Zitat des Tages (8): Geänderte Beweislage
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Fanszene, Fußball & Politik, Gewalt & Rassismus, Presseschau, Zitat des Tages
Ich berichte schon fünf Jahre über Randale in europäischen Fußball-Stadien. …weiterlesen
Zitat des Tages (8): Geänderte Beweislage
Ich berichte schon fünf Jahre über Randale in europäischen Fußball-Stadien. …weiterlesen
BSG Chemie beschließt antirassistische Vereinssatzung
Die Mitglieder BSG Chemie Leipzig haben auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag Antidiskriminierungsparagraphen in der Vereinssatzung durchgesetzt. Eine Dokumentation
Angedacht war es eigentlich schon auf der Mitgliederversammlung im Sommer 2008, scheiterte damals aber an der kurzfristigen Organisation: Endlich kann die sich als antirassistisch definierende BSG Chemie Leipzig auf eine Vereinssatzung verweisen, die sich dezidiert gegen Ideologien der menschlichen Ungleichwertigkeit richtet und im Falle entsprechender Vorkommnisse auch Sanktionsmaßnahmen vorsieht. Im Einzelnen akzeptierten die Mitglieder diesbezüglich die folgenden zwei Änderungsanträge.
Ronny Blaschke ist Sportjournalist des Jahres 2009
Der freie Journalist und Autor Ronny Blaschke wurde für sein ZEIT-Dossier über die Neonazi-Unterwanderung des 1. FC Lok Leipzig ausgezeichnet. Am 25. März ist Blaschke in Leipzig auf dem Podium zu Gast
Zugegeben, es ist nicht mehr tagesaktuell, aber bedarf trotzdem der Erwähnung: Die Fachzeitschrift Medium Magazin hat Ronny Blaschke zum „Journalist des Jahres“ 2009 in der Kategorie Sport gekürt. In der Begründung der Jury heißt es:
… für seinen „ZEIT“-Beitrag über die Nazi-Unterwanderung des Fußballvereins Lokomotive Leipzig: „Angriff von rechts außen“ (3.9.2009) – mit dem er eindrucksvoll den Blick auf Tabuthemen im Profisport lenkte – mit außerordentlichem Mut und beharrlicher Recherche.
Zitat des Tages (7): Fußball und Kapital, Fans und 50+1
Wir hatten leider nie eine Situation wie in Deutschland. [...] In England findet gerade ein Umdenkprozess statt. Früher hat sich keiner darum geschert, die letzten sechs Monate haben das geändert.
Es ist so eine Sache mit dem Zeitgeist. Eine gefühlte Ewigkeit konnte ich dem Mainstream trotzen und verzichtete nächstenliebend auf die Möglichkeit, Interessierte und Nicht-Interessierte mit auf 140 Zeichen komprimierten Informationen über das Wohl und Wehe meines letzten Toilettenaufenthalt zu erhellen. Wozu twittern? …weiterlesen
Zitat des Tages (6): Vereine müssen sich vor ihre Fans stellen
Würden sich Klubvertreter mit der Lebenswelt der Fans auseinandersetzen, würde sie erkennen, welch enormer Druck von der Polizei auf die Szene wirkt und was das auslöst. …weiterlesen
Zitat des Tages (5): Koffeinierte Kampfansage der Kommerzfans
Lieber moderner Fussball mit Herz und Kommerz als Traditionsfussball mit …weiterlesen
FC-Sachsen-Fans diskutieren über Neonazis in der Kurve
Von 400 nach Zwickau gefahrenen Fans des FC Sachsen hat sich eine Gruppe von 50 Personen mit neonazistischer Provokation und Agitation hervorgetan. Im Internetforum des FC Sachsen Lepzig wird kontrovers diskutiert. Innenansichten eines Fußballvereins
In der Fanszene des FC Sachsen gibt es mal wieder – nunja – Irritationen. Es geht um das bekannte Motiv „Politik im Stadion“, im FCS-Forum Gegenstand einer intensiven Debatte. Zu meiner Verwunderung ist die Zahl derer, die den Vorfällen vom vergangenen Wochenende mit Verharmlosungen und Relativierungen begegnen, entschieden gering. Die Fans haben begriffen: Der FC Sachsen steht nach wie vor am Abgrund, und der entscheidende Schupser kann von allen Seiten kommen.
Zitat des Tages (3): Warten auf „GTA Sachsen“
[…] in Argentinien [ist] nun eine Sonderedition von „Grand Theft Auto“ erschienen. Schwer bewaffnet entsteigt darin ein Boca-Juniors-Fan dem Linienbus zur Bombonera und sammelt Punkte, indem er im Stadtteil „La Boca“ die Graffitis anderer Klubs übersprüht. …weiterlesen
Neonazis im Fußball: Alte Probleme, neue Strategien
Rechtsextreme Gewalt und Instrumentalisierung im (Leipziger) Fußball: Der mediale Aufschrei ist groß, die Gewaltbereitschaft nimmt zu, die Grünen fordern ein Umdenken im Bereich der Fansozialarbeit
Auch drei Tage nach den brutalen und militanten Übergriffen von 50 Neonazis auf Fans und Spieler des Roten Stern Leipzig reißt die bundesweite Medienberichterstattung nicht ab. Stündlich tauchen neue Beweisbilder und -videos – vor allem im Internet (unbedingt mal bei indymedia und YouTube vorbeischauen) – auf. Der Ereignisse vom Wochenende in Brandis schockieren die Öffentlichkeit – und das ist auch gut so. Politik und Gesellschaft werden mit vielschichtigen Problemen konfrontiert, die schlichtweg nicht mehr wegzudiskutieren sind: Rechtsextremismus in Deutschland im Allgemeinen und in Sachsen im Besonderen, die neonazistische Instrumentalisierung des (vor allem unterklassigen) Fußballs für Propagandazwecke und Mitgliederrekrutierung, die größtenteils überforderte und wegsehende Polizei, verfehlte Jugendsozialarbeit und die Frage nach Finanzierung, Ausstattung und inhaltlicher Ausrichtung von Fanprojekten.