Leutzscher Kampfansage gegen Meuselwitz: Wir spielen oben mit
Mittwoch, 15. August 2007, 14:00 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Spielberichte

Ja, wir haben sie wieder – und sie hat uns wieder. Die NOFV-Oberliga Süd, seit drei Jahren ungeliebte Heimat der Leutzscher, ist in ihre letzte Saison der Viertklassigkeit gestartet. Ihr Schicksal ist ebenso hart wie jenes der konkurrierenden Vereine. Die Plätze eins bis drei garantieren den Klassenerhalt und somit die Qualifikation für die neue dreigliedrige Regionalliga. Platz vier darf noch in die Relegation gegen die Nordstaffel, aber die Plätze fünf abwärts bedeuten den Absturz in die Bedeutungslosigkeit der fünften Liga…

Bereits der erste Spieltag 2007/08 hat es gezeigt: die Saison wird spannend wie nie. Hinter den vermeintlichen „großen Favouriten“ Chemnitzer FC,  Hallescher FC, VFC Plauen und FC Sachsen Leipzig lauern die Meuselwitz, Eilenburgs und wie sie alle heißen auf ihre Regionalliga-Chance. Bereits am Samstag düpierte die Halberstädter Germania den CFC im eigenen Stadion mit einem 2:1-Last-Minute-Sieg.

Erste Halbzeit: Gute Chancen, keine Tore 

Chemie musste also gewarnt sein – und Meuselwitz begann entsprechend stark. In der ersten Halbzeit erlangten die Zipsendorfer sogar ein optisches Übergewicht. Die größeren Möglichkeiten zum Torerfolg hatten jedoch  die Leutzscher. Torjäger Christian Reimann scheiterte nach einer guten Viertelstunde mit einer Hundertprozentigen an Marco „Ecki“ Eckstein im ZFC-Tor. Sekunden vor der Pause traf Norman Lee Gandaa nach starkem Solo nur die Latte, kurz darauf landete ein starker Volleyschuss aus der Drehung von Markus Richter knapp über dem Tor.

Auffallend in Halbzeit eins: In der Abwehr drosch ein in der Not wiederentdeckter Enrico Köckeritz solide und kompromisslos sämtliche gefährliche Bälle aus dem Strafraum.  Auf der rechten Außenbahn hingegen tat der schon seit langem hoch gehandelte Ronny Garbuschewski nur das Nötigste, um eine vorzeitige Auswechslung zu umgehen, lief keinen Meter zu viel und verpasste vor allem bei schnellen Spielzügen über Reimann den Anschluss.

Zweite Halbzeit: Die Top-Stürmer schlagen zu 

So sehr die Führung der Leutzscher zum Pausenpfiff auch in der Luft gelegen hatte, nach Wiederanpfiff trafen trotzdem die Meuselwitzer. Der Ex-Erfurter Ronny Hebestreit köpfte in der 47. Minute zur ZFC-Führung. Chemie reagierte, erarbeitete sich zahlreiche Chancen und erzwang das überfällige 1:1 per Elfmeter. Reimann (70.) blieb wie schon in den Testspielen vom Punkt cool und treffsicher und schickte Ecki in die falsche Ecke.

Erleichterungs- und Jubelschreie im Sektor B, die Kulisse war da und feierte so frenetisch, als bedeutete der Ausgleichstreffer zugleich den vorzeitigen Aufstieg.  Es ist schon paradox, wie schnell die Faszination Fußball immer wieder zuschlagen kann. Noch im April die Riesenenttäuschung des Nichtaufstiegs, während der gesamten Sommerpause die Querellen um die drohende Insolvenz – in jener 70. Minute war alles wie weggeblasen und Reimann („Fußballgott“) der neue und alte Held.

Regionalliga-Aufstieg scheint  möglich 

Auch wenn es am Ende nicht zum herbeigesehnten Siegtreffer reichte, die Enttäuschung wich schnell der Gewissheit, dass auch dieser umgekrempelte, spärlich besetzte Kader mithalten kann in der Oberliga-Spitze. Sieben gelbe Karten auf Leutzscher Seite (wobei Schiri Martin Bärmann Verwarnungen zum Teil auch für böse Blicke verteilte) sind eine eindeutige Kampfansage. Wenn die verletzungsbedingt fehlenden Stützen Béla Virág (Innenverteidigung) und Catalin Racanel (linke Außenbahn) das Team weiter verstärken, scheint Platz drei möglich.

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