Wie der DFB und die DFL heute mitteilten, konnte der Umbau der Fussball-Bundesliga nun auch mit dem neuen Namensgeber, der Walt Disney Corp. abgeschlossen werden.

    weiter lesen:

    http://www.derbys.org/?p=1077


  1. Gravatar of RB Leipzig
    Kommentar von
    10.06.2009 um 15:54
    14

    Sicher ist so ein Großinvestor Gift für den traditionellen Fußball. Aber wo ist genau dieser Fußball in Ostdeutschland, speziell in Leipzig, geblieben? Er spielt sich in der 4., 5. oder noch tieferen Ligen ab.
    Im Westen sitzt das Geld bei Sponsoren und Investoren lockerer. Der Osten hat eigentlich kaum noch eine Chance dort in den nächsten Jahrzehnten aufzuholen. Der Großinvestor RB könnte dort etwas entgegenwirken, aber damit auch den Fußball-Kommerz weiter anheizen.
    Auf alle Fälle ein Novum im deutschen Fußball. Stellt sich der Erfolg nicht ein, werden sie schneller als gedacht den Verein wieder fallen lassen.


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    11.06.2009 um 9:26
    15

    ….. @RB Leipzig ….. und verbrannte Fußballerde hinterlassen, denn sie zündeln jetzt schon !
    Die Vereine sind Sache der Mitglieder und da diese sich beim VfB, bei Lok und beim FC Sachsen jahrelang für etwas entschieden haben, was letztlich zum jeweiligen Desaster oer zum Erfolg führen musste, ist nach den Verantwortlichen (die in den meisten Fällen ganz schnell weg waren) zu fragen. Die haben nämlich die Mitglieder an der Nase herumgeführt und ihnen ein X für`n U vorgemacht (und die Mitglieder haben es mit sich machen lassen). Hinzu kommt die unseelige Rolle von Politik und Verwaltung in dieser Stadt, die von Bürgschaften für VfB-Kredite bis hin zu nie eingehaltenen (oder nie gegebenen ?) Zusagen einer Schlüsselfinanzierung für das FCS-NWLZ reichen.
    Man soll die Vereine endlich in Ruhe lassen und nicht zum temporären Spielball politischer oder wirtschaftlicher Interessen machen.
    Für mich hat Kölmel mit der von ihm maßgeblich beim FCS installierten Clique den Verein gezielt übergabereif für RB gemacht. So dilletantisch kann man einen Verein nicht führen und in knapp 2 Jahren aus einer stetig bis auf 650 T€ sinkenden Verschuldung (Bilanz 30.06.2007) einen Schuldenvulkan von 3,1 Mio. € (siehe LVZ) wachsen lassen. Da steckt Absicht dahinter und jetzt kommt Teil X/Y des Masterplans: Man verleibt sich, nachdem man den FCS ausgeblutet hat und unter dem Deckmantel der „Bündelung der Kräfte“ bzw. dem verlogenen Gerede von der Insolvenzmasse, den Nachwuchs des FCS ein.
    Schon ein absurdes Spielchen, was da getrieben wird: Erst wird ein vertraglich gebundener Hauptsponsor und Finanzierer über Nacht zum Hauptgläubiger umfunktioniert, dann fährt man die Schuldenuhr in rasantem Tempo bis auf 10 nach 12 hoch. Anschlißend dreht man den Hahn ab und es gibt mehr als dubiose Informationswege in Richtung Finanzamt, die letztlich zur eigentlich schon Ende 2007 fälligen Insolvenz führen.
    Alles sehr merkwürdig, makaber und aus meiner Sicht clevere Marktbereinigung im Leipziger Fußball.
    Niemals hätte sich der FCS an Kölmel und seine Leute verkaufen dürfen. Langsamer, stetiger und auf eigene Potenziale zugreifender Aufbau des Vereins wäre besser, aber auf Grund der Schnellbootmentalität unmöglich gewesen.
    Für Kölmel ist es eine lohnende Nummer: Er investiert 2,5 Mio. in die Marktbereinigung (manche sagen, er hätte sie beim FCS versenkt)und erzielt durch den Verkauf des Stadionnamens 10 Mio. . Clever gemacht, aber ein Grund mehr, dieses (dann ehemalige) Zentralstadion und die ARENA nie wieder zu betreten und Kinos zu meiden, in denen das Geld für derartige „Vorinvestitionen“ womöglich verdient wird.
    Mit RB entsteht etwas, was den „Neutralen“ und das Eventpublikum ansprechen wird. Mit der klassischen Vereinsarbeit (die weit über den ganzen DFB-Kommerzwahn hinaus recht !!!) hat das nichts mehr zu tun. Man versucht sogar noch mehr Profit rauszuschlagen und spekuliert (mit Hilfe von Leuten wie einem Reichenbach) auf kostengünstigen Zulauf aus den Vereinen, die gefälligst die Arbeit zu leisten haben. Es ist ein Skandal, dass die kleinen Vereine die eigentliche Nachwuchsarbeit machen sollen, damit der Kommerzzirkus den verbandstechnisch nachzuweisenden Anteil an Nachwuchsmannschaften billig „einkaufen“ kann. Da werden Spielrechte gebeugt durch Übrtragung und mit Kindern und Jugendlichen wird Schindluder ohne Ende getrieben.
    Tut mir leid, aber RB ist für mich sozial, sportlich und wirtschaftlich das absolute Feindbild im Fußball. Die haben Null Recht, sich in dieser Form den Fußball in Leipzig einzuverleiben. Mit der Bulldozermetalität und dem Alles der Nichts wird mehr zerstört, als das am Ende nachhaltige Leistung entsteht.
    Und wer das mit Hoffenheim vergleicht, der hat nun wirklich keine Ahnung. Ein Hopp ist für mich nicht unbedingt DAS Vorbild, wie es in Zukunft in Vereinen laufen kann, aber esist absolut professionell dort und hat nichts mit dem Seelenverkauf und der verbrannten Fußballerde zu tun, die RB, Kölmel, Reichenbach, Lonzen und Co. in Leipzig hinterlassen werden.
    Intelligente und kreative Lösungen sollten die Traditionsvereine dem entgegen setzen können, vor allem aber auf keinen Fall (und ist die Not noch so groß) Geschäfte mit dem Teufel machen.
    Was kann denn ein FCS gewinnen, wenn er sich nach Kölmel vor RB in den Staub wirft ? Nichts, denn er landet nicht nur in puncto Vermarktungsrechte wieder zu Füßen von Kölmel.
    Und wenn ich im ganzen Bundesligawahn der Einzige bleibe, der das ignoriert und seinen Fuß nicht übe die Schwelle dieses unsäglichen Stadions setzt: RB Leipzig ? NIEMALS ! Dann gehöre ich halt weiter zur Randgruppe (als „1000 Hardliner auf jeder Seite“ beschimpft und belacht mit Hilfe der LVZ und anderer Hofberichterstatter)
    WIR sind abr die, die in ihrem Umfeld verwurzelt sind und Jahre und Jahrzehnte ehrenamtlich Arbeit in den Vereinen geleistet, Kinder augebildet und Fußball überhaupt am Leben gehalten haben. Und jetzt kommen die Österreicher mit ihrem Blubberwasser und machen in Fußball. Na „prima“ !
    Sollen sie. Das Gute ist, dass man sich Freunde raussuchen kann und nicht gezwungen ist, sich diesen Müllberg anzutun, der da gerade im Leipziger Fußball angehöuft wird.
    Ich frage mich nur, was die Markranstädter dazu sagen. Die haben sich jahrelang was aufgebaut, sind eigentlich Vorbild, wie man in schwierigen Zeiten erfolgreiche Vereinsarbeit organisieren kann; UND NUN DAS ? Denen wird die Identität getohlen und eigentlich auch ihr Verein. Da glaube ich nicht, dass die das mit einem Hossianna all so widerspruchslos hinnehmen.
    Aber gut: Ist deren Sache als Mitglieder, genau wie sich die bei Lok und beim FCS ein großes Stück auch an die eigene Nase fassen müssen.
    Das Kölmel den FCS mit Darlehen sturmreif schießen konnte, haben die Mitglieder des FCS spätestens ab Herbst 2007 gewusst, gewollt und mitgetragen. Die Alternative wäre vernünftiger Neuaufbu in der Oberliga und in Leutzsch gewesen. Aber es muss ja immer ein kreditiertes Schellboot sein, statt mal selber zu rudern.

    Das Schlimmste daran ist, dass man in seiner Freizeit Kinder fußballerisch ausgebildet hat, die wohl jetzt auch zur „Verhandlungs- und Verkaufsmasse“ zählen. Man manipuliert sie, in dem man sie „gnädig“ nach Salzburg einlädt, sie mit Spielen gegen Real Madrid ködert und sich so als „großzügiger Mäzen“ mit einer „vertrauensbildenden Maßnahme“ produzieren kann. Den Kindern kann man es nicht verübeln, dass sie sich davon beeindrucken lassen werden. Sind halt die Mechanismen, die dann aus 17-/18-Jährigen Söldner mit einem individuellen Beraterstab machen. Kann das aber gewollt sein ?
    Charakere wie ein Rene Adler (Sorry, und das von einem Erz-Chemiker wie mir…) können nur in Vereinen mit hoher Identifikation ausgebildet werden und nicht in kommerzionalisierten Produktionsstätten für Fußballsöldner, in den sämtliche Wertesubstanz und Pädagogik einer Marke oder dem nächst besser dotierten Millionenvertrag untergeordnet werden.


  1. Gravatar of willy
    Kommentar von
    willy
    29.06.2009 um 17:44
    16

    Wenn man nicht weiter weiß dann gibt es immer Verschwörungstheorien.
    Dabei ist alles so einfach.Profifußball gibt es nur mit Leuten die Ihr Handwerk verstehen und Fußballern die mit dem Ball umgehen können.Alles andere findet im Märchenwald statt.
    Wenn ich gegen Kommerz bin muss in den sauren Apfel beißen und mir mittelmäßigen Fußball in Liga 5 oder noch tiefer ansehen. Das ist das Recht eines freien Bürgers, aber jammert nicht herum. Aber vor allem übertragt Eure Vorstellungen nicht auf eine Mehrheit.
    Glaubt es endlich, die wollen nur tollen Fußball sehen und das ohne Randale.Jeder hat die Wahl!
    Der ach so tolle 1.FC Lok war doch in seiner Zeit der größte Kommerzverein in Leipzig. Begreift das endlich. Man kann nicht 8 Stunden arbeiten gehen und dann auch noch jeden Tag 3 bis 4 Stunden trainieren. Es sei im Märchenwald.


  1. Gravatar of Das Red-Bull-Dossier | chemieblogger.de – Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie
    17

    [...] Als der Leipziger Fußball 2009 mal wieder am Boden lag, grätschte Red Bull noch vor dem Beginn der Sommerpause jegliches auch nur im Entstehen begriffene Sommerloch ab und verkündete den Einstieg beim SSV Markranstädt: „Rasenball Leipzig: Red Bull, jetzt aber wirklich“. [...]




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