Unerwarteter Big Point in Zipsendorf
Montag, 25. Februar 2008, 15:14 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 14:26 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Spielberichte

Die Leutzscher spielen den ZFC Meuselwitz zum Rückrundenauftakt an die Wand. Chemie ist zurück im Aufstiegsrennen 

Auftakt nach Maß! Kampfbereitschaft, Offensivgeist und spielerische Qualität – ein wahres Feuerwerk, welches die Leutzscher beim 2:0-(1:0)-Sieg in der Meuselwitzer bluechip-Arena abbranten. Nichts ist in dieser verrückten Liga mehr auszurechnen, jede Mannschaft kann jeden schlagen. Auch der FC Sachsen. Obwohl mit Christian Reimann und Steffen Süßner zwei wichtige Stützen die Mannschaft verließen und der ZFC Meuselwitz zur Winterpause mit drei tschechischen Neuzugängen auf dem Transfermarkt zuschlug, reichte es zum Auswärtserfolg des vermeintlichen Underdogs.

Lee Gandaa und Breitkopf beerben Reimann 

Ja, man ist nicht mehr Favourit, wenn man Anno 2008 in Grün-Weiß aufläuft. Und das ist auch gut so. Scheinbar befreit von jeglichem Druck (und jeglichen finanziellen Nöten) konnten die Leutzscher den Meuselwitzern das Spiel diktieren. Immer mit dabei, wenn es gefährlich wurde: Norman Lee Gandaa, seines Zeichens Reimann-Nachfolger als Sturmhoffnung mit verheißungsvoller Vorbereitung. Der 22-Jährige war omnipräsent, von keinem Zipsendorfer Aktivisten zu halten, an nahezu jeder Torgelegenheit beteiligt. Er allein hätte Oliver Dix drei, vier Dinger einschenken können.

Egal, solange Lee-Gandaa-Sturmpartner Timo Breitkopf, 19, die Hundertprozentigen versenkt. Nach 22 Minuten stand Breitkopf dort, wo er stehen muss. Im Fünfmeterraum. Lee Gandaa war gerade an Dix gescheitert, da kommt der Reflex, da schnellt das Bein raus, das Leder hoppelt ins Tor. Das 1:0 per Abstauber, ebenso hochverdient wie umjubelt.

Kompakte Mannschaftsleistung: kein Zittern, kein spätes Gegentor 

Statt sich daraufhin hinten reinzustellen, ging es weiter vorwärts im Leutzscher Offensivdrang. Meuselwitz fand überhaupt nicht statt. Ganz anders die Grün-Weißen. Kein einziger Ausfall, jeder Kicker war Teil eines perfekten Ganzen. Egal, ob Daniel Lippmann (unverhofft von der Nummer drei zur Nummer eins, hielt das Wenige, was es zu halten gab), Marcel Rozgonyi (in der Winterpause schon mit anderthalb Beinen in der polnischen ersten Liga, gegen Meuselwitz dann Abwehrstabilisator mit Offensivakzenten), Catalin Racanel (wird von Spiel zu Spiel besser, unentbehrlicher Vater jeglichen Kombinationsspiels) oder Kapitän Karsten Oswald (souverän, routiniert, Leitwolf) – gegen Meuselwitz stimmte es einfach.

Vor allem im Angriff. Das Duo Lee Gandaa-Breitkopf ist in der Form ein wahrer Glücksgriff. Nach dem Reimann-Abgang sind die Experimente im Mittelfeld vorbei, der bullige Lee Gandaa darf endlich öfter im Sturm ran. Und der junge Breitkopf kämpft sich mit jedem Spiel weiter in die erste Elf vor. In der Hinrunde konnten beide ihr Potential bereits andeuten – jetzt gibt ihnen Hansi Leitzke mangels Alternativen auch endlich die Gelegenheit, öfter (Breitkopf) und ausschließlich im Angriff (Lee Gandaa) zu spielen.

Abschlussschwäche trübt Gesamtbild 

Ein Manko blieb, und das könnte entscheidend für den weiteren Saisonverlauf werden. Auf das erlösende 2:0 musste der reiselustige Leutzscher Anhang lange warten. Der unmittelbar zuvor eingewechselte Daniel Heinze versenkte Meuselwitz in der 63. Minute per unwiderstehlichem Flachschuss nach Racanel-Auflage. Chancen, die für zwei Spiele reichen, bringen letztlich nur zwei Tore. Ob das gegen Markranstädt, Halle und Gera reicht, bleibt abzuwarten.

Dennoch, die Ausgangslage ist mit dem Auftaktsieg bei den ambitionierten Meuselwitzern optimal. Vier Punkte beträgt der Rückstand auf den heilsversprechenden vierten Platz. Das ist machbar, wenn die Form konserviert wird. In Sicherheit wiegen kann sich in dieser Oberliga sowieso keiner mehr. Die Sangerhäuser Kellerkinder leierten den bis dato souveränen Tabellenführern von Borea Dresden in den Schlussminuten trotz zweifacher Unterzahl (!) ein 2:2 aus dem Kreuz. Liebe Dresdner, das klingt eigentlich genau nach der grün-weißen Heimlethargie der Hinrunde…

Hoffnung auf Kunze-Sportpark 

Nächsten Sonntag folgt die Nagelprobe. Im AKS gastiert der VfB Auerbach, der zum Rückrundenauftakt Carl Zeiss Jena II mit 3:0 nach Hause schickte. Ganz zu schweigen von der 1:5-Hinspielpleite vor knapp einem halben Jahr. Vom Potential her – das hat der Ausflug nach Meuselwitz gezeigt – können Leitzkes Mannen auch ohne Reimann und Süßner oben mitspielen. Nicht auszudenken, wenn jetzt endlich eine Heimserie gestartet wird. In Leutzsch geht es genauso eng zu wie in der bluechip-Arena. Genau das ist sie, unsere Chance. Die der Mannschaft, aber vor allem auch die der Fans. Auf in die Leutzscher Hölle!




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4 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Flohbude
    Kommentar von
    25.02.2008 um 18:26
    1

    Im AKS? Seit wann denn das? Und warum? Und wie lange bzw. oft noch?

    (PS: Find ich große Klasse, da kann man endlich wieder mal ordentlich Fußball gucken!)


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    26.02.2008 um 8:26
    2

    Ja, im AKS, zumindest für die nächsten zwei Heimspiele (dann gehts gegen den HFC im ZSL). Das hatte rein sportliche Gründe: man hofft auf eine bessere Punktausbeute…


  1. Gravatar of Flohbude
    Kommentar von
    26.02.2008 um 20:33
    3

    Bitte mehr davon! Hoffentlich klappt das und das gute alte Leutzscher Holz wird zukünftig wieder bespielt. Wie sind denn die Eintrittspreise?

    (Denn mal ehrlich: Das ZSL ist doch nur Mist, oder?)


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    27.02.2008 um 8:55
    4

    Die Eintrittspreise werden 1:1 vom Zentralstadion übernommen, siehe http://www.sachsen-leipzig.de/.....8;Itemid=2




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