Ersatz geschwächt und Einsatz schwach
Samstag, 16. April 2005, 18:00 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 19. November 2007, 13:00 Uhr
Abgelegt unter: FC Sachsen Leipzig, Spielberichte

NOFV-Oberliga Süd 2004/05 – 29. Spieltag 
Sa., 16. April 2005: FC Sachsen Leipzig – VfB Germania Halberstadt 1:2 (0:2)

FC Sachsen läuft eine Halbzeit lang frühem Rückstand hinterher

Wolfgang Frank hat es dieser Tage nicht leicht. Seine Schützlinge haben die Saison wohl schon abgehakt. Anders sind die derben Aussetzer vor Wochenfrist in Grimma und nun auch zu Hause gegen Halberstadt nicht zu erklären. Beim 1:2 (0:2) gegen die Würstchenstädter erwachten die Leutzscher spät. Zu spät, denn das Team ist diese Saison einfach nicht in der Lage, einen 0:2-Rückstand wieder wettzumachen. So hechelten die grün-weißen Kicker die gesamte zweite Halbzeit über einem Rückstand hinterher.

Zwar mussten die Leutzscher auf Grund von Verletzungssorgen auf zahlreiche Leistungsträger verzichten. Das Potential, den Würstchenstädtern ihre Grenzen aufzuzeigen, sollte jedoch auch die zweite Reihe besitzen. Diese führte sich jedoch unglücklich in das Spiel ein. Stefan Maruhn, erstmals von Beginn an dabei, sorgte schon nach zwei Minuten mit einem Eigentor für den denkbar schlechtesten Einstand. Auch beim 0:2 sah ein neuer zumindest unglücklich aus. Eric Domaschke, Nachwuchsinternationaler mit Debüt im Sachsen-Tor, sah einem Schlitte-Schüsschen ins lange Eck nach 15 Minuten nur hinterher. Den wohl haltbaren Schuss allerdings hätte Sachsen-Verteidiger Mats Wejsfelt, der Schlitte in den Strafraum marschieren ließ, schon im Ansatz verhindern müssen.

An der Linie hielt es den ungewohnt engagierten Frank unterdessen nicht auf dem Sitz. Sichtbar unzufrieden wechselte er bis zur 29. Minute bereits zweimal aus. Viel änderte sich trotzdem nicht im Leutzscher Spiel. Zu behebig, zu ideenlos und vor allem zu einsatzschwach präsentierten sich die Kujat & Co.. Erst nach dem Wechsel und mit der Hereinnahme des motivierten Andreas Schwesinger (48.) konnten die Leutzscher zumindest die Spielanteile zu ihren Gunsten verschieben.

Die Germanen, bis dato mit dem Minimum an Aufwand mit einem 2:0 sehr gut bedient, mussten in der zweiten Hälfte mehr um ihre drei Auswärtspunkte zittern. Minütlich gerieten die Gäste unter Druck – die Sachsen jedoch sündigten mit den wenigen klaren Torgelegenheiten. Das berüchtigte Attribut „bemüht“ beschreibt das Spielverhalten der Leutzscher unweigerlich am treffendsten.

Nach einer Stunde kamen die Hausherren endgültig ins Spiel. Doch Ronny Kujat (62.) und Andreas Schwesinger (65.) vergaben aussichtsreichste Tormöglichkeiten. „Schwese“ machte es im zweiten Anflauf jedoch besser: Ein brachialer 20-Meter-Drop-Kick des Torjägers zappelte unhaltbar im langen Eck (67.). Der Leutzscher Support, praktisch seit dem 0:2 nicht mehr vorhanden, erwachte wieder. Die Leutzscher, angetrieben von 1.500 Fanatikern, waren zurück im Spiel.

Chancen für den Ausgleich, gar für den Sieg gab es in genug. Eine Viertelstunde vor Schluss scheiterte Farat Toku nach technisch perfekter Annahme aus sechs Metern an Germanen-Schlussmann Kischel. Eine Chance, die ein Tor hätte nach sich ziehen müssen. Keine fünf Minuten später segelte eine mutige Direktabnahme von Ronny Kujat knapp am langen Pfosten vorbei. Eine Chance, die ein Tor verdient gehabt hätte.

Als zum Schlusspfiff die Gäste in Jubel ausbrachen. freute sich Gästetorwart Kischel zum Unmut des Leutzscher Supports am ausgelassensten, ergo provozierend. Die Ironie des Spiels: Kischel hatte in Halbzeit eins noch mit Marco-Eckstein-Gedächtniseinlagen für einige Lacher gesorgt. In der zweiten Hälfte jedoch hielt er gegen Kujat, Schwesinger und Toku den Sieg fest.

Bleibt der Blick zurück auf Sachsen-Coach Wolfgang Frank. Mit Engelsgeduld muss er sich Woche für Woche von seinen Profis enttäuschen lassen. Eines steht fest: Wenn die Leutzscher Form in den nächsten Spielen nicht wieder ansteigt, platzen alle Träume vom gewonnenen Landespokal und dem damit verbundenden Einzug in die DFB-Pokalhauptrunde. Achja: Dank der zuletzt düsteren Leistungen sitzt der HFC den Leutzschern wieder im Nacken. Ausgerechnet dank Denis Koslov, der seinen Klub mit fünf Toren in zwei Spielen im Alleingang zu sechs Punkten binnen vier Tagen führte.

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