Es folgt ein satirischer Beitrag zur bevorstehenden Kommunalwahl
Freitag, 15. Mai 2009, 20:11 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 15. Mai 2009, 20:35 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus

Der FC Sachsen Leipzig hat mich gebeten, eine Gegendarstellung zu der Stellungnahme der Fan-Gruppierung „Spass hamm“ zu veröffentlichen. Da lasse ich mich natürlich nicht lange bitten. Eine Glosse

Liebe Fans, sehr geehrte Gläubiger und Medienschaffende,

Der FC Sachsen Leipzig 1990 e. V. weist die Vorwürfe der militanten Ultrà-Gruppierung „Spass hamm“ entschieden zurück, wonach es in der Regionalliga-Partie am 29. April 2009 gegen den VFC Plauen im Zentralstadion zu rassistischen und diskriminierenden Vorfällen gekommen sein soll. Der Verein möchte sich ausdrücklich von derartiger kommunistischer, rotfaschistischer und linksextremer Agitation distanzieren. Der FC Sachsen Leipzig 1990 e. V. ist ein gänzlich unpolitischer Verein. Aus diesem Grund können wir der Kritik an Rassismus und Diskriminierung im Stadion keine Bühne geben.

Aus Sicht des Vereins scheint der Gruppe „Spass hamm“ jegliches politische und historische Gespür abhanden gekommen zu sein. Ein Verein mit einer derartigen Tradition, wie sie der FC Sachsen Leipzig 1990 e. V. als legitimer Nachfolger der BSG Chemie Leipzig, dem DDR-Meister von 1964, für sich beanspruchen kann, muss sich immer wieder vor Augen führen, dass die eigene Vergangenheit stets Teil seiner Gegenwart ist. Daher bewertet der FC Sachsen Leipzig 1990 e. V. Lieder und Sprechchöre wie „Chemnitz, Plauen, wir ficken eure Frauen“, „Wir sind die schönsten Jungs aus der Reichsmessestadt”, „Wir sind alle rechtsradikal“ oder „Sieg heil“ als legitime Kritik am DDR-Unrechtsstaat.

Der Verein ist sich darüber im Klaren, dass in Anbetracht der deutschen Vergangenheit eine rassismus- und diskriminierungsfreie Fankultur nicht erstrebenswert ist. Aus diesem Grund wurden in Absprache mit DFB, Polizei, Staats- und Verfassungsschutz gegen die Mitglieder von „Spass hamm“ Stadionverbote verhängt. Um eine ordnungsgemäße Abschiebung der Verräter zu gewährleisten, hat der Verein bereits konspirativen Kontakt mit der Faninitiative „Bunte Kurve“, der BSG Chemie und dem Roten Stern Leipzig aufgenommen. Gerüchte, wonach auch mit der RAF verhandelt werde, möchte der FC Sachsen Leipzig 1990 e. V. an dieser Stelle weder bestätigen noch dementieren.

Der FC Sachsen Leipzig 1990 e. V. begrüßt vor dem Hintergrund des Superwahljahres 2009 mit den anstehenden Europa-, Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen ausdrücklich, dass im Zentralstadion von Politikverdrossenheit nichts zu spüren ist.

gez. Vorstand, Fans und sämtliche 104 Mitarbeiter des FC Sachsen Leipzig 1990 e. V.

Disclaimer: Achtung, das ist weder ernst gemeint noch wahrheitsgetreu. Bevor mich dennoch wieder irgendjemand verklagen will, verweise ich auf die Freiheit der Presse und Meinung und damit implizit auch auf die politische und gesellschaftliche Funktion von Satire.




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18 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of DEFENS
    Kommentar von
    17.05.2009 um 10:54
    1

    Lass das nicht den Panzerknacker4711 lesen 😉


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    18.05.2009 um 18:24
    2

    Wie ich finde, ist das keine Satire mehr !
    Geht zu weit = VIEL ZU WEIT !
    Das sollte sofort gelöscht werden weil es in keiner Form mit der Freihit der Presse zu legitimieren ist. Ist kein „Spaß“ mehr sowas.


  1. Gravatar of Uwe Chemiker
    Kommentar von
    23.05.2009 um 20:19
    3

    Wir sind Ade!!!


  1. Gravatar of Sündenbock
    Kommentar von
    Sündenbock
    24.05.2009 um 19:14
    4

    Warum? Weil er in stark überspitzter (satirischer) Art und Weise Wahrheiten ausspricht?


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    25.05.2009 um 12:11
    5

    Na ja, @sündenbock, manches geht einfach nur zu weit. Dieses Thema in der Gesamtsituation „satirisch“ aufzuarbeiten halte ich für dünne und deplatziert.
    Jede „Überspitzung“ stiftet doch nur neues böses Blut. Muss das denn sein ?


  1. Gravatar of FCS Fan
    Kommentar von
    FCS Fan
    26.05.2009 um 14:21
    6

    Ihr seit so krank bei der Ball SG.Macht weiter so…


  1. Gravatar of Gläubiger
    Kommentar von
    Gläubiger
    26.05.2009 um 14:33
    7

    Satire endet wo Geschmacklosigkeit und Verleumdung beginnt.
    Pressefreiheit kennt Ihre Grenzen bei der Verletzung von Persönlichkeitsrechten.
    Scheinbar ist sich der Verantwortliche dieses Blogs über die Tragweite seiner gestzlichen Einflußname nicht bewußt.


  1. Gravatar of Sündenbock
    Kommentar von
    Sündenbock
    26.05.2009 um 14:45
    8

    Die Diablos sind damals wegen ihres antirassistischen (man beachte: antirassistisch, nicht prokommunistisch/proanarchistisch) Engagements von vielen Teilen der FCS-Fanszene als „roter Dreck“ oder auch „Linksfaschisten“ bezeichnet worden. Woher diese Nomenklatura stammt bzw. wer sich diese meistens zueigen macht, sollte zuhauf bekannt sein. Ist doch sonnenklar und nachvollziehbar, dass man bei diesbezüglich verbittert ist.
    Auch eindeutig ist, dass die FCS-Führung mit ihrem Boykott der „Bunten Kurve“-Aktion und ihrem Gefasel von wegen „unpolitischer Verein“ nicht gerade viel unternommen hat, um eben solchen rechten Tendenzen Einhalt zu gebieten.
    Oftmals liest man auch, dass bescheuerte Parolen gern als „Tradition“ bzw. „Kritik am DDR-System“ verstanden werden. Das mag teilweise zutreffen, aber gegen welches böse kommunistische System möchte man sich denn heute auflehnen? Lächerlich.

    Nein, nein. Der Chemieblogger hat mit all seinen Thesen ins Schwarze getroffen und gekonnt überspitzt dargestellt. Wie man hervorragend anhand der Postings im FCS-Forum sieht: Getroffene Hunde bellen. Wenn man ehrlich mit der Thematik umginge (Aufarbeitung!), müsste man sich dies auch eingestehen. Stattdessen reichen die Reaktionen von Abschweifungen vom Thema bzw. unsachlicher Auseinandersetzung mit selbiger bis hin zu kruden Verschwörungstheorien á la „Die bösen Linken haben sich als Rechte verkleidet, sind zum Plauenspiel angereist und haben rechte Parolen gegröhlt, um den [natürlich völlig unpolitischen] FCS zu diskreditieren“.
    Herr Meurer, machen sie bitte die Augen auf. Zur Aussöhnung reicht es nicht, alle Probleme totzuschweigen, sondern man muss sie RICHTIG aus der Welt schaffen.

    Gruß


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    26.05.2009 um 14:57
    9

    Der „Herr Meurer“ hat die Augen offener, als mancher hier eine sachliche Debatte um Probleme sucht. Mit dieser s.g. „Satire“ ist aus meiner Sicht nur Futter für Dummquatscher und Ewig-Gestrige geliefert worden und ein sich zaghaft anbahnender Dialog vernünftiger Leute wird durch erneute Verhärtung der Fronten zunichte gemacht. So sehe ich das !
    Es ist und bleibt die ewige Schwarz-Weiß-Malerei, die jeder Vernunft die Basis nimmt. Weder ist der FCS (ebenso wie der 1.FC Lok) ein „Nazi-Verein“, noch sind die Diablos eine „kommunistische Zelle“. Wer so argumentiert bzw. sich des Mittels der Satire auf so profane Weise bedient, hat wohl ein Interesse am Eintreffen derartig primitiver Klassifizierungen.

    Bei beiden Vereinen stet zum Thema Rassismus was in der jeweiligen Satzung. Also warum eine Auseinandersetzung auf solch grottigem „Satire“-Niveau provozieren ? Setz DICH von Angesicht zu Angesicht mit Leuten auseinander, die DEINER MEINUNG nach das Bild vom „Nazi-Verein“ ausmachen.
    Du bist sonst nicht besser wie die, denen der „unpolitische FCS“ als Alibi für ihr Versagen dient.

    In diesem Sinne: Die Erde ist keine Scheibe, auch wenn konservative Vertreter gewisser Religionen und Ideologien dies gern so hätten. UND SIE DREHT SICH DOCH !


  1. Gravatar of Sündenbock
    Kommentar von
    Sündenbock
    26.05.2009 um 15:47
    10

    Ach, die Satzung. Und wenn da drin steht, Rassismus wird nicht toleriert, dann ist das auch automatisch so? Antirassismus wird Tag für Tag gelebt, bzw. Rassismus sollte selbstbewusst und offensiv entgegengetreten werden. Im Stadion natürlich nur dann, wenn wieder mal blöde Parolen zu hören sind. Fußball sollte freilich im Vordergrund stehen.
    Dieses Pochen auf die „Satzung“ ist wieder genau dieses Alibigequatsche, hinter ihr kann man sich dann wieder verstecken, wenn die Medien doch mal genauer hinsehen/hinhören bzw. nicht wegsehen/weghören. Zivilcourage lautet die Devise!
    Bestimmt hat auch der 1. FC Lok eine Satzung, die Rassismus verurteilt. Trotzdem durften sich jahrelang hinter den blau-gelben Farben Nazis tummeln, Lokultras bezeichneten sich offen als „Nationaler Widerstand“. Kein Mensch will doch einen „rechten“ oder „linken“ Verein. Wenn Diskrimierung in der Kurve und im Stadion aber durch die „unpolitischen“ Kräfte kein Einhalt geboten wird, braucht man sich über die Konsequenzen nicht zu wundern.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    26.05.2009 um 18:35
    11

    Danke an Sündenbock! Du zeigst, dass man diesen offensichtlich sehr umstrittenen Text auch genauso lesen kann, wie er gemeint ist ;-).

    Ich bin ganz beruhigt, dass Jan gegen mich ist. So kann zumindest keiner vorwerfen, die BSG torpediere den FCS mit Verleumdungskampagnen oder was auch immer. Ich bin nicht die BSG, ich bin nicht die Diablos und ich repräsentiere auch sonst keine Gruppierung oder irgendein Kollektiv. Ich schreibe hier, was mir in den Kopf kommt. Und ich hoffe, dass es manchmal auch zum Selber-Denken anregen kann! Nicht mehr und nicht weniger.


  1. Gravatar of punktkomma74
    Kommentar von
    26.05.2009 um 20:46
    12

    Wie Recht Bastian doch hat:

    „Was ich nicht in Ordnung fand und was mir die Stimmung echt verhagelt hat, ist dass unsere rechte Fraktion heute leider das Gehirn am Eingang abgegeben oder sich vor und während des Spiels weggesoffen hat… Wenn wir Pech haben, hat der Schiri die Affengeräusche gehört und notiert, er hatte nicht nur einmal die Chance dazu. Soviel zum hier schon dreitausendmal durchgekauten Thema „Politik aus dem Stadion“ und der Behauptung, unsere Rechten würden das selbstverständlich vollumfänglich einhalten. Und es ist NICHT bei den Affengeräuschen geblieben. Von Hitlergruß, „B-SS-G“ über das U-Bahn-Lied, so macht man einen „guten“ Eindruck. (Nein, es wurde nicht komplett gesungen, aber ja, es wurde angesungen.) Auf Posts, die diese Tatsachen abstreiten oder verharmlosen wollen, werde ich nicht reagieren, das ist mir zu dumm.“


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    27.05.2009 um 7:47
    13

    Ach @Bastian, ich bin gegen niemanden und so auch nicht gegen dich. Wogegen ich bin ist die sinnlose und unnütze Verhärtung einer auf dise Art und Weise unführbar werdenden Debatte.
    Regel 1 für mich: Was sagen die Vereinsgesetze (Satzungen) aus.
    Regel 2 für mich: Vom Verhalten Einzelner auf einen ganzen Verein zu schließen ist platt und primitiv.
    Regel 3 für mich: Wenn ich überzeugen will, muss ich die besseren Argumente haben und sie auch invernünftger Form rüberbringen.
    Ergo: Das was da als „Satire“ dargestellt wird ignoriert die Satzung des Vereins, spielt das Ausnahmeverhalten Einzelner zur Vereinsphilosophie hoch und dient eher einem Abbruch eines unbedingt notwendigen Austauschs von Argumenten.

    Hier werden wieder mal alle über einen Kamm geschoren und in der gegenwärtigen Situation ist das genau der Ursprung eines so sicher nicht dienlichen Solidarisierungseffekts.

    @sündenbock
    Die Leute, die du als „Nationaler Widerstand“ bei Lok klassifizierst, sind zu großen Teilen aus dem Verein ausgeschlossen und mit Stadionverbot belegt worden. Was soll / kann ein Verein noch tun ? Vereine sind nicht die Klärungsinstanzen aller gesellschaftlichen Probleme. Dazu sind sie, gerade in Leipzig und Sachsen, über Jahre hinweg viel zu lange im Stich gelassen worden und die ignorante Politik von CDU bis PDS diesen Problemen gegenüber (die Grünen nehme ich mit ihren Landtagsinitiativen zum Thema mal aus in Sachsen, was in Leipzig mit einem gewissen Herrn Leuze und seinen Stellungsnahmen dazu schon anders aussieht)hat das gedeckt und ermöglicht.
    Und da @Bastian solltest du mal getrost auch die Verantwortung der Herren Tschense, Jung und Tiefensee aus den Reihen der dir nahestehende Politik für eine völlig verfehlte Jugendpolitik in Leipzig hinterfragn bzw. mancher hier die an Inkompetenz nicht mehr zu überbietende Rolle des Weichmachers Rosenthal, der sich lieber mit Red Bull trifft als die tatsächlichen Probleme im Leipziger Fußballumfeld zu lösen.
    Jetzt ist die Eskalation da, die wir als ehrenamtliche Fanbetreuer jahrelang vorausgesehen haben, weil Jugend und Subkultur nun mal gewissen Entwicklungsmechanismen unterliegt und das wissen die Verführer aller Seiten nur zu gut.

    So gesehen ist „Satire“ eher das Gegenteil von dem, was an dieser Stelle und bei diesen Problemen nötig wäre. Icherinnere mich noch mal an den 03.01.: Soll denn erst einer für immer liegen bleiben, bevor hier einige mal wach werden ? Das war keine „Satire“ = DAS WAR REALITÄT !


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    27.05.2009 um 9:46
    14

    Die Frage muss aber auch immer sein: Wer muss sich von so einem Text angesprochen fühlen? Bei weitem nicht alle Akteure, aber doch erschreckend viele, wenn man sich das FCS-Forum zu Gemüte führt.

    Und dass ein Verein, der tausende Fans in das Stadion lässt und dementsprechend auch auf die Einnahmen aus Eintritt, Catering und des auf dem Zuschauerschnitt basierenden Sponsorenzuspruchs angewiesen ist, eine Verantwortung auch für seine Fans trägt, ist ja wohl nicht wegzudiskutieren. Wenn alles gut läuft, halten wir den Geldbeutel hin, und wenn nicht, geht es uns nichts an?


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    27.05.2009 um 16:49
    15

    Wenn Du so willst, @Bastian, dann fühle ich mich geau aus den von mir hier genannten Gründen in erheblichem Maße angesprochen !

    Übrigens: Mit Deiner „Einnahme-Milchmädchenrechnung“ (Achtung: Satire !) gehst Du, zumindestens die hier debattierten Vereine betrefend, völlig an der Realität vorbei. Die relevanten Vereine der Region haben gerade mal so viel Einnahmen, dass sie den laufenden Vereinsbetrieb abdecken können, wenn sie nicht (siehe FCS) das vorhandene Geld für sinnlose „sportliche“ Investitionen aus dem Fenster schmeißen.
    Jahrelang hat, unter maßgeblicher Beteiligung der politisch Verantwortlichen aus CDU, SPD und PDS (einzig die Grünen haben sich stark interessiert und engagiert auf Landesebene und ich weis wovon ich rede, denn ich war bei den Anhörungen dabei und kenne die Anfragen der Landtagsfraktion zum Thema genau)jeder Verantwortliche das Problem verniedlicht und ignoriert, war Sachsen (neben BW) das einzige Bundesland ohne Drittelfinanzierung Fanprojekte und Leipzig als Brisanzstandort mit 1 Fansozialarbeiter für ca. 1.000 Problemfans „repräsentiert“.
    Was erwartest Du also ? Das jetzt der Mantel des Schweigens über das Totalversagen der politischen Elite gelegt wird und das Problem den „bösen“ Vereinen unwidersprochen übergeholfen werden soll ? Verantwortung für die Fans des eigenen Vereins wird ja merh schlecht als recht(siehe Nr. 1 Satzung + Nr. 2 Sanktionen wie u.a. bei Lok und beim FCS auch schon) und im Rahmen der aus der Gesamtlage resultierenden Möglichkeiten übernommen. Das sich der FCS aus der Bunten Kurve zurückgezogen hat, ist Ausdruck der Inkomnpetenz der (zum goßen Teil nicht mehr vorhandenen) dortigen Verantwortlichen (also nicht der Fans) bzw. mag auch an der Außendarstellung der Bunten Kurve selbst liegen, die manchmal auch nicht gerade sensibel, objektiv und kommunikativ daher kommt. Wie bereits mehrfach erwähnt: Da wo man nicht zu Kommunikation im Interesse einer Sache fähig ist, versagt auch das erwartete Ergebnis.
    Die Vereine sind nicht in der Lage, jahrzehntelange Fehl-, Entwicklungen einer gnzen Gesellschaft aufzufangen, nur weil die politisch Verantwortlichen sich lieber mit Red Bull auf ne Brause und n Schnittchen treffen, ansonsten aber substanziell zum Thema Jugendsozialarbeit am Brennpunkt Leipzig nur Dünnes fabriziert haben.

    Wir haben uns jahrelang an den Problemen ehrenamtlich verbrannt, ohne das dies irgendwem in der Politik oder den Verwaltungen (außer erwähnte Initiativen der Grünen) auch nur im Ansatz mal ein Engagement wert war. Einzig unser „Büttolo“ hatte eine Lösung: Lassen wir halt ne Drohne fliegen in Sachsen, statt mehr Streetworker und professionelle Fansozialarbeiter zu beschäftigen, die tagtäglich (und nicht Sonnabend oder Sonntag mal für 2 h) an den Brennpunkten sind und INDIVIDUALARBEIT leisten.
    Und jetzt kommmt Ihr und macht in „Satire“?
    Ein Schlag ins Gesicht der Leute, die jahrelang mit viel diplomatischem Geschick ehrenamtlich versuchten gegen solche Tendenzen und Verhaltensweisen in der Fanszene angzugehen, sich dabei völlig verbrannt haben, sich noch ihre Fantreffs zerkloppen lassen mussten die sie mit ehrenamtlicher Arbeit und dem Engagement der Fans aufgebaut hatten, sich von Kommerzkaspern a la ZSL (mit Duldung der Rathausclique) reglementieren lassen mussten („KEINE FAHNENSTÖCKE ÜBER 1,50m !“, war die einzige Antwort auf Probleme einer Jugendsubkultur = WIE PRIMITIV !), und sich mehrfach den Folgen überzogener polizeilicher Vollstreckungsgewalt sowie regelrechter Verhöhnung gewiser „Spott“-Bürgermeister ausgesetzt sahen; bis sie endlich entnervt aufgegeben haben.

    Ach, @Bastian, eventuell klärst Du das Problem erst mal in Deiner Partei mit denen, die als Deine Genossen Mitverantwortung hatten oder haben, bevor Du den „Schwarzen Peter“ den Vereinen zuschiebst und einer völlig deplatzierten „Satire“ das Wort redest. Es darf nämlich nicht wieder zu solchen Fehlentwicklungen kommen und Dir traue ich (nach unserem Gespräch) zu, dass Du dazu in einer der Parteien inhaltlch Dinge anschieben kannst, die nun mal in Sachsen und in Leipzig eine nicht unerhebliche Macht hat.
    Ansonsten müsste ich nämlich auch zum Mittel der „Satire“ greifen und es mit meinem Großvater sagen: „Wer hat uns verraten ? Sozialdemokraten !“
    Oder, in Bezug zu einem einstigen Kanzler Deiner Parei, an Dich gerichtet: „Heute rüttelst Du noch am Tor des Kanzelramtes und morgen bist Du drin und hast vergessen wo Du herkommst und wo die Ursachen der Probleme liegen.“
    Tut mir leid, aber ich traue nun mal keinem, der sich mit SPD- oder PDS-Positionen identifiziert, aber einmal an der Macht, alles vergessen hat was wichtig ist oder nicht mehr weis, wie er seine leeren Versprechungen bezahlen soll.

    Ich kann übrigens mit Löschungen der Wahrheit und der freien Meinung hier leben. „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.“ Mit einer solchen, zutiefst demokratischen, humanistiscen und urlinken Position werde ich mich dennoch weiter identifizieren und jeden meiner Streit- und Gesprächspartner daran messen, ob er sich auch daran hält. Zur Steitkultur gehört das Zulassen anderer Meinungen nun mal dazu. Das bedeutet nämlich nicht, dass man Ursachen ver- und totschweigt, nur weil sie an Fehler erinnern.

    Letzter Satz: Das ganze Thema eignet sich meiner Meinung nach in keinem Fall zu einer satirischen Aufarbeitung in der hier anzutreffenden Form. Ansonsten bleibt wirklich mal einer tot in der Gosse liegen, wenn wieder mal irgendwer in unserem „Rechtsstaat“ der Meinung ist, dass er seine Ziele mit brutaler und krimineller Gewalt gegen Andersdenkende durchsetzen muss. Ist es das wert ? „Nun übertreib mal nicht !“ ?????? Wir hatten schon mal einen in Leutsch liegen, der in diesem ganzen Fußballumfeldchaos erschossen wurde und ich habe da nach dem 03.01. jemanden gesehen, den ich hätte ebenso nie wieder sehen können.
    DA LIEGT UNSERE VERANTWORTUNG und DA LIEGT AUCH EIN NICHT ZU DEBATTIERENDER GRUND DAFÜR, JEDE SATIRE IN DER FORM ZU UNTERLASSEN, genau wie die Dauerdiffamierung der Diablos als „kommunistische Zelle“, was ich für ebenso primitiv wie gefährlich halte.

    Hoffentlich kannst Du diesmal ohne Löschungen mit meiner Meinung leben, die (das gebe ich zu) sehr stark von Emotionen und Enttäuschngen geprägt ist, aber auch davon, dass ich diese ganze oberflächliche Einseitigkeit der Betrachtung von Problemen als Hauptursache der „Leipziger“ Situation ansehe.


  1. Gravatar of Ossi
    Kommentar von
    Ossi
    28.05.2009 um 11:37
    16

    Auch wenn ich dem Jan ungern Recht gebe aber im großen und ganzen hat er Recht.


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    28.05.2009 um 16:24
    17

    Jan, ich habe dir genau gesagt, warum ich besagten Kommentar hier nicht vertreten konnte oder wollte. Ich habe gezielte (und auch unbegründete) Anfeindungen gegen einzelne Personen herausgelesen. Mit dem, was du schreibst, kann ich leben. Und Wut über verfehlte Politik verstehe ich auch, aber a) dafür bin ich nicht verantwortlich und habe ebenso wenig direkten Einfluss wie du, und b) denke ich, dass trotzdem oder vor allem gerade dann, wenn die Politik versagt, Eigeninitiative gefordert ist. Dein Verein ist was du daraus machst, und weder den Diablos, der Bunten Kurve, noch dir hat beim FCS öffentlich irgendjemand eine Träne nachgeweint.

    P. S. Die Bunte Kurve hat sich gegenüber dem FCS nie unsensibel verhalten (wahrscheinlich eher viel zu loyal!) und hätte mit einem derartigen Vorgehen bestimmt auch nicht den Julius-Hirsch-Preis erhalten.


  1. Gravatar of J.Meurer
    Kommentar von
    J.Meurer
    29.05.2009 um 10:21
    18

    @Bastian
    Wir sollten hier keine Zwiegepräche führen und über die Löschung von Meinung werden wir uns wohl fruchtlos (weil Macht über Meinungsäußerung und Zulassung dieser nun mal zwei verschiedene Paar Schuhe sind) streiten.

    Die nicht geflossenen öffentlichen Tränen bei den öffentlichen Personen des FCS kann ich verschmerzen. Inzwischen wird ja klar, dass deren Krokodilstränen sowieso nur aus Kokainblubberwasser bestehen. Diesen Leuten fehlt jedweder Charakter und Moral ist für die ein Fremdwort. Also: Lieber ohne deren Tränchen….
    Und wenn mich ein Verräter als Verräter beschimpft, dann ist das eine Ehre, die eher mir die Freudentränen in die Augen treibt. Und wer die wirklichen Verräter sind, wird beim aufmerksamen Lesen aller Meldungen der letzten Tage immer deutlicher.

    Verantwortlich bist Du übrigens dann, wenn Du Dich ohne jede Klärung des Fehlverhaltens von Mandatsträgern Deiner Partei für diese ins Zeug legst. Warum will (u.a.) ausgerechnet die SPD immer heute nicht mehr wissen, wofür sie noch gestern verantwortlich gezeichnet hat ? Das zu hinterfragen wird immer notwendiger, weil uns das Vergessen eigenen Versagens immer weiter auf der Spirale von Hass, Gewalt und Ignoranz nacht unten treibt, bis die Blubberwasservertreter ihre Elite-und Kommerzkiste als „Rettung“ installieren und den Fußball immer mehr gettoisieren, die Jugendlichen damit direkt in die Arme der Rattenfänger treiben die nur darauf lauern und sich die Politik somit (auf Kosten der Vereine) aus der Gesamtverantwortung stiehlt, die sie sowieso nie wahrgenommen hat.

    Na egal. Ich werde es nicht mehr ändern, denn die (aus meiner Sicht ziemlich naiv und gutgläubig von Dir) beschworene „Eigeninititive“ ist doch das mühseeligste und verlogenste Argument, was gerade die dann übrig haben, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Den Herrschaften fällt immer dann das Ehrenamt ein, wenn ihnen ihre Verantwortungs- und Kompetenzlosigkeiten auf die Füße gefallen sind.
    Lieber macht man noch Böcke zu Gärtnern, als das man sich mal substanziell um Problemlösungen bemüht.

    Ein Letztes: Unsensibles Verhalten ist für mich u.a. der öffentliche Umgang mit Sachverhalten. Dazu zähle ich diese, aus meiner Sicht nicht tragbare, Form der „Satire“. Man muss sich nicht wundern, liest man einige der Berichte und Kommentare hier, wenn bei einigen FCS-Verantwortlichen (mit denen man auch heute noch was bewegen könnte) Skepsis und Ablehnung ggü. der Bunten Kurve da ist und die FCS-Verantwortlichen sich mit ihren primitiv-dümmlichen Argumenen vom „total unpolitischen Verein“ durchzusetzen verstehen, denen intellektuelle Auseinandersetzung um die Sache von vorn herein fremd und die BSG Chemie der Abklatsch einer „kommunistischen Zelle“ ist.
    Primitivität und dümmliche Ignoranz machen vor nichts und niemand halt; auch nicht vor gewissen Vereinsmitgliedern, die sich (hochgespült durch Insolvenzen) in der 1.Reihe und Meinungsführerschaft gewisser Vereine tummeln, und auch nicht vor Parteien. Gerade darum ist solche „Satire“ nur Mittel zum Zweck für diese Leute……

    Da ich keine Zeit für weitere Debatten habe und mich nicht ewig und drei Tage damit auseinander setzen kann, wer hier endlich mal die Misere im, die Gewalt um und die politische Benutzung von Teilen des Leipziger Fußballs beim Namen nennen will, nur noch mal, zum besseren Verständnis, meine fest stehende Meinung:
    In dieser Form sind wir nicht in der Lage Probleme zu lösen, was offensichtlich auch nicht gewollt ist in dieser Stadt und in ihrem Fußball. Sarkastisch könnte man festhalten, dass die notwendige Präventivarbeit bewusst unterlassen wurde, damit es eskallieren kann. Diese Eskallation liefert die besten Argumente zur „Flurbereinigung“ und Getthoisierung des Leipziger Fußballs: Die „Guten“ ins Töpfchen ZSL und die Schlechten an den Rand. Dafür hat man, taktisch clever, den Rand vorher ausgefranzt und mit dem RB-Vorkommando von Kölmels Gnaden den FCS ruiniert. Das nenne ich mal eine gelungene Marktbereinigung…….




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