Die Rückkehr des Teamgeistes
Dienstag, 24. April 2007, 14:35 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20. März 2008, 15:26 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Medienschau

Eigentlich mutet es angesichts des Saisonverlaufs fast schon zynisch an, dass die Leutzscher zurück im Titelrennen sind. Der Sieg im heraufbeschworenen Sechs-Punkte-Spiel in Eilenburg lässt die grün-weißen Anhänger wieder hoffen: auf vier Punkte beläuft sich der Rückstand auf die Cottbusser Zweite - nur noch vier Punkte. Und das, obwohl seit Monaten scharfe Kritik auf die Geyers, Ferls & Co. einregnet. Von falschem Training war die Rede. Von fehlender Einstellung. Von einem Teamgeist, den man mit der Lupe suchen musste…

Und nun, sechs Spieltage vor Saisonende, sieht es auf einmal alles anders aus. Geradzu rosig: Mit einem Sieg im direkten Duell gegen Cottbus II wäre endgültig alles wieder möglich. Die Liga würde wieder zittern. Genauso, wie sie es vor Saisonbeginn tat, als die Presse die hochgehandelten und -bezahlten Sachsen-Stars zum „FC Bayern München der Oberliga“ stilisierte.

Gerade einmal zwei Wochen ist es her, als die Leutzscher Helden am Boden lagen. Das 2:4 bei Landesliga-Vertreter Aue II im Sachsenpokal war nicht nur ärgerlich, weil im Finale Dynamo Dresden als Gegner winkte, sondern auch eine spielerische und kämpferische Offenbarung. Doch das Fußballgeschäft ist schnelllebig. Mit „Einer für alle, alle für einen“ überschreibt Guido Schäfer seinen heutigen Chemie-Artikel in der Leipziger Volkszeitung (24. April 2007, S. 23). Die Stimmung sei prima, die Konflikte und Streitereien (um Gehalts- und Leistungsgefälle, um das abendliche Vergnügen einiger Spieler in Nachtclubs und Bars) seien aus der Welt geräumt, die Erwartungen wiederum riesig. 6000 bis 8000 Fans sollen am Sonntag gegen Energie Cottbus II kommen.

In der Tat, abgesehen von der Niederlage in Aue stimmt die Form. Chemie ist in der Oberliga seit November ungeschlagen und holte in zwölf Partien 28 von 36 möglichen Punkten. Torjäger Christian Reimann, der in der Winterpause aus Plauen kam, schlug ein und traf in acht Oberligaspielen sechsmal. Rückkehrer Béla Virág, der verletzungsbedingt erst seit wenigen Partien wieder mitwirken kann, stabilisiert die Abwehr. Max Watzka, der seit seinem feststehenden Weggang nach Offenbach wie ausgewechselt spielt, sorgte jüngst für wichtige Impulse und auch Tore. Und nicht zuletzt der stark kritisierte Daniel Ferl traf in den letzten beiden Spielen nach dem Offenen Brief der Mannschaft jeweils zum wichtigen 1:0.

Dennoch, vom Aufstieg sind die Leutzscher nach wie vor weit entfernt. Vielleicht ist es nicht Eilenburg, wohl aber zählen Cottbus II und die nach dem Trainerwechsel wieder erfolgreichen Chemnitzer zu den Staffelfavouriten. Die Devise muss lauten, von Spiel zu Spiel zu schauen. Der Anfang muss gegen Cottbus II gemacht werden. Mit Kampf, Leidenschaft und drei Punkten. Vor vollen Rängen. Durch Teamgeist – auf dem Feld und im Fanblock.




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2 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of Bertram Meier
    Kommentar von
    26.04.2007 um 16:45
    1

    Da fällt mir doch ein wunderschönes Zitat von El Commandante Che Guevara ein: „Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.“
    🙂
    (Obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob es wirklich von ihm ist)


  1. Gravatar of Bastian Pauly
    Kommentar von
    Bastian Pauly
    26.04.2007 um 17:47
    2

    Herzlich willkommen, Bert, als erster Commenter. Tatsächlich, es ist von ihm, und an dieser Stelle unglaublich angebracht!




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