Tore, Bier und Sangeskunst
Donnerstag, 23. April 2009, 11:57 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18. November 2009, 18:26 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, Spielberichte

Hauptsache, es ist genügend Brauwasser im Spiel. Ein Spielbericht, der parallel im Fünfeck erschienen ist

Mittwoch, 18:30 Uhr. Eine undankbare Zeit, um Fußball zu spielen. Irgendwo zwischen Feierabend und gefühltem Weltuntergang. Wie ein Damoklesschwert drohten dunkelste Wolken mit einem frühsommerlichen Bruch ihrer selbst, und trotzdem hatten sich zwei vollzählige Mannschaften und etwa 250 unentwegte Supporter zum Fußball im Willi-Kühn-Sportpark verabredet. Die BSG Chemie Leipzig empfing den LSV Brauwasser 06.

Nach einer Serie von sechs Spielen ohne Sieg in der Rückrunde und zwischenzeitlicher akuter Abstiegsgefahr hatten sich die Gerstensäftler pünktlich zur Rückrundenpartie stabilisiert und irgendwo zwischen Gut und Böse, auf Tabellenplatz acht, eingefunden. Von einem Kater nichts zu spüren, vernagelten die Braumeister ihr Gehäuse. Und das ging lange gut. Trotz der grün-weißen Führung nach einer guten Viertelstunde tat sich Radis Chemie-Elf lange Zeit schwer. Omnipräsenz vor „Tricksers“ Kasten bei völliger Abstinenz brauwässerischer Entlastungsangriffe – zur Pause blieb es dennoch bei einem mageren 1:0.

Erst nach dem Wechsel drehte Chemie auf. Ein Rückrundenspiel nach Schema F: In Halbzeit zwei bekamen die Chemiker eine zweite Luft oder, je nach Lesart, ging den auf dem Zahnfleisch kauenden, tapferen Gegenspielern eben jene aus. Für „Trickser“ ging es jedenfalls Schlag auf Schlag, es schien Hopfen und Malz verloren. Insgesamt klingelte es hinten fünfmal bei Brauwasser, darunter zwei unwiderstehliche direkte Freistoßtreffer von Georg Heier und Martin Maciejewski.

Auf den Rängen war trotz Abwesenheit entsprechender Garnituren unlängst Bierlaune ausgebrochen. Neben dem zu jedem Spiel zum Repertoire gehörenden Singsang wurden mal wieder ein paar Klassiker hervorgekramt. Ein Hauch von Alfred Kunze im Wohnzimmer von Willi Kühn.

Erst der Schlusspfiff erlaubte den Gästen das wohlverdiente Feierabendbier. Und den Protagonisten in grün-weiß und deren Publikum die Heimreise. Ja, es war ein undankbarer Zeitpunkt. Die Wolken machten Ernst, Sturm kommt auf. Aber bei einem 6:0 konnte einem das egal sein.




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