Das fängt Jahr gut an
Freitag, 4. Januar 2008, 12:14 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 16:04 Uhr
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Prost Neujahr: Reimann kündigt und Oswald will weg. Über personellen Aderlass und nicht enden wollende Gewalt

Nichts zu feiern über die Feiertage: Pünktlich zum Fest verkündeten Leipziger Volkszeitung und Bild unisono, dass FCS-Lebensversicherung Christian Reimann die Kündigung eingereicht hat. Keine Lust mehr auf spärlich dosierte Lohnausschüttungen und bescheidene sportliche Perspektiven. Und keine Hoffnungen auf eine Ablöse – Reimanns Wechsel zum FC Sachsen wurde dem VFC Plauen immerhin mit 70 000 Euro entschädigt – für den Verein: Wie wenige Tage nach der Kündigung durchsickerte, habe der Verein keine der drei (!) Mahnungen des Stürmers wegen ausstehender Gehaltszahlungen „zufriedenstellend beantwortet“, so Reimann-Berater Torsten Noack in der Bild.

Jetzt droht ein langwieriger Marsch durch die arbeitsrechtlichen Instanzen. Die LVZ konsultierte Fußball-Arbeitsrechtler Horst Klettke: Die einseitige Vertragsauflösung sei rechtskräftig, „wenn vor der Kündigung qualifiziert und wirksam abgemahnt wurde, eine Frist zur Zahlung ausstehender Gelder gesetzt wurde“. Reimann müsse sich aber trotzdem auf Schikanen des Vereins einstellen. Der FC Sachsen könne die Herausgabe der Spielgenehmigung hinauszögern, so Klettke. Dass Reimann umzustimmen ist und reumütig in Leitzkes Team zurückkehrt, ist übrigens mehr als unwahrscheinlich. In der Bild polterte der Torgarant wenig versöhnlich:

„Ich werde nie wieder für den FC Sachsen spielen. Ich habe genug Geduld mit dem Klub gehabt. Aber über fast ein dreiviertel Jahr kam unser Gehalt später. Andere Arbeitnehmer hätten sich da unter Umständen krank schreiben lassen. Wir haben weiter alles gegeben.“

Wie die Magdeburger Zeitung Volksstimme heute berichtet, steht eine Einigung Reimanns mit Regionalligist 1. FC Magdeburg unmittelbar bevor.

Dass Reimann geht, ist keine Überraschung. Das Wann und Wie schon eher. Im Dezember schien sich der kriselnde Verein stabilisiert zu haben, die Führungsgremien wurden neu besetzt und mit Betonunternehmer Torsten Fenger ein potenter Großsponsor präsentiert. Dass der FC Sachsen mit den versäumten Mahnungen nun den Vorwand zur Kündigung lieferte, zeugt von Chaos und Dilettantismus. Ohne Weiteres wäre Reimanns Abgang nämlich nicht möglich gewesen. Denn die entsprechende Ablöse – angsichts eines mit 8000 Euro pro Monat gut dotierten und bis 2009 laufenden Vertrages – hätten weder Jena, Erfurt noch Magdeburg zahlen können oder wollen.

Leichte Entwarnung hingegen gibt es laut LVZ im Fall des ebenfalls abwanderungswilligen Karsten Oswald. „Ossi“ stand unter Trainer Jürgen Press auf der Wunschliste des FC Ingolstadt 04 – da Press am Neujahrstag entlassen wurde, scheint ein weiteres Interesse der „Schanzer“ am Leutzscher Leitwolf unwahrscheinlich.

Neues gibt es auch in Sachen Kneipenschlägerei: nicht etwa Ermittlungserfolge, dafür aber einen zweiten Überfall. Diesmal mit Konsequenzen – für den überfallenen Wirt.




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  1. Gravatar of Thomas
    Kommentar von
    Thomas
    24.01.2008 um 13:54
    1

    …und kaum fängt es an, hat es schon fast wieder aufgehört…




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