RB Leipzig ist Deutschlands „erster Marketingclub“
Red Bull ist und bleibt ein Thema, das den Leipziger Fußball in den nächsten Wochen dominieren wird. Eine kritische Medienschau
Es sind die letzten Züge einer denkwürdigen Sommerpause. Seit zwei Monaten ist Leipzig der Schauplatz einer Fußball-Revolution – zumindest was deutsche Maßstäbe betrifft. Wem ich mit dem Thema „Fußballambitionen eines Herstellers koffeinhaltiger Brause“ auf die Nerven gehe, der hat jetzt die Möglichkeit, zur Webseite seines Lieblingskleingartenvereins weitersurfen. Für alle anderen habe ich noch einmal eine kleine alternative Medienschau zusammengestellt. In den letzten zwei Monaten habe ich Beiträge gesammelt, deren Autoren sich noch nicht jegliches Reflexionsvermögen mit einem überteuerten Pseudo-Kult-Drink weggeballert haben.
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Red Bull verleiht manchmal auch kurze Beine
Vor drei Jahren wollte Red Bull schon einmal den Leipziger Fußball beflügeln. Das avisierte Opfer: der FC Sachsen Leipzig. Damals interviewte die Redaktion des legendären Chemie-Fanzines Culthoch64 Moritz Grobovschek, den Vorstandsvorsitzenden des SV Austria Salzburg. Wie der Violett-Weiße heute den Red-Bull-Einstieg in Markranstädt bewertet, zeigt ein Gastbeitrag von Culthoch64-Redakteur A. Raithel
Nun ist es also passiert. Red Bull hat in Leipzig den Weg des geringsten Widerstands gewählt. Eine widerspenstige Fanszene gibt es in Markranstädt nicht. Nennenswerte Proteste sind nicht zu erwarten.
Aber was eigentlich erwartet den Fan, wenn in acht Jahren die Bundesliga erreicht ist? Welchen Kommunikationsstil pflegt eigentlich dieser Konzern, der nun Fußballfilialen in Salzburg, New York und Markranstädt besitzt? Warum eigentlich investiert Red Bull gerade in Markranstädt und nicht Cottbus, Aue oder Rostock?
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Red Bull in Leipzig: The fan base’s hopes and fears
Red Bull has taken over the small football club SSV Markranstädt on the outskirts of Leipzig. The new club RasenBallsport is expected to lead Leipzig to the German Bundesliga. Although the city is yearning for prime class football, the resistance among the local fan side is raising
Leipzig on a Saturday night. Red Bull wants to capture the trendy and alternative southern district Connewitz. A completely branded car is supposed to campaign for Red Bull in front of a popular disco but it doesn’t help. A group of Members of the “Diablos”, the Ultras of BSG Chemie Leipzig, attacks the car. Its driver is forced to escape. This scene gives a foretaste of how hard the first season of the new founded Club, ruled by Red Bull, RasenBallsport Leipzig is going to be.
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Hopp, VW und Red Bull: Über ungleiche Fußball-Wohltäter
Der Red-Bull-Einstieg in der Fußballbrache Leipzig wird in den Fanszenen häufig mit den Projekten „Hoppenheim“ und „VW Golfsburg“ auf eine Stufe gestellt. Doch das ist falsch. Eine Hintergrundanalyse
Sie ist mal wieder am kochen, die Fanseele. Das geplante Engagement von Getränkegigant Red Bull beim SSV Markranstädt erregt die Gemüter, wird nicht nur in Leipzig kontrovers diskutiert. Es soll doch um ehrlichen Fußball gehen, der die Fahne der Tradition hochhält – so oder ähnlich ist es aus Fankreisen vor allem der Bundesligisten zu hören. Doch für alle gilt: Profifußball ist eine Industrie mit kommerziellen Interessen. Der Fußball ist zum Produkt verkommen, der Fan zum Kunden. Und nicht selten sitzen diejenigen, die Red Bull am vehementesten kritisieren, in demselben Kommerzschnellboot.
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„… ganz oben feiert Mateschitz den Meistertitel“
Red Bull verleiht dem SSV Markranstädt und damit Fußball-Leipzig Flügel. Nichts Genaues weiß man (noch) nicht, aber die Blätter rauschen schon einmal. Eine internationale Presseschau
Warum der österreichische Red-Bull-Konzern in Deutschland eine dreistellige Millionensumme investieren will, beantwortet Rolf Heßbrügge (oe24.at / Österreich):
Insgesamt macht Red-Bull-Boss Didi Mateschitz (65) über 100 Millionen locker für seinen 10-Jahres-Plan. Am Ende dieses Zeitraums will man auf Augenhöhe mit Branchenriesen wie Bayern oder Schalke sein – und die Champions League anpeilen. Mateschitz weiß genau: In Deutschland kassieren die Klubs bis zu 30 Millionen Euro TV-Gelder pro Saison (in Österreich maximal eine Million). Mit einem deutschen Klub ist das Traumziel „Königsklasse“ also viel leichter erreichbar für Red Bull.
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Rasenball Leipzig: Red Bull, jetzt aber wirklich
Der milliardenschwere Red-Bull-Konzern um Dietrich Mateschitz soll beim SSV Markranstädt einsteigen, die Namensrechte an Michael Kölmels Sportforum erwerben und den Fußballstandort Leipzig retten. Die Folgen für den Leipziger Fußball und seine Fanszenen sind noch nicht absehbar. Heute: Mehr Fragen als Antworten
Leipzig ist ein Klein-Wolfsburg. Zumindest möchte es das sein. Und wenn es nur für ein Klein-Hoffenheim reichte, würde auch keiner traurig sein. Es wurde und wird viel gesprochen und geschrieben von großartigen Voraussetzungen, einer leeren WM-Schüssel, einem schlafenden Riesen und festgefahrenen (politisierten) Fanfeindschaften. Und vom milliardenschweren Red-Bull-Konzern und seinem Interesse am Leipziger Fußball, was an dieser Stelle wiederholt thematisiert wurde. Entsprechend abgestumpft ist der geneigte Beobachter des Leipziger Fußballs, das Thema steht seit beinahe drei Jahren mehr oder weniger auf der medialen Tagesordnung. Doch das, was in den letzten zwei Tagen von Guido Schäfer via Leipziger Volkszeitung kolportiert wurde, liest sich irgendwie anders als sonst:
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Favoriten-Sturz und Diablos-Boykott
Ärgerlich, wenn der vorliegende Text schon seit Tagen in Arbeit ist, mangels Südvorstädter DSL-Verfügbarkeit aber erst Ende der Woche veröffentlicht werden kann. Immerhin brauchten auch die konventionellen Medien vier Tage, um das Top-Thema unter Fankreisen aufzugreifen: Guido Schäfer widmet sich in der Leipziger Volkszeitung mit „Aufruf zum Boykott“ den Leutzscher Ultràs und ihrem Vorhaben, Spielen im Zentralstadion bis Saisonende fernzubleiben. Ein Thema, das somit verspätet jene Öffentlichkeit bekommt, die es verdient.
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Sturz in die Bedeutungslosigkeit
Fünfte Liga, wir kommen! Der Abstieg ist so gut wie sicher, künftig kicken Feierabendfußballer in Leutzsch. Ein Niedergang, der sich lange im Voraus angekündigt hat
Endlich, es ist vollbracht: Wir, der sympathische FC Sachsen und seine leidgeprüften Fans, sind angekommen in der fünften Liga. So gut wie, zumindest. 0:2 in Halberstadt, leistungsgerecht, auch standesgemäß. Keine Chance gegen Oberliga-Mittelmaß aus der Würstchenstadt, der FC Sachsen gehört in der Form nur ins untere Tabellendrittel. Doch es sind nicht nur die Lonzen, Leitzke und Chemie-Uwes, die leiden. Auch die Leipziger Journalisten.
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1:1 gegen Markranstädt – symptomatisch für die Gesamtsituation
Eine Augenblick, der ins Bild passt: Acht Minuten vor Schluss, eine Strafraumszene, eine unbeholfene Grätsche, Elfmeter, am Ende Tränen. Enrico Köckeritz hatte Christian Mittenzwei von den Beinen geholt, Lars Weißenberger zum – wieder einmal – späten Ausgleich verwandelt. Ein Spieler am Boden, eine komplette Mannschaft am Boden, der ganze Verein am Boden. Alles andere wäre wohl eine Überraschung gewesen. Kein Geld. Unsicherheit. Führungskrise. Sportliche Misserfolge.
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In Leutzsch davongejagt – in Halle willkommen / Oder: Die verfehlte Transferpolitik à la Chemie Leipzig
In der Vergangenheit wurden in Leutzsch viele Fehler gemacht. Vor allem auf der Ebene der Transferpolitik. David Bergner ist ein Beispiel. Von 1999 bis 2000 und von 2002 bis 2004 hielt der 1,96-m-Hühne die Leutzscher Abwehr zusammen. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, wird Bergner demnächst ausgerechnet für den Rivalen Hallescher FC die Töppen schnüren.
Unrühmliche Trennung von Bergner
David Bergners Abgang 2004 war ein unrühmlicher. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga wurde der Blondschopf für untauglich befunden und davongejagt. Die Verdienste der Aufstiegssaison 2002/03 wurden vergessen – Union Berlin nahm Bergner gerne. Mit den „Eisernen“ stieg er sofort in die Regionalliga auf und behielt auch dort seinen Stammplatz. Untauglich für die Oberliga? Nein! Das weiß man zumindest in Halle.
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