Zitat des Tages (22): Finale für das System Red Bull?
Dienstag, 30. April 2013, 0:19 Uhr
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Am Schluss wird das passieren, was man hoffen kann: Die Dinge werden so pervers sein, dass die Leute davon abgestoßen sind, dass es kontraproduktiv ist, dass die Leute sich von der Marke abwenden.

Hermann Strittmatter, Werbefachmann der Agentur GGK, über die Zukunft der bisher äußerst erfolgreichen Strategie des Red-Bull-Konzerns, das eigene Produkt im Kontext von zum Teil grotesken Extremsportler-Stunts zu vermarkten. Das Interview ist Teil des ARD-Dokumentation „Die dunkle Seite von Red Bull“, in der das Filmteam sechs Todesfälle von Red-Bull-Sportlern nachrecherchiert hat – die Beispiele um den 2009 tödlich verunglückten Freeskier Shane McConkey, dessen Schicksal Red Bull postum mit einem Spielfilm für die Marke nutzen will, sind offenbar nur eine Auswahl. Und selbst wenn im Fußballhaus Red Bull bisher noch niemand gestorben, so ist es doch zumindest spannend, dass der Film den Konzern von Dietrich Mateschitz als „Mischung aus Baghwan und Ikea“ charakterisiert und dessen Beschäftigte mit Sektenanhängern vergleicht.





Red Bull und der erbärmliche Rest von Leipzig

Vor vier Jahren startete das RasenBallsport-Projekt am Elsterflutbecken – in Fußball-Leipzig aber hat sich im Grunde nichts geändert

Karfreitag in Leutzsch, Zeitpunkt und Ort für die ganz großen Gedanken. Wie steht’s um den Leipziger Fußball? Das wollen die OstDerby-Initiatoren Michael Kummer und Fedor Freytag, zwei Rot-Weiße aus Erfurt, wissen.

Matthias Kießling, der Rotebrauseblogger, und ich sollen uns ein Streitgespräch liefern: zu Red Bull in Leipzig und dem verkümmerten Rest in Leutzsch und Probstheida. Das ist verdammt schwierig. Nullachtfuffzehn-Argumente ziehen nicht, aber das ist hier nur eine Randnotiz, das Ergebnis wird in der kommenden OstDerby-Ausgabe zu lesen sein.

Die Fundamentalkritik greift zu kurz

Ich sitze unvorbereitet am Wohnzimmertisch bei Kaffee und Kuchen. Die ganz großen Gedanken kommen schon von alleine, habe ich mir vorher gedacht. Ich führe mir immer wieder vor Augen: RasenBallsport Leipzig ist die äußerste Konsequenz der Profifußball-Logik, darin unterscheiden sich Sport und Markt nicht, es geht stets um erfolgreichen Wettbewerb. Die Fundamentalkritik, mit der sich viele Traditionsbewahrer aus dem Lager der Ultras bis hin zu BVB-Boss Hans-Joachim Watzke dem Leipziger Red-Bull-Projekt entgegenstellen, greift fast immer zu kurz.

Kühlen Köpfen wie Matthias Kießling ist das eine Steilvorlage: Er seziert die Kritik genüsslich und findet gute Gegenargumente. Trotz noch immer ausbleibenden Erfolgs wächst der Fanzuspruch beständig. Red Bull wird kein zweites Hoffenheim, weil sich Leipzig so sehr nach der Bundesliga sehnt wie Mäzen Dietmar Hopp nach Anerkennung. Anderswo, in Wolfsburg etwa, muss sich der Fußballclub ebenfalls nicht selbst refinanzieren, sondern kann auf potente externe Geldgeber setzen. Und gerät einer der sagenumwobenen Traditionsvereine in finanzielle Nöte, greift die öffentliche Hand schon mal in die Staatskasse.

Ein Argument aber, das die Red-Bull-Befürworter gerne anführen, hat sich bisher noch nicht bewahrheitet: Die übrigen Leipziger Vereine, heißt es immer, müssten nicht um ihre Existenz fürchten, für deren Sponsoren sei RB Leipzig keine Konkurrenz. Stattdessen könnten Leutzsch und Probstheida im Windschatten durchstarten und etwa von der umfassenden Nachwuchsarbeit profitieren.

Geldnöte und Grabenkämpfe

Und? Im Jahr vier nach dem Red-Bull-Einstieg droht dem viertklassigen Probstheida die dritte Insolvenz, Hunderttausende Euro fehlen trotz nach wie vor großen Potenzials und Engangements der Fans. Im sechstklassigen Leutzsch streiten sich zwei Vereine um das Erbe von Alfred Kunze und den gleichnamigen Sportpark, um die Betriebskostenabrechnung und die richtige Idee. Dem Modell des basisdemokratischen, „geilen Stadtteilvereins“ der BSG Chemie steht die SG Leipzig-Leutzsch mit ihrem Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht-Club gegenüber, der es in naher Zukunft seinem Vorbild, dem FC Sachsen Leipzig, gleichtun könnte: Die erklärte einstige „Hoffnung Mitteldeutschlands“ verschwand nach dem zweiten Insolvenzverfahren 2011 aus dem Vereinsregister.

So nachvollziehbar die Probleme und Streitigkeiten im Detail sein mögen, in der Außenperspektive gibt Fußball-Leipzig ein erbärmliches Bild ab, darin hat sich seit der politischen und der Red-Bull-Wende also überhaupt nichts geändert. Das ist ein gar nicht so ganz großer Gedanke, den ich ohne das dreistündige Streitgespräch niemals so klar hätte fassen können.





Beziehungsstatus: kompliziert
Montag, 25. Februar 2013, 19:37 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Montag, 25. Februar 2013, 19:39 Uhr
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Geld oder Liebe – im entzweiten Leutzscher Fußball hat man weder das eine noch das andere füreinander übrig

Wer jemals Zweifel hatte, Medien würden weder verdichten noch verkürzen, weder deuten noch verzerren, der findet an dieser Stelle ganz neue Denkanstöße. Ende Januar erschien in der Leipziger Volkszeitung ein Interview mit Vereinsvorständen von BSG Chemie und SG Leipzig-Leutzsch, das ich fälschlicherweise als frühes Rendezvous interpretierte und das im Nachhinein betrachtet wohl eher als medialer Kupplungsversuch durchgeht. Wenn das mal alles so einfach wär: Ja, ich will, heißt es hier wie da. Sie dürfen die Braut … – lassen wir das besser.

Denn von Körperlichkeiten sind die beiden grün-weißen Vereine weit entfernt, zumindest wenn damit Liebkosungen gemeint sind. Von einer „Welle an gewalttätigen Angriffen“ weiß die SG Leipzig-Leutzsch in einer aktuellen Stellungnahme vieldeutig zu berichten. Die Vorwürfe, frei übersetzt: Bei der BSG Chemie habe man es mit Kriminellen zu tun, die die Medien infiltrieren und so gar nicht daran interessiert sind, im Leutzscher Holz auf heiles Familienidyll zu machen.

Die BSG Chemie hat indes sehr gute Argumente gegen eine mögliche Scheinehe:

Im Gegensatz zur SG Leipzig Leutzsch ist die BSG Chemie Leipzig nicht bestrebt, eine “Leutzscher Einheit” ohne jegliche Vorbedingungen zu realisieren – und dies aus guten Gründen: Wir sind fest entschlossen, aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, weshalb sowohl der Name Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig e. V. als auch die im Leitbild festgelegte, demokratische Grundstruktur des Vereins in keinem Maße verhandelbar ist. Bei uns nehmen alle Chemiker aktiv an der Vereinsgestaltung teil, was sich auch in der bunt gemischten Zusammensetzung der – ehrenamtlich arbeitenden – Gremien widerspiegelt. Verglichen damit erscheint uns die SG Leipzig Leutzsch derzeit nicht als geeigneter Partner.

Selten hatte sich ein „Basta!“ leidenschaftlicher den Weg durchs Leutzscher Holz gebahnt! Mehr noch, die SG Leipzig-Leutzsch scheint nicht nur vom Charakter her, sondern auch das liebe Geld betreffend keine gute Partie. Die BSG Chemie hat die Betriebskostenzuzahlung an Jamal Engel und Freunde eingestellt. Der Grund: fehlende Transparenz in der Abrechnung.

Minus 22.730,99 Euro soll der Kassenstand der SG Leipzig-Leutzsch am 6. Februar betragen haben. Der Kontoauszug liegt offenbar der Leipziger Internet Zeitung vor. Der Verein ist besorgt: Engel & Co. wähnen sich als Opfer von Datendiebstahl. Und die Finanznot? In dieser Frage reicht es nicht einmal für ein Dementi.





Kein Erfolg macht auch bloß nicht sexy
Montag, 28. Januar 2013, 19:25 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 29. Januar 2013, 0:02 Uhr
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Sportlich im Mittelmaß versunken, knüpfen BSG Chemie und SG Leipzig-Leutzsch erste zarte Bande. Öffentlich werben die Vorstände auf beiden Seiten für einen starken grün-weißen Verein. Dafür müssen sie jedoch nicht nur sich selbst überzeugen

Fußball ist eine äußerst simple Angelegenheit. Da ist die Idee: mit Bauch, Bein oder Po das Leder nach vorne treiben, Gegenspieler übersprinten, Spielsysteme sprengen, das Runde ins Eckige befördern, Fans in Ekstase versetzen. Was zählt, sind Tore und Erfolg, das sind die Zutaten, die aus Kicker-Kämpfern Legenden machen, die Geschichten wie jene aus Leutzsch anno 1963/64 erzählen.

Vereinschefs auf Diplomaten-Mission

Das war einmal, dessen wird man sich im Jahre 49 nach Alfred Kunzes Meisterstreich im zweigeteilten Fußball-Leutzsch im grauen Sechstliga-Alltag zusehends deutlicher bewusst. Sportlichem Erfolg ist die grün-weiße Zwietracht von BSG Chemie und SG-Leipzig-Leutzsch abträglich, befinden die Macher hier wie da. Im Interview mit der Leipziger Volkszeitung proben Jamal Engel, 42, Sprachrohr der SG Leipzig-Leutzsch, und das BSG-Chemie-Duo aus Vorstandschef Frank Kühne, 53, und Schatzmeister Siegfried Klose, 58, die Verbrüderung. Das bilaterale Verhältnis? „Keinerlei Probleme“, sagt Chemie-Chef Kühne, „gut bis sehr gut“, sekundiert Klose. „Das kann ich nur bestätigen“, meint Engel.

Die drei Diplomaten stecken das Terrain ab. Was steht einer Leutzscher Einigung im Weg? Sicher, da ist zuallererst der Zwist zwischen beiden Fanlagern, den Frank Kühne bemerkenswert lässig beiseite wischt: In den vergangenen Jahren sei „in Chemie ‚links‘ und die SG ‚rechts‘ hineininterpretiert“ worden. So falsch ist das nicht. Gleichwohl gab es für besagte Interpretationen stichhaltige Beweise, einerseits. Andererseits will sich nicht jeder, der gerne darauf verzichtet, neben einem Neonazi in der Kurve zu stehen, das Etikett „links“ anheften.

Eine große Familie wie Union Berlin

Der Blick richtet sich nach vorn. Die Vorstände haben eine Vision: den wiedervereinigten Leutzscher Fußball. Siegfried Klose will einen „Weg wie Union Berlin“ beschreiten. „Unsere Philosophie ist, wie eine große Familie zu sein.“ Sonst wird’s nix, weder sportlich noch finanziell. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich beide Vereine derart offensiv um die Leutzscher Eintracht bemühen.

Die Hürden sind hoch, wie dieser verbale Schlagabtausch andeutet:

Jamal Engel: Das Zusammengehen mit Chemie muss ein Prozess sein, um den Prozess der auseinander driftenden Fans umzukehren. Dass es zu der Fantrennung kam, lag an Fehlentwicklungen beim FC Sachsen, ich konnte die Fans teilweise sogar verstehen.

Frank Kühne: Du musst mir mal erklären, warum man nicht einfach die BSG Chemie, die ja längst gegründet war, hätte als Nachfolger nehmen können? Selbst die Nachwuchssicherung ist unter der SGL ja kaum gelungen.

Jamal Engel: Ich kann bei euch auch das Haar in der Suppe suchen. Am Anfang konnte man sich bei Chemie mit keinem zusammensetzen, die waren trotzig. Der Tenor im Verein klang nicht nach Gemeinsamkeit.

Nun müssen die Macher bei den Fans für ihre hehre Mission werben. Frank Kühne kann sich schon im Sommer einen gemeinsamen Verein mit Landesliga-Startrecht und Aufstiegsambitionen vorstellen. „Es bedarf aber vieler Gespräche“, sagt Kühne. „Einzelne wird es immer geben, die man nicht erreicht.“ Für die wird beim künftigen Leutzscher Einheitsverein zumindest kein Platz mehr sein.





Profi-Fußballer trotzen Rassismus und Homophobie
Samstag, 5. Januar 2013, 14:35 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Sonntag, 6. Januar 2013, 0:24 Uhr
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Die ersten Januartage gelten gemeinhin als nachrichtenarme Zeit, besonders im Fußball. Ausgerechnet jetzt sind zwei Geschichten in den Schlagzeilen, die nichts mit Wintertransfers oder der Rückrundenvorbereitung zu tun haben und keinesfalls originäre Fußball-Themen sind: Kevin-Prince Boateng, 25, vom AC Mailand wehrt sich gegen rassistische Fans und zwei aktive Profi-Fußballer outen sich offenbar als schwul – und das in Russland

Kevin-Prince Boateng nimmt den Ball an, dreht sich um die eigene Achse, dribbelt – und bricht plötzlich ab. Er greift sich das Leder und drischt es auf die Tribüne. Dass Schiedsrichter und Gegenspieler auf ihn einreden, ist ihm egal. Der Mittelfeldspieler des AC Mailand, frustriert von den permanenten rassistischen Sprechchören von der Tribüne, zieht sich das Trikot aus verlässt mit seinen Mitspielern das Spielfeld. Es sind Szenen aus einem Testspiel zwischen Pro Patria und Milan, die eine kontroverse Debatte entfacht haben. Boateng hat nun nachgelegt: Er kann sich vorstellen, Italien zu verlassen. Sein Verhalten stößt prompt auf Kritik, etwa bei Clarence Seedorf.

Boateng macht alles richtig

Dabei macht Boateng, einst bekannt für Eskapaden abseits des Spielfelds, alles richtig. Die italienische wie deutsche Öffentlichkeit diskutiert sein Verhalten – und muss zwangsläufig die Hintergründe reflektieren. Rassismus ist ein globales Alltagsphänomen, selbst wenn es sich hierzulande ungleich latenter äußert als in italienischen Fußballstadien. Affenlaute schallten früher auch in der Bundesliga schwarzen Spielern entgegen. Die Rassisten sind stummer, aber gewiss nicht weniger geworden. Umso bedeutsamer ist es, dass Boateng nun die Zustände in Italien anprangert. Das hilft beim Nachdenken über die „Deutschen Zustände“, nicht nur in den Fankurven.

Kokorin und Mamajew: Echtes Outing oder Satire?

Aus Russland kommen immer wieder Nachrichten, die von grassierendem Hass zeugen auf alle, die anders sind. In der Politik wie zuletzt im Fußball bei Fans von Zenit St. Petersburg. Nun könnten sich mit Alexander Alexandrowitsch Kokorin, 21, von Dynamo Moskau und Pawel Konstantinowitsch Mamajew, 24, von ZSKA Moskau zwei russische Profi-Fußballer als schwul geoutet haben. In einem sozialen Netzwerk finden sich Fotos, die beide zusammen in vertrauten Posen zeigen. Alex Feuerherdt (@LizasWelt) ordnet die Bilder ein und trägt zugleich berechtigte Zweifel zusammen, ob es sich tatsächlich um ein Outing handele oder um eine satirische Antwort auf die Petersburger Fan-Forderungen. Zumindest gilt auch hier: Politik, Medien und Gesellschaft kommen an einer Debatte nicht vorbei.





Die Fans sind lauter geworden, auch weil sie schwiegen
Mittwoch, 12. Dezember 2012, 21:56 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Kommerz- & Medienfußball

Je nachhaltiger sich die Fans mit guten Argumenten für ihre Interessen einsetzen, desto größer ist ihre Chance, sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen

Huch! Es gab eine Zeit, da kannte Philipp Markhardt kein Mensch und da ging Michael Gabriel als Schlagerbarde durch. Doch das war einmal. Heute wissen wir mehr. Heute, das ist der 12.12.2012. Ein Tag, den ein paar hoffnungslose Romantiker zum Hochzeitstag (v)erklären – einerseits. Andererseits aber auch der Tag, an dem ein paar liebesentwöhnte Politiker und Funktionäre die heile Welt des Profifußballs retten wollen und damit nach dem Geschmack der Fans gründlich daneben liegen.

„Sicheres Stadionerlebnis“ nennen die zur Deutschen Fußball-Liga (DFL) zusammengeschlossenen Profi-Clubs das heute verabschiedete Konzeptpapier, in dem Fanvereinigungen den Rechtsstaat gefährdet sehen. „Vollkörperkontrollen“ ist das Reizwort schlechthin, das die DFL aus einer früheren Arbeitsversion auf Drängen der Fans aus dem Papier gestrichen hat. Das bedeutet aber nicht, dass die Clubs künftig ausschließen, Fans im Namen der Sicherheit eine Reise an einen FKK-Ostseestrand antreten zu lassen. Ohne Wasser und ohne Urlaubsfeeling, versteht sich.

Der Hintergrund: Politik, Polizei und Fußballfunktionäre sorgen sich um Ultras, Pyrotechnik, gefühlte und tatsächliche Gewalt. Eine Diskussion um Sicherheit hier und Freiheit da, welche die Medien in der Vergangenheit allzu häufig verzerrt transportierten. Damit jedoch scheint nun Schluss. Der Polizeigewerkschafter Rainer Wendt mag seine mitunter kruden Thesen zwar weiterhin abspulen, so abwechslungsreich wie eine hängengebliebene CD und so kreative wie eine graue Betonwand.

Aber: Der Zauber des polternden Polizisten schwindet zusehends. Und die Fans werden zunehmend lauter, bezeichnenderweise nicht zuletzt dank jener Protestaktion, die sich an den vergangenen Bundesliga-Spieltagen durch zwölfminütiges Schweigen auszeichnete, passend zum DFL-Beschluss am Schnapszahltag. Michael Gabriel, den Leiter der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS), und Philipp Markhardt, in der Szene kritisch beäugter Vorzeige-Ultrà der Hamburger „Chosen Few“ und ehrlicher Fürsprecher der Faninteressen, ist inzwischen auch dem gemeinen Zeitungsleser bekannt. Das schreibt das aktionismusgetriebene DFL-Papier zwar nicht um, aber es ist mehr, als man sich noch vor Monaten hätte versprechen können.





Zitat des Tages (21): Selbsterfüllende Prophezeiung?
Mittwoch, 21. November 2012, 12:00 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 21. November 2012, 12:11 Uhr
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Wenn die Chemie-Fans Lust haben, rücken die hier bei uns mit 300 oder 400 Leuten an, für die es ein sportlicher Wettbewerb ist, an der Kasse vorbeizukommen.

Döbelns Sportamtsmitarbeiter Michael Thürer gibt sich in der Döbelner Allgemeinen Zeitung vor dem Gastspiel der BSG Chemie Leipzig beim Döbelner SC am 8. Dezember als eigenwilliger Prophet.





Bulli, Shrek und 20 Mille
Montag, 8. Oktober 2012, 23:44 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 9. Oktober 2012, 8:50 Uhr
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Für das Projekt Bundesliga kann man offenbar nicht nur sich selbst vergessen

Zwischen Professionalität und Peinlichkeit ist es nicht selten ein schmaler Grat.

Da schicken die Macher von Leipzigs letzter Profifußball-Hoffnung RasenBallsport ihr knuffiges, aber leider namenloses Maskottchen in Grundschulen, um es dort denkwürdigerweise auf „Bulli“ taufen zu lassen. So mancher der kleinen designierten Stadionbesucher mag genauso begeistert gewesen sein wie die Marketingstrategen, die so das Logo mit den zwei aufeinanderzustürmenden Stieren in öffentlichen Bildungseinrichtungen zu platzieren vermochten – Eltern und Bildungsagentur waren es weniger.

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Froschkönige im Moorreich
Freitag, 7. September 2012, 20:35 Uhr
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Immer wieder springen RB Leipzig in letzter Sekunde Testspielgegner ab. Die Fans wollen das ändern

Das ist aber auch an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Was will sich dieses Internet noch alles erlauben? Wenn das so weiter geht, können wir den Laden bald dicht machen. Das Problem: Diese sogenannten sozialen Netzwerke geben den Menschen hinter den Bildschirmen eine Stimme. Auf einmal können sie mitreden, obwohl sie eigentlich gar keiner hören will. Leidtragend: RasenBallsport Leipzig, dieses sympathische Projekt, das Fußball-Leipzig endlich Bundesliga-Leben einhauchen soll. Zumindest irgendwann mal. Ganz ohne Gewalt (Wenn’s sein muss, gibt es da schließlich subtilere Methoden).

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Mit Alexander Zorniger unterwegs auf Sachsens Straßen
Montag, 3. September 2012, 22:07 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Kommerz- & Medienfußball, Medienschau

Der neue, hoffnungsbeladene Trainer von RB Leipzig zählt Hausnummern

Naivität ist ein charmebefreiter Vorwurf, und von Selbstüberhöhung möchte und darf nur gerne über sich selbst lesen, wer bei Helmut Schmidt eine Zigarette schlaucht und dabei einen Schatten auf Franz Beckenbauer wirft. Nach Informationen dieses Blogs ist Alexander Zorniger, der neue Star auf der Trainerbank von RB Leipzig, vielfach gefeiert als Jahrgangsprimus des vergangenen DFB-Trainerlehrgangs, noch ein paar Heldentaten entfernt von einer Bronzestatue am Werner-Seelenbinder-Glockenturm.

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