Liechtenstein statt Olympia
Samstag, 28. März 2009, 14:07 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 8. April 2009, 13:26 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Fußball & Politik, Medienschau

Vor dem Länderspiel Deutschland gegen Liechtenstein im Zentralstadion blicken die Medien auf die Sportstadt Leipzig. Drei Leseempfehlungen

Leipzig lechzst nach Spitzenfußball – und bekommt ihn heute, Liechtenstein gastiert im sonst brach liegenden Zentralstadion. Bezeichnend: Die drittklassigen Alpenkicker werden für ein ausverkauftes Haus sorgen. Für die Leitmedien Anlass genug, den Themenkomplex Leipzig, Sport und Fußball aufzugreifen. Drei Insolvenzen Leipziger Sportvereine binnen weniger Wochen – eine groteske Situation, die nach medialer Verwertung schreit. Es folgen drei Leseempfehlungen, Texte, die die zum Teil peinliche Außenwirkung sowie die feingliedrigen inneren Verwerfungen einer gescheiterten Sportstadt nachzeichnen.

„Viel Spott für einstige Sportstadt Leipzig“, schrieb Jochen Teichert bereits vor zwei Wochen in der Rheinischen Post. Der Text kratzt längenbedingt etwas an der Oberfläche, hat aber eine Kernaussage: die dreifache Insolvenz zeigt, dass Leipzig den Ansprüchen einer Sportstadt nicht gerecht wird – und dass die Politik eher auf Kultur als auf Sport setzt.

Wesentlich mehr in die Tiefe geht Michael Horeni mit „Sturz vom Olymp“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es geht um Sporttradition, das Olympia-Trauma, mangelnde Wirtschaftskraft und die historische Feindschaft zwischen „Lok“ und „Chemie“ – eine den Qualitätsansprüchen des Mediums gerecht werdende Hintergrundanalyse.

Bleibt schließlich noch Christoph Ruf mit „Die geteilte Stadt“ für Spiegel Online. Ein hervorragender, weil sämtliche Feinstrukturen erfassender Text. Ruf zeigt ebenso pointiert wie umfassend Leipzigs Fußballwidersprüche auf, ohne dabei in die typische Reduzierung auf die beiden Großklubs zu verfallen. Mit dabei: natürlich Lok und FC Sachsen, aber auch der Rote Stern und die BSG Chemie. Auch die politischen Dimensionen der Leipziger Fußballrivalität enthält Ruf nicht vor – uneingeschränkt lesenswert und für so manchen Journalisten, der an die Leipziger Fußballfront geschickt wird, Pflichtlektüre.




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  1. Gravatar of WilliM
    Kommentar von
    WilliM
    11.04.2009 um 16:07
    1

    Naja zum Länderspiel gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Die Tore waren gut. Aber im großen und ganzen war das Spiel enttäuschend.
    Wie der Herr Löw in einer großen Tageszeitung schon beschrieben hat. Der deutsche Fußball ist im vergleich zu anderen Ländern zu langsam und zu durchsichtig.
    WiiliM




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