1:1 gegen Markranstädt – symptomatisch für die Gesamtsituation
Dienstag, 2. Oktober 2007, 12:20 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 16:24 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Medienschau, Spielberichte

Eine Augenblick, der ins Bild passt: Acht Minuten vor Schluss, eine Strafraumszene, eine unbeholfene Grätsche, Elfmeter, am Ende Tränen. Enrico Köckeritz hatte Christian Mittenzwei von den Beinen geholt, Lars Weißenberger zum – wieder einmal – späten Ausgleich verwandelt. Ein Spieler am Boden, eine komplette Mannschaft am Boden, der ganze Verein am Boden. Alles andere wäre wohl eine Überraschung gewesen. Kein Geld. Unsicherheit. Führungskrise. Sportliche Misserfolge.

Das 1:1 (0:0) gegen Markranstädt, es war ein typisches Spiel für diese Saison. Schon das dritte 1:1 im vierten Heimspiel. Die erste Halbzeit war ansehnlich, die zweite weniger. Kaum Strafraumszenen, nur wenige gefährliche Aktionen auf beiden Seiten. Die Leutzscher Führung knapp zehn Minuten nach dem Seitenwechsel war in ihrem Zustandekommen höchst glücklich: Tino Semmers Schuss hätte eigentlich in den Armen von SSV-Keeper René Klimas landen müssen. Der griff aber daneben, 1:0! Das Tor fiel wohl einmal mehr zu früh, ängstliche Leutzscher scharrten sich fortan um den eigenen Strafraum, um drei Punkte zu verteidigen. Wieder einmal erfolglos.

Ansehnliche erste Hälfte, guter Einsatz

Kein Vorwurf an die Jungs! Vor allem in der ersten Hälfte gab es phasenweise feinsten Kombinationsfußball, der Einsatz stimmte. Besonders hervorstechend: Catalin Racanel, die kreative spielerische Schaltzentrale der Leutzscher Fohlen. Nicht auszudenken, wenn die laborierenden Béla Virág (Abwehrroutinier) und Karsten Oswald (Abwehr- oder Mittelfeldchef) das Leutzscher Spiel hätten mitordnen können. Christian Reimann blieb – wie zuletzt – glücklos, für einen Toräger mehr als normal. Aber für den FC Sachsen leider nicht zu kompensieren.

Auswärts Niederlagen, zu Hause Unentschieden – mehr ist im Moment nicht möglich, viel mehr wird in dieser Saison wohl auch nicht möglich werden. Immer vorausgesetzt, der FC Sachsen bekommt Woche für Woche hier und da ein paar Tausender zugesteckt und hangelt sich weiter von Spiel zu Spiel. An den Oberliga-Klassenerhalt ist nicht zu denken!

Die Tiefenanalyse von LVZ-Mann Guido Schäfer fällt dennoch positiv aus:

Klar ist: Der vorzeigbare kickende und vorbildlich kämpfende FCS macht eine Ergebniskrise durch. Und vom Glück werden Leitzke und Co. momentan auch nicht gerade durchs Leutzscher Holz geprügelt. Absolut positiv dabei: Das Zusammenwachsen der Kaderaktivisten schreitet voran, Azubi Möckel hat das Zeug zur Fachkraft, die eingewechselten Dachse Timo Breitkopf und Daniel Heinze brachten Impuls. Auffälligster Mann auf dem Platz war erneut die Mutter der Kompanie, Routinier Catalin Racanel, 30. Brillant abgesichert vom just begnadigten Marcel Rozgonyi, 30, der sein bestes Spiel im Sachsen-Trikot lieferte.

Zurückhaltender Jubel auf der gegnerischen Bank

Der besondere Leutzscher Dank des Tages gilt einem alten Bekannten: Matthias Wentzel, Erfolgscoach der Markranstädter und ehemaliger Abwehrknochen aus besseren Leutzscher Tagen (1999-2001), benahm sich geradezu demütig, jubelte nach dem Ausgleichstreffer nur verhalten, schickte seine Kicker sofort zurück aufs Spielfeld. Nach dem Spiel zeigte er sich gegenüber der LVZ bescheiden: „Die Sachsen haben uns eine Stunde lang total beherrscht, wir bettelten förmlich ums 0:2.“ Lieber Herr Petersen, so geht es eben auch!




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