Bulli, Shrek und 20 Mille
Montag, 8. Oktober 2012, 23:44 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Dienstag, 9. Oktober 2012, 8:50 Uhr
Abgelegt unter: Abseits des Platzes, Kommerz- & Medienfußball, Vereinspolitik

Für das Projekt Bundesliga kann man offenbar nicht nur sich selbst vergessen

Zwischen Professionalität und Peinlichkeit ist es nicht selten ein schmaler Grat.

Da schicken die Macher von Leipzigs letzter Profifußball-Hoffnung RasenBallsport ihr knuffiges, aber leider namenloses Maskottchen in Grundschulen, um es dort denkwürdigerweise auf „Bulli“ taufen zu lassen. So mancher der kleinen designierten Stadionbesucher mag genauso begeistert gewesen sein wie die Marketingstrategen, die so das Logo mit den zwei aufeinanderzustürmenden Stieren in öffentlichen Bildungseinrichtungen zu platzieren vermochten – Eltern und Bildungsagentur waren es weniger.


Da kann die Gewissheit, eine emphatisch verlockende Stadtspitze neben sich zu wissen, dazu führen, in der Fußgängerzonge vorschnelle „Augsburger Pokalschlappen“ und den zum Pappaufsteller gewordenen „Pokal-Shreck“ Daniel Frahn zu verteilen. Die Stadtverwaltung allerdings bewies wenig Sinn für animierte DreamWorks-Helden, und so musste das DFB-Pokalspiel ja auch verloren gehen.

Diesmal geht es dem Vernehmen nach um 20 000 Euro, die im Geldspeicher des österreichischen Brausegiganten wohl kaum nennenswerte Täler hinterlassen würden – und trotzdem nicht ihren Weg von Fuschl am See ins Altenburger Land finden. Im Saisonfinale 2011/12 hatten die Bulli-macht-Schule- und Pokal-Shrek-Erfinder dem ZFC Meuselwitz diese Summe in Aussicht gestellt, sofern der Halleschen FC dort Punkte lässt. Meuselwitz lieferte, für Leipzig reichte es trotzdem nicht. Halle stieg auf, weil sich RB mit einem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg II selbst aus dem Aufstiegsrennen nahm. Der Schmerz dieser Niederlage wog offenbar so schwer, dass bei aller Trauer das Geldversprechen in Leipzig in Vergessenheit geriet, nicht jedoch in Meuselwitz. Wohl dem, der sich diese Debatte leisten kann.

Zwischen Professionalität und Peinlichkeit ist es eben meist ein schmaler Grat.










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2 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of BUFC
    Kommentar von
    31.10.2012 um 20:49
    1

    Das vereinbarte Taschengeld nicht gezahlt? Da bockt die Provinz. 
    Einerseits lassen die Österreicher Österreicher vom Himmel fallen und anderseits reicht der Dosenpfand nicht fürs Punkte liefernde Dorf … ein Witz!

    Übrigens: in Kindergärten waren die auch. Hereinspaziert mit Maskottchen und dem rostigen Timo. Handelsvertreter für eine Ware, deren Genuss den Kindern durchaus Schaden zufügen kann. Die Leiter/innen dieser Einrichtung möchte ich gern einmal sprechen. Oder Brauer- und Brennereien demnächst ordern. Mit Maskottchen natürlich. Wegen der leuchtenden Kinderaugen.

    Alles kann, nichts muss. So läuft das heute.

    Leider.

     


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