Auf dem richtigen Weg – mit dem falschen Trainer?
Dienstag, 8. Mai 2007, 12:48 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 16:30 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Medienschau, Transfers, Vereinspolitik

Wenn es gut läuft, kann man sich alles leisten: Ede „gnadenlos“ Geyer fuhr vor einigen Jahren sensationelle Erfolge mit Energie Cottbus ein – bis hin zum Aufstieg und Klassenerhalt in der Bundesliga. Ein Blatt hatte er nie vor den Mund genommen. Stellvertretend steht die Affäre um die Äußerung Geyers, einer seiner Cottbusser Spieler habe eine Berufsauffassung wie eine Nutte auf St. Pauli. Auf Pauli wurde Geyer daraufhin angefeindet, in Cottbus hingegen noch mehr vergöttert. Doch kann sich Geyer heute, nahezu sechs Jahre später, noch derartige Eklats leisten?

Geyers Kommentare (gefunden in Bild: 07.05. und 08.05.) nach dem blamablen 1:2 in Pößneck waren einmal mehr – nennen wir es mal: – speziell: „Das war eine Frechheit! Heute hätte man alle Spieler auspeitschen können.“… „Die Spieler kann man alle mit dem nassen Lappen erschlagen. Die haben scheinbar ein Kopfproblem.“ … „Die Spieler sollten mal nicht um 100 Euro feilschen, sondern froh sein, dass sie einen guten Trainer haben und auch mal Leistung bringen.“ - Das klingt nach derben Stammtischparolen und ist vielleicht sogar nachvollziehbar, aber eines Profitrainers defnitiv unwürdig. Zumal Geyer seine vermeintliche Klasse bisher ausnahmslos schuldig geblieben ist.

Somit verwundert es nicht, dass Geyer zunehmend an Kredit in der Öffentlichkeit und vor allem auch bei den Fans verspielt. Guido Schäfer (LVZ) schließt nicht aus, „dass sich Michael Kölmel beziehungsweise dessen Adlatus Otto Schlörb von Cheftrainer Geyer entliebt haben könnten“. Selbst die Bild („Nur seine Sprüche sind meisterlich“) kritisiert, dass hinter den harten Worten wenig Leistung steckt.

Es ist fraglich, ob Geyer für den Verein weiterhin tragbar ist. Die sportlichen Leistungen sind desaströs, die verfehlte Einkaufspolitik dieser Saison geht allein auf seine Kappe und Selbstkritik ist nicht einmal ansatzweise zu erahnen. Immerhin, nach LVZ-Bericht ist der FC Sachsen auf dem richtigen Weg: die teuren „Stars“ sollen gehen und unbeschwerte junge Gesichter kommen. Eines davon könnte der 23-jährige Offensivspieler Steven Sonneberg sein, der beim ZFC Meuselwitz diese Saison bisher neun Tore erzielt hat.




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2 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Remo
    Kommentar von
    Remo
    08.05.2007 um 14:42
    1

    Ich denke auch, dass der Geyer sich mal auf seine eigene Arbeit konzentrieren sollte. Die ist nämlich ähnlich grottig wie die einiger Spieler.
    Zumal vom „harten Hund“ Geyer absolut nix mehr zu sehen ist und er von den Spieler NULL ernst genommen wird. Intern lachen sie doch über ihn.

    Zur Berufsauffassung der Nutten auf St. Pauli fällt mir nur der Kommentar eines ehemaligen FCS-Jugendspielers ein: Eduard Geyer – Leipzigs größter F***er…


  1. Gravatar of Pos
    Kommentar von
    Pos
    10.05.2007 um 16:47
    2

    Also ich tue mich schwer mit einer zu scharfen trainerkritik. Klar ist das Geyer in dieser Saison nichts geschafft hat, worauf er stolz sein kann. Allerdings ist die größere Problematik, wen sollte man sonst holen, einen Taktikfuchs à la W. Frank braucht man nicht in dieser körperlichen Liga, wie man ja auch bei Frank gesehen hat. Geyer muss seine Methoden überdenken, da diese veraltet sind. Ich bin der Meinung einen neuen Trainer zu holen wird uns in unserer Situation nicht weiterhelfen. Man braucht die richtige Mannschaft die sich auch selbst Mannschaft nennt und sich nicht gegenseitig beneidet. Ein Trainer muss sie nur zusammenhalten wenns schwierig wird sich finden muss sie selbst. Wenn ein Aufstieg klappt, dann muss über einen neuen Trainer nachgedacht werden, weil dann sind auch taktisch bessere mannschaften in der neuen Liga, dann wirds enge wenn man nur auf kraft gespielt hat. Also nicht wieder alte Fehler aufleben lassen und alles blind entlassen und was neues kaufen, hat früher auch nicht geholfen.




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