Die Reimann-Show bringt Wiedergutmachung
Dienstag, 28. August 2007, 12:53 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 7. September 2007, 9:48 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Gewalt & Rassismus, Spielberichte

Vier zu eins gegen Budissa Bautzen – das hört sich gut an. Nach einem überlegenen Spiel, nach treffsicheren Kickern. Und vor allem nach einer Wiedergutmachung für die 1:5-Blamage in Auerbach. Tatsächlich, nach Schlusspfiff bewiesen sich die Leutzscher Fans als leicht versöhnlich und waren höchst zufrieden, feierten ihre Mannschaft, ließen sie hochleben. Vergessen waren die Demontage der Vorwoche im Vogtland und die daran anknüpfenden Bierbecher-Wurfattentate.

Frühes 2:0 sorgt für Vorentscheidung 

Dass es gegen Budissa Bautzen zu einem deutlichen Sieg gereicht hat, ist vor allem Christian Reimann und der Tatsache zu verdanken, dass das Spiel schon nach fünf Minuten vorentschieden war. Die junge Mannschaft begann furios und engagiert. In der zweiten Minute spielte Abwehr-Routinier Béla Virág (rückte für den in Auerbach enttäuschenden Robert Gerber ins Abwehrzentrum) den tödlichen Pass in die Spitze, Norman Lee Gandaa scheiterte aus spitzem Winkel – doch Christian Reimann machte die frühe Führung per Nachschuss perfekt. Drei Minuten später köpften sich die Bautzner das Leder selbst ins Netz (Zichner/5.) - vorausgegangen war ein Freistoß von Ronny Garbuschewski.

Geschocktes Bautzen, euphorisches Leutzsch: Bei den Ostsachsen lief nach der grün-weißen Anfangsoffensive nicht viel zusammen. Auf der Gegenseite Chancen en masse: Im Leutzscher Offensivspiel wirbelten vor allem Reimann und Catalin Racanel die Bautzener Abwehr durcheinander. Folgerichtig resultierte der dritte Treffer aus einem kongenialen Pass Racanels, den Reimann allein vorm Tor nur noch einnetzen musste (42.). Normalerweise ist das Spiel entschieden, normalerweise hätte Chemie sich auf sture Ergebnisverwaltung beschränken können. Doch ausgerechnet der erfahrene Virág ermöglichte durch einen Stellungsfehler den Bautzener Anschlusstreffer (Riedel/45.) – zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Reimann beendet Bautzener Aufbäumen 

Nach dem Wechsel bekamen die Gäste Oberwasser und schnürten die Leutzscher in der eigenen Hälfte ein. Das Spiel stand ernsthaft auf der Kippe, der Hurra-Fußball der ersten Hälfte wich zunehmender Angst und Unsicherheit in der Defensive. Doch mitten in die Drangphase der Bautzener fiel der 4:1-K.-O.-Schlag per Konter. Wieder war es Racanel, der den Angriff dank guter Übersicht mit einem Zuspiel auf Reimann gefährlich machte. Der Torjäger zögerte – ganz ungewohnt – vor dem Bautzener Tor, seinen als Querablage gedachten Pass lenkte der Bautzener Golds in das eigene Netz (60.). Ob dritter Reimann-Treffer oder zweites Eigentor – die Statistiker sind sich uneins. Fakt ist: Reimann entschied das Spiel, und das fast im Alleingang.

„Ohne Holland fahren wir zu WM!“

Für die Bautzner Gäste war es ein Ausflug, der sich nicht gelohnt hat. Und das nicht nur für Spieler und Fans, sondern auch für ein gutes Dutzend streitsuchender Halbstarker. Nach einer guten gespielten Viertelstunde stürmten die einheitlich in orange Gekleideten gestikulierend (einer hatte sich zur Unterstützung eine Krücke mitgebracht) und blökend auf Sektor B zu. Die Diablos blieben ruhig und intonierten ein angebrachtes „Ohne Holland fahren wir zu WM!“. Auch die Einsatzkräfte der Polizei bewiesen Abgeklärtheit und führten die verhinderten Randalierer aus der Schüssel…

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