zuletzt aktualisiert: Montag, 5. März 2012, 23:39 Uhr
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Verein und Mannschaft leben, das haben die vergangenen Wochen bewiesen. Die BSG Chemie Leipzig startet mit einem 7:0 bei Merkur Oelsnitz in die Rückrunde
Bumm, bumm, Norman Lee Gandaa. Bumm, bumm, Thomas Hönemann. Bumm, Martin Gröbel. Bumm, Matthias von der Weth. Bumm, Marcus Wolf. Sieben Mal schlug es ein im Tor von Merkur Oelsnitz. Chemie hat die Vogtländer mit 7:0 deklassiert – ein Rückrundenauftakt nach Maß. Das unmissverständliche Signal an die Konkurrenz in der sächsischen Landesliga: Chemie ist obenauf und nie wirklich weg gewesen, mit der Mannschaft ist zu rechnen, an guten Tagen ist alles drin. Das Team von Trainer René Behring bestätigt den Aufwärtstrend zum Abschluss der Rückrunde nach einer guten, aber nicht belohnten Leistung beim 0:0 im „Derby“ gegen die SG Leipzig-Leutzsch und dem überzeugenden Auftritt in Markranstädt mit einem 2:0-Sieg bei den „Roten Jungbullen“ Ende 2011.
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Jahrelang praktizierte das Leipziger Fanprojekt akzeptierende Jugendarbeit mit Neonazis. Nach dem Trägerwechsel soll mit einem neuen Team alles anders werden. Die neuen Inhalte umzusetzen, ist nicht die einzige Herausforderung. Eine Reportage
Die schmale Tribüne ächzt. Es gibt Sitzbänke, aber alle stehen. Hunderte Menschen, eine Familie in Grün-Weiß. Was sie eint, ist die Leidenschaft für Fußball und ihren Verein, die BSG Chemie Leipzig. Sie sind immer da, egal wie es läuft. Sie leben für ihren Klub. Grün-Weißer ist man immer. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, und in den Träumen sowieso. „Schähm …, Schähm …“, tönt es aus biergetränkten Kehlen. Gemeint ist Chemie, der Schlachtruf ist so alt wie die größten Erfolge des Vereins, der vor Jahrzehnten zwei DDR-Meisterschaften errang, zuletzt 1964. Ein unerwarteter Erfolg, die Geburtsstunde eines Mythos, der auch in tristen Zeiten Tausende mobilisiert. Chemie spielt in der sechsten Liga, die zweite Mannschaft sogar noch weit tiefer.
zuletzt aktualisiert: Freitag, 2. Dezember 2011, 11:36 Uhr
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Das Duell zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Leipzig-Leutzsch hat bewiesen, warum es zwei grün-weiße Vereine gibt
Nein, mit Derbystimmung hatte das nichts zu tun. Seltsam ruhig war es über weite Strecken des Spiels auf den sehr gut gefüllten Rängen des Alfred-Kunze-Sportparks. 2690 Interessierte – Guido Schäfer mutmaßt in der Leipziger Volkszeitung, dass darunter 1800 Chemiker gewesen seien – wollten sich das Sechstliga-Spiel zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Leipzig-Leutzsch (SGLL) nicht entgehen lassen. Ebenso wenig wie die journalistische Eliteliga der Republik. Die Süddeutsche Zeitung soll da gewesen sein (und hatte auch im Vorfeld berichtet). Eine Stunde vor Anpfiff schlenderten 11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster und Kollege Jens Kirschneck erwartungsfroh am Gästeblock vorbei.
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 18. Oktober 2011, 14:15 Uhr
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Eine Wiedervereinigung des Leutzscher Fußballs braucht keiner. Denn das würde zwangsläufig eine Preisgabe des Selbstverständnisses der BSG Chemie bedeuten. Ein Kommentar
Friede, Freude, Wiedervereinigung – eine Faninitiative will den geteilten Leutzscher Fußball wieder zusammen bringen. Doch die Mühen gleichen einem Kampf gegen Windmühlen – und sind obendrein gar nicht nötig. Denn niemand braucht eine Wiedervereinigung – das hat nicht zuletzt eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit den Vorständen der BSG Chemie und SG Leipzig-Leutzsch gezeigt.
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 21. September 2011, 12:18 Uhr
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„Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“ bleibt bei der SG Leipzig-Leutzsch ein wichtiger Teil des eigenen Selbstverständnisses. Daran haben die Vorfälle im Spiel gegen den Roten Stern Leipzig und die Reaktionen von engagierten Fans, Medien und Politik nichts geändert
Die SG Leipzig-Leutzsch hat ein Nazi-Problem, das die Vereinsführung nicht für ein solches hält. Nach dem Skandalspiel gegen den Roten Stern Leipzig (RSL) wollte Vorstand Jamal Engel statt rassistischer Fanchöre eine „gute Stimmung“ vernommen haben. Als die gut dokumentierten Vorfälle schrittweise öffentlich wurden, sollen es laut Engel dann plötzlich die Gästefans gewesen sein, die das Fehlverhalten der eigenen Anhänger provoziert hätten. Engel drohte dem RSL sogar mit rechtlichen Schritten. Als sich dann jedoch das Rathaus und sogar der Sächsische Fußball-Verband einschalteten, wurde die SGLL-Führung kleinlauter.
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Der Verein ist weltanschaulich, parteipolitisch und religiös neutral. Er ist in besonderem Maße … weiterlesen
zuletzt aktualisiert: Montag, 5. September 2011, 22:07 Uhr
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Die Fanszene der SG Leipzig-Leutzsch ist rechtsoffen bis offen rechts – das hat das Sachsenpokal-Spiel gegen den Roten Stern Leipzig gezeigt
Das Ergebnis war nur Nebensache. Die Sterne gingen beim selbsternannten Nachfolger des FC Sachsen unter, die SG Leipzig-Leutzsch siegte mit 10:0. Der sportliche Wert: überschaubar. Umso aussagekräftiger war der politische Gehalt der Partie. Im Vorfeld hatten Fans der SGLL auf Flyern mit rechten Parolen keinen Zweifel an ihrer antiantirassistischen Einstellung gelassen – auf den Rängen wurde dieser Eindruck bestätigt. 1280 Zuschauer sollen offiziell in den Alfred-Kunze-Sportpark gekommen sein, darunter 500 Unterstützer des Roten Sterns – und zahlreiche offene oder verkappte Nazis auf der Gegenseite.
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Im Glashaus: Fans der SG Leipzig-Leutzsch wollen die Politik aus dem Stadion lassen. Ein Bumerang
Da ist sie wieder, die Politik-Keule. Sie entblödet sich in aller Regelmäßigkeit zu gegebenen Anlässen. Am kommenden Sonntag trägt der Rote Stern Leipzig sein Landespokal-Heimspiel im Alfred-Kunze-Sportpark aus – gegen die SG Leipzig-Leutzsch. Für gewisse Fans der gastgebenden Gäste bedeutet das eine Neuauflage des Kalten Kriegs. Am Sonntag werden wilde Horden im Leutzscher Holz Einzug erhalten: Chaoten, linke Gewalttäter, Kommunisten, Menschenfresser. Sie nehmen eure Frauen und Kinder. Mindestens jedoch das Tafelsilber.
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Die Ergebnisse stimmen, die Mannschaft hat noch viel größeres Potenzial, die Neugierde bei den Fans ist überwältigend und der Verband weiter skeptisch. Ein erstes Zwischenfazit
Nach nur zwei Spieltagen ist es gewiss zu früh für ein erstes Zwischenfazit. Aber außergewöhnliche Zeiten erfordern nun einmal eben solche bloggerische Mittel. Es ist bemerkenswert, wie die Saison für die BSG Chemie Leipzig angelaufen ist – sowohl auf als auch neben dem Platz. Zum Auftakt gegen Eilenburg kamen 1690 Zuschauer. Damit hätte ich persönlich nicht gerechnet. Auch zum ersten Auswärtsspiel nach Markkleeberg sind viele Neugierige mit Chemie gereist. Gut 1000 Chemiker im Sportpark Camillo Ugi – so sieht Aufbruchsstimmung aus.
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Nur noch zwei Tage bis zum historischen Comeback: Erstmals seit 21 Jahren wird wieder ein Verein unter dem Namen BSG Chemie Leipzig im Leutzscher Holz, in der nach der Wende in Alfred-Kunze-Sportpark umbenannten Heimstätte des traditionsreichen Fußballs im Leipziger Westen, ein Pflichtspiel absolvieren. Bei Spielern, Trainerteam, Vereinsverantwortlichen, den Beteiligten im Umfeld und vor allem auch den Mitglieder und Fans hat die Spannung einen unfassbaren Höhepunkt erreicht – am Samstag um 15 Uhr steigt gegen den FC Eilenburg der Auftakt der BSG Chemie in die Landesligasaison 2011/12.
