9. FARE-Aktionswoche gestartet
Freitag, 17. Oktober 2008, 18:40 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 17. Oktober 2008, 21:27 Uhr
Abgelegt unter: BSG Chemie Leipzig, Fanszene, FC Sachsen Leipzig, Gewalt & Rassismus

„Rassismus zu ignorieren, heißt Rassismus zu akzeptieren“: Zwischen 2000 und 2007 hat sich der FC Sachsen Leipzig an acht FARE-Aktionswochen beteiligt. Ein Rückblick


Banner der diesjährigen FARE-Aktionswoche (zum Vergrößern anklicken)

Gestern ist die diesjährige Aktionswoche des Netzwerkes „Football Against Racism in Europe“ (FARE) angelaufen. Noch bis zum 28. Oktober 2008 sind Fans, Vereine, Verbände, MigrantInnenorganisationen, Medien und NGOs dazu aufgerufen, gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung zu setzen. Die Teilnahme an der FARE-Aktionswoche hat in Leutzsch Tradition. Es folgt ein Überblick über die aufwendigsten Aktionen beim FC Sachsen Leipzig, die seit 2000 auf Initiative des Roten Stern Leipzig, der Diablos Leutzsch und der Bunten Kurve gestartet wurden.

2000 bis 2004: „Chemie-Fans gegen Rassismus und Diskriminierung“


Wurde wiederholt zu FARE-Aktionswochen gezeigt: „Chemie-Fans gegen Rassismus und Diskriminierung“ (zum Vergrößern anklicken)

Der FC Sachsen und seine Fans haben sich seit 2000 an den FARE-Aktionswochen beteiligt. In den Jahren bis 2004 wurde zu den jeweiligen Heimspielen das Spruchband „Chemie-Fans gegen Rassismus und Diskriminierung“ präsentiert, das vom Roten Stern Leipzig und den Diablos angefertigt wurde.

2003: Choreografien von Fans des FC St. Pauli und FC Sachsen


„Good Night White Pride“: Choreografie der Ultràs St. Pauli (zum Vergrößern anklicken)


Choreografie der Diablos (Foto: stadien-sachsen.de; zum Vergrößern anklicken)

Die FARE-Aktionswoche 2003 stellt einen der Höhepunkte beim FC Sachsen dar. Zum Heimspiel gegen den FC St. Pauli zeigten die Ultràs St. Pauli im Gästeblock eine Choreografie mit dem Leitspruch „Good Night White Pride“. Auf dem gegenüberliegenden Norddamm demonstrierten die Diablos, wie bunt die Kurve sein sollte.

2005: FC Sachsen und VfB Pößneck gegen Rassismus


Vereint gegen Rassismus: Spieler des FC Sachsen und VfB Pößneck (zum Vergrößern anklicken)

Zu der Partie des FC Sachsen gegen den VfB 09 Pößneck im Oktober 2005 im Zentralstadion präsentieren die Spieler beider Mannschaften sowie die Schiedsrichter das Spruchband „Für Fußball – Gegen Rassismus!“ mit den Logos beider Vereine. Angefertigt wurde das Transparent von späteren Mitgliedern der Bunten Kurve.

2006: „Zeig Rassismus die rote Karte“


„Zeig Rassismus die rote Karte“, „Show racism the red card“, „Carton rouge au racisme“… (zum Vergrößern anklicken)

Die FARE-Aktionswoche 2006 stand im Zeichen der Kampagne „Wir sind Ade!“ Im April desselben Jahres war der Nigerianer Adebowale Ogungbure in Halle tätlich angegriffen und rassistisch beschmipft worden. „Ade“ zeigte den Neo-Nazis und Rassisten auf den Hallenser Tribünen den Hitlergruß und erzeugte so deutschlandweit Aufmerksamkeit. In den darauffolgenden Wochen solidarisierten sich zunächst die Mitspieler und schließlich die Fans des FC Sachsen mit Ogungbure. Es entstand das viel beachtete Portal www.wir-sind-ade.de. Im Oktober 2006 wurde die Aktion um den Aufruf „Zeig Rassismus die rote Karte“ ergänzt. Dazu präsentierten die Spieler des FC Sachsen den Spruch in ihrer jeweiligen Muttersprache – darunter Englisch, Französisch, Tschechisch und Arabisch.

2007: Trikotpräsenz gegen Rassismus und Diskriminierung

Links: Zwei Spieler (r.) und der Trainer (l.) des FC Sachsen II sowie Mitglieder der Bunten Kurve (M.) präsentieren das Trikot. Rechts: Logo und Spruch in Aktion (Foto: fcs-fanpage.de) (zum Vergrößern jeweils anklicken)

Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Aktionen: Im Oktober 2007, pünktlich zur FARE-Aktionswoche, präsentierte der FC Sachsen die Faninitiative Bunte Kurve als Trikotsponsor der zweiten Mannschaft. Mit dem Aufdruck „Für Fußball – gegen Rassismus und Diskriminierung“ und dem Logo der Bunten Kurve liefen die Spieler erstmals zum Heimspiel gegen den 1. FC Lok Leipzig vor über 10 000 Zuschauern auf. Die Bunte Kurve wollte damit den Verein unterstützen, der damals kurz vor der Insolvenz stand, und für Toleranz werben.

Zur FARE-Aktionswoche 2008 hat der Verein die abermalige Unterstützung der Bunten Kurve abgelehnt. Die BSG Chemie Leipzig hingegen nimmt teil.




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