Insolvenz des FC Sachsen als Chance für Leutzscher Neuanfang
Dienstag, 10. März 2009, 19:44 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 10. März 2009, 20:30 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, FC Sachsen Leipzig, Medienschau, Vereinspolitik

Die Pleite eines Fußballvereins hat auch ihre guten Seiten. Die Leutzscher Frage könnte vor ihre Lösung stehen – so es die Verantwortlichen wollen

Die letzten Tage waren turbulent für den FC Sachsen. Wir haben gelernt: es kann verdammt schnell gehen. Jahrelang hatte der Verein einen Millionenschuldenberg vor sich hergeschoben. Zwar schwebte das Drohwort der Insolvenz wie ein Damoklesschwert über dem Lonzen-Klub, Ernst schien es trotzdem nie zu werden. Wie labil der FC Sachsen vor sich hin lavierte, wurde erst offenbar, als es dem Fiskus zu bunt wurde – und andere öffentliche Gläubiger in einer Kettenreaktion nachzogen. Die vergleichsweise läppischen Außenstände von 100 000 Euro gegenüber dem Finanzamt könnten nun zum Totengräber des FC Sachsen werden.

Das Schicksal des Vereins hängt ab von der Performance des Insolvenzverwalters (Die Referenzen von Heiko Kratz sind nachzulesen in der Leipziger Volkszeitung und Bild). Und vom Wohlwollen der Gläubiger. Der Abstieg in die Oberliga steht fest. Das Überleben des FC Sachsen allerdings noch nicht. Gewiss ist, dass Winfried Lonzen ab der neuen Saison sein Präsidentenamt niederlegen wird und im Falle einer Entschuldung ab nächstem Sommer Oberliga-Fußball im Alfred-Kunze-Sportpark gespielt werden soll.

Für FCS-Verhältnisse kommt das Ganze einer Revolution gleich. Nicht nur Lonzen, sondern sein gesamtes Führungsgremium könnten die längste Zeit den Zentralstadion-Klub gelenkt haben. Dazu kommt die Rückkehr nach Leutzsch – essentielle Punkte, die dem FC Sachsen seitens seiner Kritiker vorgehalten wurden. Die Insolvenz bietet die Chance für einen Neuanfang. Nicht nur für den FC Sachsen, sondern für den gesamten Leutzscher Fußball. Allein, der Ausgang ist ungewiss. Überlebt der Verein? Wie groß sind die Befindlichkeiten der Protagonisten? Besteht überhaupt Gesprächsbereitschaft? Bis jetzt sieht es nicht danach aus.




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7 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Heiko
    Kommentar von
    11.03.2009 um 6:38
    1

    kopf hoch, das wird schon wieder werden 🙂


  1. Gravatar of Chemie
    Kommentar von
    Chemie
    11.03.2009 um 22:18
    2

    Ich hoffe der 1990 gegründete Nachfolgeverein einer ruhmreichen, in Leutzsch beheimateten (!!!) Fußballmannschaft löst sich in Luft aus.


  1. Gravatar of Chemie_in_DD
    Kommentar von
    Chemie_in_DD
    16.03.2009 um 12:30
    3

    Und dann? Gehen wir alle zur BallSG in die 11. Liga oder was? Tolle Vorstellung….


  1. Gravatar of pilgrim
    Kommentar von
    pilgrim
    24.03.2009 um 21:05
    4

    ich glaube nicht, dass das wieder wird…. traurig aber wahr: sachsen hat nichts gelernt… nicht aus der ersten insolvenz, nichts aus der insolvenz von dem chaotenverein aus probsthaida…..
    selbst meine kinder wissen, dass sie nicht mehr ausgeben können, als sie an taschengeld bekommen.
    ich konnte aus beruflichen und familiären gründen lange nciht mehr zu spielen von sachsen gehen…. aber wenn ich mal wieder gelegenheit habe, wird mich mein weg wohl eher zur bsg chemie führen. lieber unterklassigen ehrliche fussball sehen, als dieses schicki micki getue…..


  1. Gravatar of DEFENS
    Kommentar von
    26.03.2009 um 21:52
    5

    seit gestern glaub ich nicht mehr an eine Insolvenz die durchgeht. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.


  1. Gravatar of WilliM
    Kommentar von
    WilliM
    25.04.2009 um 14:42
    6

    Daniel Lippmann in der „Leutzscher Reservebank“

    Hallo liebe Fans und Freunde des FC Sachsen Leipzig,

    herzlich willkommen zum heutigen „Punkt“-Spiel gegen die Reserve von Energie Cottbus. Als erstes möchte ich mich im Namen der Mannschaft bei jedem einzelnen von EUCH für die sensationelle Unterstützung in den letzten Wochen bedanken. Wie IHR in diesen schwierigen Zeiten hinter der Mannschaft und dem Verein steht ist einzigartig und zeigt was dieser Club für eine tolle und Charakterstarke Fan-Szene besitzt. Ihr habt einen ganz großen Anteil daran das viele Spieler trotz Vertragslosigkeit und den damit verbundenen Risiken weiterhin zur Stange halten. Für uns waren es wahnsinnig emotionale Momente nach den erfolgreichen Spielen wie gegen Wolfsburg, Lübeck, Wilhelmshaven, Chemnitz und Magdeburg, aber auch nach der Niederlage in Hamburg zu euch in die Kurve zu kommen und so dankbar empfangen worden zu sein. DANKE!!!

    In dieser Saison geht es für den Verein nicht mehr um Ligapunkte. Es geht vielmehr darum dem Umfeld ein Zeichen zu setzen:
    DIESER VEREIN MUSS LEBEN!
    Dafür werden wir bis zum letzten Spiel unser Bestes geben. Und wenn ihr weiterhin so zahlreich erscheint, eure Freunde, Familien, Nachbarn und alle mit einem grün-weißen Herzen davon überzeugt, mit ins Stadion zu kommen um diesem Umfeld zu zeigen das wir zwar nicht die „größten der Welt“ aber dafür die „geilsten der Welt“ sind, dann wird dieser Verein weiter leben! Je mehr Leute kommen umso höher wird die Wahrscheinlichkeit das wir dieses Insolvenzverfahren erfolgreich gestalten und nächste Saison einen ordentlichen Neuanfang im ALFRED-KUNZE-SPORTPARK starten können.

    Da nach jedem Tief ein Hoch kommt bleibt uns nur zu hoffen das die jetzige Situation für „Chemie“ eine Chance bedeutet. Das endlich die Lehren aus den vielen Fehlern der Vergangenheit gezogen werden und von ALLEN GEMEINSAM an einer Zukunft für diesen Traditionellen Kultverein gearbeitet wird.

    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel Lippmann


  1. Gravatar of WilliM
    Kommentar von
    WilliM
    01.05.2009 um 7:35
    7

    Neuer Vorstand berufen

    In einer gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat des FC Sachsen Leipzig am 26. April 2009 wurden durch den Vorstandsvorsitzenden Winfried Lonzen drei neue Mitglieder in den Vorstand berufen. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Chemie-Spieler Matthias Weiß (47 Jahre), den Unternehmer und Bürgermeister von Lüttchendorf (Sachsen-Anhalt), Uwe Seemann (44), sowie um Lars Ziegenhorn (37), General Manager der Ramada-Hotels Leipzig und Halle.

    Alle drei Kandidaten wurden durch den Aufsichtsrat in ihrem neuen Amt bestätigt. Am gestrigen Mittwoch (29.04.09) traten die bisherigen Vorstandsmitglieder Winfried Lonzen und Uwe Schlieder von ihren Ämtern zurück. „Wir stehen bereit, um dem FC Sachsen in der derzeitigen schwierigen Situation zu helfen und den Neuanfang des Vereins in der Oberliga sicherzustellen“, erklärte Lars Ziegenhorn in seiner Eigenschaft als neuer Sprecher des Vorstandes.

    Vorstand und Aufsichtsrat
    FC Sachsen Leipzig1990 e.V.




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