Misslungenes AKS-Comeback
Mittwoch, 5. März 2008, 18:08 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 16:02 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Medienschau, Spielberichte

Anschluss verpasst. Trotz Rückkehr in den Alfred-Kunze-Sportpark gab es für die Leutzscher gegen den VfB Auerbach 1906 nichts zu holen 

Zugegeben, die Hoffnung – allen voran des Autors dieser Zeilen – war groß. Die Rückkehr in den altehrwürdigen Kunze-Sportpark versprach Wunder. Nicht drei, nein, gefühlte vier Punkte kann man hier pro Heimspiel holen. Die Aufholjagd, der Aufstieg – in Leutzsch eingedenk der bravorösen Leistung von Meuselwitz ein Selbstläufer. Doch Auerbach ist nicht Meuselwitz. Das ist seit Sonntag den Leutzschern unter den stattlichen 4386 Unentwegten, die Sturmtief „Emma“ trotzten, klar.

Leutzscher vom Winde verweht

Stichwort „Emma“: Orkanartige Böen haben mit Fußball nicht so viel zu tun, die Leutzscher waren buchstäblich durch den Wind. LVZ-Mann Guido Schäfer spricht von einem „Überlebenstraining für alle Beteiligten“. Seine Eindrücke:

Bei diesem Wetter schickt man keinen Hund vor die Tür. Jedenfalls keinen, den man näher kennt. Der antike Kunzesportpark ist glänzend besucht, aber ungeschützt, muss sich dem Katastrophen-Wetter hingeben. Es weht Mützen vom Kopf, Senf von der Bratwurst, Fußbälle vom Fuß.

Vor allem Letzteres. Konzentrationsschwächen, schlechtes Stellungsspiel, nicht stimmende Laufwege, Fehlpässe – es war nicht der Tag der Grün-Weißen. Der VfB Auerbach war mit dem Nimbus der besten Abwehr der Liga (nur zwölf Gegentreffer) nach Leutzsch gereist, gegen sie fanden Lee Gandaa, Breitkopf & Co. kein Mittel. Trainer Hansi Leitzke brachte es nach dem Spiel auf der Pressekonferenz auf den Punkt: „Wir hätten heute noch drei Stunden spielen können, ohne zu treffen.“

Abschlussschwache Leutzscher, abgeklärte Auerbacher

Symptomatisch für die Abschlussschwäche (, die sich schon in Meuselwitz angedeutet hatte): Catalin Racanel – gegen Auerbach schwächelnder Regisseur, weil scheinbar wetterfühlig – vergab nach genau einer Stunde tänzelnd und Haken schlagend die größte Leutzscher Chance frei und unbedrängt vor dem Gäste-Kasten.„Der muss rein, das war total blöd von mir“, gestand Racanel nach dem Spiel reumütig gegenüber der LVZ.

Es wäre ohnehin nur das 1:1 gewesen. Die in ihrer Effektivität nicht zu übertreffenden Auerbacher führten seit der 37. Spielminute dank eines Elfmeters. Der höchst umstritten war. Marcel Schuchs „Emma“-begünstigte Flugeinlage hatte Schiri Melms aus Osterburg als Foul von Matthias Kühne uminterpretiert. Auch in Halbzeit zwei reüssierten die Auerbacher mit Minimalaufwand. Eine Lücke in der Leutzscher Abwehr nutzte Schuch (74.) abgezockt zum vorentscheidenden 2:0.

Leitzke: „Einsatz und Willen haben gestimmt“

Ein Rückschlag, mit dem früher oder später zu rechnen war. Immerhin, an fehlendem Einsatz lag es nicht. Trotz aussichtslosen Unterfangens stürmten die Leutzscher bis zur Schlusssekunde, wollten zumindest den Anschluss erzielen. „Einsatz und Willen haben gestimmt“, resümiert Leitzke in der Bild. Und Auerbach-Coach Steffen Dünger sekundiert: „Kompliment an die Leipziger: Die haben bis zum Schluss alles probiert“. Darauf kann, muss man aufbauen.

Am Sonntag geht es nach Bautzen zur von Steffen Hammermüller trainierten Budissa. Dort muss also klappen, was im Wohnzimmer verpasst wurde. Im Aufstiegsrennen zählen nur drei Punkte. Was da jetzt hilft? Gelassenheit! Allen voran Kapitän Karsten Oswald: Laut LVZ sei die Niederlage gegen Auerbach „nichts Dramatisches“, wenn in Bautzen gewonnen werde. Und wie? „Wir müssen da entschlossener sein, das Tor machen wollen, mehr ins Risiko gehen.“ Na dann, liebe Leutzscher: Verinnerlichen, umsetzen, siegen!




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