Zitat des Tages (8): Geänderte Beweislage
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Ich berichte schon fünf Jahre über Randale in europäischen Fußball-Stadien. …weiterlesen
Zitat des Tages (8): Geänderte Beweislage
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Neonazis im Fußball: Alte Probleme, neue Strategien
Rechtsextreme Gewalt und Instrumentalisierung im (Leipziger) Fußball: Der mediale Aufschrei ist groß, die Gewaltbereitschaft nimmt zu, die Grünen fordern ein Umdenken im Bereich der Fansozialarbeit
Auch drei Tage nach den brutalen und militanten Übergriffen von 50 Neonazis auf Fans und Spieler des Roten Stern Leipzig reißt die bundesweite Medienberichterstattung nicht ab. Stündlich tauchen neue Beweisbilder und -videos – vor allem im Internet (unbedingt mal bei indymedia und YouTube vorbeischauen) – auf. Der Ereignisse vom Wochenende in Brandis schockieren die Öffentlichkeit – und das ist auch gut so. Politik und Gesellschaft werden mit vielschichtigen Problemen konfrontiert, die schlichtweg nicht mehr wegzudiskutieren sind: Rechtsextremismus in Deutschland im Allgemeinen und in Sachsen im Besonderen, die neonazistische Instrumentalisierung des (vor allem unterklassigen) Fußballs für Propagandazwecke und Mitgliederrekrutierung, die größtenteils überforderte und wegsehende Polizei, verfehlte Jugendsozialarbeit und die Frage nach Finanzierung, Ausstattung und inhaltlicher Ausrichtung von Fanprojekten.
Polizei kapituliert vor rechtsextremer Fußballgewalt
„Das Problem heißt Neonazismus“, bringt Linkenpolitikerin Juliane Nagel die militanten Angriffe auf linke Fußballfans des Roten Stern Leipzigs beim FSV Brandis auf den Punkt. Stimmen, Gedanken und Analysen zum jüngsten Neonaziangriff
Der Wahnsinn geht weiter. Alternative Fankulturen sind in Leipzig nicht nur unerwünscht, sondern werden existenziell bedroht. Und die Polizei schaut zu. Oder ist nicht einmal vor Ort. Das sind die zentralen Botschaften des Wochenendes. Die Neonazihochburg Muldentalkreis hat zugeschlagen, der Gastauftritt des Roten Stern Leipzig beim FSV Brandis dauerte eingedenk eines brutalen Angriffs von 50 mit Zaunslatten und Eisenstangen bewaffneten Neonazis keine zwei Minuten und brachte am Ende einen Punktsieg für die 150 linken Fans. Nur freuen kann sich darüber niemand, der Rote Stern berichtet von mehreren Schwerverletzten in den eigenen Reihen.
0:0-Derbysieg und Gewaltexzesse
Das Leipziger Sachsenliga-Derby zwischen 1. FC Lokomotive und FC Sachsen II hielt, was es versprach: Vor allem neben dem Platz ging es zur Sache. Mit dem 0:0 kann man in Leutzsch ganz gut leben
Gewonnen, ohne ein Tor zu schießen. Und Lok im Aufstiegsrennen zurückgeworfen. Das sind die guten Nachrichten vom Landesliga-Derby zwischen Lok Leipzig und Chemie II. Die Probstheidaer sind nur noch Dritter, zwei Punkte hinter der Doppelspitze FV Dresden 06 Laubegast und FC Erzgebirge Aue II. Auch Chemie II nimmt dieser Wochen Einfluss auf das Aufstiegsrennen. Vor einer Woche ließ sich die Zweite von Aue mit 1:5 abschlachten. Gegen Lok sah das dann quasi über Nacht besser aus.
Weihnachten, das Fest der Liebe, etwas für die ganze Familie, Freunde. Irgendwie gemeinschaftsstiftend. Deshalb kommen auch Fußballfans nicht daran vorbei, eine Weihnachtsfeier zu veranstalten. Mit Baseballschlägern, Schlagringen, Rauchbomben, Leuchtspuren und Schreckschusspistolen (!) hat das eigentlich wenig zu tun. Doch das, was sich gestern in der Leutzscher Sachsenstube abspielte, offenbarte, dass Weihnachten für den ungeladenen Teil Fußball-Leipzigs ganz andere Assoziationen hervorzurufen scheint. Es ist Zeit zur Besinnung beim Familienverein.
Ausgesperrte Fans zum Politderby
Fußball-Leipzig macht mal wieder bundesweite Negativschlagzeilen. Ausgerechnet während der diesjährigen FARE-Aktionswoche sperrt Lok Leipzig zu der politisch brisanten Partie seiner zweiten Mannschaft gegen Roter Stern Leipzig (Stadtliga Leipzig) die Öffentlichkeit aus. Steffen Kubald erklärte gestern gegenüber der Leipziger Volkszeitung, warum die Stadiontore geschlossen bleiben:
Von Freizeit-Jamaikanern und Holocaust-Leugnern
Sie hatten sich bewaffnet, die beste Lauerposition gesucht und gewartet. Und gewartet: Die Medien. Die bundesweite Skandal-Journaille hatte Zettel, Stift, Micro und Kamera gezückt, um exclusiv über den Untergang von Fußball-Leipzig zu berichten. Allein, das Derby hielt in dieser Hinsicht nicht, was es versprach. Für ein Duell Leutzsch gegen Probstheida blieb es nicht nur im Hochsicherheitstrakt Zentralstadion, sondern auch außerhalb der Schüssel erstaunlich ruhig. Fußball gespielt wurde auch: Chemie II unterlag den Lokisten mit 1:3 (0:0).